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Senioren am Steuer sollen erst ab 75 Jahren zum Arzt

13.06.17, 10:28 13.06.17, 10:44


Der Nationalrat will Autofahrer erst ab 75 Jahren zur regelmässigen medizinischen Kontrolluntersuchung schicken. Das hat er am Dienstag beschlossen. Heute liegt die Altersgrenze bei 70 Jahren.

Die Gesetzesänderung geht auf eine parlamentarische Initiative von Maximilian Reimann (SVP/AG) zurück, die in beiden Räten eine Mehrheit gefunden hatte. Nun stand die konkrete Revisionsvorlage zur Diskussion, die das Alter für die zweijährliche vertrauensärztliche Untersuchung auf 75 Jahre anheben soll.

Seniorinnen und Senioren seien heute rüstiger als früher, sagte Kommissionssprecher Thomas Ammann (CVP/SG). Zudem sei die Unfallrate der Altersgruppe nicht erhöht, diese steige erst ab 75 Jahren. Dies war auch der Tenor in den bürgerlichen Fraktionen. Die heutigen Generationen von Seniorinnen und Senioren sei in der Lage, sich über ihre Fahrfähigkeit Rechenschaft abzulegen, sagte Fabio Regazzi (CVP/TI).

Nationalrat Regazzi Fabio, CVP-TI

Fabio Regazzi Bild: freshfocus

SVP-Sprecher Walter Wobmann (SO) wies darauf hin, dass in keinem Nachbarland schon ab 70 Jahren Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Trotzdem seien Fahrerinnen und Fahrer aus diesen Ländern auf Schweizer Strassen unterwegs, was einer Diskriminierung der einheimischen Bevölkerung gleichkomme.

Kurt Fluri (FDP/SO) wies darauf hin, dass sich die Hausärzte in der Vernehmlassung für die Erhöhung der Altersgrenze ausgesprochen hätten. Andere Fachverbände hingegen seien dagegen gewesen. Angesichts dieser unterschiedlichen Stellungnahmen gehe die FDP vom Prinzip der Selbstverantwortung aus.

Fahrfähigkeit erhalten

Thomas Hardegger (SP/ZH) sprach von einer «fatalen Fehlüberlegung». Es gehe nicht darum, alle Betagten unter Generalverdacht zu stellen. Vielmehr dienten die Tests dazu, die Fahrfähigkeit zu erhalten. So könnten zum Beispiel eine allfällige Medikation oder die Brillenkorrektur angepasst werden.

Hardegger hatte daher einen Kompromiss vorgeschlagen: Mit 70 Jahren sollte eine obligatorische Untersuchung stattfinden. Bescheinigt der Arzt uneingeschränkte Fahrfähigkeit, soll die regelmässige Kontrolluntersuchung erst ab 75 Jahren durchgeführt werden. Unterstützt wurde der Vorschlag aber nur von SP und Grünen.

Auch der Bundesrat hatte die Mehrheit unterstützt. Die Gesundheit der heutigen Seniorinnen und Senioren sei besser als bei Einführung der obligatorischen Untersuchung in den 1970er-Jahren, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard. Für sie steht ebenfalls die Eigenverantwortung im Zentrum: Vergangenes Jahr hätten rund 6000 Personen den Führerausweis schon bei der ersten Kontrolluntersuchung mit 70 Jahren freiwillig abgegeben, sagte Leuthard.

Flankierende Massnahmen

Nach Ansicht des Bundesrats braucht es aber flankierende Massnahmen, wenn das Alter für die medizinischen Kontrollen auf 75 Jahre angehoben werden solle. Fahrerinnen und Fahrer könnt etwa mit 70 Jahren ein Schreiben mit Informationen und Angeboten rund um das Thema Fahreignung zugestellt werden, erklärte Leuthard.

Die Sensibilisierung soll auch dazu führen, dass die Diskussion in den Familien geführt wird. Zudem sollen Seniorinnen und Senioren ermutigt werden, den Umgang mit neueren Assistenzsystemen zu erlernen. Der Nationalrat nahm die Gesetzesänderung mit 143 zu 15 Stimmen bei 26 Enthaltungen an. Die Vorlage geht nun an den Ständerat. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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16
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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stogge 13.06.2017 14:44
    Highlight Der Vergleich mit den 70er-Jahren hinkt extrem. Damals war man, im Gegensatz zu heute, alleine auf der Strasse.
    Vielleicht sind die Senioren/innen heute rüstiger, aber der Strassenverkehr ist nicht annähernd zu vergleichen.

