Huawei
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Inakzeptables Sicherheitsrisiko» – George Soros attackiert Huawei am WEF

Der milliardenschwere US-Investor und Philanthrop hat in Davos eine flammende Rede gehalten. Im Visier: China und seine Tech-Konzerne.



«Die Realität ist, dass wir uns in einem Kalten Krieg befinden, der sich in einen heissen zu verwandeln droht.»

George Soros

Der bekannte US-Investor und Demokratieförderer George Soros hat in einer Rede am WEF den chinesischen Präsidenten Xi Jinping als «den gefährlichsten Gegner» bezeichnet für alle Menschen, die an «das Konzept der offenen Gesellschaft» glaubten. Dies geht aus dem auf seiner Website veröffentlichten Manuskript hervor.

Bei seiner letzten WEF-Rede hatte der 88-Jährige vor staatlicher Massenüberwachung in Zusammenhang mit Facebook und anderen US-Techkonzernen gewarnt. Später wurde publik, dass Facebook eine PR-Firma bezahlte, um den jüdischen Milliardär und andere Kritiker zu diffamieren.

Offene Gesellschaft?

Das ist gemäss Wikipedia ein in der Tradition des Liberalismus stehendes Gesellschaftsmodell, das zum Ziel hat, «die kritischen Fähigkeiten des Menschen» freizusetzen. Die Gewalt des Staates soll dabei so weit wie möglich geteilt werden, um Machtmissbrauch zu verhindern. Die Vorstellung von der offenen Gesellschaft sei eng mit der Staatsform der Demokratie verbunden, allerdings «nicht verstanden als Herrschaft der Mehrheit, sondern als Möglichkeit, die Regierung gewaltfrei abzuwählen».

Soros finanziert mit der Open Society Foundations liberale Anliegen auf der ganzen Welt und hat schon den Zorn vieler Konservativer auf sich gezogen. Nun warnt er vor Maschinellem Lernen, Künstlicher Intelligenz (KI) und Chinas «Sozialkredit»-System. Dabei handle es sich um einen Versuch zur «totalitären Kontrolle» unter Xi Jinping: Die Bürger würden algorithmisch für ihr Verhalten belohnt oder bestraft.

Soros nahm in seiner Rede den chinesischen Telekommunikationssektor auf Korn, und insbesondere ZTE und den auch hierzulande angesiedelten Tech-Giganten Huawei:

«Meine derzeitige Auffassung ist, dass die USA, anstatt einen Handelskrieg mit praktisch der ganzen Welt zu führen, sich auf China konzentrieren sollten. Anstatt ZTE und Huawei auf die leichte Schulter zu nehmen, müssen die USA gegen sie vorgehen. Sollten diese Unternehmen den 5G-Markt dominieren, würden sie ein inakzeptables Sicherheitsrisiko für den Rest der Welt darstellen.»

quelle: georgesoros.com

Soros, der als Gegner von US-Präsident Donald Trump bekannt ist, stützt also die Haltung der US-Regierung, wonach Huawei und Co. eine Gefahr seien. Ohne Beweise vorzulegen, wurden schon wiederholt Befürchtungen geäussert, chinesische Smartphone- und Telekommunikationskonzerne würden Beihilfe zu staatlicher Industriespionage leisten.

Huawei hatte zuvor am Rande des WEF versucht, solche Sicherheitsbedenken zu zerstreuen. Huawei-Verwaltungsratschef Liang Hua sagte am Dienstag in Davos:

«Wir sind keine Bedrohung der künftigen digitalen Gesellschaft»

Liang Hua

Westliche Regierungen seien zur Inspektion von Huawei-Fertigungsstätten willkommen. Das Unternehmen halte sich überall «vollkommen» an die geltenden Gesetze.

Offene Drohung

Liang versicherte in Davos, das Unternehmen und sein öffentlichkeitsscheuer Gründer Ren Zhengfei hätten «volles Vertrauen» in das Justizsystem Kanadas, wo Rens Tochter, die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou, Anfang Dezember festgenommen worden war. Mit der Festnahme zweier Kanadier in China habe Huawei «nichts zu tun».

