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Rapperswil Fans jubeln zum 4:1 im Final des Swiss Ice Hockey Cups 2017/18 zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem HC Davos, am Sonntag, 4. Februar 2018, in der St. Galler Kantonalbank Arena in Rapperswil-Jona. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Die Fans dürfen in der neuen Saison zurück in die Stadien. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Volle Hockey-Stadien, eine unsinnige Ausnahme – und keine Verschiebungen mehr

Nun ist klar: In der neuen Saison dürfen die Klubs die Stadien füllen wie vor der Pandemie. Und Verschiebungen wegen Corona-Fällen wird es wohl kaum mehr geben. Aber es gibt bei der Covid-Zertifikatspflicht eine heikle, ja unsinnige Ausnahme.



Wer ein Covid-Zertifikat hat (geimpft, genesen, getestet) darf in der neuen Saison – Start am 7. September – gemäss den heute geltenden Bestimmungen ins Stadion. Das bedeutet: Die Stadien können mit zertifizierten Zuschauerinnen und Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt werden. Für die Klubs wird damit die Eingangskontrolle aufwändiger. Es muss sichergestellt werden, dass die Fans zertifiziert sind und daher müssen die Matchbesucherinnen und Besucher auch ihre Identität nachweisen. Zum Eintritt ins Stadion braucht es also das Covid-Zertifikat, ein Ticket und die ID.

In den Stadien gibt es auf den Tribünen keine Einschränkungen mehr. Alles ist wie in der guten alten Zeit vor Corona. Abstand halten und Maskenpflicht sind nicht mehr erforderlich und es ist den Klubs überlassen, ob und wie viele Gästefans sie ins Stadion lassen wollen.

Weiterhin gilt: Die Spiele in den beiden höchsten Ligen sind bewilligungspflichtige Grossveranstaltungen. Die Bewilligung durch die Kantone ist inzwischen mehr oder weniger eine unproblematische Formsache, wird für die ganze Saison erteilt und nur bei einer extremen Verschärfung der epidemiologischen Lage zurückgenommen.

Letzte Saison bescherte Spielplangeneral Willi Vögtlin viel Stress. 120 Partien musste er wegen Coronafällen in den beiden höchsten Ligen neu ansetzen. Der Meisterschaftsbetrieb war beeinträchtigt, die NL-Qualifikation wurde gekürzt und die NL-Playoffs konnten ab Halbfinal auf «Best of Five» reduziert werden.

ZUM SCANNEN DES COVID-ZERTIFIKATS MITTELS DER COVID CERTIFICATE APP, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDE BILDER ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Das Covid-Zertifikat Schweiz wird mit einem Mobiltelefon eingescannt, am Dienstag, 15. Juni 2021 in Zuerich. Das Covid-Zertifikat enthaelt neben Name, Vorname, Geburtsdatum und einer Zertifikatsnummer auch die Angaben zur Covid-19-Impfung, zur Genesung oder zum negativen PCR-Test- bzw. Antigen-Schnelltest-Resultat. Der im Covid-Zertifikat angezeigte QR-Code soll das Zertifikat dank einer elektronischen Signatur der Schweizerischen Eidgenossenschaft faelschungssicher machen und die Echtheit des Covid-Zertifikats garantieren. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Das Covid-Zertifikat ist Pflicht für Spieler und für Zuschauer im Stadion. Bild: keystone

Liga-Geschäftsführer Denis Vaucher geht davon aus, dass in der neuen Saison Spielverschiebungen hoffentlich weitgehend ausbleiben werden. Es gebe zwar keine Impf- aber eine Zertifikatspflicht für Spieler, Betreuer und Schiedsrichter sowie für Journalistinnen und Journalisten, Fotografinnen und Fotografen und auch für alle, die mit der TV-Produktion beschäftigt sind. Die Zertifikatspflicht hat auch der Verband für die Nationalmannschaftszusammenzüge eingeführt.

