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Türkei: Tote in Istanbul bei Anschlägen auf Polizeiwache und US-Konsulat



Bei mehreren Anschlägen in der türkischen Metropole Istanbul sind mindestens vier Menschen getötet worden. Wer hinter den Anschlägen steckte, war zunächst nicht bekannt.

In der Nacht zum Montag verübten Unbekannte einen Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache im Stadtteil Sultanbeyli im asiatischen Teil der 15-Millionen-Stadt, wie die offizielle Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Wenige Stunden danach gerieten Beamte der Spurensicherung in Sultanbeyli unter Beschuss. Fast gleichzeitig wurde das US-Konsulat im europäischen Teil von Istanbul mit Schusswaffen angegriffen.

Beim Autobombenanschlag in Sultanbeyli starb der Attentäter, zehn Personen, darunter drei Polizisten, wurden verletzt. Nach dem Angriff auf die Spurensicherung am Morgen entwickelte sich zudem ein Feuergefecht zwischen Polizisten und Angreifern, bei dem Medienberichten zufolge zwei mutmassliche Täter und ein Polizist starben.

Nach dem Anschlag auf das US-Konsulat, bei dem niemand verletzt wurde, konnten die mutmasslichen Angreifer, eine Frau und ein Mann, zunächst flüchten. Die Frau wurde Medienberichten zufolge kurze Zeit später festgenommen.

Unklar war zunächst, ob es zwischen dem Anschlag von Sultanbeyli und dem Angriff auf das Konsulat einen Zusammenhang gab. Als Täter kommen vor allem kurdische Rebellen, Extremisten der Gruppe Islamischer Staat (IS) sowie die linksextreme Gruppe Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) in Frage.

Anschlag in Suruc als Wendepunkt

Die USA nutzen seit Sonntag den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik für ihren Lufteinsatz gegen den IS. Washington hatte den NATO-Verbündeten Türkei seit langem gedrängt, sich am Kampf gegen den IS zu beteiligen, worauf Ankara bislang ausweichend reagierte.

Diese Haltung änderte sich nach einem Anschlag mit 32 Toten in der türkischen Stadt Suruc, für den die türkische Regierung den IS verantwortlich machte. Die Türkei flog daraufhin einige Luftangriffe gegen den IS in Syrien.

Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gab Ankara eine Mitschuld an dem Anschlag von Suruc. Sie startete mit einer neuen Welle von Anschlägen auf türkische Polizisten und Soldaten; während die Regierung Luftangriffe gegen PKK-Stellungen in der Türkei und im Nordirak durchführte.

Dabei wurden nach amtlichen türkischen Angaben bisher 390 Kurdenkämpfer getötet. Bei landesweiten Razzien nahm die Polizei in den vergangenen Wochen zudem viele kurdische und linke Aktivisten fest. (sda/afp)

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