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JINDO-GUN, SOUTH KOREA - APRIL 19:  Divers with the South Korean Navy search for missing passengers at the site of the sunken ferry off the coast of Jindo Island on April 19, 2014 in Jindo-gun, South Korea. At least twenty nine people are reported dead, with 267 still missing. The ferry identified as the Sewol was transporting about 475 passengers, including students and teachers, travelling to Jeju Island.  (Photo by Chung Sung-Jun/Getty Images)

Drei Leichen in der Fähre gesichtet: Taucher finden keine Anzeichen für Überlebende. Bild: Getty Images AsiaPac

Schiffsunglück vor Südkorea

Taucher finden weitere Leichen – kaum mehr Hoffnung auf Überlebende

Die Rettungsaktion wird unter schwierigen Verhältnissen fortgesetzt. Nach fast 270 Passagieren wird noch gesucht. Doch die Taucher bringen schlechte Nachricht aus der Tiefe.

Nach dem Unglück der südkoreanischen Fähre «Sewol» gibt es kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Aus dem Schiffsrumpf seien keine Geräusche zu hören, erklärte die Küstenwache am Samstag vor Journalisten. Taucher sahen demnach in einer Kabine drei Leichen.

A rescue diver jumps in near the buoys installed to mark the sunken ferry Sewol in the water off the southern coast near Jindo, South Korea, Friday, April 18, 2014. Rescuers scrambled to find hundreds of ferry passengers still missing Friday and feared dead, as fresh questions emerged about whether quicker action by the captain of the doomed ship could have saved lives. (AP Photo/Lee Jin-man)

Boyen markieren die Stelle, an der die havarierte «Sewol» versunken ist. Bild: AP/AP

Ihnen sei es aber nicht gelungen, die Scheibe zu zerschlagen und die Opfer zu bergen. Die Fähre war am Mittwoch auf dem Weg von der Hafenstadt Incheon zur Ferieninsel Jeju gekentert und hatte 476 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. 179 wurden gerettet. Viele der Passagiere waren Schüler, die auf dem Weg zu einer Exkursion waren.

epa04171435 Family and schoolmates of missing passengers of the Sewol ferry accident cry as they hold candles during a vigil at Danwon High School in Ansan, South Korea, 18 April 2014. Nearly 300 people were still missing and at least 28 confirmed dead after a passenger ferry carrying hundreds of teenagers sank off the southern coast of South Korea on 16 April. Nearly two-thirds of the 462 passengers who had been on board are feared to be trapped inside the now-submerged Sewol ferry, the coast guard said.  EPA/YANG JI-WOONG

Die Hoffnung schwindet, Gewissheit macht sich breit: Es werden wohl keine weiteren Überlebenden geborgen.  Bild: EPA/EPA

Warum die Fähre verunglückte, ist unklar. Ermittler konzentrieren sich etwa auf ein Versagen der Besatzung oder falsche Beladung. Der 69-jährige Kapitän Lee Joon Seok wurde festgenommen. Zeugen hatten berichtet, dass er als einer der ersten das sinkende Schiff verlassen habe. Ihm werden unter anderem Verletzungen des Seerechtes vorgeworfen.

Evakuation aus «Sicherheitsgründen» verzögert

Bei einem Termin zur Verlesung des Haftbefehls sagte der Kapitän am Samstagmorgen auf Fragen von Reportern, zum Unglückszeitpunkt sei kein Rettungsschiff oder Fischerboot in Sicht gewesen. «Die Strömung war sehr stark, und das Wasser war kalt», sagte der 69-Jährige. Er habe befürchtet, dass die Passagiere von der Strömung fortgerissen werden könnten.

Lee Joon-Seok, captain of South Korean ferry

Lee Joon Seok, der festgenommene Kapitän der havarierten Fähre. Bild: Keystone

Nach Berichten von Überlebenden hatte die Crew nach dem Kentern des Schiffes zunächst Anweisung gegeben, in den Sitzen und Kabinen zu bleiben. Lee gab an, die Evakuierung des Schiffes aus Sicherheitsgründen verzögert zu haben.

Kapitän war zum Unglückszeitpunkt nicht am Steuer

Er bestätigte, dass er zum Unglückszeitpunkt nicht auf der Kommandobrücke des Schiffes war. «Es passierte, als ich gerade von einem kurzen Abstecher aus persönlichen Gründen in die Kabine zurückkam», sagte er. Den Verdacht, er habe getrunken, wies der Kapitän zurück.

Nur 179 Insassen der Fähre konnten gerettet werden. Bis Samstag wurden 29 Leichen gefunden. 273 Menschen werden noch vermisst. (oku/sda)

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