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«EXECUTION. Geschechen in Basel» 1653 (Ausschnitt). Bild: Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv

Hinrichtungen nach dem Bauernkrieg: Das letzte Wort hat «der uf der blauwen dillen»!

Im schweizerischen Bauernkrieg von 1653 kommen durch die Strafgerichte der Obrigkeit – durch Erhängen und Enthaupten – mehr Menschen ums Leben als auf dem Schlachtfeld. Hat dieser Aufstand überhaupt etwas bewirkt?

21.05.18, 13:58

Kurt Messmer / Schweizerisches Nationalmuseum



Was sollen Gnadengesuche der Regierungen der Waldstätte und des Abts von Einsiedeln, von Untertanen, Frauen und Kindern, wenn die «Herrgotts Lumpen» endlich hinter Schloss und Riegel sind? Nein, jetzt wird abgerechnet.

Im ganzen Aufstandsgebiet werden Hunderte von Bauern verhört, teilweise gefoltert, verurteilt: zu Hausarrest und Verbannung, Kriegsdienst gegen die Türken und Ruderdienst auf venezianischen Galeeren, was einem Todesurteil gleichkommt. 45 Untertanen werden von den Gnädigen Herren als «Rädlifuerer» zum Tode verurteilt und hingerichtet, in Bern 23, in Basel acht, in Luzern 13, in Solothurn einer. 

Hier bloggt das Schweizerische Nationalmuseum

Drei Museen – das Landesmuseum Zürich, das Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz – sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis sind unter dem Dach des Schweizerischen Nationalmuseums vereint.
Im Blog veröffentlichen Mitarbeiter des Nationalmuseums und renommierte Gastautoren Beiträge zu aktuellen Themen.
watson übernimmt in loser Folge ausgesuchte Perlen daraus. Der Beitrag «Das letzte Wort hat ‹der uf der blauwen dillen›!» erschien am 18. Mai 2018.
blog.nationalmuseum.ch/2018/05/das-letzte-wort-hat-der-uf-der-blauwen-dillen/

Hans Emmegger (1604–1653) von Schüpfheim LU, Landespannermeister im Entlebuch, enthauptet. Bild: Wikimedia

Niklaus Leuenberger (1615–1653) von Rüderswil BE, Anführer der bernischen Aufstandsbewegung, enthauptet. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Angeführt von den Wägsten und Besten

Der Anführer der Berner Aufständischen, Niklaus Leuenberger, gehört als hablicher Bauer und Mitglied des Landgerichts Ranflüh zur ländlichen Oberschicht. Das trifft auf den Entlebucher Landeshauptmann Hans Emmenegger erst recht zu. Seine Güter sind mehr als 30‘000 Gulden wert. Für den Kirchenbau in Schüpfheim stiftet er 500 Gulden, dazu eine Glocke.

Zuerst ist er Weibel, dann Landeshauptmann, schliesslich Landespannermeister, eine Identifikationsfigur, so einflussreich, dass er der Luzerner Obrigkeit die Stirn bieten kann. Bereits 1635 ruft er zur Verweigerung des Huldigungseids auf und wird nur auf Bitten seiner Familie begnadigt.

Später wird er wegen kritischer Äusserungen zum Pensionenwesen mit 300 Gulden gebüsst. Das sind zwei bis drei Jahreslöhne eines Handwerkers in der Stadt. Angeführt werden die Bauern nicht von verarmten, verelendeten «Bauernzütteln», sondern von ihren Spitzenkräften.

Gasthäuser als Informationszentren und Drehscheiben

Als einer der reichsten Untertanen der alten Basler Landschaft seiner Zeit reiht sich hier Hans Gysin ein, Wirt in Hölstein, an der Hauensteinroute. Er verfügt über reichlich Land und Vieh und hat als Geldgeber grossen Einfluss. Kein Zufall, dass er wirtet. Im Luzernischen gehören mehrere Wirte zum Führungskreis der Bauern. Christian Schibi, der charismatische Haudegen, wirtet im «Drei Königen» in Entlebuch. Johann Ulrich Amstein, Sternenwirt in Willisau, wird 1653 mit zehn Jahren Galeerendienst bestraft.

Schliesslich verdient Heinrich Peyer Erwähnung. Nach den ersten Hinrichtungen von Bauern äussert der Willisauer Kronenwirt seinen Zorn zwar verschlüsselt, aber alle verstehen ihn. Nicht die Obrigkeit werde das letzte Wort haben, meint Peyer, sondern «der uf der blauwen dillen», gemeint der Herrgott im Himmel, auf der blauen Diele. Er werde «entlich gross und klein richten».

