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Putin wird deutlich wiedergewählt – doch sein Erfolg hat einen Makel

Bild: AP/POOL SPUTNIK KREMLIN

Wladimir Putin hat sich als Präsident haushoch im Amt bestätigen lassen. Auch wenn die Staatsmacht sehr viel Aufwand betrieb – die Mobilisierung gelang nicht immer. Und wieder gab es etliche Unregelmässigkeiten.

19.03.18, 07:21 19.03.18, 16:30

Christina Hebel, Moskau

Ein Artikel von

Es war ein bisschen wie auf dem Jahrmarkt: Sowjet-Schlager dudelten aus den Boxen, Kinder konnten vor Moskauer Wahllokalen Hockey spielen oder einen der Luftballons in den Landesfarben Weiss-rot-blau bekommen, Erwachsene Wurst und Gemüse an Essenständen zu niedrigen Preisen kaufen. «Ich habe den Präsidenten gewählt»-Buttons wurden verteilt – als Dankeschön für die Stimmabgabe. Wahlen wie Volksfeste zu inszenieren, war schon zu Sowjetzeiten gute Tradition – doch bei dieser Präsidentschaftswahl gab sich die Staatsmacht besonders viel Mühe.

Dass der alte auch der neue Präsident Russlands sein wird, nämlich Wladimir Putin, war allen vorher klar. Erste Teilauszählungen sehen ihn bei 76.65 Prozent (Stand der Auszählung: 99 Prozent). Er wird damit sechs weitere Jahre an der Spitze Russlands stehen, 18 Jahre führt er das Land als Staatschef (– und zwischendurch als Premier –) bereits.

Wirkt nicht wirklich überrascht: Wladimir Putin Bild: EPA/EPA POOL

Langzeitpräsident Putin hat die Abstimmung haushoch gewonnen, so war es vorhergesehen. Echte Gegner wie etwa der Oppositionelle Alexej Nawalny waren erst gar nicht zugelassen worden, obwohl er angesichts der massiven Propaganda eh keine Chance gehabt hätte. Umfragen sahen Nawalny allenfalls bei zwei Prozent. Die sieben anderen zugelassenen Kandidaten waren chancenlos. Sie waren Zählkandidaten, um die Zeit vor der Abstimmung interessanter zu gestalten, in der sich Putin weitgehend aus dem Wahlkampf zurückhielt.

«Die Bürger konnten quasi keinen Schritt tun, ohne an den Wahltag erinnert zu werden.»

Doch so ganz dürfte die Rechnung des Putin-Lagers bei dieser Abstimmung nicht aufgegangen sein. 70 Prozent Wahlbeteiligung hatte der Kreml den Gouverneuren in den Regionen vorgegeben, eine sehr ehrgeizige Zielmarke.

Geradezu aggressiv hatte die nationale Wahlkommission für die Abstimmung geworben: in den sozialen Medien, per schriftlicher Einladung und SMS, mit Plakaten in den Geschäften, Restaurants und sogar in der Sauna. Die Bürger konnten quasi keinen Schritt tun, ohne an den Wahltag erinnert zu werden.

Die Beteiligung war entscheidend

60 Prozent Wahlbeteiligung meldete der Staatssender Rossija 24 den ganzen Sonntagabend bis etwa 22 Uhr Moskauer Zeit. Damit lag sie geringer als bei der letzten Präsidentschaftswahl 2012, damals meldeten die Behörden 65.34 Prozent. Die Wahlbeteiligung fiel aber höher aus als bei der Parlamentswahl, wo die Quote nur 47.88 Prozent betragen hatte.

In der Nacht aber kletterte die Wahlbeteiligung dann auf einmal auf 67 Prozent, wie Interfax mit Bezug auf die Wahlkommission meldete. Damit hat sich die Quote im Vergleich zu Putins dritter Wahl zum Präsidenten im Jahr 2012 etwas verbessert, reicht aber nicht an das Ergebnis von 2008 ran. Damals lag die Wahlbeteiligung bei der Präsidentenwahl mit Dimitrij Medwedew bei knapp 70 Prozent.

