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Die Nachfrage nach Sprachreisen steigt – die Gründe dafür sind nicht nur positiv

09.02.2021, 20:1110.02.2021, 14:55

«Ich gehe nach Nevada für einen Sprachaufenthalt. Dort hat es bestimmt keine Leute aus der Schweiz!» Und kaum bist du dort, triffst du am ersten Schultag dann natürlich als erstes auf Eveline, 19 den einen oder die andere Schweizerin. Das war irgendwie schon immer so, egal wo.

Doch seit Ausbruch der Pandemie und der grössten Rückholaktion in der Schweizer Geschichte ist derzeit offen, wann das wieder so sein wird.

Wer Eveline (noch) nicht kennt:

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Eveline, 19 Memes
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Für viele hat sich der Traum einer Sprachreise in einem fremden Land in den vergangenen knapp zwölf Monaten zerschlagen. Doch obwohl niemand weiss, wann die Coronakrise vorbei ist, sehen einige Anbieter etwas Licht am Horizont.

Der Sprachschulanbieter ESL, mit 20 Sprachen und 250 Destinationen einer der bekanntesten in der Schweiz, verzeichnet eine Zunahme bei den Buchungen für den Frühling, Sommer und den Herbst.

«Erfreulich ist, dass die Buchungen vom Dezember 2020 die Buchungen vom selben Monat im Vorjahr sogar übertroffen haben», schreibt der Sprachschulanbieter ESL auf Anfrage von watson. «Generell sehen wir einen positiven Trend zum Vorjahr, wobei die meisten Buchungen ein Startdatum im Sommer, Herbst oder Ende 2021 haben.» Genaue Zahlen gibt ESL nicht heraus.

Einen Aufwärtstrend spürt man auch bei der EF Schweiz, dem grössten privaten Sprachreisen-Anbieter der Welt. Im letzten Jahr sind die Zahlen im Vergleich zu 2019 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Seit Dezember verzeichnet der Anbieter wieder eine starke Nachfrage und Buchungen. «Was die derzeitigen Anfragen betrifft, sind wir sogar auf dem Stand des Frühjahrs 2019», sagt EF Schweiz auf Anfrage von watson.

Malta ist derzeit gefragt.
Malta ist derzeit gefragt.bild: shutterstock

Die Sprachschulen haben ihr Angebot angepasst, um den veränderten Bedürfnissen während der Pandemie gerecht zu werden. Bis zu 14 Tage vor der Abreise kann man bei ESL die Sprachreise stornieren, verschieben oder gar die Destination wechseln. So sind die Annullationsbedingungen flexibel gestaltet. ESL glaubt, dass dies mit ein Grund für die vielen Buchungen ist.

Verantwortlich für den Aufwärtstrend sei aber auch die derzeitig unsichere Lage auf dem Arbeitsmarkt. So reisen bei der EF Schweiz aktuell vor allem Sprachschüler, die einen längeren Sprachkurs gebucht haben, weil sie ein Jahr überbrücken wollen oder müssen. «Wir sehen allgemein einen Trend zu längeren Sprachaufenthalten. Viele Anfragen erhalten wir von Lehrstellensuchenden sowie Lehr- und Studienabgängern.»

Besonders beliebt sind derzeit Destinationen wie Costa Rica und Malta, da die beiden Orte wenig Corona-Fälle aufweisen und es bei der Einreise keine Quarantänebestimmungen gibt. Aber auch die Nachfrage für nationale Sprachaufenthalte zieht an, sodass etwa ESL seine Sprachcamps gleich stärker ausgebaut hat. In der französischsprachigen Gemeinde Leysin im Kanton Waadt bietet der Sprachschulanbieter in diesem Jahr auch Camps im Frühling und Herbst statt nur im Sommer an.

Auch die EF Schweiz hat ihr Angebot ausgebaut. Letztes Jahr sind zum ersten Mal Englischcamps in Laax angeboten worden. Dieses Jahr will man diese Alternative erneut auf die Beine stellen.

Die inländische Sprachenvielfalt kommt in der Pandemie auch dem Sprachschulanbieter Boa Lingua entgegen. «Wir haben das Glück, dass wir in einem vielseitigen und abwechslungsreichen Land leben.

Die Gemeinde Leysin im Kanton Waadt.
Die Gemeinde Leysin im Kanton Waadt.Bild: Shutterstock

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Angaben zu den Buchungen wollte man nicht bekannt geben. Die Nachfrage nach Sprachaufenthalte liege aber deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Man bleibt vorsichtig optimistisch. «Wir sind überzeugt, dass die Lust an Sprachen lernen, an Kulturen und die Welt entdecken nicht verschwinden und denken, dass wir im Laufe des Jahres einen Aufwärtstrend spüren werden.»

Bei ESL blickt man etwas zuversichtlicher in die Zukunft. «Die aktuellen Zahlen gehen schon mal in die richtige Richtung. Zwar hat die Pandemie die Reisebranche hart getroffen, aber unsere Sprachschulagentur gibt es nicht erst seit gestern.»

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Whats Son
09.02.2021 20:44registriert Januar 2020
Ist doch erfreulich dass wenigstens eine Branche die mit Reisen zu tun hat, etwas im Aufschwung ist.

Ich habe, entgegen dem Titel, nichts negatives gefunden im Beitrag.
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du_bist_du
09.02.2021 20:53registriert Mai 2020
Naja, dass man auch leben soll ist klar. Es wäre illusorisch zu denken, dass jede/r der/die das Klima schützen möchte nun auf sein Handy verzichten soll...
Nun wurde es aber, zumindest in den Medien, doch als Anliegen der Jungen dargelegt, das Klima zu schützen. Ich behaupte jetzt mal, dass Liebhaber von 12 Zylinder Hemimotoren nicht unbedingt die Hauptzielgruppe für eine Sprachreise und Kulturentdeckung nach Costa Rica sind...
Und sorry, um die Welt reisen hat auch nichts mehr mit Konsequenz zu tun, wenn man dann zu Hause wieder road pricing für Pendler fordert z.B.
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aglaf
09.02.2021 21:17registriert März 2019
Malta steht derzeit auf der BAG-Risikoliste, d.h. Quarantäne bei Rückkehr. Bei positivem Fall im Land 14 Tage Quarantäne in Malta. Land darf nicht verlassen werden. Wer zahlt? Wie findet die Quarantäne statt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sprachreisen unter diesen Umständen boomen. Ist halt auch dafür nicht die richtige Zeit.
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40'000 statt 5000 Infektionen täglich – so hoch ist die Corona-Dunkelziffer wirklich
Laut Ex-Taskforcechefin Tanja Stadler liegen die tatsächlichen Fallzahlen sechs bis acht mal höher.

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