Sollte Huawei aber von bestimmten Märkten ferngehalten und von Kunden gemieden werden, «dann werden wir unsere Technologiepartnerschaften in Länder verlagern, wo wir willkommen sind», sagte Liang.

Das Unternehmen werde sich dabei auch auf seine Kunden stützen: «Es ist die Wahl des Kunden, wenn sie sich gegen Huawei entscheiden, und wir werden uns um die Kunden bemühen, die sich für uns entscheiden.» Liang betonte, Huawei biete die beste Leistung, wenn es um den künftigen Mobilfunkstandard 5G gehe.

Das Unternehmen werde sein Ziel nicht aufgeben, jährlich 20 Milliarden Dollar in die Entwicklung von 5G zu investieren. Davon profitiere nicht nur Huawei, sagte der Verwaltungsratschef: «Das ist unser Beitrag für die Menschheit.»

Huawei, einer der weltweit grössten Telekommunikationsausrüster, steht seit längerem in der Kritik. Die USA und andere Länder werfen Huawei eine zu grosse Nähe zu den chinesischen Behörden vor und sehen den Konzern als Gefahr für ihre Cybersicherheit.

(dsc/sda/afp)

So kauft sich China Freunde in Afrika

abspielen

Video: srf

Mehr zum Tech-Giganten Huawei

Europa gerät in den Schwitzkasten der Chinesen

Link zum Artikel

Beste Kamera? Huawei ist schon wieder beim Schummeln erwischt worden

Link zum Artikel

Huawei-Finanzchefin Meng dreht den Spiess um – und verklagt kanadische Behörden

Link zum Artikel

Huawei vs. USA: «PRISM, PRISM an der Wand, wer ist der Vertrauenswürdigste im ganzen Land»

Link zum Artikel

«Schamloses Vorgehen»: USA erheben Anklage gegen Huawei – China reagiert erbost

Link zum Artikel

China schaltet auf Angriff: «Die USA versuchen alles, um Huaweis Vormarsch einzudämmen»

Link zum Artikel

Der erste Arbeitstag im neuen Jahr – und für diese Huawei-Mitarbeiter ist es gelaufen

Link zum Artikel

Wie Huawei mit seinem Top-Handy beim Schummeln erwischt wurde

Link zum Artikel

Apple und Samsung haben ein Problem – es kommt aus China und wächst mit 999%

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

5 Antworten zu den geheimen Tapes zu Salvinis Parteispenden-Deal mit dem Kreml

Link zum Artikel

Warum wir aufhören müssen, uns selbst auszubeuten

Link zum Artikel

Wenn Kantonswappen ehrlich wären – die komplette Edition

Link zum Artikel

5 Dinge, die verzweifelte Singles tun – und unbedingt lassen sollten

Link zum Artikel

Hast du in Zürich einen Verrückten ins Wasser springen sehen? Wir wissen nun, wer es war

Link zum Artikel

9 absolut clevere Wege, wie Rechtsradikalen und Neonazis schon die Stirn geboten wurde

Link zum Artikel

Dieser Fotograf zeigt Hochzeiten – so wie sie wirklich sind

Link zum Artikel

Trump, Clinton, der Sex-Milliardär – und die Verschwörungstheoretiker

Link zum Artikel

Warum dieser NZZ-Artikel für einen Shitstorm sorgte – und er von Maassen retweetet wurde

Link zum Artikel

BBC-Moderator berichtet über Patrouille-Suisse-Fail – und lacht sich schlapp 😂

Link zum Artikel

Stell dir vor, die App einer Sportliga fordert per Push plötzlich 6000 Dollar von dir ...

