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RIO DE JANEIRO, BRAZIL - FEBRUARY 15:  A boy plays with an iPhone in Brazil's first Apple retail store minutes after it opened to the public for the first time in the Village Mall shopping center on February 15, 2014 in Rio de Janeiro, Brazil. The store is a 'pavilion' design with a 100-foot curved glass panel in front and opens to the public four months before the 2014 FIFA World Cup. It is Apple's first physical store in South America.  (Photo by Mario Tama/Getty Images)

Im Internet lauern viele Stolperfallen für Unerfahrene. Bild: Getty

Gefahrlos surfen

Mit diesen zehn Tipps bewegen sich Kinder sicher durchs Internet

Wovor sollten sich Kinder im Internet schützen? Wie richten sie ein Profil ein, wo lauern Fallen? Das Kinder-Magazin Dein SPIEGEL erklärt, wie man gefahrlos durchs Netz surft.

Ein Artikel von

Spiegel Online

1. Misstrauisch sein 

«Na, wie geht's denn so?» – wenn ein Fremder via WhatsApp, Facebook oder im Kik-Messenger etwas schreibt, klingt das vielleicht freundlich und harmlos. Es könnte aber ein übler Typ dahinterstecken. Deshalb sollte man sich auf Gespräche mit Fremden nicht einlassen. Am besten ist: einfach löschen. Bei Freundschaftsanfragen gilt: Wer sich nicht sicher ist, ob sie wirklich von dem Mädchen aus der Parallelklasse oder dem Jungen aus dem Sportverein stammt, kann beim nächsten Treffen einfach fragen – und erst dann die Anfrage annehmen.

2. Nicht alles verraten 

Niemand würde einem Fremden auf der Strasse einfach so den eigenen Namen verraten und ein Foto schenken. Im Internet sollte man es also auch nicht machen. Facebook schreibt zwar in seinen Richtlinien, dass die Nutzer ihre echten Daten angeben sollen. Datenschützer halten das aber für falsch. Freunde wissen, wer sich hinter Spitznamen und unpersönlichen Fotos verbirgt – und alle anderen geht das nichts an. Seit einiger Zeit können Nutzer verschiedene Profile verbinden: zum Beispiel Facebook mit Instagram, Pinterest, Quizduell oder Spotify. Das ist praktisch, weil man sich nicht überall einzeln anmelden muss. Der Nachteil: Facebook-Freunde kriegen mit, was man in anderen Netzwerken so treibt – und umgekehrt. Auch wenn es umständlich ist: Getrennte Profile erhöhen die Sicherheit.

3. Profil schützen

Facebook: Klick auf «Privatsphäre-Einstellungen» (oben rechts neben den Nachrichten). Unter dem Punkt «Wer kann meine Inhalte sehen?» ein Häkchen setzen bei «Nur Freunde». Das Gleiche kann man auch bei den Punkten «Wer kann mich kontaktieren?» und «Wer kann nach mir suchen?» machen. Ausserdem sollte man hier festlegen, dass das Profil nicht bei Internet-Suchmaschinen auftaucht.

WhatsApp: Tippe auf «Einstellungen» (unten rechts neben «Chats»). Tippe auf «Account», dann auf «Datenschutz». Hier kann man einstellen, wer Profilbild, Status und den Zeitpunkt des letzten WhatsApp-Besuchs sehen kann: jeder, nur die Kontakte oder niemand.

Bei Tumblr kann man nicht einstellen, wer die Bilder sehen darf. Das geht bei Instagram besser.

Instagram: Tippe in der App auf das eigene Profil (unten rechts in der Ecke), dann auf «Profil bearbeiten». Unter dem Punkt «Private Informationen» das Kästchen «Beiträge sind privat» aktivieren. So können nur Menschen Fotos anschauen, denen man das erlaubt hat.

HANNOVER, GERMANY - MARCH 01:  Children try out networked computer laptops in the Digitial Classroom at the Microsoft stand at the CeBIT Technology Fair on March 1, 2010 in Hannover, Germany. CeBIT will be open to the public from March 2 through March 6.  (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Mit ein paar Tricks macht man sich schwerer Auffindbar im Netz. Bild: Getty

4. Gegen Mobbing vorgehen

Wer mitkriegt, wie ein anderer auf Facebook, bei ask.fm oder sonst wo gemobbt wird, sollte nicht einfach zusehen. «Am wichtigsten ist, dem Opfer beizustehen», sagt Catarina Katzer vom Bündnis gegen Cybermobbing. Wer fertiggemacht wird, darf nicht das Gefühl bekommen, ganz allein dazustehen. Besser ist es, sich im Netz und in der WhatsApp-Gruppe hinter das Opfer zu stellen und zu schreiben, dass man mit Mobbing nicht einverstanden ist – auch wenn das Mut erfordert.