«Schibi auf der Folter», Disteli-Kalender 1839. Das wohl bekannteste Bild vom Bauernkrieg wurde nicht 1653, sondern fast zweihundert Jahre später geschaffen. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Der Verlierer als Sieger

Willisau war ein wichtiger Treffpunkt der Aufständischen. Sursee hingegen hat von Beginn weg zur Obrigkeit gehalten. Das mag dazu geführt haben, dass der Entlebucher Bauernführer Christian Schibi im Rathaus von Sursee gefoltert wird. – Auf der rechten Seite drei Vertreter der Macht. Ratsherr Kaspar Pfyffer, behangen mit Pelz und goldener Kette, leitet Verhör und Folterung. Die eine Hand auf der Bibel, vereinnahmt er das göttliche Recht für die Obrigkeit.

Der Protokollführer krümmt sich angestrengt und entsetzt zugleich über sein Buch, bemüht, nichts zu verpassen. Zur nachträglichen Rechtfertigung des peinlichen Verfahrens soll ihm keine Äusserung entgehen. Der Dritte im unseligen Bund demonstriert mit einem Szepter Rang und Würde der Ratsvertretung. Das Kreuz auf dem Tisch bringt zum Ausdruck, dass hier die Stellvertreter Gottes auf Erden am Werk sind. 

Gottes Sohn aber befindet sich den Machthabern gegenüber, in der Gestalt von Schibi. Grausam gemartert auf einer Folterwinde, dennoch kraftvoll und unbeugsam, überragt Schibis Kopf unübersehbar alle anderen. Man wird ihn töten. Aber er stirbt für eine gerechte Sache und bleibt Sieger. So jedenfalls sieht es der Zeichner Martin Disteli, der klar Partei ergreift.

Zu beiden Seiten Schibis, wie damals auf Golgatha, der Kreuzigungsstätte Christi, zwei Mitgefangene; direkt über ihnen Ketten, zu denen auch sie verdammt sind. In einer Maueröffnung stehen als Gefängniskost Wasser und Brot bereit. Disteli macht daraus einen Tabernakel mit Brot und Wein für das (letzte) Abendmahl.

Das massive Gitter in der Maueröffnung deutet an, dass es hier kein Entrinnen gibt. Aber das helle Licht, das aus dieser Öffnung dringt, fällt nicht etwa auf die Peiniger, sondern auf Schibi. Diese Tortur mitansehen zu müssen, ist selbst einem Tier zu viel. Der Hund kriecht unter den Tisch.

«EXECUTION. Geschechen in Basel den 7 vornembsten Rebellen. Baslischen Unterthanen», kolorierte Radierung in den «Frankfurter Relationen», Ostern – Herbst 1653 (Ausschnitt). Bild: Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv

Öffentlich inszenierte Abschreckung

Überall soll das grauenhafte Spektakel der Hinrichtungen vor möglichst zahlreichem Publikum stattfinden. Mit theatralisch inszenierten Strafaktionen schüchtert die Obrigkeit die Untertanen ein und beugt weiterem Aufbegehren vor. Zu diesem Zweck werden die Leichen auf den Richtstätten demonstrativ zur Schau gestellt.

Religiöse Medaillons und Kreuze, Fundstücke von Hingerichteten, Luzerner Richtstätte beim Gaugewäudli, Gemeinde Emmen. Bild: Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Luzern

Noch ein halbes Jahr nach der Hinrichtung hängt der Leichnam des Emmentaler Bauernführers Ueli Galli am Galgen. «Im Mai hat man den erhenkten Ulli Galli von dem Galgen abgeschnitten, welcher hernach aus oberkeitlichem Befehl vom Meister Michel, dem Scharpfrichter, wiederum mit einer Kette unter den Armen aufgehenkt und der abgehowene Kopf an das Corpus gesetzt wurde. Ist dieser also zum anderen [weiteren] Mal gehenkt und einmal geköpft worden.» 

Deckelpokal, Silber, teilvergoldet, Höhe 44 cm, um 1653, Geschenk der Berner Obrigkeit an Hauptleute für ihre Verdienste im Bauernkrieg. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

«S‘tuet doch de Luzärner d’Augen uf»

Nach dem Bauernkrieg nehmen die «Wallfarten zu der Rihtstatt by dem Hochgericht» für die Obrigkeit bedrohliche Ausmasse an. Die Bittgänge rücken in die Nähe volkstümlicher Heiligenverehrung. Die Luzerner Regierung sieht in diesen Wallfahrten politische Kundgebungen und verbietet sie bei Todesstrafe. Viele Angehörige lassen sich jedoch nicht abhalten, wie das Lied vom Buecher Fridli dokumentiert: 

«s‘Mareili gieng untern Galgen zu bäte
Die Here täten ihm das abspräche:
‹Der Galge ist ja keis Gotteshus,
s‘ist süst nur in den Chirchen der Bruuch.›
s‘Mareili gab zur Antwort druf:
‹Das Bäte ist überall der Bruuch.
Und ist der Galge keis Gotteshus,
s‘tuet doch de Luzärner d‘Augen uf.›»

Alles bleibt beim Alten. Genau das ist das Neue

Wie so oft in der Geschichte ist die Frage nach den Siegern von 1653 vordergründig rasch beantwortet: die Herren natürlich, wer denn sonst?! Jedenfalls nicht die «armen Bauernzüttel», die aufs Rad geflochten und von Galgenvögeln gefressen werden. Wenn man Geschichte allerdings als Prozess begreift, ergibt sich auch hier ein differenziertes Bild. 

