Homosexualität
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Brasiliens Oberstes Gericht stuft Homophobie als Verbrechen ein



Demonstrators protest the decision of a Brazilian federal judge that psychologists could use sexual orientation conversion therapies in Sao Paulo, Brazil, Friday, Sept. 29, 2017. The professional council that oversees psychologists in Brazil is challenging a federal judge's ruling that psychologists can treat homosexuality as a disease. (AP Photo/Andre Penner)

Bild: AP/AP

Das Oberste Gericht Brasiliens hat Homophobie offiziell als Verbrechen eingestuft. Acht von elf Richtern sprachen sich am Donnerstag dafür aus, Anfeindungen gegenüber Homo- und Transsexuellen analog zu rassistischen Verbrechen künftig als Straftat zu werten.

Rassistische Straftaten können in Brasilien mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bestraft werden. In Brasilien hatten Anfeindungen gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle in den vergangenen Jahren zugenommen.

Nach Angaben der Organisation Grupo Gay de Bahia, die seit vier Jahrzehnten Statistiken erstellt, gab es in Brasilien allein im Jahr 2017 bei 387 Tötungsdelikten und 58 Suiziden einen homophoben Hintergrund. Das war ein Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zu 2016.

«Jedes Vorurteil ist eine Gewalttat. Jede Diskriminierung verursacht Leiden», begründete die Richterin Carmen Luzia ihre Entscheidung. Manche Vorurteile verursachten aber mehr Leid als andere, weil Homophobie den Betroffenen auch zu Hause begegne und sie Eltern und Kinder, Geschwister und Freunde entzweie.

Parlament untätig

Das brasilianische Parlament debattiert zwar schon länger über einen Gesetzentwurf zu Homophobie. Momentan gibt es im Parlament aber eine konservative Mehrheit und viele Abgeordnete gehören evangelikalen Kirchen an, die daher grossen Einfluss haben.

Auch Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro war in der Vergangenheit immer wieder mit schwulenfeindlichen Äusserungen aufgefallen. Weil das Parlament bisher kein Gesetz verabschiedet hat, schaltete sich nun der Oberste Gerichtshof in die Debatte ein.

Die drei Richter, die gegen die Entscheidung stimmten, sind allerdings der Auffassung, dass das Gericht dazu kein Recht hat. Nur das Parlament könne über Straftaten und Strafen entscheiden und entsprechende Gesetze erlassen, erklärte der Richter Ricardo Lewandowski.

Auch aus dem Parlament kam Protest. Die Verfassung weise dem brasilianischen Nationalkongress die Gesetzgebungskompetenz zu, erklärte der Senat. (aeg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ehrenmann96 15.06.2019 00:00
    Highlight Highlight Jetzt werden Andersdenkende und Kritiker schon rechtlich belangt. Schweinerei! Wo bleibt da die Meinungsfreiheit? Nur weil man nicht jede abnormale sexuelle Neigung gutheisst...
    • Ueli der Knecht 15.06.2019 13:55
      Highlight Highlight Am besten du liest mal den Wikipedia-Eintrag zu Homophobie, Ehrenmann96:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie

      Evtl. merkst du dann, dass die Meinungsfreiheit, wie jede Freiheit dort eine Grenze hat, wo die Freiheit von Anderen beginnt.

      Wenn du eine normale sexuelle Neigung nicht gutheissen kannst, oder eine Hautfarbe, Religion oder Kultur, dann frag dich besser, wie es dazu kommt, wieso du solche feindselige und hasserfüllte Gefühle entwickelst.

      Auf alle Fälle sei dir bewusst: Es ist nicht das Problem der Menschen mit diesen Neigungen, Hautfarben oder Kulturen, sondern dein eigenes.
  • Watcherson 14.06.2019 19:53
    Highlight Highlight Und Helvetia pennt weiter...
  • Com Truise 14.06.2019 15:16
    Highlight Highlight Super so! Jetzt nur noch die Massenabholzung des Regenwaldes verbieten und den Bolsonaro nach Hause schicken.
  • Gipfeligeist 14.06.2019 13:18
    Highlight Highlight also ist Jair Bolsonaro ein Verbrecher? aber nein, dann wäre er ja ein schlimmer Präsident 🤔 -.-'
  • Froggr 14.06.2019 12:04
    Highlight Highlight Sehr erfreulich! Und ich habe doch gedacht mit dem neuen Präsidenten geht alles bergab ;-). Habe ich wahrscheinlich wieder zu viel Linke Presse (Watson) gelesen in letzter Zeit. Panikmache vom Feinsten.
    • Magnum 14.06.2019 14:56
      Highlight Highlight Das Verfassungsgericht setzt dem Rechtsdemagogen mit dieser Entscheidung klare Grenzen, froggr. Und es tut dies, weil das von Rechtspopulisten und Freikirchen-Fundis dominierte Parlament seiner Pflicht nicht nachkommt, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen. Dass es dies tun muss, zeigt eben gerade, dass die Berichterstattung zu diesem schamlosen Hetzer und Verharmloser der Militärdiktatur keine Panikmache war. Aber das brauchst Du jetzt nicht zu verstehen.
  • Ale Ice 14.06.2019 11:51
    Highlight Highlight Das freut mich für Brasilien!
    Homophobie ist eben keine Phobie und hat nichts mit Furcht oder Angst zu tun.
    Es ist ein Verbrechen!
    • El Tirador 14.06.2019 12:07
      Highlight Highlight Da wird Bolsanero toben vor Wut^^
    • Kyo 14.06.2019 12:39
      Highlight Highlight genau so ist es
    • Ueli der Knecht 15.06.2019 14:49
      Highlight Highlight "Homophobie ist eben keine Phobie und hat nichts mit Furcht oder Angst zu tun. "

      Ich meine, da irrst du dich, Ale Ice. Die meisten homophoben Leute sind von Ängsten geplagt.

      Einige Homophobe machen ihre eigenen homoerotischen Phantasien Angst, bzw. die gesellschaftliche Ächtung, falls diese Gefühle auskämen.

      Einige Homophobe fürchten, von Frauen als zuwenig männlich wahrgenommen zu werden, und sie sich deswegen nicht paaren können (https://www.watson.ch/!487030204).

      Ich finde aber auch, dass ausgelebte Homophobie strafbar sein soll, weil es die Intoleranz, den Hass und die Hetze schürt.
  • Magnum 14.06.2019 11:24
    Highlight Highlight Wo demagogische Rechtspopulisten die politische Macht erringen, liegt es an Verfassungsgerichten, den Schutz Einzelner vor staatlicher Willkür und Hetze durchzusetzen. Traurig, aber wahr. Nicht nur in Brasilien.

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