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Erstes Waschmittel auf Basis heimischer Pflanzenöle auf dem Markt

19.06.18, 12:32


Raps- und Sonnenblumen- statt Erd- und Palmöl: Ein Kleiderwaschmittel aus heimischen Pflanzenölen soll den CO2-Ausstoss in der Waschküche verringern. Es ist laut der Luzerner Herstellerfirma eine Neuheit auf dem europäischen Markt und hat den Segen der Klimastiftung.

Mit dem Vollwaschmittel, das am Dienstag in Luzern vorgestellt wurde und seither zu kaufen ist, wolle man «in der Branche etwas bewegen», sagte Remo Richli von der Firma Good Soaps. Denn: Bis heute stecke in fast allen Waschmitteln Erd- oder Palmöl. Ein Ersatz, so das Credo in der Branche, sei nicht möglich, wolle man die gleichen chemischen Eigenschaften erhalten.

«Und es wäscht sich doch mit heimischen Pflanzenölen», wie Geschäftsführerin Regine Schneider auslegte. Diese würden allerdings anders reinigen, weshalb eine vollständig neue Rezeptur nötig war. Diese Zusammensetzung liess das Unternehmen erfolgreich patentieren.

Laut Schneider ist der Anteil an Kleiderwaschmittel in der Reinigungsindustrie der grösste, gefolgt von Geschirrspülmitteln. Öle machen 15 bis 40 Prozent eines Kleiderwaschmittels aus. Im Zentrum des Interesses der Entwickler standen die Tenside, die auf Ölbasis hergestellt werden. Dabei handelt es sich um die waschaktive Substanz, die den Schmutz nimmt und die Oberflächenspannung der Kleider herabsetzt, um die Benetzung zu gewährleisten.

5000 mal gewaschen

Tropische Öle, wie jenes der Palme, und Erdöl seien chemisch gleich. Dagegen müssten hiesige Öle anders stabilisiert werden, weil sie etwa eine schlechtere Löslichkeit und eine tiefere Oberflächenspannung aufweisen. Dies sei durch eine entsprechende Mischung gelungen.

Rund 5000 Versuche mit Flecken verschiedenen Ursprungs habe man unternommen. Das Ziel: Die Reinigungsleistung muss mindestens jener von herkömmlichen Mitteln entsprechen. Dabei sei das Kleiderwaschen besonders schwierig, weil man es mit vielen verschiedenen Arten von Schmutz zu tun bekomme und der Waschvorgang in der Trommel einschränke.

Die genaue Zusammensetzung des Mittels gab Regine Schneider nicht bekannt. Man verwende unter anderem Raps- und Sonnenblumenöl aus der Schweiz, Österreich und Deutschland. Produziert wird bei einem Lohnunternehmen im Schwarzwald. Die erste Tonne ist bereits fertig und im Internet erhältlich. Zudem bestehe Kontakt zu Grosskunden als mögliche Abnehmer.

47'000 Franken von Klimastiftung

Durch den Einsatz von Rapsöl werde 50 Mal weniger CO2 verursacht als bei Palmöl, zudem blieben natürliche CO2-Speicher erhalten. Ein Gefahrensymbol, ein Hinweis auf eine Schädlichkeit für die Umwelt oder eine Warnung vor Augenreizungen sind auf der Verpackung des Mittels vergeblich zu suchen. Zudem sei die Dosierung geringer.

Rund 250'000 Franken habe man in die Entwicklung des Vollwaschmittels investiert. 47'000 Franken gab es von der Klimastiftung Schweiz. Sie unterstützte das Unternehmen als eines von 70 Innovationsprojekten seit 2009.

Good Soaps ist seit 2013 mit rund 30 verschiedenen Reinigungsmitteln auf dem Markt. Die himmelblaue Bluse, die Regine Schneider an der Präsentation trug, habe sie übrigens mit dem neuen Mittel gewaschen. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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