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Der neue SC Bern Trainer Guy Boucher gibt seinen Spielern Anweisungen waehrend dem ersten Training unter seiner Leitung, am Dienstag, 28. Januar 2014 in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Noch in Bern, bald zurück in der Heimat? Eishockey-Coach Guy Boucher. Bild: KEYSTONE

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Bern-Trainer Guy Boucher zu den Maple Leafs? Und mehr als ein Gerücht: Der SCB holt einen Zwerg für den Sturm

Der seriöse kanadische Sportsender TSN sagt, Guy Boucher könnte neuer Cheftrainer der Toronto Maple Leafs werden. Derweil versucht sich der SC Bern wieder einmal mit dem Transfer eines gescheiterten NHL-Stürmers: Cory Conacher (175 cm).



Die Toronto Maple Leafs sind chronisch erfolglos. Seit dem letzten Stanley Cup (1966) haben sie das Finale nie mehr erreicht. Jeder Coach ist seither gescheitert – was dem wirtschaftlichen Erfolg keinen Abbruch tut. Die Toronto Maple Leafs sind mit 1,3 Milliarden Dollar das wertvollste NHL-Team. Sie werden auch diese Saison gut und gerne 70 Millionen Gewinn machen. Die Heimspiele sind permanent ausverkauft.

Guy Boucher als Trainer in Toronto? Warum nicht? Was dem Team seit Jahren fehlt, ist eine klare Struktur. Vielleicht ist das so, weil ja Siege für den wirtschaftlichen Erfolg nicht notwendig sind. Ein Coach, der beinahe bis zur Paranoia strukturiert spielen lässt, könnte durchaus Ordnung in dieses Hockey-Hollywood bringen.

Mar 5, 2014; New York, NY, USA; Toronto Maple Leafs defenseman Morgan Rielly (44) is checked against the New York Rangers during the second period at Madison Square Garden. Mandatory Credit: Adam Hunger-USA TODAY Sports

Die Maple Leafs sind stets im Fokus, aber notorisch erfolglos. Bild: Reuters

Boucher kann eigentlich nicht mehr der richtige Trainer für den SCB sein

The Sports Network (TSN) ist der führende kanadische Sportsender und hat seinen Hauptsitz in Toronto. Wenn also TSN Guy Boucher als Trainerkandidaten der Maple Leafs ausruft, so ist da was dran. Die Jungs von TSN haben exzellente Beziehungen zu den Maple Leafs.

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Niemand würde Guy Boucher die Rückkehr in die NHL mehr gönnen als die SCB-Spieler. Es wäre wie eine Erlösung. Eigentlich hätte ja Marc Lüthi Guy Boucher längst feuern müssen. Ein Coach, der alles daran setzt, wieder in der NHL einen Job zu bekommen, kann gar nicht mehr der richtige Coach für den SC Bern sein. Der SCB ist Europas führendes Hockeyunternehmen. Wer beim SCB in führender Position arbeiten will, kann nicht den Kopf an einem anderen Ort haben.

Lüthi: «Solche Gerüchte kümmern Boucher nicht»

SCB-General Marc Lüthi sieht die Dinge anders. Er ist sozusagen in seinen Trainer verliebt und wird ihn, komme was wolle, durch alle Böden stützen. Er sagt: «Guy Boucher hat bei uns eine Ausstiegsklausel für die NHL. Aber ich habe vergessen bis wann. Weil es völlig unwichtig ist. Er wird auch nächste Saison bei uns Trainer sein. Gerüchte um einen Wechsel in die NHL hat es ja auch im letzten Sommer gegeben und daraus ist nichts geworden.» Auch der Einwand, es könne doch nicht sein, dass der SCB-Trainer ständig mit einem anderen Arbeitgeber flirte, lässt Marc Lüthi nicht gelten: «Guy Boucher kann das sehr gut auseinanderhalten. Solche Gerüchte kümmern ihn nicht.»

Und so macht sich der grosse SCB-Vorsitzende auch gar keine Gedanken darüber, wer im Falle eines Falles Guy Boucher ersetzen könnte. «Warum soll ich mir darüber Gedanken machen? Wie ich schon sagte: Guy Boucher ist auch nächste Saison unser Trainer.» Der Kanadier bleibe es bis in alle Ewigkeit, hat Marc Lüthi nicht gesagt. Aber er hofft es wohl insgeheim. Wenn der gute Marc Lüthi da vor lauter Liebe zu seinem Coach nur nicht blind geworden ist. Affaire à suivre.