Für Putin kam es vor allem darauf an, bei einer Abstimmung bestätigt zu werden, an der eine überzeugende Anzahl an Bürgern teilnimmt und die ihm so Legitimität verleiht. Diesen Anschein zu wahren, auch für das Bild im westlichen Ausland, ist für ihn unerlässlich. Deshalb war die Beteiligung an dieser Abstimmung, die eigentlich mehr ein Referendum über den Amtsinhaber als eine Wahl zwischen unterschiedlichen wettstreitenden Politikern war, so entscheidend.

Wahlen in Russland: eine Bilderreise

Druck auf Wähler

Stimmberechtigte wurden an die Urnen gelockt, etwa Erstwähler mit Konzertkarten, viele andere aber dazu verpflichtet. Es mehrten sich Meldungen den Sonntag über, dass in Behörden, Gefängnissen, staatlichen Krankenhäusern, Schulen, Universitäten und Betrieben Mitarbeiter durch Unterschrift die Stimmabgabe bestätigen – viele sollten nach der Wahl Vollzug melden, entweder durch eine Bescheinigung des Wahllokals oder gar ein Foto. Das Verteidigungsministerium erklärte am Abend, 98 Prozent der Soldaten hätten an der Wahl teilgenommen.

Auffällig war, dass viele Wähler die Möglichkeit nutzten, an ihrem Aufenthaltsort zu wählen – und nicht am Ort ihrer ständigen Registrierung (, der nicht unbedingt der Wohnort in Russland sein muss). Das war erstmals bei dieser Abstimmung möglich gemacht worden.

Im Wahllokal 11 in Moskau war die Schlange dieser Wähler zeitweise zehn Mal so länger als die der in dem Bezirk Registrierten. Ob durch diese Regelung Mehrfachabstimmungen im grossen Stil erleichtert wurden, ist noch unklar. Allerdings tauchten in diesem Wahllokal am Morgen 20 Arbeiter einer staatlichen Baufirma auf, die 14 Kilometer weg ihren Sitz hat und mit einem Bus gebracht wurden.

«Warum kommen sie hierher?», fragte Dimitrij Tscharoktschjan, Wahlbeobachter der liberalen Jabloko-Partei. «Es ist nicht auszuschliessen, dass sie auch noch woanders gewählt haben.»

Putin kann auch Piano spielen. Also er versucht es zumindest

Video: watson

Karussell heisst diese Art der Wahlfälschung, das Votieren gleich an mehreren Orten. Ein Mitarbeiter der Präsidentschaftskandidatin Xenia Sobtschak konnte jedenfalls zwei Mal seine Stimme abgeben, meldete ihr Wahlbüro am Abend. Die Wahlkommission hatte vor dem Votum betont, dass dies nicht ohne Weiteres möglich sei, man habe Vorkehrungen getroffen.

Hunderte Verstösse

Auch sonst ging es nicht ganz so sauber zu, wie es die Behörden weismachen wollten. Wieder wurden zahlreiche Wahlverstösse festgestellt, nicht nur im Kaukasus, wo Beobachter aus dem Wahllokal 1126 in Machatschkala, Dagestan, geprügelt wurden, damit sie nicht dabei störten, wie Bündel von Wahlzetteln in die Urnen gestopft werden.

In der Region Kemerowo, die in der Vergangenheit immer eine hohe Wahlbeteiligung und sehr gute Putin-Ergebnisse lieferte, wurden im Wahllokal 268 beim Auszählen Luftballons vor die Kamera geschoben, die live überträgt (Minute 00:45):

Einen Wahlzettel nach dem anderen warf dieser Mann in der Swerdlowskaja Region im Wahllokal 2371 in die Urne:

Die unabhängigen Wahlbeobachter von Golos registrierten erneut Hunderte Verstösse, oftmals ging es auch darum, dass Wähler nicht richtig gelistet wurden. In Sankt Petersburg wurden zum Beispiel die Bewohner eines Hauses im Wahllokal abgewiesen, weil sie alle ohne ihr Wissen nach Dagestan und Inguschetien umregistriert worden waren, wie das Nachrichtenportal Fontanka.ru meldete.

Im Staatsfernsehen wurde all das natürlich nicht thematisiert. Eine Moderatorin lobte stattdessen die «Rekordbeteiligung». Sie liege weit höher als in vielen westlichen Ländern. Russland habe wirklich aktive Wähler, lobte sie.

