Neu im Kino
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Rudolf Elmer mit der NZZ auf den Cayman-Inseln.
bild: xenixfilm

Rudolf Elmers wahres Krimi-Leben: Der Film über den Totengräber des Bankgeheimnisses ist da

Ein Banker auf einem persönlichen Vergeltungstrip, ein ganz normaler Verräter oder ein heroischer Whistleblower? Egal, was man von Rudolf Elmer hält, sein Kampf gegen die Bank Julius Bär kostete die Schweiz letztlich ihr lukrativstes Geheimnis. 



Auf Rudolf Elmers Kopf sind die Haare rar geworden. Er verlor sie im elfjährigen Krieg gegen die Bank Julius Bär. Und neben Elmers Haaren liegt auch das Schweizer Bankgeheimnis auf dem Schlachtfeld. 

Die einen halten diesen Mann für einen heldenhaften Whistleblower, der das einst so lukrative Tabu unseres Landes brach. Die anderen sehen in ihm ein kleines Banker-Würstchen auf einem persönlichen Rachefeldzug. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Und die Bauteile dafür findet man zum einen im kürzlich erschienen Buch von Carlos Hanimann «Elmer schert aus», und zum anderen im Dokfilm «Offshore» von Werner Schweizer, der ab heute im Kino läuft. 

Der Rudolf-Elmer-Krimi: Buch und Film 

Buchvernissage zu Carlos Hanimanns «Elmer schert aus – Ein wahrer Krimi zum Bankgeheimnis»
Wann: Freitag, 1. April 2016, 20 Uhr 
Wo: Theater Neumarkt, 8001 Zürich
Gespräch: Carlos Hanimann & Rudolf Elmer
Werner Schweizers Dokumentarfilm «Offshore: Elmer und das Bankgeheimnis» kommt am 17. März 2016 ins Kino: Die Sicht eines linken Filmemachers über den recht(schaffen)en Banker.

Trailer zu «Offshore: Elmer und das Bankgeheimnis»

abspielen

Vimeo/xenixfilm

Elmers Geschichte beginnt Mitte der 90er Jahre. Er ist Revisor bei der Bank Bär in Zürich. Doch weil er ein sehr pedantischer, ehrgeiziger Mann ist, bietet man ihm an, als Direktor auf die Cayman Islands zu gehen. Dort steht die ausgelagerte Vermögensverwaltung der Bank. Mitten im karibischen Paradies, wo man keine Regeln und keine Steuern kennt. Offshore. Elmer räumt die Bank auf, in der die Angestellten auf steinzeitlichen Computern herumtippen, die Füsse und Akten auf den Bürotischen parken und Sitzungen auf dem Golfplatz abhalten. 

Doch nur ein paar Jahre später wird die Cayman-Tochter der New Yorker Filiale unterstellt. Jobs werden gestrichen, die Stimmung sinkt, Dossiers mit wichtigen Kundendaten verschwinden. Der neue Chef verdächtigt Elmer, der sofort an einen Lügendetektor angeschlossen wird. Ob er etwas getan habe, wofür man ihn feuern könnte, fragen ihn die Männer. Und Elmer schwitzt, während der Polygraph seine Atmung, seinen Puls und Blutdruck in verheissungsvollen Kurven aufzeichnet. 

Bild

Elmers Mutter hat 25 Jahre lang bei der Bank Julius Bär als Putzfrau gearbeitet.  
bild: screenshot xenixfilm

Eine Woche später erhält Elmer die Kündigung. Und darin keine Spur von der Abfindung, die er sich vorgestellt hatte. Obwohl die verschwundenen Akten inzwischen wieder aufgetaucht sind. Sie wurden nur falsch abgelegt.

Doch Elmer besitzt noch immer seinen alten Hurrikan-Laptop, auf dem er seine Bankgeschäfte erledigte, wenn die Stürme über die Cayman Inseln fegten. Mit ihm wurde er jeweils nach Miami evakuiert. Und im Kinderwagen unter seiner kleinen Tochter lag das Tape mit allen Kundendateien.

Das kramt er jetzt hervor. Seine Lebensversicherung, wie er es nennt. Und er beginnt Drohbriefe an Bär-Kunden zu schreiben. Sie sollen mit der Steuerhinterziehung aufhören. Er schickt die brisanten Daten auch an Steuerbehörden auf der ganzen Welt. Aber es passiert nichts. Dem Wirtschaftsmagazin «Cash» spielt er anonym eine Daten-CD zu, doch es berichtet nur vom Datenleck. Und schickt die gesamten Informationen an die Bank Bär zurück. 

