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Various kinds of vegetables are pictured during the agricultural fair 'International Green Week 2013' in Berlin, Germany, Friday, Jan. 18, 2013. (AP Photo/Michael Sohn)

Ist der Öko-Boom nur etwas für reiche Länder oder lässt sich damit die Welt ernähren? Bild: AP

Das goldene Geschäft mit dem grünen Gewissen

Niemand kauft mehr biologisch produzierte Lebensmittel als die Schweizer. Doch ist der Öko-Boom nur etwas für reiche Länder – oder lässt sich damit die Welt ernähren?

24.06.17, 17:52 25.06.17, 11:00

 niklaus vontobel, benjamin weinmann,
pascal ritter / schweiz am wochenende



Die Bio-Salami schwitzt in der Sommerhitze. Die weissen Fettaugen verflüssigen sich. Am Stand daneben giesst eine junge Frau einen Strauss Rüebli mit einer Giesskanne. Sie drohen sonst in der Sommerhitze von Zofingen zu verdorren. Es ist Bio-Markt im Aargauer Städtchen, zum 18. Mal. 40000 Besucher werden bis Sonntag erwartet.

Mit einer Tafel vor einem Bauernhof in Scharans (GR) wird auf den Verkauf von Bio-Produkten aufmerksam gemacht (Aufnahme Oktober 1996). Der biologische Landbau waechst weiter. Gemaess Angaben der Organisation Bio Suisse vom Donnerstag, 19. Maerz 1998, betrug das Wachstum bei der Zahl der Bio-Betriebe im vergangenen Jahr zwoelf Prozent. Der Markt mit Bio-Produkten erreichte 1997 einen Umsatz von 370 Millionen Franken. (KEYSTONE/ARNO BALZARINI)

Bild: KEYSTONE

Bauer Dieter Scheibler (51) aus Oftringen war schon bei der ersten Durchführung der mittlerweile grössten Schweizer Bio-Messe dabei. Sein Vater habe seine Kühe und Hühner bereits mit Bio-Futter gefüttert, er selbst habe 1996 die Bio-Knospe beantragt. Während er das erzählt, machen Kontrolleure von Bioinspekta die Runde in der Zofinger Altstadt. Nur wer ein Bio-Zertifikat vorweisen kann, darf seine Ware feilhalten. Es wird streng reguliert, was sich als «Bio» ausweisen kann.

Milliarden-Umsätze

Bio boomt. Allein im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit Bio-Produkten hierzulande um rund 8 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken an. Die Schweiz ist beim Pro-Kopf-Konsum absolute Spitzenreiterin (siehe Grafik). Global wächst der Bio-Markt stetig und setzt knapp 80 Milliarden Euro um. Bio als Big Business.

Doch biologische Landwirtschaft ist umstritten. Kritiker schieben sie in die Wohlfühl-Ecke. Gut genug, um Konsumenten einzureden, sie täten was für die Welt. Dabei hoffnungslos ineffizient. Der Agrochemie-Konzern Syngenta fährt heikle Fakten auf. In einem Bericht mit dem Titel «Wir müssen mit weniger mehr produzieren» steht: Von der gesamten globalen Agrar-Fläche besetze die biologische Landwirtschaft bloss ein Prozent. Dort liege die Ernte durchschnittlich um 35 Prozent tiefer als in der konventionellen Landwirtschaft. «Dieses Produktionsniveau reicht nicht aus, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.»

Versuche man es doch mit biologischer Landwirtschaft, brauche es dramatisch mehr Agrarland. Gemäss Bericht müssten es 50 bis 100 Prozent mehr sein im Vergleich zum Stand von 1960. Damit würde wiederum die Klimaerwärmung beschleunigt, wie aus einem Bericht der US-Stanford-Universität folgt. Weil mehr Wälder gerodet werden müssten für die Landwirtschaft. Mit dem Einsatz hochmoderner Agrar-Methoden habe man dies bisher verhindern können. «Das hat den Trend zur Erderwärmung verlangsamt.»

