Bundesrat
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Subventionen fliessen weiter: Bundesrat verzichtet auf Kürzungen bei der Landwirtschaft



Trotz allen Mühen gefällt es den Schweizer Bauern auf ihrem Hof in Russland. 

Schweizer Bauern sollen in den nächsten Jahren gleich viel Geld erhalten wie heute. Das schlägt der Bundesrat vor.

Der Bundesrat möchte die Subventionen für die Landwirtschaft auf dem heutigen Niveau halten. Gleichzeitig möchte er die Bauern auf Markt und Umweltschutz trimmen.

Er hat am Mittwoch seine Vorschläge für die Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) in die Vernehmlassung geschickt. Darin sieht er für die Periode 2022-2025 einen Zahlungsrahmen von 13.915 Milliarden Franken vor. Das sind rund 100 Millionen mehr als in der aktuellen Vierjahresperiode.

Grund ist laut Bundesrat die Regelung, die die Ausfuhrbeiträge nach dem «Schoggigesetz» ablöst. Unter dem Strich bleiben die Bundesbeiträge nahezu gleich. Weil aber immer mehr Bauern aufgeben, entfallen auf die verbleibenden Betriebe höhere Subventionen. Der Bundesrat geht davon aus, dass die Finanzhilfen von heute 67'000 Franken pro Betrieb auf 79'100 Franken im Jahr 2025 steigen.

Gleichzeitig sollen die Bauern selber zur Aufbesserung ihres Einkommens beitragen können. Zum Beispiel soll die Produktion von silofreier Milch stärker als heute unterstützt werden, weil mit dieser wertschöpfungsstarker Rohmilchkäse hergestellt werden kann. Zudem will der Bundesrat die Plattform für Agrarexporte und ein einheitliches System für geschützte Ursprungsbezeichnungen von Wein fördern.

Insekten und Algen

Die AP22+ soll auch der Digitalisierung in der Landwirtschaft zum Durchbruch verhelfen. Eine Modernisierung des Boden- und Pachtrechts soll den Quereinstieg in die Landwirtschaft erleichtern. Weiter soll das Landwirtschaftsrecht künftig neue Produktionsformen wie die Produktion von Insekten oder Algen zu Nahrungs- und Futterzwecken ermöglichen.

Im Bereich Umwelt sollen die Agrarökosystemleistungen langfristig gesichert und die Umweltbelastung sowie der Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen weiter reduziert werden. Dazu sollen der ökologische Leistungsnachweis weiterentwickelt, die Biodiversitätsförderung vereinfacht und die standortangepasste Landwirtschaft mit regionalen Strategien gefördert werden.

Dünger reduzieren

Die AP22+ enthält auch eine Art indirekten Gegenvorschlag zur Trinkwasserinitiative. Diese verlangt, dass nur noch Landwirtschaftsbetriebe unterstützt werden, die ohne Pflanzenschutzmittel, prophylaktischen Antibiotika und ohne zugekauftes Futter auskommen.

Der Bundesrat schlägt vor, die maximal erlaubte Hofdüngerausbringung pro Fläche zu reduzieren. Im Ökologischen Leistungsnachweis sollen Pflanzenschutzmittel mit erhöhtem Umweltrisiko nicht mehr zugelassen werden. Zudem will die Regierung den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel mit zusätzlichen Direktzahlungen fördern. Die Vernehmlassung läuft bis Anfang März 2019. (aeg/az/sda)

Viele kleine Schweizer Gewässer gleichen Giftcocktails

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Video: srf/SDA SRF

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • John Henry Eden 14.11.2018 23:50
    Highlight Highlight Kenne niemanden, der ohne Nahrung sein kann. Jeder intelligente Staat subventioniert und schützt seine lebenswichtigen Industrien.

    Es stimmt. Viel zu viele Steuergelder werden für Luxus verschwendet. Doch die Landwirtschaft gehört nicht dazu.

    Unser Selbstversorgungsgrad liegt nur bei gut 60%. Die Bauernkritiker sollten zu allen Göttern beten, dass sich das niemals rächt. Ausgenommen, sie sind im Fall der Fälle ehrlich genug und verhungern freiwillig. Daran zweifle ich aber sehr.

    • Schleiger 16.11.2018 10:03
      Highlight Highlight Die Landwirte werden auch nicht nur für die Nahrungsproduktion subventioniert. Zu einem grossen Teil geht es um die Landschaftspflege, Besiedlung abgelegener Täler, ökologische Dienstleistungen, etc...vom Kanton angestellte Landschaftsgärtner wären auch nicht günstiger.
  • Avalon 14.11.2018 18:53
    Highlight Highlight Tönt recht gut. Hoffe, es wird dann auch so umgesetzt ...
  • Hans007 14.11.2018 17:12
    Highlight Highlight Da hat de Bauernverband einmal mehr tolle Arbeit geleistet. 80‘000 Franken pro Jahr Cash auf die Hand vom Bund, das heisst eigentlich vom Steuerzahler, dazu die höchsten Produktepreise der Welt vom Konsumenten, da lässt es sich gut Bauer sein. Ja, und die ganze nach-
    gelagerte Industrie und das ganze Fussvolk in den Verbänden profitiert natürlich auch.
    • Skip Bo 14.11.2018 22:00
      Highlight Highlight Die 79'100 Fr. sind offenbar eine Zielgrösse für 2025. Das wird nur erreicht, wenn genug Betriebe bis dahin aufhören und sich die DZ auf weniger Betriebe verteilen.
      Du hast aber noch die vorgelagerten Bereiche vergessen. Die sorgen dafür, dass die CH Bauern mir den weltweit höchsten Produktionskosten arbeiten. Da sind auch noch ein einige welche profitieren.
    • Lami23 16.11.2018 08:42
      Highlight Highlight Wenn du denkst, dass die Bauern das bar auf die Hand bekommen, hast du etwas nicht verstanden.
  • T13 14.11.2018 15:04
    Highlight Highlight Da hat die (NRA) der schweiz volle arbeit geleistet.

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