Die Obrigkeiten können nach 1653 selbst von Gottes Gnaden nicht mehr schalten und walten, wie sie wollen. Systematisch direkte Steuern zu erheben, ist kaum möglich. Damit fehlt das Geld für ein stehendes Heer zur dauernden Disziplinierung der Untertanen. Damit fehlen auch die Mittel für einen Verwaltungsapparat, für städtische Beamte auf dem Land.

Die Untertanen haben zwar keine politischen Rechte, aber sie verwalten sich weitgehend selber. Das trägt wohl zur bemerkenswerten Entwicklung der Vorindustrialisierung bei. Jedenfalls ist die Schweiz um 1800, am Vorabend der technischen Revolution, womöglich der grösste Hersteller von Baumwollwaren in ganz Westeuropa

«Min arme Bauernzüttel»

In mehreren Wochenserien präsentiert der Historiker Kurt Messmer den Weg der Schweiz vom Feudalismus in die Demokratie.
Das historische Thema dieser Woche: Der Bauernkrieg von 1653! Dieser Aufstand droht die Herrschaftsverhältnisse in der Eidgenossenschaft auf den Kopf zu stellen. 
• Was beginnt, hat immer vorher schon begonnen
Nach dem Dreissigjährigen Krieg ist vor dem Bauernkrieg. Fette Gewinne verlocken die Untertanen zu hoher Verschuldung. Die Nachkriegsdepression wird verschärft durch neue Steuern und hohe Bussen.
• «Von wegen ganzen Batzen ist dieser Krieg herkon»
Nach einer verlustreichen Abwertung proben die Untertanen den Aufstand, grenzüberschreitend. Bald werden die politischen Forderungen wichtiger als die wirtschaftlichen.
• Unerhört: Bauernbund gegen Herrenbund!
Das Epizentrum des Aufstands ist das Entlebuch. Was die vereinigten Bauern im Huttwiler Bundesbrief fordern, ist für diese Zeit unerhört, europaweit.
• Abrechnung mit den «Herrgotts Lumpen»
Teile und herrsche: Mit Lug und Trug hebeln die Herren den revolutionären Bauernbund aus. Danach lassen sie den Aufstand brutal niederschlagen.

→ Die nächste Serie der Historischen Fabrik befasst sich nach der Sommerpause wiederum in fünf Folgen mit der Helvetik 1798–1803, die den Umbruch von der alten Eidgenossenschaft zum demokratischen Bundesstaat von 1848 einleitet.

>>> Weitere historische Artikel auf: blog.nationalmuseum.ch

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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19
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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rumbel the Sumbel 22.05.2018 14:38
    Highlight In einer Maueröffnung stehen als Gefängniskost Wasser und Brot bereit.....Würde sich heute für Schwerverbrecher auch gut ansehen!
    6 5 Melden
  • Staatsgebeutelter 22.05.2018 10:21
    Highlight Ob das nun heute besser ist als zu Bauernkriegs Zeiten sei zur Diskussion gestellt. Geld wollen die gnädigen Herren in Form eines Staates immer noch, die Menge Geld welche heute als "Steuern" eingefordert werden überschreitet den Zehnten bei weitem wenn direkte und indirekte Steuern einbezogen werden. Unter dem Strich arbeitet das Volk heute also mehr für die Herren als früher. Eine moderne Form der Sklaverei, nicht mehr also.
    6 5 Melden
  • Zat 21.05.2018 23:01
    Highlight Der Bauernkrieg. Alljährlich war er Thema in der Schule. Immer wieder haben wir die Zeit zurück gedreht, Bilder interpretiert, Aufsätze geschrieben. Immer noch finden jährlich diverse Gedenk-Anlässe in mehreren Regionen statt. Viele Denkmäler werden gepflegt, erst letztes WE sass ich beim Schibi-Stein. Neben der Schlacht zu Morgarten haben noch viele andere Schlachten und Geschehnisse das Geschichts-Verständnis geprägt, kaum eines so sehr wie der Bauernkrieg. Ist auch heute noch Thema in der Schule.
    11 2 Melden
  • Fulehung1950 21.05.2018 20:06
    Highlight Wie war jetzt das schon wieder mit „direkter Demokratie seit 1291“, wie uns die Rechtskonservativen immer weismachen wollen?