THEMENBILD --- Polnische Gastarbeiter von  ernten auf einem Feld im Seeland bei Kerzers am 21. Mai 2014 biologisch angebauter Salat. Der Nationalrat hat am Dienstag, 25. November 2014 die Beratung des Budgets 2015 in Angriff genommen. Umstritten sind insbesondere die vom Bundesrat vorgeschlagenen Sparmassnahmen bei der Landwirtschaft sowie Kürzungen bei der Entwicklungshilfe. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Der Schweizerische Bauernverband hält ebenfalls nichts von einem alleinigen Allheilmittel-Anspruch der biologischen Landwirtschaft. Er hält ihr zwar zugute, die Ressourcen zu schonen. Aber: «Sie bringt viel weniger Ertrag und benötigt somit eine grössere Fläche für den gleichen Output», so eine Sprecherin. Zudem sei sie mit deutlich höheren Kosten verbunden. «Das wiederum führt zu Preisen, die sich ärmere Menschen gar nicht leisten können.»

Bio Suisse kontert Kritik

Derweil rückt die Bio-Industrie nicht ab von ihrem Anspruch. Der CEO des Dachverbandes Bio Suisse, Daniel Bärtschi, sagt, man könnte die Weltbevölkerung durchaus ernähren, wenn alle Bauern auf biologische Landwirtschaft umstellen würden (siehe Interview). Es sei nichts am Vorwurf, die biologische Landwirtschaft sei weniger produktiv. «Die Realität ist: Dank Schulung und Beratung konnten viele Biobauern in Entwicklungsländern ihre Erträge auf gleicher Fläche steigern.» Ohnehin müsse man anderswo ansetzen: «Ein Drittel der Lebensmittel wird täglich weggeworfen.»

Lieber ein Bio-Pouletbrüstli

Zurück in Zofingen. Bei der ersten Austragung des «Bio-Marché» vor 17Jahren fürchteten sich die Bewohner noch vor einer «Invasion auf Birkenstock-Sandalen», erinnert sich Geschäftsführerin Dorothee Stich. Seither hat sich die Zahl der Stände und die Zahl der Besucher verdoppelt. Von Aussteigertum und Esoterik, für welche die Birkenstock-Latschen einst standen, ist wenig zu spüren. Bio-Banner aus Polyester schmücken die Stände, und die Produzenten verteilen wohlgestaltete Prospekte. Der Markt nimmt die Altstadt in Beschlag. Es läuft rund. Kritik prallt ab.

poulet schenkel bio farmy.ch

Lieber ein Bio-Pouletbrüstli. bild:shutterstock

Markt-Chefin Stich ist überzeugt, dass Bio-Food nicht nur gesünder, sondern auch nachhaltiger ist. Bio-Bauer Scheibler aus Oftringen gibt zu bedenken, dass die Herstellung von chemischem Dünger viel fossile Energie koste. Zudem würde es manchem guttun, etwas weniger, dafür gesünder zu essen. Ein Bio-Pouletbrüstli sei einfach gesünder als eines aus industrieller Tierhaltung.

«Nur ein Teil der Fakten»

Konventionell gegen biologisch. Beide Seiten hantieren unversöhnlich mit Daten, Studien und Szenarien. Dazwischen steht Urs Niggli, Direktor am FiBL in Frick AG, dem Institut für biologischen Landbau, eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen. «In dieser Debatte behauptet jeder, was ihm gerade in den Kram passt. Jeder tischt immer nur einen Teil der Fakten auf.»

Klar sei indessen auch: «Die konventionelle Landwirtschaft muss schonender umgehen mit unseren Ressourcen und der Natur.» Das habe die Industrie teilweise erkannt. So habe der mächtige deutsche Agarverband DLG jüngst mit dem FiBL einen Beratungsvertrag abgeschlossen. «Die wissen: Sie sind zu weit gegangen mit der Industrialisierung des Ackerbaus und der Tierhaltung.» Nun wolle der Verband wieder mehr Vielfalt und Ökologie, zwei Kernanliegen des biologischen Anbaus, es aber nicht übertreiben mit der Rückbesinnung. «Gegenüber moderner Technik wollen sie offenbleiben.»

Die Bio-Landwirtschaft fordert von den Menschen gerne Verhaltensänderungen. Weniger Abfall zu produzieren; weniger Fleisch zu essen. Dann müsste die Landwirtschaft weniger Erträge liefern und die Weltbevölkerung könnte sich biologisch ernähren. Niggli differenziert: «Es ist der richtige, vielleicht sogar einzige Weg. Nur: Wie soll man die Menschen dazu bringen, ihr Verhalten so radikal zu ändern?» Die Bio-Landwirtschaft habe bisher darauf auch keine Antwort geliefert.

