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Das neue iPhone X im Kurztest – das musst du wissen

Nach der Keynote im Steve-Jobs-Theater in Cupertino konnte ich das teure Super-Handy von Apple testen. Ein Killerfeature ist mir besonders aufgefallen. 
13.09.2017, 05:0319.09.2017, 14:35
«Heute ehren wir ihn.»
Apple-Chef Tim Cook über seinen 2011 gestorbenen Vorgänger und Freund

Ob der 12. September so in die Geschichte von Apple eingeht, wie einst die allererste iPhone-Keynote, wissen wir nicht.

Was wir wissen, ist, dass sich Apple trotz des bislang schlimmsten Informations-Lecks zu unveröffentlichten Produkten an diesem Dienstag überraschend zurückgemeldet hat.

Das iPhone X wartet nicht mit Features auf, die nur hineingepackt wurden, weil sie neu sind. Apple versteht unter Innovation etwas völlig Anderes. Lieber lässt man etwas weg, oder versucht, Bestehendes zu vereinfachen. Im Zentrum stehen die echten Bedürfnisse der Userinnen und User.

Apple versteht es geschickt, vielversprechende neue Technik zu antizipieren. In aller Regel warten die Kalifornier aber erst einmal ab und lassen der Konkurrenz den Vortritt.

OLED-Displays? Hat Samsung längst. Gesichtsscanner? Dito.

So haben es Blogger und Tech-Journalisten gern ...

Bild: watson

... doch die Realität ist enger anders.

Bild: watson

Die beiden nahmen auch ein Bad in der Menge: 

CEO Tim Cook (im blauen Hemd) und Chefdesigner Jony Ive (in Orange).
CEO Tim Cook (im blauen Hemd) und Chefdesigner Jony Ive (in Orange).Bild: watson

Leider konnte ich nicht verstehen, was sie diskutierten. Ob's um die hervorstehende Dual-Kamera ging?

bild: watson

Killerfeature 1: Fotos

Das iPhone 7 Plus hat unter anderem wegen des Porträt-Modus, der Bilder wie eine Spiegelreflexkamera ermöglicht, für positive Schlagzeilen gesorgt. Nun legen die Kalifornier nach und bauen die Dual-Kamera weiter aus. Die ersten Versuche mit den verschiedenen Beleuchtungs-Arten beeindruckten. Und für alle User erfreulich: Die Bedienung ist kinderleicht.

Am virtuellen Rad der Kamera-App drehen und die Porträt-Beleuchtung ändert.
Am virtuellen Rad der Kamera-App drehen und die Porträt-Beleuchtung ändert.Bild: watson

Killerfeature 2: Display

Apples Marketing-Gurus haben 2010 mit dem iPhone 4 den Begriff «Retina-Display» lanciert. Gemeint ist ein hochauflösender LCD-Bildschirm, bei dem sich einzelne Bildpunkte (Pixel) nicht mehr von blossem Auge unterscheiden lassen. (Zumindest aus normaler Distanz des Betrachters nicht.)

Sieben Jahre später stellt Apple bei der Bildschirm-Technologie auf organische LEDs, OLED genannt, um. Dazu passend wird nun von «Super Retina Display» gesprochen. Der Begriff mag übertrieben klingen, doch die Resultate bestechen!

Es wird interessant sein zu sehen, wie unabhängige Display-Experten, wie etwa Ray Soneira (DisplayMate) Apples ersten Versuch mit OLED-Bildschirmen beurteilen. Wobei man natürlich anmerken muss, dass die Kalifornier die iPhone-Displays vom grossen Konkurrenten Samsung beziehen.

Killerfeature 3: Look and Feel

Erst anfassen. Dann urteilen!

Jony Ives Entscheid, vom bewährten Unibody-Gehäuse aus Aluminium auf Glas umzustellen, wurde von einigen belächelt. Abgesehen davon, dass er nötig war, um das kabellose Aufladen (Wireless Charging nach Qi-Standard) zu ermöglichen, ist der Entscheid aber auch bezüglich Look and Feel zu begrüssen. Der Glasrücken ist ein Handschmeichler, die Rundungen gefallen, und es scheint nicht besonders rutschig zu sein.

Kein Home-Button mehr: Unten auf dem Display prangt ein schmaler Balken.
Kein Home-Button mehr: Unten auf dem Display prangt ein schmaler Balken.Bild: watson

Offene Fragen

  • Wie robust ist das Sicherheitsglas wirklich?
  • Wie zuverlässig funktioniert die Gesichtserkennung bei schlechten Bedingungen (kein Licht etc.)?
«Face ID entsperrt iPhone X nur dann, wenn es der Nutzer ansieht, während umfassend trainierte neuronale Netzwerke dahingehend entwickelt wurden, einer Manipulation durch Fotos oder Masken vorzubeugen.»
quelle: apple-Medienmitteilung

Das waren meine Eindrücke vom iPhone-Hands-on. Zum Schluss müssen wir übers Geld reden. Denn ja, der Betrag, den man fürs iPhone X hinblättern soll, ist saftig. Ziemlich saftig.

In der günstigsten Konfiguration mit 64 Gigabyte (GB) Speicher kostet das iPhone X bei Apple 1200 Franken. Wie viel andere Anbieter (autorisierte Apple-Händler und die Mobilfunk-Provider) dafür verlangen werden, ist (noch) nicht bekannt.

Vorbestellen
Das iPhone X kann man laut Ankündigung von Apple ab Freitag, 27. Oktober, unter anderem in der Schweiz und Deutschland vorbestellen. Ab 3. November sei es verfügbar.
Das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus kann bereits ab Freitag, 15. September, vorbestellt werden. Bei diesen neuen Modellen gibt Apple die Verfügbarkeit ab 22. September an.

Viele Leute werden sich das Super-iPhone nicht leisten können, oder bewusst nicht leisten wollen: So viel ist klar.

Wenn man das Preis-Leistungsverhältnis anschaut, sieht die Rechnung nicht mehr so gesalzen aus. Apple-Handys sind bekannt für ihre lange Lebensdauer, ausserdem werden auch ältere Modelle noch jahrelang mit Software-Updates versorgt. Und Occasionen erzielen unerreicht hohe Verkaufssummen.

Kommt hinzu, dass das Handy mittlerweile bei vielen Leuten das wichtigste Elektronikgerät ist. Und zwar mit Abstand. Da fragt sich, ob man nicht lieber an einem anderen Ort spart ...

PS: Sogar animierte Kackhaufen können innovativ sein.

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111 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Martinov
13.09.2017 07:14registriert April 2016
Eigentlich wollte ich mir das neue iPhone vorbestellen, hab mich nun doch für ein auto entschieden...
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Ich mein ja nur
13.09.2017 06:17registriert September 2015
So, der Gottesdienst ist beendet. Jetzt könnt ihr wieder Journalismus machen...
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kettcar #lina4weindoch
13.09.2017 06:31registriert April 2014
Wieso als Journalist das Handy nicht gleich mal beim Hands-on fallen lassen um die Bruchfestigkeit zu testen? Oder wird man dann nicht mehr eingeladen?
Ein Video davon würde zumindest ziemlich schnell viral gehen 😂
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