Mitarbeit: Ekaterina Kuznetzova

«Treten Sie 2030 wieder als Präsident an?»

Video: srf

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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schweizer Bünzli 19.03.2018 11:18
    Highlight Das Ganze erinnert mich irgendwie an die Sowjet-Ära.
    22 20 Melden
  • felixJongleur 19.03.2018 11:12
    Highlight Heute mit einer Moskauerin gesprochen: "Putin is good president, like father...when Greatbritain against Russia, we in Russia will be more together..Nawalny not good, just a little group, wants to sell land to other countries...". Sie zumindest braucht keine Wahlfälschung.
    28 3 Melden
  • LukasderErste 19.03.2018 10:03
    Highlight Ja mit der europäischen Vorstellung von Wahlen hat das hier gar nichts zu tun
    (und wer jetzt "mimimi, aber die USA" sagen will, solls sich verkneifen, über das mache ich keine Aussage)
    49 19 Melden
    • BullshitDetector3000 19.03.2018 19:45
      Highlight Du meinst dass im Gegensatz zu Deutschland die Bevölkerung das Staatsoberhaupt wählen kann und kein Gemauschel aus Parteien sich dieses nach den Wahlen aussucht?
      Oder die vergleichweise hohe Wahlbeteiligung? (in CH meist unter 50%)...
      6 8 Melden
  • Amadeus 19.03.2018 09:28
    Highlight Meiner Meinung nach ist das Ganze komplexer. Natürlich gab es Wahlverstösse, natürlich haben die russischen Staatsmedien vor allem Putin eine Plattform geboten, natürlich hatten andere Kandidaten nicht die Mittel die Putin hatte und natürlich kann man hier nicht wirklich von einer demokratischen Abstimmung sprechen.

    Allerdings ist es auch so, dass es vielen Bürgern unter Putin besser geht als vor 10 Jahren. Meine beiden russischen Mitarbeiter haben bestätigt, dass sich die ökonomische Situation und die Infrastruktur gerade auf dem Land verbessert hat. Darum wählte man ihn halt wieder.
    41 24 Melden
    • Stachanowist 19.03.2018 12:53
      Highlight "Allerdings ist es auch so, dass es vielen Bürgern unter Putin besser geht als vor 10 Jahren."

      Im Jahr 2000 betrug das Russische BIP pro Kopf 6650 KKP-Dollar, bis 2008 verdreifachte es sich auf 19'600 KKP. In den vergangenen zehn Jahren stieg es nur noch um gerade einmal 15% auf 22'540.

      Die Russinnen und Russen verspüren seit zehn Jahren einen wirtschaftlichen Stillstand; so entnehme ich das zumindest den Zahlen und eigenen Gesprächen mit Bürgern RUs.

      Darf ich fragen, wo Ihre Mitarbeiter leben? In der Schweiz, in Moskau/Petersburg oder in der russischen Provinz?
      14 5 Melden
    • Amadeus 19.03.2018 14:57
      Highlight @Stachanowist
      Gut möglich, dass es vorher noch mehr gestiegen ist. Ich gebe das wieder, was mir von meinen russischen Mitarbeitern erklärt wurde. Bin kein Russlandexperte, sondern nur Politikwissenschaftler ;)
      Zur anderen Frage. Die eine kommt aus Moskau, der andere von ausserhalb Ufa. Beide sagen aber übereinstimmend, das Löhne, Kindergeld und Pensionen gestiegen sind unter Putin und sich die Infrastruktur auf dem Land verbessert hat.
      Und ja, das sind nur zwei Meinungen. Aber dennoch wichtig, da durchschnittliche BIP-Landesdaten nicht unbedingt individuelles Verhalten erklären können.
      12 1 Melden
    • Stachanowist 19.03.2018 16:09
      Highlight @ Amadeus

      Spannend! Natürlich ist das BIP kein Entschlüssler individueller Motivationen, und man kann die Beurteilung Putins durch die Russen nicht auf die Wirtschaft reduzieren.

      Dennoch stimmt das Narrativ, dass es unter Putin für alle aufwärts geht, für die letzten zehn Jahre einfach nicht mehr. Die letzten vier Jahre sanken beispielsweise die verfügbaren Einkommen der Russinnen und Russen konstant. Vielen wurden die Arbeitszeiten gekürzt, um Entlassungen zu verhindern, den allermeisten geht es weniger gut als 2008.