Sie sei stark im Umweltschutz und gut für das Tierwohl, sagt Niggli. «Das macht sie sehr gut und geniesst zu Recht ein grosses Vertrauen bei den Konsumenten. Aber das löst nicht automatisch die Herausforderung der Welternährung.» Denn die Biolandwirtschaft sei schwächer bei den Erträgen. «Deshalb muss sie moderner werden, offener für neuen Technologien.» Aber es gehe ihr nicht nur um die Welternährung. Sie wolle ihr Marktprofil behalten. Dafür grenzt sie sich ab von der konventionellen Landwirtschaft.

Pork meat of organic label

Ein Drittel der Bio-Ware, die in der Schweiz verbraucht wird, kommt aus dem Ausland. Bild: KEYSTONE

Migros mit mehr EU-Importen

Es geht ums Geschäft. Und zu zanken gibt es viel. Etwa darüber: Ein Drittel der Bio-Ware, die in der Schweiz verbraucht wird, kommt aus dem Ausland. Die Migros versucht gegenüber Coop, der grössten Biohändlerin der Schweiz, aufzuholen – mit Bio-Suisse-Produkten, aber auch mit EU-Bio.

Seit 2012 ist die Genossenschaft Franchisenehmerin der deutschen Kette Alnatura, betreibt damit eigene Filialen und bolzt den Verkauf von Alnatura-Produkten in Migros-Supermärkten.

In der Branche kommt das nicht nur gut an. Coop-Chef Joos Sutter nennt es eine Verwässerung des Bio-Begriffs. Alnatura erfülle nur die EU-Bio-Standards, jedoch nicht die strengeren Bio-Suisse-Richtlinien. Die Migros bestätigt, dass sich der Importanteil im Sortiment wegen Alnatura «etwas erhöht» hat. Genaue Zahlen nennt sie nicht. Mittlerweile betreiben auch die deutschen Discounter Aldi und Lidl ein eigenes Bio-Sortiment. Der Import-Anteil dürfte damit noch steigen.

The Dirty Dozen: Dieses Obst und Gemüse kauft man besser immer BIO!

Keine Frage der Ideologie

Ein weiterer Zankapfel: Wenn ausländische Bio-Produkte mittels tiefer Preise die heimischen Hersteller verdrängen. Daran stört sich etwa die Umweltorganisation Greenpeace. Problemtisch sei es, wenn aus preislichen Gründen EU-Bio-Produkte in den Regalen ständen, obwohl es ein genügend grosses inländisches Angebot gäbe. «Hier gilt es besonders bei Alnatura genau hinzusehen», so ein Sprecher. Die Kombination von «bio» und «regional» sei die beste Kombination, auch für die Glaubwürdigkeit gegenüber den Konsumenten.

FiBL-Direktor Niggli plädiert für einen Mittelweg – die Annäherung von biologischer und konventioneller Landwirtschaft. «Die eine Seite muss moderner werden. Die andere muss ökologischer werden.» Dabei dürfe sich die Landwirtschaft nicht von irgendwelchen ideologischen Vorstellungen einer natürlichen Landwirtschaft leiten lassen. «Landwirtschaft ist immer ein Eingriff in die Natur. Aber wir müssen lernen, diese Eingriffe schonend zu gestalten.» Dafür gebe es objektive Kriterien und Messmethoden. «Das ist eine Frage der Empirie, nicht der Ideologie.»

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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36
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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Partikel 26.06.2017 12:38
    Highlight


    Novartis (Ciba Geigy) hätte eine Lösung.
    Aus Umsatz Überlegungen als Patent angemeldet und Forschung eingestellt.

