Wirtschaft
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Serbien schätzt Flutschäden auf mehr als eine Milliarde Euro

Die überflutete Stadt Brčko, 200 Kilometer nördlich der bosnischen Hauptstadt Sarajevo.
Die überflutete Stadt Brčko, 200 Kilometer nördlich der bosnischen Hauptstadt Sarajevo.Bild: AP/Bosnia Army
Hochwasser lässt Wirtschaft einbrechen

Serbien schätzt Flutschäden auf mehr als eine Milliarde Euro

22.05.2014, 16:0422.05.2014, 18:47

Nach dem Jahrhunderthochwasser auf dem Balkan beseitigen die Menschen in den betroffenen Gebieten weiter unter Hochdruck Schmutz und Schäden - die wirtschaftlichen Folgen der Flut in Serbien, Bosnien und Kroatien dürften dagegen noch lange zu spüren sein.

Der serbische Premierminister Aleksandar Vucic spricht von gigantischen Schäden.
Der serbische Premierminister Aleksandar Vucic spricht von gigantischen Schäden.Bild: X02714

Serbiens Ministerpräsident Aleksandar Vucic bezifferte am Donnerstag allein die Schäden am Energienetz auf mehr als 250 Millionen Euro. Insgesamt könnten sich die Schäden in Serbien auf mehr als eine Milliarde Euro addieren.

«Unsere Verluste sind enorm»
Aleksandar Vucic, Serbischer Ministerpräsident
Soldaten evakuierten Schüler in Obrenovac, Serbien.
Soldaten evakuierten Schüler in Obrenovac, Serbien.Bild: Reuters

«Unsere Verluste sind enorm», sagte Vucic. Bei einem Treffen mit Vertretern von Weltbank und anderen internationalen Geldgebern warnte der Regierungschef vor einem «langsameren Wirtschaftswachstum» infolge der Überschwemmungen. 

Allein rund 3500 Kilometer Strassen und 80 Brücken seien durch die Fluten zerstört worden, 200 weitere Brücken beschädigt worden, sagte Vucic. Die für Serbiens Wirtschaft wichtige Bahnstrecke zum montenegrinischen Hafen von Bar ist noch voraussichtlich einen Monat lang unbefahrbar.

Geflutete Brücke in der serbischen Hauptstadt Belgrad
Geflutete Brücke in der serbischen Hauptstadt BelgradBild: EPA/EPA

Bosnien braucht internationale Hilfe wegen «gewaltiger Katastrophe»

Auch in Bosnien gehen die Behörden von Schäden in Höhe von hunderten Millionen Euro aus. Der bosnisch-serbische Präsident Igor Radojicic sprach von einer «gewaltigen Katastrophe». Sein Land brauche internationale Hilfe. 

Der Präsident der bosnischen Handelskammer, Ahmet Egrlic, schätzte, dass die Wirtschaftsleistung des Landes um 30 Prozent einbrechen könne. Hunderte Arbeitsplätze seien bedroht.

Zerstörte Maschine bei einer Kohlemine in Bosnien
Zerstörte Maschine bei einer Kohlemine in BosnienBild: AP
Ein Erdrutsch zerstörte Zenica, 120 Kilometer nördlich von Sarajevo.
Ein Erdrutsch zerstörte Zenica, 120 Kilometer nördlich von Sarajevo.Bild: AP

Rund 50 Tote, 150'000 mussten Häuser verlassen

Die serbischen Behörden erlaubten am Donnerstag Einwohnern die Rückkehr in mehrere von den Fluten wieder freigegebene Gemeinden wie Baric bei Belgrad. Baric an der Save war am Samstag in aller Eile evakuiert worden, mittlerweile wurde Entwarnung gegeben.

Der Fluss Save, der wichtigste Nebenfluss der Donau brachte Tausende Menschen um ihr Hab und Gut.
Der Fluss Save, der wichtigste Nebenfluss der Donau brachte Tausende Menschen um ihr Hab und Gut.Bild: AFP

Bei den Überschwemmungen infolge tagelanger Regenstürme wurden bis Mittwoch rund 50 Menschen getötet. Fast 150'000 Menschen in Bosnien, Serbien und Kroatien mussten ihre Häuser verlassen. Mehr als 1,6 Millionen Menschen auf dem Balkan sind betroffen.

In den Hochwassergebieten mussten wegen Seuchengefahr noch dutzende Tonnen Tierkadaver entsorgt werden. Bislang gebe es noch keine Epidemien, «aber die Lage ist sehr unsicher», sagte der bosnische Gesundheitsminister Rusmir Mesihovic.

Diese Schafe konnten sich retten. Für sehr viel Vieh kam aber jede Hilfe zu spät.
Diese Schafe konnten sich retten. Für sehr viel Vieh kam aber jede Hilfe zu spät.Bild: X01390

Zahlreiche Länder boten Beistand an, darunter die Schweiz. Die Vereinten Nationen boten an, neben den bereits zur Verfügung gestellten medizinischen Gütern weitere humanitäre Unterstützung zu schicken. 

Die kroatische Fussball-Nationalmannschaft spendete ein Viertel der Prämien, die ihnen für das Erreichen des WM-Turniers in Brasilien gezahlt wurden, den Flutopfern auf dem Balkan. (tvr/sda/afp)

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