      Aber ohne Frage - Putin steht immer noch für Aufschwung und Stabilität.
      11 0 Melden
    • Stachanowist 19.03.2018 16:13
      Highlight Dies wohl auch, weil sich politische Meinungen, Urteile und Gewohnheiten oft nur langsam ändern - aber ich bin nur Russlandexperte, kein Politikwissenschaftler ;)

      Zu Ufa und Moskau: Das sind zwei der Boomregionen des Landes, die in den letzten 20 Jahren dick abgesahnt haben. Moskau ist bekannterweise das Administrations- und Machzentrum, das bei allen Investitionsentscheidungen privilegiert wird. Ufa ist die Haupstadt Baschkortostans, einer der reichsten Regionen des Landes (Erdölregion).
      5 1 Melden
    • Amadeus 19.03.2018 17:19
      Highlight @Stachanowist
      Über Russland wissen sie eindeutig mehr als ich :). Freue mich übrigens auch immer ihre Beiträge zu lesen, auch zu anderen Russland-Themen. Man lernt ja nie aus.

      Guter Punkt übrigens, Die Unterstützung für Putin lässt sich wohl definitiv nicht nur auf wirtschaftliche Aspekte zurückführen. Der Personenkult um Putin, der Glaube an ein starkes Russland unter starker Führung, und die "Wir"(Russland) gegen "die"(Westen) - Mentalität hatten wohl auch einen Einfluss.
      9 0 Melden
    • Stachanowist 19.03.2018 17:47
      Highlight Freut mich! :)

      Zur Wir gegen Sie-Mentalität - stimmt leider. Die Staatsmedien befördern dieses Weltbild fleissig, zeichnen ein umzingeltes RU, das nur Putin verteidigen kann.

      In diesem Punkt haben sich westliche Akteure meiner Meinung nach aber auch nicht immer mit Ruhm bekleckert. Die Berichterstattung über RU ist oft ressentimentgetrieben und versucht selten, aus der Perspektive der Russen zu denken. Westliche Regierungen wirken zudem oft paranoid und überschätzen die Möglichkeiten des Kremls (z.B. H.Clintons Meinung, Putin habe die Wahl entschieden). Das spielt dem Kreml nur in die Hände.
      9 1 Melden
  • Posersalami 19.03.2018 08:57
    Highlight Von +60% Wahlbeteiligung können wir hier nur träumen. Wieso klappts sogar in Russland besser als hier?
    14 42 Melden
    • Tepesch 19.03.2018 11:48
      Highlight @Posersalami
      Naja, im Vergleich zu den Russen dürfen wir auch mehrmals im Jahr zur Urne, während dies in Russland ober bei unseren Nachbarn alle paar Jahre der Fall ist.
      Gemäss einer aktuellen Studie haben in den letzten 5 Jahren 90% der Wahlberechtigten mindestens einmal abgestimmt: https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/die-meisten-schweizer-gehen-abstimmen/story/17554430
      15 3 Melden
    • Posersalami 19.03.2018 12:35
      Highlight Es geht mir nicht um Abstimmungen. Da ists klar, dass man, je nach Präferenz, nicht an die Urne geht. Es geht hier um Wahlen. Am 4. März haben es lumpige 44% der Zürcher für nötig befunden, ihren Wahlzettel abzugeben. Ich finde das ziemlich erbärmlich.
      11 5 Melden
    • Tepesch 19.03.2018 12:56
      Highlight @Posersalami
      Dank Volksinitiativen können wir starken Einfluss auf die Politik nehmen. Wahlen sind dadurch nicht so wichtig wie in anderen Ländern.
      12 4 Melden
    • Posersalami 19.03.2018 13:12
      Highlight @Tepesch: Das ist ein schwaches Argument. Volksinitiativen kennen wir hier schon recht lange, dennoch war die Wahlbeteiligung früher DEUTLICH höher. In den 60ger Jahren hatten wir durchaus "russische" Verhältnisse.
      9 7 Melden
    • Blutgrätscher 19.03.2018 15:00
      Highlight @Posersalami:
      10-Jahres Durchschnitt der Wahlbeteiligung in der Schweiz:

      1961-1970: 44.5%
      2011-2018: 46.5%

      Welche Zahl ist grösser?
      Quelle: bfs
      9 5 Melden
    • Posersalami 19.03.2018 15:55
      Highlight @Blutgrätscher:

      Also das BFS sagt mir was anderes:

      https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/politik/wahlen/nationalratswahlen/wahlbeteiligung.assetdetail.217210.html

      Wahlbeteiligung

      1959: 68.5%
      1963: 66.1%
      1967: 65.7%

      usw.

