DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Primarschüler sprechen mit ihrer Lehrerin: Bald findet wieder Präsenzunterricht statt.
Primarschüler sprechen mit ihrer Lehrerin: Bald findet wieder Präsenzunterricht statt.Bild: KEYSTONE

In der Schule wird auf Distanzvorschriften verzichtet – aber nicht alles bleibt gleich

29.04.2020, 22:49

Der Verzicht auf Distanzvorschriften für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts in der obligatorischen Schule ist nach Einschätzung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) für die Kantone entscheidend. Nur so sei der Präsenzunterricht überhaupt möglich.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Mit dem neuen Schutzkonzept habe das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die wichtigsten Eckwerte zur Wiedereröffnung des Präsenzunterrichts definiert. Es stelle den Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrpersonen durch praktikable und umsetzbare Massnahmen sicher.

Gemäss diesem Konzept sind keine Distanzvorschriften zwischen Schülerinnen und Schülern vorgesehen. Dies sei eine zentrale Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts.

Das Konzept geht davon aus, dass Kinder viel weniger häufig erkranken als Erwachsene. Kinder hätten zudem meist mildere Verläufe mit wenigen oder keinen Symptomen und würden aus physiologischen Gründen für die Übertragung des Virus keine wesentliche Rolle spielen, heisst es im Schutzkonzept.

Kinder könnten zur Schule gehen, so lange sie nicht krank seien und nicht mit einer an Covid-19 erkrankten Person in einem Haushalt lebten. Kinder mit einer Grunderkrankung sollten sich an die grundsätzlichen krankheitsbezogenen Schutzmassnahmen halten.

Auf Grund des geringen Risikos sollten sich die Kinder insbesondere der tieferen Klassen der obligatorischen Schule möglichst normal im Klassenverbund, auf dem Schulweg und auf den Pausenhöfen verhalten und bewegen können.

Essen teilen verboten

Alle Personen, die in einem Schulhaus verkehren, sollten die Verhaltens- und Hygieneregeln einhalten und in der korrekten Durchführung geschult werden. Kinder sollten auch dazu angehalten werden, kein Essen oder Getränke zu teilen. An sensiblen Punkten beispielsweise im Schulhaus sollten Hygienestationen zur Verfügung stehen. Allerdings sollten Kinder nur in Ausnahmefällen Desinfektionsmittel benutzen.

Oberflächen wie Treppengeländer oder Türfallen sollten mehrmals täglich gereinigt werden. Räume sollten regelmässig und ausgiebig gelüftet werden. In gewissen Situationen könnten für Menschen, die älter als 16 Jahre sind, das Benutzen von Masken in Betracht gezogen werden, heisst es weiter.

Händewaschen ja, Desinfektionsmittel nur in Ausnahmefällen.
Händewaschen ja, Desinfektionsmittel nur in Ausnahmefällen.Bild: KEYSTONE

Dies jedoch ohne Verpflichtung, die Abstands- und Hygieneregeln blieben weiterhin die effizientesten Schutzmassnahmen. Auch sollten Masken im Schulhaus zur Verfügung stehen, etwa wenn Personen im Schulhaus symptomatisch würden, für den Gebrauch auf dem Heimweg oder etwaige Warteperioden im Schulhaus. Erwachsene, die nicht direkt im Schulbetrieb involviert seien, wie beispielsweise Eltern von Kindern, sollten das Schulhausareal meiden.

Zuständigkeit wieder bei Kantonen

Mit der Aufhebung des Verbots von Präsenzunterricht an der obligatorischen Schule durch den Bundesrat liege die Zuständigkeit für die Schulorganisation wieder bei den Kantonen, schreibt die EDK. Sämtliche schulorganisatorischen oder methodischen Fragen würden durch die einzelnen Kantone geregelt. Dazu gehöre auch die Bestimmung des genauen Zeitpunkts der Rückkehr zum Präsenzunterricht an obligatorischen Schulen unter diesen vom Bund vorgegebenen Rahmenbedingungen.

Für die Aufhebung des Verbots des Präsenzunterrichts an Schulen und damit auch das sonstige berufliche Leben wieder beginnen könne, sei es elementar, dass auch die schulergänzenden Betreuungsangebote wieder starteten. Dort würden die gleichen Prinzipien wie im Schulbetrieb gelten.