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

27
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Groovy 25.01.2019 12:35
    Highlight Highlight Soros, ist das nicht der Spekulant und Hetzer der übelsten Sorte? Wieso nimmt man seine Meinung überhaupt so ernst, dass man ihr noch einen Artikel widmet? Befehl von oben?
    • Fabio74 25.01.2019 17:09
      Highlight Highlight Hetzer? Weil Orban und die Braunen Verbündeten Soros zum Hassobjekt und zum Sündenbock machten?
    • tripod 26.01.2019 22:04
      Highlight Highlight https://m.tagesanzeiger.ch/articles/5c3a07caab5c376b26000001
  • äti 25.01.2019 11:34
    Highlight Highlight Was China mit seiner 'totalen Überwachung' anstrebt und laufend realisiert ist absolut krass. Sie promoten diese 'Lösungen' auch in den von ihr unterstützten Ländern. Der SVP scheint dies zu gefallen, eigentlich seltsam oder doch nicht?
  • Groovy 25.01.2019 11:07
    Highlight Highlight Huawei, eine Gefahr? Seit Snowden wissen wir dass sämtliche Cisco Produkte auf Chiplevel verseucht sind... Wer ruft zum Boykott von Cisco auf?
    • Supermonkey 25.01.2019 12:37
      Highlight Highlight Sämtliche ist jetzt etwas übertrieben... Dann wären bei uns an vielen orten bestimmt keine Cisco Router mehr im Einsatz..
    • Groovy 25.01.2019 15:53
      Highlight Highlight Ganz im ernst, denke nicht dass das übertrieben ist. Sämtliche an relevanten Schnittstellen installierte wäre aber wohl präziser...
    • Supermonkey 25.01.2019 21:27
      Highlight Highlight Und niemand hat das je gemerkt 😂 Das ist paranoid.
  • m. benedetti 25.01.2019 10:31
    Highlight Highlight Bin zwar kein Fan von Soros, aber wo er recht hat, hat er recht. Ein chinesischer Hegemon ist mir ein Greuel. Und 5G ist eine nicht ungefährliche Technologie. Ich verstehe die Amerikaner, wenn sie Huawei misstrauen. China ist eine Diktatur und will die Welt beherrschen. Dem gilt es entgegen zu halten.
    • The Destiny // Team Telegram 25.01.2019 11:52
      Highlight Highlight Ja, die USA möchten das ja nicht...
      Ha
      Ha
      Ha
    • Fernrohr 26.01.2019 11:12
      Highlight Highlight Der Unterschied ist einfach, dass jeder Ami den Präsidenten ungestraft einen Arsch nennen kann. In China bist Du tot...
    • westwing 26.01.2019 13:02
      Highlight Highlight Die Wahl zwischen einer Parteidiktatur und einem Depp an der Spitze gewinnt für mich jedenfalls schon der Depp ..
  • Hades69 25.01.2019 10:02
    Highlight Highlight Diese Worte sind wie Gift. Anstatt auf Loesung setzt der selbsternannte Philanthrop auf Konflikt. Er schnuert einen einen Konflikt und versucht sich als Retter. Die Geschichte sagt Anderes.
    • Fabio74 25.01.2019 17:10
      Highlight Highlight Und die Alternative dazu? Motzen kann jeder
    • Hades69 26.01.2019 06:41
      Highlight Highlight Wieso brauchen wir eine Alternative? Wir brauchen nur die Wahrheit und die wird uns frei machen. So wie sich der Himmel lichtet, nachdem es stürmte, wird das Dunkel sich in Licht auflösen.
  • Gubbe 25.01.2019 09:50
    Highlight Highlight George Soros hat gut stinken. Hat er doch, als ehemaliger Ungarnflüchtling in England Aufnahme gefunden, und nach Irrläufen auf Banken angeheuert. Da hat er das Spekulieren gelernt. Er hat gegen das englische Pfund gewettet und Milliarden gewonnen. Er ist also ein glücklicher Spekulant. Für mich ist es gut, dass er gegen Trump ist. Ihm ist sein Reichtum in den Kopf gestiegen, indem er nun China beschuldigt.
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 25.01.2019 12:18
      Highlight Highlight Ich lese kein inhaltliches Argument gegen die Aussagen von Soros.
      Ausser, dass erfolgreiche Menschen natürlich gaaaanz Pöse sind.
  • 7immi 25.01.2019 09:43
    Highlight Highlight fürchtet insiderhandel-soros um seine insiderinfos? oder will er den aktienkurs von huawei aus investitionstaktischen gründen drücken?
    spionage geht mit allen geräten, auch mit amerikanischen. daher gilt bei uns ein handyverbot und internetverbot an sitzungen. denn vertrauen würde ich niemandem, wenns um geld geht...
  • N. Y. P. 25.01.2019 09:34
    Highlight Highlight George Soros warnt vor Maschinellem Lernen, Künstlicher Intelligenz (KI) und Chinas «Sozialkredit»-System. Dabei handle es sich um einen Versuch zur «totalitären Kontrolle» unter Xi Jinping.