      5 1 Melden
    • Blutgrätscher 19.03.2018 16:32
      Highlight Ok, du hast dich also auf die 2 Nationalratswahlen beschränkt, als du sagtest, dass die wahlbeteiligung in den 60ern "DEUTLICH höher" war.
      Die 69 Volksabstimmungen von 61-70 mit den 64 Volksabstimmungen von 2011-18 zu vergleichen finde ich hier sinnvoller.
      Zu behaupten, dass die Gesellschaft sich irgendwie verändert hat, weil 2 Wahlen pro Jahrzehnt eine kleinere Beteiligung haben, während bei über 65+ Wahlen praktisch das selbe Ergebnis rausschaut finde ich nicht wirklich Tragbar, so rein von der Logik her.
      Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/politik/abstimmungen.html
      4 3 Melden
    • Posersalami 19.03.2018 16:52
      Highlight Abstimmungen sind keine Wahlen.. seufz
      3 1 Melden
    • Tepesch 19.03.2018 17:39
      Highlight @Posersalami
      Früher gab es auch deutlich weniger Initiativen als heute bzw. wurde früher viel weniger zur Urne gerufen. Von total 617 Initiativen auf Bundesebene, fallen beinahe 400 auf die Jahre nach 1970.
      Klar wären höhere Wahlbeteiligungen wünschenswert, aber diese sollte nicht wie bei den Russen erzwungen werden. Sofern deren Zahlen überhaupt stimmen.
      4 1 Melden
    • Blutgrätscher 19.03.2018 17:50
      Highlight Also ignorierst du 97% aller Male, bei denen Schweizer zu Urnen gingen, wenn du über das Verhältnis der Schweizer zum wählen redest und fokussierst dich auf eine einzige Kategorie (3%), in der du bestätigt wirst?

      Und aus diesen 3% extrapolierst du dann, dass sich das Wahlverhalten der Schweizer dramatisch verändert hat und wir uns eine Scheibe von den Russen abschneiden können?
      3 1 Melden
    • Yusuke Urameshi 19.03.2018 18:19
      Highlight Der Vergleich mit den Erneuerungswahlen für den Gemeinderat und Stadtrat in Zürich hinkt ein wenig...wir sprechen hier von völlig verschiedenen politischen System. Zudem gibt es erhebliche Unterschiede, was den Einfluss und Tragweite der Resultate für die Bürger bedeutet.
      Auch in Russland haben lokale und regionale Wahlen eine tiefere Beteiligung: 1. Kommunalwahlen in Moskau 2017 (14.82%); 2. Wahl der Duma in Moskau 2014 (21,04 %) aber auch die russischen Parlamentswahlen von 2016 waren mit 47,88 % nicht gerade hoch.
      3 1 Melden
    • Posersalami 19.03.2018 18:42
      Highlight 97% was?

      Es ist jetzt wirklich kein Geheimnis, dass das Volk etwas müde geworden ist an der Wahlurne. Abstimmungen können da mehr Leite mobilisieren. Das finde ich schade. Oder schau mal nach Deutschland, da wählen auch sehr viel mehr.
      1 2 Melden
    • Tepesch 19.03.2018 20:16
      Highlight @Posersalami
      Und wieviele male pro Jahr dürfen die Deutschen abstimmen gehen 😉
      Wahlen haben bei uns einfach nicht den gleichen Einfluss wie in anderen Ländern, das ist einfach so.
      4 0 Melden
  • lilie 19.03.2018 08:25
    Highlight Dass Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen werden, geht gar nicht. War aber zu erwarten.

    Dass es zu Wahlbetrug kommen würde auch. Obwohl ein paar 100 Vorfälle bei einer Bevölkerung von fast 150 Mill. wohl kaum ins Gewicht fallen.