Berns Trainer Guy Boucher im fuenften Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem Lausanne HC, am Dienstag, 10. Maerz 2015 in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Was geht Boucher durch den Kopf? Eine Offerte der Maple Leafs? Bild: KEYSTONE

Zieht Bern in der Transferlotterie die nächste Niete?

Das Profil der SCB-Nordamerikaner ist sehr oft ähnlich: In der NHL gescheitert und beim SCB dann auch nicht wirklich gut. Nun ist Cory Conacher (25) der Wunschkandidat. Der kräftige Zwerg (173 cm/83 kg) hat seine beste Zeit allerdings hinter sich. Nach einer grandiosen AHL-Saison 2011/12 mit 39 Toren und 41 Assists aus 73 Partien pendelte er mit mässigem Erfolg zwischen der NHL und der AHL.

Die Torproduktion hat stetig nachgelassen. Diese Saison sind es gerade noch 12 Tore in 48 Partien. Die New York Islanders haben ihm diese Saison gerade mal 600'000 Dollar Jahreslohn bezahlt und ihn nur in 15 Spielen eingesetzt (1 Tor). Der Vertrag läuft nun aus.

New York Islanders left wing Cory Conacher (89) falls back after being punched by Boston Bruins center Chris Kelly (23) despite the efforts of linesman Derek Nansen (70) during the third period of an NHL preseason hockey game in Boston, Tuesday, Sept. 30, 2014. The Islanders won 5-3. (AP Photo/Elise Amendola)

Zack! Für Cory Conacher (links) gab es in dieser Saison wenig Grund zur Freude. Bild: Elise Amendola/AP/KEYSTONE

Gemäss verlässlichen Informationen hat Sven Leuenberger Cory Conacher bereits unter Vertrag genommen – was aber wegen der in Nordamerika üblichen Gepflogenheiten noch nicht bestätigt werden darf. Die Frage ist allerdings berechtigt, welche Strategie der SCB eigentlich verfolgt. Kann ein Flügel, der seine Treffsicherheit verloren hat und seine Karriere neu lancieren möchte, wirklich die Lösung für das grösste Hockey-Unternehmen der Schweiz sein?

Schwache Ausländer mit ein Grund für Berns Scheitern

Wäre nicht Langnaus Kevin Clark eher die bessere Lösung gewesen? Langnaus neuer Kanadier ist auch dem SCB angeboten worden. Mit der Begründung, DEL-Stars hätten sich in der NLA schon immer schwer getan, hat sein Agent jedoch eine Absage erhalten. Allerdings haben durchschnittliche AHL-Stürmer in der NLA auch noch selten für Furore gesorgt.