    Ist wohl wie bei 20min, mein Kommentar wurde nicht aufgeschaltet. Da hat wohl wer Angst 😵
    3 2 Melden
  • Statler 25.06.2017 14:33
    Highlight Wenn man bedenkt, dass 50% der Produktion von Soja und Mais (oder waren's noch mehr) als Tierfutter verwendet wird, habe ich immer meine Probleme, wenn Syngenta & Co. davon schwafeln, wir hätten zu wenig Anbauflächen...
    29 8 Melden
  • MinnesotaGuzzi 25.06.2017 10:02
    Highlight Und trotzdem werden pro Woche bei Konzerne wie lidel adli etc. 120 qubik Gemüse Früchte Brot.... Und und! Einfach in die Müll Brennerei geschickt nur weil ein Apfel im Karton ein braunen Fleck hatte, ein Brot nicht genau gleich aus sah etc.. Da kriege ich tränen! das ist die sch**** Realität, immer schneller und enfacher, geht mal in den (sogennaten) Dorfmarkt oder direkt zum Bauern!!
    16 7 Melden
  • AlteSchachtel 25.06.2017 09:46
    Highlight Bio-Suisse ist gut für die Natur! Bienen, Fröschen, Eidechsen, Vögeln etc. geht es viel besser mit Bio.

    Leider wird mit der TV-Werbung der IP-Suisse der Konsument in die Irre geführt. Mit der IP-Produktion überleben wegen der nach wie vor eingesetzen Pestizide weder Grille noch Marienkäfer und die Raubvögel verenden qualvoll an vergifteten Beutetieren.

    "Nachteil" von Bio: es braucht mehr menschliche Arbeitskraft und das Poulet ist teurer weil es länger leben "muss". Konventionelle Poulets werden innert weniger Wochen mit Zusatzfutter zum nötigen Verkaufsgewicht gemästet.
    28 5 Melden
  • michiOW 24.06.2017 22:21
    Highlight Schade, wird nicht auf Herrn Niggli gehört.

    Wobei man sagen muss, dass alle Bauern zu einer grösseren Nachhaltigkeit getrieben werden durch den Bund. Dies nicht durch Gesetze, sondern die Subventionen. Um Subventionen zu bekommen, muss man gewisse Bedingungen erfüllen.

    So kann der Bund praktisch ohne parlamemtarische Einmischung die landwirtschaftliche Zukunft gestalten.


    Dies ist gut so, denn während das Parlament die Bauern mehr zu PR Zwecken benutzen, kann der Mund die Schweizerische Landwirtschaft in eine effiziente, aber nachhaltige Zukunft führen.
    37 4 Melden
  • pamayer 24.06.2017 22:20
    26 1 Melden
  • Mumped 24.06.2017 22:01
    Highlight Hmm würde mich interessieren, ob ich es noch zu meinen Lebzeiten erlebe, dass auf dem Meer gigantische Plattformen gebaut werden, auf denen entweder direkt Landwirtschaft betrieben wird, oder hier mit Solarpanelen die Energie für onshore hydrokultur-Hochhäuser erzeugt wird. Tatsache ist, dass die Weltbevölkerung kontinuierlich wächst und wir schon jetzt mehr Ressourcen verbrauchen, als uns die Landfläche der Erde bieten kann. Die logische, vorläufige Lösung des Problems ist eine Erhöhung der Landmasse, welche wohl auch früher oder später ökonomisch rentabel wird
    10 18 Melden
    • dath bane 25.06.2017 00:11
      Highlight Wollten sie auch mal. Es hiess Atlantropa, war aber dann doch zu gross gedacht.
      8 0 Melden
    • trio 25.06.2017 09:40
      Highlight Ich hoffe, wir lernen zuerst, nicht einen Drittel der Lebensmittel wegzuwerfen, bevor wir Plattformen auf dem Meer bauen.
      9 1 Melden
  • Nick Name 24.06.2017 21:36
    Highlight Mich nerven solche Pseudo-Investigativ-Artikel, für die so wenig nachgedacht wird. Mit Bullshit-Sätzen wie: «Kritik prallt ab.»
    «Bio als Big Business.» - Nennt doch nur einen einzigen Konzern, der Umsätze wie Syngenta, Bayer, BASF, Monsanto, Nestlé, McDonald's, etc. dank biologischer Landwirtschaft bzw. Produkte macht. Und wie viele Milliarden werden in «konventioneller» Landwirtschaft, Saatgut, Pflanzenschutzmitteln, Maschinen dafür umgesetzt?
    Syngenta(!) «fährt heikle Fakten auf», z.B. weniger Effizienz bei Bio. – In was für Bereiche stecken denn obige Konzerne ihre Forschungsmilliarden?
    75 12 Melden
    • Einstürzende_Altbauten * 25.06.2017 09:45
      Highlight Syngenta mit ihrer (Kein)Saatgutpolitik setzt alles daran, Bauern in eine Abhängigkeit zu treiben, ich erwarte von so einem Konzert mit so einer Politik eigentlich nur alternative Fakten.
      21 2 Melden
    • @schurt3r 26.06.2017 11:10
      Highlight Danke, ging mir auch so! 🙈
      5 1 Melden
    • Binnennomade 26.06.2017 20:21
      Highlight Die genannten Firmen verdienen mit konventioneller Landwirtschaft so viel, weil immer noch 99% der weltweiten Landwirtschaft konventionell ist. Wäre der Bio-Anteil vergleichbar, würden auch mit Bio Milliarden umgesetzt werden.