Ausserdem sollte man Hilfe holen, rät Katzer: bei Freunden, älteren Schülern, Eltern oder Lehrern – und bei den sozialen Netzwerken selbst. «Auch wer nicht betroffen ist, kann fiese Kommentare, Fotos und Videos bei Facebook oder YouTube melden – und die müssen dann entfernt werden.» Zudem sei es wichtig, dass die Unternehmen mitbekämen, was auf ihren Seiten los sei. «Dann können sie mehr Schutzfunktionen einbauen», sagt Katzer.

In this Oct. 24, 2013 photo, Mark Risinger, 16, checks his smartphone at home in Glenview, Ill. Risinger is allowed to use his smartphone and laptop in his room, and says he spends about four hours daily on the Internet doing homework, using Facebook and YouTube and watching movies. An influential pediatrician's group is recommending strict limits on texting, tweeting and other media use, including banning smart phones, iPods and other Internet access from kids' bedrooms. (AP Photo/Nam Y. Huh)

Mobbing-Kommentare sollte man löschen und nicht stehen lassen. Bild: AP

5. Und wenn man selbst fiese Kommentare kriegt?

Soll man blöde Kommentare löschen? Oder stehen lassen und so tun, als würde einen das nicht stören? Die Mobbing-Expertin Catarina Katzer rät: löschen. «Denn sonst fühlen sich andere angestachelt und machen mit.» Vorher unbedingt Screenshots von den Beleidigungen machen und Fotos und Videos herunterladen – als Beweis. Und man sollte mit Freunden, Eltern und dem Vertrauenslehrer überlegen, wie man gegen die Mobber vorgeht – und sie zudem in den sozialen Netzwerken melden. Dafür sind die Beweise wichtig. Im Notfall hilft auch die Polizei. Denn was viele nicht wissen: «Wer andere beleidigt, Lügen verbreitet oder Fotos und Videos von einer anderen Person weitergibt, ohne dass der Abgebildete einverstanden ist, macht sich strafbar», sagt Catarina Katzer.

Nützliche Links:

www.save-me-online.de
www.klicksafe.de
www.seitenstark.de
www.mobbing-schluss-damit.de

6. Abzocker erkennen

20 Franken für ein vorgefertigtes Referat im Internet zahlen? Das ist eine blöde Idee – und Abzocke, klar. Schwieriger wird es bei Fallen, die man erst auf den zweiten Blick erkennt. Sie verstecken sich in vielen Browser-Spielen oder Apps wie «Candy Crush». Steckt man in einem kniffligen Level fest, wird man aufgefordert, für 89 Cent Hilfe zu kaufen. Sehr viele Spiele funktionieren mittlerweile nach dem «Freemium»-Prinzip: Das Spiel herunterzuladen ist gratis, für zusätzliche Funktionen oder Levels wird jedoch Geld verlangt. Das Problem dabei: Durch Tricks wie bewusste Verzögerungen sollen Spieler dazu gebracht werden, kleine Beträge auszugeben – und das dann ständig. Wer einmal damit anfängt, ist schnell sein ganzes Taschengeld los. Spiele, die nur mit Extra-Käufen funktionieren, kann man getrost löschen.

7. Viren vermeiden

Viren, Würmer und Trojaner sind kleine Programme, die Schaden anrichten. Der beste Schutz: Anti-Viren-Programme – und Vorsicht: nichts herunterladen, was von einem unbekannten Absender kommt. In jedem Postfach landet früher oder später unerwünschte Post. Spam-E-Mails, die Geld und Gewinne anpreisen, ungeöffnet löschen. Tipp: zwei E-Mail-Adressen einrichten. Eine kann man für Gewinnspiele und Anmeldungen im Internet nutzen. Die zweite kennen nur Freunde, Sport- oder Musikverein und Schule.

