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FILE - In this March 18, 2016 file photo, Fox News Channel's Sean Hannity speaks during a campaign rally for Republican presidential candidate, Sen. Ted Cruz, R-Texas, in Phoenix. Hannity accused Fox News colleague Megyn Kelly of backing Hillary Clinton on Wednesday, Oct. 5, 2016. The spat began Wednesday night on Kelly’s program, when the anchor criticized both GOP presidential nominee Donald Trump and the Democratic candidate, Clinton, of avoiding tough media interviews. Kelly said Trump “will go on Hannity and pretty much only Hannity.” Hannity responded on Twitter that Kelly “clearly” supports Clinton. (AP Photo/Rick Scuteri, File)

Sean Hannity hat Barack Obama für Zwangsräumungen kritisiert und selber davon profitiert. Bild: AP/FR157181 AP

Fox-News-Star Sean Hannity und die Doppelmoral im Trumpiversum

Fox-News-Moderator Sean Hannity hat einen direkten Draht zu US-Präsident Donald Trump. Er war auch ein Klient von dessen Anwalt Michael Cohen und besitzt ein Immobilien-Imperium, das er hinter Tarnfirmen «versteckt» hat.



Sean Hannity ist ein Liebling der amerikanischen Rechten – und von Donald Trump. In seiner Radiosendung und seiner TV-Show auf dem Sender Fox News singt der 56-jährige New Yorker das Loblied des Präsidenten und attackiert seine Gegner. Eine bevorzugte Zielscheibe ist der «Deep State», der Washingtoner Staatsapparat, der sich angeblich gegen Trump verschworen hat.

Der Präsident weiss dies zu schätzen. Er soll mehrmals pro Woche mit Hannity telefonieren. Wiederholt haben sich die beiden im Weissen Haus zum Nachtessen getroffen. Der Fernsehmann gilt als einer der wenigen Menschen, von denen Trump Ratschläge entgegen nimmt. In den US-Medien wurde er schon mit dem Ex-Chefstrategen Steve Bannon verglichen.

Nun könnte die Trump-Connection zu einem Problem für Sean Hannity werden. Letzte Woche stellte sich heraus, dass er ein Klient von Michael Cohen war, dem persönlichen Anwalt und juristischen «Pitbull» von Donald Trump. Cohen befindet sich im Visier der Behörden, unter anderem wegen der Zahlung von 130'000 Dollar an den Pornostar Stormy Daniels.

Häuser statt Aktien

Die Ermittlungen sollen im Weissen Haus für Angstzustände sorgen, denn Cohen weiss sehr viel über seinen prominenten Mandanten. Sean Hannity wiederum wurde in seiner eigenen Show vom Rechtsprofessor Alan Dershowitz – der ebenfalls zur Trump-Entourage gehört – hart kritisiert, weil er seine Beziehung zu Cohen verschwiegen hatte, wenn er am Fernsehen über den Fall sprach.

«Ich habe ein Recht auf Privatsphäre», wehrte sich Hannity. Überhaupt habe er mit Michael Cohen nicht über Politik, sondern über Immobiliengeschäfte gesprochen: «Ich habe es am Radio oft gesagt: Ich hasse den Aktienmarkt, ich bevorzuge Grundbesitz.» Das ist eine Untertreibung, wie Recherchen der britischen Zeitung «Guardian» zeigen.

Von Zwangsräumungen profitiert

Hannity besitzt demnach mehr als 20 Tarnfirmen, die in den letzten zehn Jahren mindestens 90 Millionen Dollar für mehr als 870 Wohneinheiten in sieben Bundesstaaten ausgegeben haben. Das Portfolio reicht gemäss «Guardian» von Luxusanwesen bis zu Mietwohnungen für Geringverdiener. Dutzende Immobilien seien dank Zwangsräumung besonders günstig erworben worden.

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Hannity über seine Beziehung zu Michael Cohen. Video: YouTube/Fox News

Nach der Finanzkrise von 2008 mussten Hunderttausende Amerikaner ihr Eigenheim räumen, weil sie die Hypozinsen nicht mehr bezahlen konnten. Sean Hannity hatte den früheren Präsidenten Barack Obama deswegen auf Fox News wiederholt heftig kritisiert. Nun zeigt sich, dass er hinter den Kulissen selber kräftig von dieser Misere profitiert hat.

Von Staatsgarantien profitiert

Ein weiterer pikanter Aspekt: Zu Hannitys Imperium gehören zwei Wohnkomplexe im Bundesstaat Georgia, in denen vor allem Menschen mit tiefem Einkommen wohnen. Für den Kauf nahm der Fox-News-Moderator Hypotheken im Umfang von 17,9 Millionen Dollar auf, die durch Garantien des Ministeriums für Wohnungsbau und Stadtentwicklung abgesichert sind.