      Versteh mich nicht falsch, ich finde, diese Firmen darf und muss man für vieles kritisieren. Aber nicht dafür, dass sie Umsatz machen.
      0 0 Melden
    • Nick Name 27.06.2017 14:49
      Highlight @Binnennomade: Ich kritisiere niemanden dafür, dass er/sie Umsatz macht. Allenfalls kritisiere ich aber, wie sie/er das macht. (Und selbstverständlich sind nicht nur die genannten Firmen "schuld" am Ganzen.)

      Aber: Würde z.B. McDonald's nur noch ausschliesslich Bio-Produkte (wie das definiert wird, wäre dann die nächste Frage) verarbeiten und Syngenta nur noch im Bio-Bereich forschen und investieren - dann hätte das ziemlich starke Auswirkungen und auch Fortschritte zur Folge.

      Glaube ich zumindest ...
      1 0 Melden
  • Vachereine 24.06.2017 20:54
    Highlight Biozeugs ist moderner Ablasshandel.
    Wer's glaubt wird selig.
    22 83 Melden
    • amei 24.06.2017 21:48
      Highlight Leider hat gerade in der Schweizer Bevölkerung ein gehöriges Mass an Wissenschaftsfeindlichkeit Einzug gehalten. Mit zunehmender Tendenz. In der Medizin ist das auch noch so. Oft befeuert von den staatsabhängigen Medien. Watson berichtet sanft kritisch. Bio und der Label Dschungel helfen nicht der Natur. Homöopathie nicht der Gesundheit. Syngenta, Udo Pollmer und Beda Stadler sind nicht einfach böse Kapitalsten à la Mister Burns. Dieser Ablasshandel ist irrational, nicht wissenschaftlich fundiert, technisch ein Rückgang der Produktivität und ein Rückfall zum Aberglauben. Schade!
      25 60 Melden
    • trio 25.06.2017 08:52
      Highlight Ach nein, wirklich? Und was ist mit dem Bienensterben, Artensterben allgemein? Ist das auch nur Glaube?
      27 5 Melden
    • Black hat (minus hat) 25.06.2017 10:04
      Highlight Danke amei! Ihr Kommentar bestätigt sich gleich selbst mit der Anzahl Blitze. Man ist sich bei uns (gerade in der Medizin und Landwirtschaft) einen so hohen Standard gewohnt, dass die meisten Leute vergessen, dass das nicht selbstverständlich ist, sondern Jahrzehnte oder -hunderte an Verbesserung und Entiwcklung dahinter stehen.