Um es wohlwollend auszudrücken: Das fehlende Glück bei den Ausländern ist mit ein Grund für die mässigen Leistungen der letzten zwei Jahre. Hnat Domenichelli, Rostislav Olesz, Glen Metropolit, Mikko Lehtonen, Marc-André Gragnani, Bud Holloway, Chuck Kobasew und Jesse Joensuu haben aus verschiedensten Gründen die Erwartungen nicht erfüllen können. Mögen die Hockeygötter dafür sorgen, dass Cory Conacher die Erwartungen übertrifft. Vielleicht hat ja Sven Leuenberger bei seinen Ausländern wieder mal das verdiente Glück des Tüchtigen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • MARC AUREL 09.05.2015 22:00
    Highlight Highlight jaja nasjo.. du musst nicht die 2 letzten jahren anschauen.. ausserdem ist die Liga sehr ausgeglichen! Bern und Zürich haben die letzten 4-5 Jahren unter sich ausgemacht...
  • Fossinov 07.05.2015 16:59
    Highlight Highlight nun da dem Eismeister sein Lieblingsclub wieder mal NLA-Luft schnuppern darf, ist das natürlich das Beste.
    Falls Boucher abspringt und bei Toronto unterschreibt haben die SCL-Tigers noch vor Weihnachten ein Problem.
    Bern würde mit grosser Wahrscheinlichkeit Hans Kossmann als Nachfolger Bouchers verpflichten (kennt CH-Hockey, kennt den SCB, wäre sofort verfügbar) und somit wäre ein Kandidat für die Nachfolge von Laporte (der kein Wintermantel braucht in Langnau) nicht mehr verfügbar.
    Zum neuen Ausländer Conacher:
    Im Gegensatz zu Clark kennt der die NHL/AHL nicht nur von Playstation oder XBox..
  • Staal 07.05.2015 16:08
    Highlight Highlight Den Boucher wünschtman nicht mal dem ärgsten Feind
  • Brian 07.05.2015 14:43
    Highlight Highlight Wie immer KZ-konform!! Wie hat er vor der letzten Saison über die neuen SCB-Ausländer Marc-André Gragnani, Bud Holloway und Chuck Kobasew gelobt? Und jetzt? schlechte Ausländer. Möglicherweise kommt es bei der neuen Saison umgekehrt: Conacher vor der Saison als schlechter Ausländer betiteln und dann nach einer möglichen guten Saison wieder in den Himmel hochheben. Wo bleibt Deine Glauwürdigkeit Klaus? Wieso wirst Du nicht Sportchef beim SCB? Du weisst ja immer alles besser als alle anderen?...
  • BOSELLI 07.05.2015 13:08
    Highlight Highlight Ihr kennt den Spieler kaum und schon blabla! Einschätzung von Amerika:
    Enorme offensive Instinkte
    Sinn für spielaufbau
    Schnell
    Wird unterschätzt da er klein ist
    Arbeitet gut in den Ecken und ist sehr resolut.
    Allgemeiner Mangel für eine grosse Karriere ist seine mangelnde Grösse.
    Aber wir wissen es ja....grosse Namen sind in Mode!
    Conacher...sollte er dann seine NHL Option nicht ziehen...wir viele überraschen!
    Benutzer Bild
  • MARC AUREL 07.05.2015 12:42
    Highlight Highlight Was viele vergessen ist das in Bern oder Zürich die Ausländer nicht DIE gleiche bedeutung haben wie in anderen Klubs! Spieler sollte man nicht nur an die Scorerpunkten messen.. schliesslich bekommen die Berner Ausländer nicht soviel Eiszeit wie bei anderen Klubs, da die Berner konsequent mit 4 Linien druck machen und ausgeglichen besetzt sind!
    • larry boy barese 09.05.2015 09:11
      Highlight Highlight darum war der SCB ja soooo gut die letzten zwei jahre... alles klar soweit
  • länzu 07.05.2015 08:41
    Highlight Highlight Mit dem Trainer muss man beim SCB jetzt unbedingt den Sportchef auswechseln. Es kann doch nicht sein, dass der SCB immer nur die Restposten auf dem Wühltisch zusammenkauft. Die Fans in Bern haben endlich wieder einmal einen ausländischen Crack verdient. Bordelaux war der letzte, der wirklich überzeugte. Der Rest war nur Durschnitt (oder gar darunter). Bei den Schweizer Transfers verhält es sich ähnlich. Drei Spieler vom Playout-Club Kloten. Was soll denn das?
    • Tobias K. 07.05.2015 09:49
      Highlight Highlight Ich finde die Transferpolitik von Bern super. So müssen wir uns in Kloten nicht um die Altlasten kümmern, denn Bern kauft sie uns alle ab. :-) Wobei um Bodenmann tuts mir schon leid. Er war einer der wenigen Flyers, die noch irgendwie was zu Stande brachte. Leider war er mit dem Kopf bereits in Bern. Vielleicht dürfen unsere beiden Clubs nächste Saison gegeneinander den Playout-Final bestreiten?
    • Against all odds 07.05.2015 10:30
      Highlight Highlight Die Transferpolitik des SCB erinnert, was die Schweizer betrifft, an die Strategie von Bayern München. Einfach die Konkurrenz durch abwerben ihrer besten Spieler schwächen zu wollen. Das klappt natürlich nicht immer. Aber kaum hat ein Spieler von z.B. Biel im November ein Natiaufgebot in der Tasche hat er am nächsten Tag einen SCB-Vertrag vorliegen (Lötscher, Wellinger, Untersander und jetzt auch Haas):
    • länzu 07.05.2015 11:33
      Highlight Highlight @against all odds.
      Der grosse Unterschied zum FC Bayern ist, dass der SCB nicht die wirklichen Hochkaräter holt, sondern eben immer nur Abgehalfterten, die ewigen Talente oder Eintagsfliegen (Helbling, Bodenmann, Rüfenacht etc.). Was unterdessen ein Nati-Aufgebot Wert ist, zeigt die WM ganz deutlich. Darf ja kein Grund sein für ein Engagement.
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