Diese Massnahme wurde ebenfalls von der Regierung Obama eingeführt, um die Immobilienkrise zu bekämpfen. Als Hannity im letzten Juni Wohnbauminister Ben Carson in seiner Show empfing, verschwieg er nicht nur seine finanziellen Interessen, sondern lobte Carson für seine Privatisierungspläne im Bereich der Wohnbauförderung.

«Uneigennützige Investitionen»

Für seine verschleierten Immobiliendeals wird Sean Hannity, der 36 Millionen Dollar pro Jahr verdienen soll, auch von konservativer Seite kritisiert. Am Montag veröffentlichte er eine Mitteilung. Darin bezeichnete er es als «ironisch», dass er für seine «uneigennützigen Investitionen» angegriffen werde, mit denen er «die wirtschaftlich Benachteiligten unterstützen» wolle.

Am Abend beschuldigte er die «linken Medien» in seiner Show, sie seien von ihm «besessen». Die «Washington Post» glaubt nicht, dass die Immobilien-Affäre ihm bei seinen Fans schaden werde. Bislang gibt es keine Indizien, dass er gegen Gesetze verstossen hat. Vorwerfen kann man ihm vor allem seine Doppelmoral. Doch damit passt Sean Hannity perfekt ins Trump-Zeitalter.

Donald Trumps Personalkarussell

Letztes Jahr musste Fox einen anderen Trump-Befürworter entlassen:

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Video: watson/Emily Engkent

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • roger.schmid 26.04.2018 10:39
    Highlight Highlight ..
    Benutzer Bild
    • zeromaster80 26.04.2018 12:52
      Highlight Highlight Gutes Beispiel. Man stelle sich die Reaktion der linken Medien vor... #Doppelmoral
    • roger.schmid 26.04.2018 13:29
      Highlight Highlight @zero: hätte sich ein demokratischer Präsident das erlaubt, was Trump so treibt (geheime Treffen mit Russen, nicht umsetzen von Sanktionen, Schweigegeld usw.), würde von rechten Medien wie Fox und Breitbart nicht nur die Absetzung, sondern die Todesstrafe wegen Landesverrat gefordert.
  • roger.schmid 26.04.2018 10:30
    Highlight Highlight Dafür, dass sein Schädel wie ein grosses Lexikon geformt ist, und er das Wort andauernd selbst verwendet, weiss Hannity anscheinend relativ wenig über Ironie..
    Einer der grössten Heuchler und Lügner im TV dieser Spongebob Squarehead.
  • Com Truise 26.04.2018 10:20
    Highlight Highlight Läck du mir die ganze Angelegenheit könnte mitlerweile die Story eines trashigen TV Krimis sein. Ich würd den allerdings schauen.
  • Karl Marx 26.04.2018 10:14
    Highlight Highlight "Am Abend beschuldigte er die «linken Medien» in seiner Show, sie seien von ihm «besessen». "

    Das ist offensichtlich, wenn sogar Schweizer Medien über die privaten Geschäfte eines US-Journalisten sprechen.

    Wo inverstieren Sie so, Herr Blunschi?
    • phreko 26.04.2018 11:47
      Highlight Highlight Stört dich Doppelmoral nicht?
    • Crecas 26.04.2018 12:44
      Highlight Highlight Hannity ist kein Journalist, sondern der wohl wichtigste Einflüsterer vom mächtigsten Mann der Welt. Das hat nichts mit Bessenheit der Linken Medien zu tun...
    • walsi 26.04.2018 13:11
      Highlight Highlight @phreko: Welche? Die linke oder die recht? Wenn es um Doppelmoral geht sind sehr viele dabei von links bis rechts. Viele die jetzt mit dem Finger auf Hannity zeigen vergessen dabei, dass drei Finger gegen sie selber gerichtet sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 26.04.2018 09:25
    Highlight Highlight Halten wir doch einfach mal fest. Keiner dieser Leute ist sauber. Jeder hat drecken am Stecken jedoch ist nicht jeder Dreck illegal. Höchstens Moralisch oder Ethnisch kann man nicht dahinterstehen aber das ist denen doch egal weil es schlussendlich nur darum geht es besser zu haben.

    Machen wir uns doch nichts vor, das diese Leute dem Wohl der Menschen dienen. Seit dem Sonnenkönig haben wir uns defakto in der hinsicht genau 0 bewegt.
    • manhunt 26.04.2018 12:14
      Highlight Highlight doch doch, heute wird der sonnenkönig gewählt, früher war er von gottes gnaden. 😉
    • Bert der Geologe 26.04.2018 12:17
      Highlight Highlight Du weisst aber schon, das ethisch und ethnisch nicht dasselbe bedeuten?
    • Vanessa_2107 26.04.2018 20:11
      Highlight Highlight Sheldon...und dazu schreibt man es klein...ist aber nicht schlimm, man hat Scaros ja verstanden. Zu Heuchler-Schleim-Hannity kann man einfach sagen, dass er gut zu Trump passt, "Gleich und Gleich gesellt sich gerne"...
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