Wer also trainieren und spielen will oder Einlass ins Stadion begehrt, um offiziell über das dargebotene Spektakel in Wort, Ton oder Bild zu berichten oder Interviews zu machen, muss geimpft, genesen oder in den vorangegangenen 72 Stunden negativ getestet sein. Was theoretisch Corona-Fälle verhindert. «Nicht ganz», sagt Denis Vaucher. «Ansteckungen sind nie ganz auszuschliessen.»

Stadiongastronomie ohne Zertifikat

Dass Ansteckungen nie ganz auszuschliessen sind – sicher ist ja nur, dass das Leben endlich ist und Steuern bezahlt werden müssen – liegt nicht nur in der Natur des Lebens. Sondern auch an einem Versäumnis der Liga. Es gibt nämlich einen doch etwas heiklen, ja unsinnigen Kompromiss: In den Stadionbeizen gelten auch während der Spiele lediglich die Corona-Vorschriften der Gastronomie und rund um den Spielbetrieb die allgemein gültigen gesetzlichen Anforderungen.

AVIS - ZU DENIS VAUCHER, DIRECTOR NATIONAL LEAGUE DER SWISS ICE HOCKEY FEDERATION, SIHF, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES PORTRAIT ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Denis Vaucher, Director National League und Swiss League der Swiss Ice Hockey Federation, SIHF, portraitiert am 7. September 2020 in Ittigen bei Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ligadirektor Denis Vaucher rechnet nicht mehr mit vielen Spielverschiebungen. Bild: keystone

Konkret: Das Personal in der Stadionbeiz hat entweder ein Zertifikat oder muss Masken tragen. Die Liga beschränkt also ihr Zertifikats-Obligatorium (geimpft, genesen, getestet) im Prinzip auf den Profi- und Medienbereich. Es bleibt also den einzelnen Klubs überlassen, ob sie von ihrem Personal in der Stadion-Gastronomie und ihren Helferinnen und Helfern rund um den Spielbetrieb – Zeitnahme, Strafbankbetreuung, Eingangskontrolle, Sicherheitsdienst – ebenfalls ein Zertifikat verlangen oder sich mit der Maskentragpflicht begnügen. Diese Helferinnen und Helfer kommen in Kontakt mit den Matchbesucherinnen und Besuchern, mit den Spielern und Betreuern, Schiedsrichtern und Medienschaffenden.

Ligamanager Denis Vaucher sagt, warum das so ist: «Es gibt in diesem Bereich offenbar viele, die nicht geimpft sind oder sich nicht impfen lassen wollen. Einige Klubs befürchten, dass es bei einer Zertifikatspflicht nicht mehr möglich ist, genügend Helferinnen und Helfer für den Spielbetrieb zu finden.» Damit wird allerdings ein legales Hintertürchen für den Aufenthalt im Stadion ohne Zertifikat geöffnet. Die folkloristische Folge: Wer im Stadion eine Maske trägt, fällt auf und ist möglicherweise ein Impfgegner.

Es ist allerdings anzunehmen, dass diese heikle, im Grunde unsinnige Ausnahme-Regelung der Liga bald Makulatur wird und die Klubs die Zertifikatspflicht freiwillig konsequent für alle im Stadion durchsetzen werden.

Quarantänepflicht entfällt mit Zertifikat

Für die neue Saison sollen für Spielverschiebungen die gleichen Regeln gelten wie für die letzte: Wenn mindestens zwölf Feldspieler und ein Torhüter zur Verfügung stehen, dann soll gespielt werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei jedem Klub die entsprechende Anzahl zertifizierte Spieler zur Verfügung stehen ist sehr hoch. Sie müssen im Falle eines Corona-Falles ja nicht mehr in Quarantäne. Der Allmächtige fand einst in Sodom und Gomorra nicht zehn Gerechte, die seinen Zorn besänftigt und die Städte vor dem Untergang bewahrt hätten. Aber bei den Klubs werden in der neuen Saison wohl stets die 13 Aufrechten gefunden werden, damit gespielt werden kann und nicht mehr verschoben werden muss.

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Willi Vögtlin kann aufatmen und sich wieder vermehrt seinem Weinhandel zuwenden.

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