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An Frettchen getestet, für gut befunden

Forscher entwickeln neues Medikament zur Bekämpfung der Masern

16.04.14, 19:55

Neue Hoffnung im Kampf für die weltweite Ausrottung der Masern: deutsche und US-Forscher haben ein neues Medikament entwickelt, das Infizierte vor einer Erkrankung schützen und die Ausbreitung des Virus verhindern könnte. 

Im Tierversuch habe sich gezeigt, dass der Wirkstoff die Vermehrung des Virus im Körper hemmt und die Tiere vor einem tödlichen Krankheitsverlauf schützt, wie die Wissenschaftler am Mittwoch in der Online-Ausgabe der Zeitschrift «Science Translational Medicine» berichteten. 

Die Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) im deutschen Langen und der Georgia State University Atlanta in den USA testeten den Wirkstoff an Frettchen. Hierfür verwendeten sie einen sehr engen Verwandten des Masernvirus, das Hundestaupevirus. Eine Infektion mit dem Virus ist für unbehandelte Frettchen tödlich.

Wurden die Tiere dagegen ab dem dritten Tag nach Infektion für 14 Tage mit dem neuartigen Hemmstoff behandelt, überlebten alle Frettchen die Infektion. Die Behandlung führte zudem zu einem Immunschutz gegenüber dem Masernvirus – eine erneute Infektion blieb folgenlos.  

Während die WHO im Kampf gegen Masern weiterhin Erfolge meldet, haben die Fälle in der Schweiz zugenommen. 

Lokale Verbreitung verhindern

Zudem könnte das neue Medikament bei lokalen Ausbrüchen eine Weiterverbreitung des Virus verhindern und Menschen im Umfeld eines Infizierten, die noch keine Symptome entwickelt haben, schützen. Das Mittel könnte den Forschern zufolge kostengünstig hergestellt, gelagert und über den Mund verabreicht werden.

Die entscheidende Hürde bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Viren ist häufig die Entwicklung von Resistenzen. Die Mittel sind dann weitgehend wirkungslos. Experimente mit einigen resistenten Virusvarianten zeigten demnach aber, dass die von ihnen ausgelöste Infektionskrankheit abgeschwächt oder der Infektionsverlauf verlangsamt war.

«Unsere Untersuchungen erlauben zudem die Vorhersage, dass sich eine solche Resistenz in der Bevölkerung nicht ausbreiten würde», zumal Masernausbrüche in der Regel lokal begrenzt seien, erklärte Veronika von Messling, Leiterin der Veterinärmedizin am PEI.

Impfung einziger wirksamer Schutz 

Den Experten zufolge sind nun weitere Forschungen nötig, bevor das Medikament beim Menschen angewendet werden könnte. Zugleich verwiesen die Wissenschaftler ausdrücklich darauf, dass das Medikament die Masernimpfung nicht ersetzt. Die Impfung sei «der einzige sichere und wirksame Schutz vor Maserninfektionen», betonte das PEI.

Trotz weltweiter Anstrengungen zur Ausrottung der Masern sterben jedes Jahr rund 150'000 Menschen daran. Ursprünglich hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel gesetzt, die Masern bis 2010 in Europa zu eliminieren. Wegen unzureichender Impfraten in vielen Ländern wurde als neues Ziel 2015 anvisiert.

Mit der jüngsten Impf-Kampagne will das BAG die Durchimpfquote verbessern. Bild: KEYSTONE

Auch in der Schweiz ist die Impfrate unzureichend. Gemäss Bundesamt für Gesundheit ist die Zahl der Erkrankungen von 62 Fällen im Jahr 2012 auf 184 Fälle im Jahr 2013 gestiegen. Das entspricht einer Zunahme um fast 200 Prozent. Die Durchimpfquote lag im letzten Jahr bei 84 Prozent – zu gering, um die Masern auszurotten. Nötig wären 95 Prozent.  (dwi/sda/afp)



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jidu 16.04.2014 21:20
    Highlight Schade das watson solche pharmafreundlichen unreflektierten schon fast schleimigen artikel veröffentlicht.blamabel.sorry.
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