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Partei-Spass-Video vs. «Tubel Trophy»: 3 Gründe, warum derzeit fast jeder die Charts stürmen kann

Die SVP hat es vergangene Woche mit ihrem Wahlkampfsong auf Platz 6 der Schweizer Single-Hitparade geschafft. SVP-Gegner brachten eine Woche später Baby Jails Tubel-Trophy aus dem Jahr 1992 ebenfalls auf Platz 6. Schwer war das nicht.  



Nachdem die SVP mit ihrem Wahlkampf-Song «Welcome to SVP» vorgestellt hatte, sollte die «Tubel Trophy» den Song wieder aus den Charts kippen. Der Basler David Schlatter startete die «Aktion Tubel Trophy», die nach dem deutschen Vorbild der deutschen «Aktion Arschloch» ein altes Gegen-Rechts-Lied auf Platz 1 der Charts bringen soll. Nachdem der SVP-Song vorvergangenen Sonntag Platz 6 der Schweizer Single-Charts belegt hatte, gelang Tubel Trophy von Baby Jail diese Woche die gleiche Platzierung.  

Aus folgenden drei Gründen hatten es beide untypischen Chart-Stürmer nicht schwer: 

1. Niedrige Einstiegshürde 

Mit rund 2000 verkauften «Units» gelingt es im Normalfall bereits, in die Top Ten der Schweizer Single-Charts vorzustossen. Die Charts erstellt die Firma GfK Entertainment AG im Auftrag der Schweizer Musiklabel-Verbandes Ifpi Schweiz. In die erhobenen Verkäufe fliessen sowohl CD-Verkäufe als auch Downloads und Streams der grossen Portale wie Spotify ein. 114 Streams entsprechen derzeit einer verkauften CD. Da sich der Verkauf von Singles in den vergangenen fünf Jahren halbiert hat, hat sich auch der Aufwand halbiert, um in die Charts zu kommen. «20 Minuten Online» zitiert einen Musikbusiness-Insider, gemäss dessen Angaben der SVP vermutlich bereits 1500 Verkäufe gereicht haben, um auf Platz 6 der Charts zu kommen. Im Vergleich dazu: Die SVP hat 90'000 Mitglieder. 

abspielen

Der Wahlkampf-Musik-Clip der SVP. 
YouTube/Welcome to SVP

2. Wenig Konkurrenz 

Derzeit belegen die ersten fünf Plätze der Single-Charts Songs, die bereits seit bis zu 26 Wochen in den Charts sind. All zu viele Verkäufe machen diese Titel wöchentlich nicht mehr. Wichtig für weniger bekannte Charts-Neueinsteiger ist, dass nicht in der Woche, in der man Release feiert, eine bekannte grosse Band ein Hit-Album lanciert. Das erhöht den Aufwand enorm.  

3. Grosse Community 

Die Streams, die fast gratis zu haben sind, können sich rasch zusammenläppern. Insbesondere dann, wenn man über Social Media oder andere Kanäle eine grosse Community mobilisieren kann. Im Fall von Welcome to SVP vs. Tubel Trophy stehen sich die grösste und reichste politische Partei und eine linke Protestbewegung gegenüber. Beide Lager sind im Umgang mit Social Media versiert. Sowohl der Song Welcome to SVP (YouTube), wie auch die Kampagne für Tubel-Trophy (Facebook/Twitter) sind über Social Media lanciert und gepusht worden. 

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«Tubel Trophy» von Baby Jail aus dem Jahr 1992. 
YouTube/SwissMusic80

(thi)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • koks 28.09.2015 19:35
    Highlight Highlight die charts wurden doch schon vor 20 jahren willentlich manipuliert und gefaked. schon vergessen?
    • Oban 28.09.2015 20:15
      Highlight Highlight Ja aber damals musste man noch Leute dafür in diverse Shops schicken die die CD's aufgekauft haben. Heute klickst du einfach den Stream an.
  • Darkside 28.09.2015 19:07
    Highlight Highlight Wie ich heute auf einem anderen Newsportal lesen konnte ist Dodo mit seinem Hippiebus und rund 20'000 "Verkäufen" die meistverkaufte Single dieses Jahres. In Anbetracht der Tatsache dass ein Download z.B. bei ITunes 1,50 kostet und bei Spotify ein Loop gemacht werden kann ist es erstaunlich dass die $VP mit ihren unbegrenzten finanziellen Mitteln es nicht auf die Nr. 1 geschafft hat. Offenbar haben sie es gar nicht ernsthaft versucht. Die CH Hitparade ist ein Joke.
  • ket4mon 28.09.2015 18:29
    Highlight Highlight Warum ist es nicht verwunderlich, dass es so einfach ist, in die Charts zu kommen? Auf diese Frage gibt es eine relativ simple Antwort: Was im Radio läuft, wird meistens auch Privat angehört. Tagtäglich dudelt diese Kiste vor sich hin, eine Wiederholung eines Tracks gehört an die Tagesordnung usw. Radio ist aber nicht schlecht, wie es evtl aus diesem Beitrag herausinterpretiert werden kann. Er liefert nützliche Informationen über das Geschehen in der Welt (auch wenn oftmals sehr überspitzt, das kennen wir ja von jeder Form von Medien) und kann auch unterhaltend sein. Was die Stream's betrifft, welche im Artikel erwähnt werden, auch hier gibt es eine sehr simple Erklärung: Es existieren Massenweise Stream's von anderen Musikern mit dem gleichen Genre (manche sind sogar um einiges besser, als bekannte Musiker). Folglich häufen sich die Zahlen nicht so extrem wie man denkt.
  • Duweisches 28.09.2015 18:23
    Highlight Highlight SVP und "im Umgang mit Social Media versiert"?
    Wieso liest man denn gefühlt alle paar Tage von irgendeinem SVP-Politiker, der sich online blamiert, irgendeinen uninformierten Müll postet und daraufhin angeklagt wird? 😋
    • TanookiStormtrooper 28.09.2015 18:32
      Highlight Highlight Ist doch eigentlich ganz einfach: Wer einen Twitter- oder Facbookaccount erstellen kann, muss noch lange nicht ein Genie sein. Ist wie mit dem Autofahren, dass man keinen Alkohol trinken sollte bevor man losfährt weiss eigentlich auch jeder, trotzdem setzten sich immer wieder betrunkene ans Steuer...
    • koks 28.09.2015 18:33
      Highlight Highlight Der Hürlimann in Zug hat sich aber nicht mit Social Media blamiert.
    • Fly Boy Tschoko 28.09.2015 20:23
      Highlight Highlight Die SVP ist als Partei versiert im Umgang mit Social Media, dank Werbeagenturen. Diese Agenturen (und oft auch ein bisschen Verstand) fehlt aber den einzelnen Mitgliedern.

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