Bild

Juni 2005: «Cash» spricht nur vom «Datenklau», aber nichts über den brisanten Inhalt der Kundendaten.
bild: screenshot xenixfilm

Bär selbst reagiert auf Elmers Vorstoss mit der Beschattung ihres ehemaligen Mitarbeiters. Dunkle BMWs stehen vor seinem Haus, sie verfolgen seine Frau. Und ein Mann im Anzug reicht der kleinen Tochter auf dem Schulweg einen Apfel. 

Elmer dreht durch. Er legt Nagelbretter gegen die schwarzen Detektiv-Wagen auf die Strassen. Und er droht seinem Ex-Arbeitgeber direkt. Mit Neonazis und dem Tod. Die Antwort der Bank lautet:

«We are here. Your daughter will be killed if you do not stop.»

Anfangs ging es Elmer allein um eine anständige Entschädigung für seine Kündigung. Aber nun beginnt er, sich aufzuschwingen zum Henker aller Steuersünder, zur Stimme der Gerechtigkeit, die die korrupten Machenschaften des Bankwesens schamlos aufzudecken versucht. Man sollte diesen Mann für verrückt halten. Und Elmer wird tatsächlich verrückt.

Bild

Elmers Klinikaufenthalt: Der Kampf gegen die Bank Julius Bär hat ihn fast um den Verstand gebracht.
bild: xenixfilm

2005 wird er wegen «Drohung etc.» verhaftet. Und hinter den Mauern des Bezirksgefängnis in Zürich fühlt sich der 50-jährige Elmer das erste Mal seit langem wieder sicher. 

Bild

Das erste Mal, dass sich Elmer seit langer Zeit wieder sicher fühlt, ist hinter Gittern in Zürich. 
bild: xenixfilm

Danach verschlägt es Elmer nach Mauritius. Und wieder arbeitet er offshore, für die Standard Bank of Africa, während er gleichzeitig gegen genau dieses Bankensystem feuert: 2007 schickt er dem noch unbekannten Enthüllungs-Startup WikiLeaks seine Bär-Daten unter vollem Namen. Das bringt Elmer eine Menge Presserummel, eine abermalige Kündigung und eine posttraumatische Belastungsstörung ein. 

Doch der Stein kommt ins Rollen und ist nicht mehr aufzuhalten. WikiLeaks verliert zwar den Prozess gegen Julius Bär und muss ihre Website vom Netz nehmen, doch das macht sie erst berühmt. Der Stein rollt weiter, er rollt über die LGT in Lichtenstein, über die UBS und die HSBC. Elmer hat ihn angestupst. Und Heinrich Kieber, Bradley Birkenfeld und Hervé Falciani haben dafür gesorgt, dass er nicht anhält. Bis das Bankgeheimnis restlos zermalmt ist. 

Bild

2011 übergibt Elmer Julian Assange von WikiLeaks zwei CDs mit Bär-Kundendaten und wird wegen Verletzung des Bankgeheimnisses für sechs Monate in Untersuchungshaft gesteckt.
bild: xenixfilm

Elmers Daten erzählten «nur» von mittelgrossen Steuerhinterziehern, das eigentlich Skandalöse war das Steuermodell der Bank Bär selbst. Nach Elmers Einschätzung betrugen die mit gewieften Offshore-Tricks produzierten Steuerausfälle zehn Millionen Franken pro Jahr.

2011 erhält er von Julius Bär Schmerzensgeld für die Überwachung. 600'000 Franken für die unheimlichen BMWs, die er in einem Offshore-Trust auf Jersey anlegt. Für seine Tochter. 

Das könnte dich auch interessieren:

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

74
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

40
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

42
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

21
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

74
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

40
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

42
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

21
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Die Schweiz hat im laufenden Jahr deutlich mehr Kriegsmaterial exportiert

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres haben Schweizer Unternehmen Kriegsmaterial im Wert von fast einer halben Milliarde Franken exportiert. Das sind rund 200 Millionen Franken mehr als in der Vorjahresperiode.

Letztes Jahr waren Waffen im Wert von 510 Millionen Franken exportiert worden. Dieser Wert ist im laufenden Jahr nun bereits nach neun Monaten fast erreicht, wie der am Dienstag veröffentlichten Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zu entnehmen ist. Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel