Eishockey
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Enzo Corvi überzeugt an seiner ersten WM auf voller Linie. Bild: EPA/KEYSTONE

Wie Enzo Corvi vom Heizungsinstallateur zum Schweizer WM-Topskorer gereift ist

2012 spielt Enzo Corvi noch in der 1. Liga mit Chur. Nun führt er zusammen mit seinem Jugendfreund Nino Niederreiter die erste Schweizer WM-Formation an und ist der Topskorer der Schweizer Mannschaft.

17.05.18, 12:22

Niederreiter und Corvi schrieben bereits vor der WM Schlagzeilen, weil sie einst in Chur als Junioren zusammenspielten und nun 13 Jahre später wieder vereint auf höchster Ebene ihr «Comeback» gaben. Das Duo «rockt», wie es Corvi formuliert, auch während der WM. Keine anderen Schweizer sammelten in der Vorrunde mit je drei Treffern und vier Assists so viele Skorerpunkte wie Niederreiter und Corvi.

Corvi schoss die Schweiz in der Verlängerung zum Sieg gegen Österreich. Video: streamable

«Ich dachte, ich müsse noch einen Lehrabschluss machen.»

Enzo Corvi

Während Niederreiter nach seiner Jugendzeit in Chur und später in Davos Nordamerika erobert hat und mittlerweile ein etablierter NHL-Profi ist, blieb Corvi im Bündnerland. «Wir hatten damals als Jugendliche beide die Chance, nach Davos zu gehen», erinnert er sich. «Nino ging sofort, ich dachte, ich müsse noch einen Lehrabschluss machen, damit ich später etwas habe. Das war im Nachhinein wohl der falsche Entscheid, denn zweieinhalb Jahre später brach ich die Lehre ab.»

Corvi bedient Niederreiter mit einem herrlichen Assist. Video: streamable

Statt Heizungsinstallateur wurde Corvi doch noch Eishockey-Profi. Arno Del Curto holte ihn mit 20 Jahren zum HCD, bei dem er seither eine steile Karriere hinlegte. «In den letzten drei Jahren begann ich zu zünden», so Corvi, der diese Saison auch in Davos die erste Sturmformation als Center angeführt hatte. «Ich habe meinen Weg auch gemacht, halt mit Umweg. Aber das ist nicht schlimm.»

Erstes Tor im ersten Länderspiel

Corvis Fortschritte blieben auch von Nationaltrainer Patrick Fischer nicht unentdeckt. Im Februar 2016 wurde Corvi ein erstes Mal für das Nationalteam aufgeboten. Gleich im ersten Länderspiel gegen Weissrussland gelang ihm ein Tor. Zwei Jahre später erhielt er ein Aufgebot für die Olympischen Spiele, nun gehört er an der WM – trotz acht Spielern mit NHL-Einsätzen in dieser Saison – zu den wichtigsten Spielern im Schweizer Team.

«Manchmal spiele ich einen Pass zu viel.»

Enzo Corvi

Trotz Olympia- und WM-Premiere im selben Jahr ist Corvi nicht abgehoben. Zurückhaltend und freundlich ist der 25-Jährige geblieben. Die Öffentlichkeit sucht er überhaupt nicht. Auch auf dem Eis steht die Mannschaft für Corvi über allem. «Manchmal spiele ich einen Pass zu viel, weil ich es zu gut mit meinen Mitspielern meine.»

Auch in Davos ist Corvi schon ein Leader. Bild: KEYSTONE

Die grosse Schweizer Familie

In Dänemark blüht Corvi als Mensch und Spieler aber auf, wie er selbst zugibt. Der Stürmer führt das auch darauf zurück, dass er sich «brutal wohl» fühle in dieser Mannschaft. «Wir sind wie eine grosse Familie. In Pyeongchang war ich zwar dabei, konnte aber keine Akzente setzen. All die Eindrücke und die grossen Erwartungen, vielleicht war das alles etwas viel», so Corvi.

«Mir gefällt es brutal in Davos und generell in der Schweiz.»

Enzo Corvi

Vielleicht lag es am Selbstbewusstsein, vielleicht benötigte Corvi die Erfahrung eines grossen Turniers, vielleicht lag es aber auch an Niederreiter. «Er ist ein Vorbild auf und neben dem Eis, er hilft mir sehr viel», sagt der 25-Jährige.

Corvi gehört im Duo mit Niederreiter an der WM zu den absoluten Schweizer Leistungsträgern. Bild: KEYSTONE

Niederreiter und Corvi – eine Kombination, die passt, obwohl sich die beiden in den letzten Jahren nicht sehr viel gesehen haben. Phasenweise sei der Kontakt gar ganz abgebrochen. «Die WM schweisst uns jedoch wieder zusammen», so Corvi.

Gefallen an Davos und der Schweiz

Nimmt sich Corvi den gleichaltrigen Kumpel auch sportlich zum Vorbild? Wird gar ein Wechsel nach Nordamerika zum Thema? «Ganz ehrlich, ich habe mir noch nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht. Mir gefällt es brutal in Davos und generell in der Schweiz», sagt Corvi. Würde sich etwas ergeben, würde er es sich bestimmt überlegen.

Aber jetzt stehe die WM an, dann folge schon bald das Sommertraining in Davos. Dort will Corvi die Grundlage legen, um die nächste Stufe zu zünden. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gubbe 18.05.2018 10:04
    Highlight Ich hoffe, dass er nicht Vorbild für weitere Lehrabbrecher wird. Nicht jeder Sportler erspielt sich bis 35 Jahre auch das Einkommen für den Rest seines Lebens. Es ist hart, nach diesem Alter was Neues zu lernen.
    1 7 Melden
    • PeterGotBirthday 18.05.2018 10:45
      Highlight Das stimmt, jedoch gibt es immer mehr Möglichkeiten. Sportlehren, Sporgymi. Zudem hat man während sagen wir mal 12 Jährigen Profikarriere auch zeit sich weiterzubilden. Im raum Zürich gibt es sehr viele Hockeyspieler die neben der Karriere an der ZH Uni, einer HF oder FH sind. Auch natürlich anderwertige Ausbildungen. Da haben wir glück mit unserem Ausbildungssystem.
      Ich mag mich noch vor ein paar Jahren erinnern, als der Stadionsprecher sagte, dass Rüeger am Abend nicht spielen kann, weil er Prüfungen hat :D wie geil war das hahah :)
      3 0 Melden
  • Gugelhöpfli 17.05.2018 13:08
    Highlight Als HCD Fan sehe ich Corvis Höhenflug mit gemischten Gefühlen.
    Es ist toll, dass er auf der internationalen Bühne so mitspielen kann - aber leider wird dies auch den Scouts nicht entgehen... ):
    52 5 Melden
  • der Mann 17.05.2018 12:51
    Highlight Top der gute!
    Und heute rockt ihr mit dem einen oder andren Corvi Goal gegen die Finnen und dann kommen die Scouts aus Übersee angerannt😃💪
    41 0 Melden
  • avaya 17.05.2018 11:37
    Highlight Der wird im CH-Hockey noch ganz viel Freude bereiten in den nächsten Jahren. Zauberhandgelenk!
    99 0 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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