    Es gäbe da noch den Bockenkrieg, ein Bürgerkrieg, der 1804 in der Gegend von Horgen stattfand. Er wurde zwischen der aufständischen Landbevölkerung und eidgenössischen Truppen unter Führung der Stadt Zürich ausgetragen.
    Die Anführer Willi, Häberling und Schneebeli wurden in Zürich hingerichtet. Die Stadt zwang anschliessend die Landbevölkerung, sich von der Zehntenpflicht loszukaufen. Bei diesem Loskauf wurden sehr hohe Summen verlangt.
    Wahre direkte Demokratie!
    26 6 Melden
  • sslider 21.05.2018 16:34
    Highlight Nicht schlecht,Frau Specht!!!Toller Artikel,mehr davon!
    21 3 Melden
  • Fly Boy Tschoko 21.05.2018 16:10
    Highlight Tolle Artikel. Danke Nationalmuseum.
    32 2 Melden
  • Beat Galli 21.05.2018 15:58
    Highlight Noch mehrere Generationen nach Ueli Galli musste mein Geschlecht noch jährlich eine Busse bezahlen für die vergehen als Anführer.

    Tatsache. Und dies in der ach so freien Schweiz.
    47 4 Melden
    • The Origin Gra 21.05.2018 18:12
      Highlight Die Gnädigen Herren waren alles andere als Gnädig.
      Von meinem Grossvater wollten sie noch in den Vierziger/Fünfziger Jahren Arbeit zum Gotteslohn, dachten noch immer der Pöpel hat sich vor den Patriziern zu beugen.

      Damals war die Schweiz nicht frei sondern stand unter dem Diktat der Städte (ob das bis heute im Stadt / Land Graben nachwirkt?)
      39 4 Melden
    • Triple 21.05.2018 20:20
      Highlight Stimmt, insofern haben wir Napoleon viel zu verdanken. Erst er hat die alten Strukturen definitiv zerschlagen und damit die Basis für einen modernen Staat geschaffen.
      36 2 Melden
  • karl_e 21.05.2018 15:49
    Highlight Vom Bauernkrieg hat man uns in der Schule nichts erzählt. Warum nur, warum?
    Passt wohl nicht so ganz zur eidgenössischen Mythologie.
    49 13 Melden
  • Oh Dae-su 21.05.2018 15:12
    Highlight Ich denke es wäre besser gewesen, den ersten Teil der Wochenserie hier zu publizieren anstatt den letzten. So hat man leider überhaupt keinen Kontext und die Geschichte verwirrt eher, als dass sie aufklärt.
    36 5 Melden
  • The Origin Gra 21.05.2018 15:02
    Highlight Die Gute Alte Zeit... 😕
    33 1 Melden
  • Doeme 21.05.2018 14:40
    Highlight Sehr spannendes Thema, aber ich weiss nicht, ob es nur mir so ging oder ob der Artikel wirklich etwas verwirrend geschrieben ist....
    141 12 Melden
    • sslider 21.05.2018 16:35
      Highlight wurde er nicht.einfach mal langsamer lesen
      8 18 Melden
    • Wald Gänger 21.05.2018 19:35
      Highlight Er ist nicht verwirrend geschrieben, aber der Kontext fehlt (sie auch Kommentar von Oh dae-su oben).
      Der Schluss des Artikels mit der Überleitung zur Vorindustrialisierung ist ebenfalls ziemlich sprunghaft.

      Und dann noch zu dem einen Bild: niklausb schreibt weiter unten ganz richtig, dass das keine Mitgefangenen sind, sondern Folterknechte. Soviel Genauigkeit dürfte man vom Nationalmuseumsblog schon erwarten.
      16 0 Melden
  • Angelo C. 21.05.2018 14:40
    Highlight Schon eine gute Weile her - in der Retrospektive aber dennoch ein interessanter und lesenswerter Artikel 🤔.

    Und: keine Spur von “guter, alter Zeit” 😉!
    41 0 Melden
  • malu 64 21.05.2018 14:35
    Highlight Wer weiss, vielleicht wiederholt sich die Geschichte wieder einmal.
    26 4 Melden
  • alingher 21.05.2018 14:27
    Highlight Ein schöner und interessanter Artikel... und ein gutes Gegengewicht zu Artikeln wie "Wenn du schon mal an einem Festival eine Tomate gegessen hast, dann kennst du diese fünf Typen von einsamen Open Air Helfern".

    So von wegen News ohne BlaBla...
    259 5 Melden
  • niklausb 21.05.2018 14:14
    Highlight Sorry aber das sind doch 2 Folterknechte und nicht Mitgefangene der eine dreht die Winde und der andere behändigt einen Stein um ihn dem Gefolterten an die Füsse zu hängen.
    80 3 Melden

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