Bern
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Berner «Taxi-Mörder» muss nicht in den Strafvollzug zurück



Sicht auf das Obergericht des Kantons Bern, am Donnerstag, 7. April 2016, in Bern. Ein Urteil des Berner Obergerichts im Prozess um den Mord an eine Callgirl in Langenthal wird heute erwartet. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Das Berner Obergericht. Bild: KEYSTONE

Anfang Jahr ist ein heute 42-jähriger Berner nach 20 Jahren Haft aus dem Strafvollzug entlassen worden. Dorthin muss er nun nicht zurück. Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag ihre Beschwerde gegen die Freilassung vor dem Berner Obergericht zurückgezogen.

Damit wird der Beschluss des Berner Regionalgerichtes vom Januar rechtskräftig. Die erste Instanz hatte eine Verlängerung der stationären Massnahme bis 2023 abgelehnt und den Mann unter Auflagen auf freien Fuss gesetzt. Die Richter stuften das Rückfallrisiko als «moderat» ein. Auch liege laut Gutachten keine Psychopathie mehr vor.

Der Mann war im Jahre 2000 wegen eines brutalen Mordes an einer Taxifahrerin in Thörishaus BE zu einer Freiheitsstrafe von 14,5 Jahren verurteilt. Wegen einer schweren psychischen Störung wurde der Verurteilte zunächst verwahrt.

2008 wurde die Verwahrung in eine stationäre therapeutische Massnahme umgewandelt, die alle fünf Jahre überprüft und verlängert wurde - letztmals 2013. Die Vollzugsbehörden wollten die Massnahme anfangs 2018 um weitere fünf Jahre verlängern. Das Regionalgericht sah die Voraussetzungen dafür als nicht erfüllt.

Seit seiner Freilassung lebt der Mann mit seiner Ehefrau in der Region Bern und hat eine Lehrstelle als Maurer auf dem Bau gefunden. Finanziell ist er unabhängig, und er bezieht keine Sozialhilfe. Er geht weiterhin zur Therapie und muss sich regelmässig bei der Bewährungshilfe melden.

Rückversetzung wäre kontraproduktiv

Das Obergericht befasste sich am Dienstag aufgrund der Beschwerde der Staatsanwaltschaft nochmals mit dem Fall. Dabei wurde die Verfasserin des psychiatrischen Gutachtens ausführlich befragt. Sie unterstrich die Bedeutung eines stabilen Umfeldes, um die Risikofaktoren wie Stress zu minimieren.

Der nun eingeschlagene Weg sei gangbar, «aber es ist ein Marathon», gab die Gutachterin zu bedenken. Aus ihrer Sicht wäre es besser gewesen, den Mann dosierter und in Etappen auf das Leben in Freiheit vorzubereiten. Doch eine jetzige Rückversetzung in den Strafvollzug wäre nicht nur «unmenschlich», sondern auch kontraproduktiv.

Die Staatsanwältin zog ihre Beschwerde im Anschluss der Befragung zurück. Man habe sich zwar ein anderes Vorgehen gewünscht, doch nun müsse man diesen Weg fortsetzen. Die vorsitzende Oberrichterin mahnte den Mann daran, sich an die Auflagen zu halten, sonst müsse er «zurück auf Feld eins».

Das Obergericht werde den Vollzugsbehörden «in aller Deutlichkeit» mitteilen, dass die Betreuung intensiviert werden müsse. Insbesondere müsse ein «Notfallszenario» konkretisiert werden, und gefordert sei zudem eine engmaschige Kontrolle. (sda)

Der Schweizer Hund, der 40 Menschen rettete

Play Icon

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wir wollen viel zu viel: Sexbots, die was fühlen und geklonte Mammuts

Link to Article

Sozialdetektive-Befürworter leaken Betrüger-Videos – laut Datenschützer ist das verboten

Link to Article

5 Hashtags, die viral gingen und tatsächlich etwas verändert haben

Link to Article

Lieber Arno, ich glaube leider, es ist wirklich an der Zeit zu gehen

Link to Article

27 Witze, die jeden Nerd zum Schmunzeln bringen

Link to Article

Vormarsch der Demokraten: Es gab doch eine «Blaue Welle» bei den Midterms

Link to Article

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link to Article

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Link to Article

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippeimpfung sind speziell für euch

Link to Article

Die 11 schönsten Höhlen der Welt, in denen du dich vor der Fasnacht verstecken kannst

Link to Article

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Link to Article

Wichtig: Eine Rangliste der 18 besten Drunk Foods aus aller Welt 🍺🍕🍻🍔🍺

Link to Article

Wie zwei Nerds die Welt eroberten – und ihre Ideale verrieten

Link to Article

Diese 10 Dinge kommen Ausländern als Erstes in den Sinn, wenn sie an die Schweiz denken

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Eklat beim F1-Grand-Prix von Brasilien: Verstappen pöbelt Ocon nach dem Rennen an

Link to Article

Es ist Tag der schlechten Wortspiele oder wie wir vom Sport sagen: Heimspiel!

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Gerichtsurteil im Fall «Prüfungsgate» – Uni Bern kassiert Schlappe und gibt sich wortkarg

Weil eine Professorin alte Prüfungsfragen rezykliert hatte, mussten Jus-Studenten eine Prüfung wiederholen. Jetzt gab es für die Uni vom Verwaltungsgericht einen Rüffel für dieses Vorgehen.

Im Herbstemester 2017 liess eine Professorin ihre Studenten eine Prüfung im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht schreiben. Die Prüfung entsprach quasi 1:1 einer alten Prüfung aus dem Jahr 2013, welche öffentlich einsehbar war. Als Reaktion darauf ordnete die Uni eine Wiederholung des Examens an (siehe Box).

Weil er damit nicht einverstanden war, legte ein Jus-Student Rekurs ein. Im Januar 2018 entschied die Rekurskommission der Uni, dass die Wiederholung der Prüfung rechtsmässig sei. …

Artikel lesen
Link to Article