    Dass die Stimmbürger ermutigt werden, wählen zu gehen, ist auch nicht falsch. Aber Sprüche wie "Wählt den Präsidenten" sind sehr manipulativ.

    Trotzdem: Selbst ohne alle diese Manipulationen muss man vermuten, dass Putin wiedergewählt worden wäre.

    Die Russen wollen den "starken Mann" -womöglich begrüssen sie sogar sein hartes Vorgehen gegen politische Gegner.
    43 7 Melden
    • Posersalami 19.03.2018 10:22
      Highlight Den Russen ists doch eigentlich egal, wer Präsident ist. Die sehen aber, dass es ihnen unter Putin wesentlich besser geht als unter Jelzin, also wird er gewählt. Das würden wir hier auch nicht anders machen.
      22 22 Melden
    • Tepesch 19.03.2018 17:45
      Highlight @Posersalami
      Wenn schon vornerein klar ist wär gewinnt, wären bei uns keine 40% wählen gegangen. Warum auch. Ohne echte Wahl sind Wahlen total sinnfrei.
      3 1 Melden
  • Sheldon 19.03.2018 08:21
    Highlight Wieso haben die Amis die Wahl nicht beeinflusst, so als Rache. Hacken, bis irgendein Dödel aus Hintersibirien gewählt wird. Können sowas nur die Russen?
    15 7 Melden
    • walsi 19.03.2018 10:12
      Highlight Die USA haben sicher versucht Einfluss zu nehmen wie sie es schon immer taten. Da die USA die Guten sind dürfen die das.
      29 27 Melden
    • Sheldon 19.03.2018 13:37
      Highlight @walsi: ich habe nicht gefragt nach dürfen, sondern nach können.
      8 2 Melden
    • Tepesch 19.03.2018 17:47
      Highlight @Sheldon
      Nebst Putin standen nur extrem rechte oder linke zur Wahl. Das nehmen die USA lieber mit Putin vorlieb.
      4 2 Melden
  • Whitebeard 19.03.2018 08:13
    Highlight Wenigstens gab es dieses Mal eine "realistische" Wahlbeteiligung
    5 16 Melden
  • Bob_das_Fahrrad 19.03.2018 08:05
    Highlight Wieso eigentlich die Verstösse? Die Wahl selbst ist ja eh nur eine Formsache..
    22 5 Melden
  • AJACIED 19.03.2018 07:35
    Highlight Klar bei den Russen heissts wieder Propaganda!!
    Aber geht einer im Westen zur Wahl macht er etwa keine „Propaganda“ !!!

    Cool down und nicht immer mit der anti Putin welle mitschwimmen.
    65 152 Melden
    • walsi 19.03.2018 08:11
      Highlight @ajacied: Propaganda ist böse! Da wir, der Westen, die guten sind gibt es bei uns keine Propaganda. Bei uns gibt es Wahlwerbung. Wenn in den USA Milliarden in Fernseh- und Radiowerbung gesteckt werden ist das nur um den Wähler zu informieren und niemals um sein Wahlverhalten zu beeinflussen. ;-)
      26 41 Melden
    • ubu 19.03.2018 08:17
      Highlight Ich weiss auch nicht, was die leute immer gegen menschenrechtsverachtende de facto Dikatoren mit haben ...
      55 17 Melden
    • Dogbone 19.03.2018 08:28
      Highlight Ziemlich frech, in bisschen peinlich, etwas mittelalterlich. Russland halt... Am bedenklichsten finde ich aber, dass der Rest der Welt schön brav gratulieren wird und alle zusehen- genau wie bei Trumps lustigen Spielchen.
      37 16 Melden
    • Gretzky 19.03.2018 08:46
      Highlight Du hast vollkommen recht. Man sollte viel positiver über die Diktatoren, Verbrecher und Grössenwahnsinnigen dieser Welt berichten. Immer diese negative Berichterstattung. Unverständlich!
      49 13 Melden
    • Kola 19.03.2018 08:51
      Highlight Sry, Politik sollte eigentlich kein Modetrend sein, bei dem man mitschwimmen kann oder nicht...
      12 8 Melden
    • Driver7 19.03.2018 08:55
      Highlight immerhin kann ich in der Schweiz entscheiden, ob und wen ich wähle.. ohne irgendwelche beruflichen oder sozialen Konsequenzen zu befürchten. Leute die in der Schweiz die Freiheiten geniessen, und gleichzeitig das Putin-System loben sind einfach nur dämlich und peinlich!
      43 15 Melden
    • pun 19.03.2018 09:11
      Highlight Süss, diese Anti-Anti-Reflexe. Putin ist nicht sauber, das muss allen klar sein und daran ändert auch die Tatsache nichts, dass westliche Regierungen, allen voran die selbsternannte Weltpolizei USA auch nicht sauber sind. Das eine kritisieren heisst nicht, das andere gutheissen.
      54 4 Melden
    • swisskiss 19.03.2018 09:11
      Highlight "Propaganda ist etwas zu behaupten, dass man selbst nicht glaubt"