      Zum Bienensterben: "Eine Analyse der Bestandsentwicklung global bewirtschafteter Bienenvölker kann die These [...] nicht stützen; [es] zeigen sich überregional und regional sehr unterschiedliche Befunde von Zu- und Abnahmen der Dichte von Bienenvölkern." (Wikipedia)
      5 10 Melden
    • Lami23 25.06.2017 11:13
      Highlight Ist es nicht. Die Abnahme der Biodiversität durch nicht Bio Landwirtschaft und die Milliarden von Kosten die es zur Folge haben wird, sind Realität.
      13 0 Melden
    • trio 26.06.2017 19:55
      Highlight @Black hat (minus hat)
      Mir geht es primär auch nicht um die Honigbienen, das sind sowieso unsere Haustiere und werden mit grossem Aufwand gefördert. Alarmierend ist für mich der Rückgang der Insekten allgemein, und zwar nach Arten, als auch Mengenmässig. Das ist ein deutliches Warnzeichen! Die Menschen merken es aber erst, wenns seinem Haustierchen nicht mehr so gut geht 😢
      2 0 Melden
  • Maya Eldorado 24.06.2017 19:44
    Highlight Wenn schon von konventioneller Seite gesagt wird, dass der Boden nicht reicht, um alles biologisch zu produzieren, muss auch gesagt werden, dass der food waste Anteil sehr hoch ist. In der Schweiz z.B. mindestens 30%.
    Food waste ist das, was den Weg vom Produzenten zum Konsumenten nicht findet.
    Dazu kommt noch all das, was fortgeworfen wird, weil zu viel eingekauft und/oder zuviel gekocht.
    64 1 Melden
    • leu84 24.06.2017 21:24
      Highlight Das ist ein grosser Anteil, den wir Menschen selber verändern können. Zum einen das Wegwerfen/ zuviel Einkaufen und zum anderen das Verlangen der Konsumenten bzw. Grossverteiler immer vollbestückte Ladenregale vorfinden zu müssen.
      28 0 Melden
    • Scaros_2 24.06.2017 21:48
      Highlight Jop und auf der andern seite verweigern migros und coop oder aldi und lidl gewisses lebensmittel der bauern wenn mal wieder ne rauppe im salat gefunden wurde oder so und man dem kunden das nicht zumuten könne.

      Dann werden 200kg salat vernichtet

      Schöne neue welt
      35 4 Melden
    • Helona 24.06.2017 23:03
      Highlight Viele Bauern müssen einen grossen Teil ihrer Ernte auf den Feldern liegen lassen, weil sie nicht der Norm entspricht.

      Obst und Gemüse wird beim Grossverteiler immer teurer, weil wir alle das weggeworfene Zeugs bezahlen müssen, Übrigens, ich habe Zahlen von bis zu 50% food waist gehört. 30% ist aber auch schon übel genug.
      24 0 Melden
    • leu84 25.06.2017 13:16
      Highlight Ein Kumpel arbeitete in einem Gemüsebaubetrieb, wo auch die Migros Kunde ist. Einmal nach dem Wochenende (hatten wohl noch genug an Lager), mussten sie u.a. Gurken liefern. Zuerst waren sie zu krumm. Nächsten Tag mussten sie wieder Gurken liefern. Haben daselbe Palette geliefert. Die Gurken waren nicht mehr zu krumm, sondern zu kurz. Am Mittwoch mit demselben Palette, waren sie i.O. Da die Migros ein Punktesystem für Lieferanten hat, sind solche Sachen doppelt ärgerlich. Anstatt zu melden, man habe leider noch genug an Lager.
      6 0 Melden
  • lilas 24.06.2017 19:10
    Highlight Das ist ja genmanipuliert Euer Biopouletbrüstli auf dem Foto!
    44 6 Melden
    • wipix 25.06.2017 05:49
      Highlight Vielleicht liegt an der Hitze! Ich sehe die ganze Zeit ein Pouletschenkel und nicht eine Pouletbrust! Oder ist per Genmanipulstion die Brust direkt am Schenkel! 😂
      15 0 Melden
  • demian 24.06.2017 18:29
    Highlight Als wenn es Syngenta oder sonst jemandem um die Ernährung der gesamten Weltbevölkerung gehen würde. Kohle scheffeln ist das einzige was die grossen Firmen interessiert.
    100 18 Melden
    • Binnennomade 26.06.2017 20:28
      Highlight Ach komm, Syngenta ist eine aktienkotierte Firma, was für eine Binsenwahrheit, dass sie Kohle scheffeln wollen. Es ist nicht an denen, eine bessere Welt zu schaffen, sondern an uns, indem wir die Rahmenbedingungen fürs Kohle scheffeln anpassen.
      Konzernen fehlende Moral vorzuwerfen ist einfach nur denkfaul.
      2 0 Melden
  • Hiker 24.06.2017 18:11
    Highlight Sehr guter Artikel zum Thema. Mit Ideologie allein ist es nicht getan. Aber auch nicht mit umweltfeindlicher Bio Technologie. Alle müssen Umdenken. Letzten Endes haben wir nur diesen einen Planeten. Wenn wir das nicht begreifen werden wir uns letztendlich selbst schaden.
    51 8 Melden

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