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Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Dolder-Hotel in Zürich eine Prostituierte kaltblütig ermordet zu haben. 
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Dolder-Hotel in Zürich eine Prostituierte kaltblütig ermordet zu haben. 
Bild: KEYSTONE

Prostituierten-Mord im Dolder: Staatsanwalt fordert 18 Jahre für Ex-Banker

26.07.2017, 13:2026.07.2017, 16:52

Der 49-jährige Ex-Banker, der in einem Zürcher Luxushotel eine Prostituierte umgebracht hatte, soll wegen Mordes zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt werden. Dies hat der Staatsanwalt am Mittwoch vor Bezirksgericht gefordert. Der Mann habe sein Opfer in eine vorbereitete Falle gelockt.

Der Beschuldigte habe sich die «Cinderella-Theorie» zu eigen gemacht: Er fühle sich dazu bestimmt, Prostituierte aus dem Milieu zu befreien und sie an seinem grossartigen Leben teilhaben zu lassen, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.

25'000 Franken habe der ehemalige Vermögensverwalter pro Monat ausgegeben, grösstenteils für Bordellbesuche. «Dort konnte er seinen narzisstischen Grössenwahn ausleben und musste sich seinem Versagen nicht stellen.» Weil er seine Stelle bei der Aargauer Pensionskasse Ende 2011 wegen eines Burn-outs gekündigt hatte, ging ihm das Geld für das grossartige Leben allerdings langsam aus.

Dem Beschuldigten sei klar gewesen, dass das Opfer «Kathleen» nur gegen Geld mit ihm verkehre. Die Frau zu töten sei die einzige Möglichkeit gewesen, eine Demütigung zu verhindern. Als Narzisst in einer depressiven Episode habe er keinen anderen Ausweg gesehen.

Der Beschuldigte selber hatte das Verhältnis zu «Kathleen» als Beziehung geschildert. Sie hätten Gefühle füreinander gehabt. Die 25-Jährige habe sogar bei ihm einziehen wollen. Weil er sich dann aber doch für seine Lebenspartnerin entschieden habe, sei es zum tödlichen Streit gekommen. Er habe sie nicht umbringen wollen.

Der Angeklagte muss sich vor dem Bezirksgericht in Zürich vor der Staatsanwaltschaft verantworten.
Der Angeklagte muss sich vor dem Bezirksgericht in Zürich vor der Staatsanwaltschaft verantworten.
Bild: KEYSTONE

«Professionell verliebt»

Diverse SMS, welche «Kathleen» an ihre Schwester geschickt hatte, zeigen jedoch ein anderes Bild. «Sie wollte nicht aus der Prostitution aussteigen, und einziehen beim Beschuldigten ebenso wenig», sagte der Staatsanwalt. Sie sei nur «professionell verliebt» gewesen, die romantische Beziehung «eine Scheinbeziehung».

Um die Zurückweisung zu verhindern, habe der Beschuldigte ihre Tötung kaltblütig geplant und durchgeführt. Den Rollkoffer habe er extra für den Transport der Leiche mitgenommen. Zu einem früheren Zeitpunkt habe er bereits ausprobiert, ob dieser auch im Weinklimaschrank Platz finde. Im Hotelzimmer habe er «Kathleen» mit Valium, das er selber immer häufiger konsumierte, betäubt und danach erwürgt.

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«Beleidigung für die Strafbehörden»

Das Verhalten nach der Tat bezeichnete der Staatsanwalt als «Beleidigung für die Strafbehörden». Der Beschuldigte tischte den Ermittlern immer neue Versionen auf. So erzählte er einmal, der Koffer sei ein Geschenk für «Kathleen» gewesen. Dann wieder gab er an, er habe damit Sachen zur Entsorgung bringen wollen.

In einer früheren Befragung sagte er zudem aus, die Prostituierte habe sich beim Baden im Whirlpool tödlich verletzt, dann wieder, er habe sie dort ertränkt. Als Grund für die widersprüchlichen Aussagen nannte er seinen Valiumkonsum und den Schock durch die Haft.

Welchen Antrag der Verteidiger des Beschuldigten stellt, wird am Nachmittag bekannt. Das Urteil wird am Donnerstag um 16 Uhr eröffnet. (leo/sda)

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