      Das ist nicht "Anti Putin" oder Anti Russland" sonden das altbekannte System, dass sich seit der Oktoberrevolution kaum verändert hat.

      Ein Land zu führen wie Russland, ohne Repression und Druck funktioniert nicht (siehe Gorbatchov und Jelzin) Aber diesem Regime einen demokratischen Anstrich geben zu wollen, ist schlicht lächerlich.

      Man will starke Führung, man hat starke Führung. Es wäre den Russen wohl ziemlich egal, wenn man Putin gleich auf Lebenszeit wählen würde. Wie zu zu Sowjetzeiten....
      10 17 Melden
    • iHero 19.03.2018 09:12
      Highlight Dass Putin für sein Land auch Gutes getan hat, ist unbestritten. Dass er aber in der Zwischenzeit faktisch Diktator und seine "Demokratie" nur noch Schall und Rauch ist, ist ebensowenig bestreitbar.
      Die Frage, die sich stellt ist: Darf die westliche Welt dies akzeptieren? Sollen wir die Souveränität Russlands angreifen, "nur" weil keine Demokratie mehr herrscht?
      13 15 Melden
    • Ollowain 19.03.2018 09:56
      Highlight Es hat eben mit kritischem Denken und etwas Intelligenz zu tun die eigene Perspektive zu verlassen um seine Hypokrisie zu sehen. Das können die wenigsten. Hauptsache wir haben ein Feindbild und einen schwarzen Peter.
      10 25 Melden
    • AJACIED 19.03.2018 10:16
      Highlight @pun so ist es 🤙. Meine Worte.
      8 5 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 19.03.2018 11:50
      Highlight @iHero

      Danke. Genau darum gehts mir auch, müssen wir jetzt wirklich ein Weltkrieh starten, weil in Russland nicht alles korrekt läuft?
      9 9 Melden
    • iHero 19.03.2018 13:32
      Highlight @Sebastian: Müssen wohl nicht. Fraglich bleibt ob der Westen mit Nichtstun auch das falsche tut (bzw. eben nicht tut) - siehe Appeasement im 2. WK.
      Mit unserer Welt ist so einiges im Argen, dazu zählt auch, dass wir uns als Volk immer mehr zerklüften statt zusammen zu rücken. Oder dass wir Staaten erlauben, Ihr Volk zu unterdrücken und zu töten. Oder auch, dass wir Unternehmen erlauben, unglaubliche Reichtümer anzuhäufen, und dabei teils menschen- und umweltverachtende Produktionsketten aufrecht zu erhalten - und das alles während immer noch Menschen verhungern.
      14 2 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 19.03.2018 22:04
      Highlight @iHero

      Du willst Putin mit Hitler vergleichen?
      2 1 Melden

Der russische Präsident lässt die Muskeln spielen – aber was will er?

In Grossbritannien lässt Wladimir Putin einen Ex-Spion vergiften und in den USA Atomkraftwerke hacken. Was soll das alles?

Der Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Spion Sergei Skripal kann nur auf eine Weise interpretiert werden: Wladimir Putin zeigt dem Westen den Mittelfinger. Dass der russische Geheimdienst hinter diesem Anschlag steckt, ist so offensichtlich, dass Putin einen Bekennerbrief hätte hinterlassen können.

Stattdessen setzt Putin sein übliches Pokerface auf und streitet alles ab. Doch der russische Präsident behauptete einst auch, es gäbe keine russischen Truppen auf der Krim, die schwer …

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