    Danke George !

    Endlich mal ein Statement aus Davos, das Hand und Fuss hat.

    China ist tatsächlich eine Bedrohung für die freie Welt.

    P.S. Dieses übliche einander Zucker in den Arsch blasen interessiert eh keinen. Deshalb sind solche Statements so wertvoll und aussagekräftig.
    • The Destiny // Team Telegram 25.01.2019 11:54
      Highlight Highlight In China wird es erprobt und im Westen wird es umgesetzt...
    • Nickmemme 25.01.2019 17:55
      Highlight Highlight Die Chinesen sind den USA und der restlichen Welt diesbezüglich nur voraus. Diese Entwicklung wird überall auf uns Menschen zukommen. Und der Soros ist ja auch nicht der beste Vorzeige-Demokrat.
  • Karl Marx 25.01.2019 09:26
    Highlight Highlight Soros und Trump sind sich einig. Wär hätte das gedacht.
  • Chili5000 25.01.2019 09:21
    Highlight Highlight "Das Unternehmen halte sich überall «vollkommen» an die geltenden Gesetze" Ja die Gesetzte in China. Ich kann mir gut vorstellen das die chinesische regierung alles unter kontrolle haben will. Sonst wären Google und Co nicht gesperrt in China.
  • Past, Present & Future 25.01.2019 09:21
    Highlight Highlight Super Werbeplatzierung😂😂
    Benutzer Bild
  • Muselbert Qrate 25.01.2019 09:13
    Highlight Highlight Soros ist bei Cisco gross investiert. Seine Rede zielt nur darauf ab, den Haupt-Konkurrenten „Huawei zu diskreditieren und zu schwächen. Es geht ihm ums Geld.
    • Fabio74 25.01.2019 17:11
      Highlight Highlight Aha das weisst du weil du bei Soros unter dem Tisch eine Wanze angebracht hast
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 25.01.2019 21:44
      Highlight Highlight Natürlich nicht.
      Er hat sich in Trumps Enddarm versteckt und hat Soros mittel Richtmikrofon belauscht.

Warum Donald Trump recht hat und man Huawei nicht trauen kann

Der Telekom-Konzern Huawei spielt eine zentrale Rolle bei Chinas Führungsanspruch im Technologie-Sektor. Deshalb ist er im Visier der USA. Doch auch der Rest der Welt sollte im Umgang mit Huawei vorsichtig sein.

Im Zentrum von Peking ist vor 30 Jahren nichts passiert. So lautet die Lesart der chinesischen Führung. Auf dem Tiananmen, dem Platz des Himmlischen Friedens vor der «Verbotenen Stadt», herrschte Anfang Juni 1989 demnach genau das, was der Name besagt. Wer sich diese Propagandabrille nicht aufsetzt, weiss, dass es weder friedlich noch himmlisch zu und her ging.

Damals hatten Studenten den Platz während Wochen besetzt und für Demokratie demonstriert. In der Nacht zum 4. Juni 1989 schlug die …

Artikel lesen
Link zum Artikel