8. Likes nicht so wichtig nehmen

Die «Gefällt mir»-Funktion bei Facebook kann einem vorkommen wie ein Beliebtheitstest: Wer viele Likes unter sein neues Profilbild bekommt, wird von den anderen gemocht. Wer nicht, ist unten durch. Das ist aber Quatsch. Erst wenn man miteinander redet, merkt man, wer einen wirklich mag. Aus Streitigkeiten auf Facebook sollte man sich am besten komplett raushalten. Denn wirklich klären kann man die Probleme nur persönlich – ohne dass die halbe Klasse mitliest.

KNUTSFORD, UNITED KINGDOM - NOVEMBER 29:  In this photograph illustration a ten-year-old boy uses an Apple Ipad tablet computer on November 29, 2011 in Knutsford, United Kingdom. Tablet computers have become the most wanted Christmas present for children between the ages of 6-11 years. Many parents are having to share their tablet computers with their children as software companies release hundredes of educational and fun applications each month.  (Photo by Christopher Furlong/Getty Images)

Likes sollte man nicht mit echter Zuneigung gleichsetzen. Bild: Getty

9. Musik und Filme, ganz legal

Wer einen Künstler richtig gut findet, sollte ihn unterstützen, indem er seine Musik kauft, nicht klaut. Dateien herunterzuladen, ohne sie zu bezahlen, ist illegal. Besser ist es, sich einen Gutschein für legale Anbieter wie iTunes oder Amazon zu wünschen oder die Eltern zu bitten, ein Abo für einen Streaming-Dienst abzuschliessen. Bei Anbietern wie Spotify zahlt man monatlich und kann dafür fast alle Bands im Internet hören. Wer gar kein Geld ausgeben möchte: Fürs Handy gibt es viele Apps, mit denen man YouTube-Musikvideos einfach speichern kann. Damit hat man seine Lieblingssongs immer dabei.

10. Nicht alles glauben

Früher oder später bekommt jeder mal eine Nachricht, die er unbedingt weiterleiten soll, an möglichst viele Leute. Sonst passiere etwas Schreckliches, heisst es oft in der Nachricht. Das ist immer gelogen. In der Fachsprache nennt man eine solche Falschmeldung «Hoax». Das bedeutet so viel wie Hokuspokus und Scherz – ein übler Scherz. Es gibt mehrere Hoax-Arten, aber das Muster ist immer ähnlich:

Die Drohung

Mit einigen Meldungen wird einem etwas Schlimmes angedroht – ausser, man leitet sie weiter. «Hallo, mein Name ist Freddy. Ich bin tot. Man hat mich ermordet! Wenn du diese Mail nicht in zehn Minuten an 15 Leute schickst, stehe ich heute Abend an deinem Bett und will dich töten! Etwas Gutes wird dir gegen 24 Uhr passieren, wenn du die Mail an 15 Leute schickst. In den nächsten Tagen wird dir jemand seine Liebe gestehen!»

Der falsche Anruf

Man sollte per Mail gegen einen Krieg protestieren. Die Unterschriften werden angeblich an die Vereinten Nationen gesandt. Das ist aber Quatsch. Dort werden solche Mails gar nicht erst gelesen.«Im Bemühen, ein für die Welt tragisches Ereignis zu vermeiden, sind wir dabei, Unterschriften zu sammeln, um sie an die Vereinten Nationen zu übermitteln.»

Die Wahnsinns-Geschichte

Viele Meldungen verbreiten reisserische, frei erfundene Geschichten. «Wer möchte einen Hund? Sechs Golden Retriever suchen ein Plätzchen. Wenn sie keines finden, werden sie eingeschläfert. Schickt diese Mail bitte an eure Freunde und Bekannten.»

Die Tränendrüsen-Meldung

Viele Geschichten sollen Mitleid erregen. Sie handeln zum Beispiel von Kindern, die angeblich todkrank sind und um Hilfe bitten. Doch diese Kinder gibt es nicht. Die angeblich echten Fotos sind meistens aus dem Internet kopiert. «Dieses Baby hat Krebs. Facebook zahlt für jedes geteilte Foto drei Cent für die Behandlung. Wenn du ein Herz für Kinder hast, teile das Foto!»

Wer feststellen will, ob eine Meldung stimmt, kann einfach ein paar Begriffe aus der Meldung bei Google eingeben. Dann sieht man meistens sofort, dass die Geschichte schon ziemlich lange im Netz bekannt ist. Mehr über Falschmeldungen im Internet erfährt man in folgendem Video.



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