Kritik von den Schulleiterinnen und Schulleitern

Dass es keine schweizweit einheitliche Lösung zum Eröffnungsmodus der Schule gibt, kritisieren am Mittwoch die Schulleiterinnen und Schulleiter der Schweiz (VSLCH) in einer Mitteilung. Einige kantonale Erziehungsdirektionen wollten die Schulhäuser gestaffelt öffnen, anderen setzten auf den gemeinsamen Vollstart für alle Schulkinder, schreibt der Verband. Auch bei der Umsetzung der Schutzmassnahmen geben es keine Einheit.

Der VSLCH fordert die kantonalen Erziehungsdirektionen auf, auf Alleingänge zu verzichten und die konkreten Massnahmen zur Öffnung abzusprechen. Dabei sollen die Schulleitenden miteinbezogen werden - sie wüssten, was Kinder, Eltern und Schulpersonal bräuchten. Die Volksschule habe zusammen mit den Eltern gezeigt, dass sie sich innert kürzester Zeit auf Neues einstellen könne. (cma/sda)

Mehr zum Coronavirus:
    DANKE FÜR DIE ♥
    Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
    (Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
    5 CHF
    15 CHF
    25 CHF
    Anderer
    twint icon
    Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

    So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

    1 / 59
    Das Coronavirus in der Schweiz – eine Chronologie
    quelle: keystone
    Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

    Bundesrats-PK 29.04.2020

    Das könnte dich auch noch interessieren:

    Abonniere unseren Newsletter

    17 Kommentare
    Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
    Die beliebtesten Kommentare
    avatar
    gulf
    29.04.2020 23:49registriert März 2020
    Man wird den Verdacht nicht los, dass die Schulen aufgehen müssen, weil durch die Lockerung der anderen Massnahmen einige Eltern ihre Kinder zu Hause nicht mehr richtig betreuen können.
    Die Informationen betr. Ansteckung und Weitergabe sind sehr wiidersprüchlich.
    12917
    Melden
    Zum Kommentar
    avatar
    Varanasi
    29.04.2020 23:10registriert August 2017
    Drosten hat in seinem Labor die Virenlast im Rachen von Kindern und Erwachsenen untersucht.
    Ergebnis: die Virenlast ist fast gleich hoch.

    Ob sie deswegen gleich infektiös sind, muss weiterhin festgestellt werden.

    Ich hoffe das geht alles gut. Mir als Elternteil wäre mit Halbklassenunterricht zu Beginn wohler.
    10726
    Melden
    Zum Kommentar
    avatar
    gulf
    30.04.2020 00:00registriert März 2020
    Die verfügbaren Informationen betr. Ansteckung der Schulkinder sind sehr widersprüchlich. Daraus kann man nicht ableiten, dass die Kinder jetzt problemlos wieder in die Schule gehen können.
    Da nützt auch D. Kochs Standartspruch:"die Kinder sind nicht die Treiber dieser Pandemie" nichts.
    Es bleibt eine Gefährdung für Schüler, Lehrer, Eltern, Grosseltern.
    Vor allem, wenn man dann noch auf jegliche Abstandsvorschriften in fer Schule verzichtet und dann noch erklärt, die Grosseltern können jetzt die Enkel wieder umarmen.
    Die Wiederöffnung der Schulen hätte zum Nulltarif noch verschoben werden
    8720
    Melden
    Zum Kommentar
    17
    Wir sind mitten in der Corona-Sommerwelle, aber diese Daten geben uns Hoffnung
    Die Corona-Sommerwelle hat die Schweiz erfasst, die Zahlen steigen wieder stark an. Doch es gibt auch Gründe, die trotzdem Hoffnung machen.

    Die Sommerwelle hat die Schweiz erfasst. Die Fallzahlen nahmen zuletzt rapide zu. Am 7. Juni wurden 53 Prozent mehr Fälle als in der Vorwoche gemeldet (Hospitalisationen −27 Prozent), am 14. Juni gab es nochmals 45 Prozent mehr als in der Vorwoche (Hospitalisationen +33 Prozent) und heute meldete das Bundesamt für Gesundheit BAG 24'704 neue Ansteckungen in der letzten Woche, was einer Zunahme von 56 Prozent zur Vorwoche entspricht. Die Hospitalisationen nahmen dagegen «nur» um 11 Prozent zu.

    Zur Story