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bild: shutterstock
Emma Amour

«Ich habe mich in meine psychisch labile Kollegin verliebt …»

06.12.2021, 09:32
Liebe Emma

Ich habe mich in unsere neue Mitarbeiterin verguckt. Es ist aber ziemlich kompliziert.

Ich habe sie mal nach einer Verabredung gefragt, die sie ablehnte. Sie war sich nicht sicher, was ich genau von ihr möchte. Ich merkte aber, dass es ihr ein wenig unangenehm war, da sie zu dem Zeitpunkt wohl dachte, dass ich sie anmachen will. Was ich zu dem Zeitpunkt aber verneinte, da ich mir damals noch nicht ganz sicher über meine Gefühle war, und ich mich darum mit ihr anfreunden und sie besser kennenlernen wollte.

Sie begründete die Absage damit, dass sie keine Freunde wolle, da sie früher schlechte Erfahrungen gemacht habe, und dass sie sowieso eine schlechte Freundin wäre und mich (bzw. die Freundschaft) nicht ausnutzen will.

Ausserdem sagte sie, dass sie psychisch ziemlich labil sei, und sie mir das nicht antun wolle. Aber dass wir es ja einfach auf der Arbeit gut zusammen haben könnten und ich auch jederzeit mit ihr reden oder ihr schreiben könne.

Ich habe das akzeptiert, und es war erst mal wieder alles normal. Als wir aber ein paar Tage später alleine an etwas arbeiteten, schwiegen wir uns nur an, bis ich sie zur Rede stellte, und fragte, ob es ihr unangenehm wäre, mit mir allein zu arbeiten.

Das hat sie bestätigt und gesagt, dass sie denkt, dass ich was von ihr will. Ich versicherte ihr aber, dass ich nur an ihrer Freundschaft interessiert bin und ihr bei ihren Problemen helfen will. Sie lehnte ohne Begründung ab.

Ich sagte ihr, dass ich das akzeptiere, aber mein Angebot zur Hilfe weiterhin besteht. Danach war wieder alles gut und für den Rest vom Tag alberten wir wieder zusammen rum, als ob nichts gewesen wäre.

Unterdessen versuche ich mich in ihrer Gegenwart immer etwas zurückzunehmen, da ich mich wirklich in sie verliebt habe. Ich bin mir aber ziemlich unsicher, was sie betrifft. Einerseits habe ich das Gefühl, dass sie mich doch auch irgendwie mag, aber dann gibt es auch Tage, wo sie mir gegenüber ziemlich zurückhaltend ist.

Interpretiere ich jetzt da zu viel rein, oder wie siehst du das?

Gruss, D.

Lieber D.,

ich kann dir nicht mit Sicherheit sagen, ob du da zu viel reininterpretierst. Ich kann dir aber von aussen sagen, dass ich das Gefühl habe, dass du mitten in einer sehr komplexen Geschichte steckst, bei der ich nicht sicher bin, ob sie zu einem Happy End führen wird.

Die Kollegin klingt für mich nach jemandem, der noch nicht bereit ist, sein Herz für unbeschwerte Liebe zu öffnen. Da sind, habe ich das Gefühl, zu viele Baustellen offen, die angegangen werden müssen.

Ich verstehe, dass du in deiner Verliebtheit sicher bist, deiner Kollegin helfen zu können. Von aussen aber denke ich, dass das nicht in deiner Macht liegt. Ich denke, dass die Kollegin selber hinschauen und an sich arbeiten muss, bevor sie überhaupt genug frei im Kopf ist für die Liebe.

Ausserdem tönt es für mich auch so, dass sie, abgesehen von ihren Problemen, einfach nicht in dich verliebt ist. Das tut mir sehr leid für dich.

Ganz egal, wie optimistisch ich die Geschichte auch anschauen will, es gelingt mir nicht, euch in einem Bild zusammenzufügen. Deswegen mein Rat von aussen an dich: Lass die Kollegin gehen. In erster Linie, um dich selber zu schützen und dann unbedingt auch, um ihr die Chance zu geben, sich auf sich selber zu konzentrieren.

Und wer weiss, wenn sie dann hoffentlich mal den Seelenfrieden für sich selber gefunden hat, ist dann da vielleicht doch noch ein Plätzli in ihrem Herzen für dich. Das wünsche ich dir sehr.

Bis es aber überhaupt zu dieser Situation kommen könnte, solltet ihr einen Weg finden, wie ihr gut zusammen arbeiten könnt. Hier rate ich dir, das Private vom Geschäftlichen komplett zu trennen. Es spricht nichts dagegen, dass ihr euch als Kollegen gut versteht.

Ich würde aber darauf verzichten, über private Dinge zu reden und Kontakt ausserhalb der Arbeitszeiten zu pflegen. Ich weiss, das ist hart. Und dennoch bin ich sicher, dass es die einzige Chance für euch beide ist.

Alles Liebe.

Deine

Und was würdest du D. antworten?

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ISBN: 978-3-03902-124-6
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 160 Seiten, 8 Illustrationen
Format: 13,5 x 21

Buchpreis
CHF 18.00 (CH)
EUR 18.00 (D)
EUR 19,00 (A)
Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.bild: watson
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97 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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code-e
06.12.2021 09:55registriert November 2018
D, sie will nichts von dir. Weder deine Freundschaft, noch deine Hilfe. Akzeptier das und lass es sein. Alles Weitere wirkt crinchy und weird.
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Asmodeus 3/3
06.12.2021 09:42registriert Dezember 2014
Sorry D aber lass die arme Frau in Ruhe.

Du hast sie (und Dich selbst) jetzt schon mehrmals belogen.

Du betonst mehrmals dass Du sie nicht anmachen würdest und nicht interessiert wärst aber jedesmal warst Du zu diesem Zeitpunkt bereits interessiert.

Wenn Dir etwas an dieser Frau liegt, lässt Du sie in Ruhe. Ganz besonders wenn sie wirklich psychisch labil wäre.
Weil mit deinen Lügen schadest Du Ihr nur zusätzlich.
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Riesenpinguin | Fabulous Burrito
06.12.2021 10:21registriert Juni 2020
Selbst wenn sie nicht psychisch labil wäre, solltest du sie in Ruhe lassen.
Du hast ihr mehrfach versichert, nicht romantisch an ihr interessiert zu sein und jedes Mal, wenn sie dachte, das wäre anders, war es ihr unangenehm. Sie hat dir damit eine Grenze aufgezeigt und die solltest du auch respektieren.
Dass sie dir gegenüber zugibt, ein psychischen Problem zu haben, ist sogar ein Vertrauensbeweis, für gewöhnlich erzählt man das nicht auf Arbeit rum. Wie du es oben beschreibst, tönt es aber so, als würde du es als Ausrede abtun. Das macht kein echter Freund.
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