    Gut, mit einem Altersdurchschnitt von 52 Jahren im Nationalrat (57 im Ständerat) verwundert mich das Ergebnis nicht. Uje, da haben die Abstimmenden aber ganz fest an sich und ihre gleichaltrigen Kollegen gedacht.

    Aber die unnötige 2-Phasen-Ausbildung inkl. provisorischer Führerschein den Jungen aufzwingen. Ist mega konsequent, wirklich imfall ;-)


    0 0 Melden
    • Gubbe 13.06.2017 17:16
      Highlight Die Alten haben sich daran gewöhnt. wie die heutige Jugend sich an Handys, PC und IT Probleme gewöhnt.
      1 0 Melden
  • Gubbe 13.06.2017 14:32
    Highlight Ja die Jungen meinen, dass alle Rentner zittern würden. Wisst ihr, als ich Autofahren lernte, war Ausserorts die Geschwindigkeit völlig frei. Heute wäre das extremes Rasen, was damals abging. Aber so lernten wir Gefahren einschätzen. Ich glaube, dass viele Alte noch heute, vielen Jungen um die Ohren fahren könnten bei freier Strasse. Aber wir wissen was passiert, wenn es zu schnell um die Ecken geht. BMW M3 geleast, und husch in den nächsten Baum...
    1 0 Melden
  • Black Canary 13.06.2017 13:43
    Highlight Ich verstehe nicht ganz, wie der Zeitrahmen für solche Kontrollen bestimmt wird. Ich als Diabetikerin muss jedes Jahr die letzen drei Kontrollen vom Endokrinologen und eine umfängliche Kontrolle der Augenärztin einsenden. Ansonsten Fahrausweisentzug - Kosten der Bearbeitung trägt man natürlich selbst (STVA allein schon ~140.-).
    Beide behandelnden Ärzte sind auch der Meinung das alle zwei Jahre völlig ausreichen würde - mindestens bei den gut eingestellten.
    1 0 Melden
  • Hinkypunk 13.06.2017 13:26
    Highlight "SVP-Sprecher Walter Wobmann (SO) wies darauf hin, dass in keinem Nachbarland schon ab 70 Jahren Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. "

    Amüsant wie die SVP immer Gesetze aus dem Ausland als Beispiel nimmt sofern es in ihren Kram passt.
    4 3 Melden
  • Ratchet 13.06.2017 12:13
    Highlight Wie ist es eigentlich bei Waffen? Gibt's da auch ab einem gewissen Alter auch regelmässige Kontrollen für den Waffenerwerbsschein oder nimmt man einfach an die Person, die sich mit 30 eine Waffe geholt hat, bleibt sein ganzes Leben lang psychisch stabil?
    Die Häufigkeit von Vorfällen, wo sich Rentner bewaffnet verschanzen, ist nämlich schon bedenklich.
    5 1 Melden
  • gnp286 13.06.2017 12:05
    Highlight Aber dann bitte unter der Auflage, dass Ärzte, welche einem fahruntüchtigen Rentner trotzdem die Bescheinigung geben per sofort die Zulassung verlieren. Ansonsten geht einfach jeder zu seinem Lieblingsarzt und bekommt das Attest.

    Und ja... Junge Leute müssen finanziell bluten aber sobald man den Ausweis hat wird 55 Jahre (!) garnichts (!!!) mehr kontrolliert. Z.B. ob die Sehkraft nachgelassen hat...
    3 0 Melden
  • Army Neilstrong 13.06.2017 11:46
    Highlight Was ich sinnvoller fände wäre eine Art zweite Fahrprüfung oder ein Auffrischungskurs für Lenker ab 70.

    5 1 Melden
  • Leon1 13.06.2017 11:32
    Highlight Aber die Jungen werden mit Auflagen zugedeckt und finanziell gemolken.

    Das hat bestimmt nichts mit dem Altersschnitt im Bundeshaus zu tun, was?
    103 4 Melden
    • urwald 13.06.2017 11:36
      Highlight War auch mein erster Gedanke, wir jungen drücken während der Lehre oder kurz darauf 700.- für völlig unnötige Kurse ab.
      6 1 Melden
    • Gubbe 13.06.2017 14:23
      Highlight Möchten Sie gerne die Alten noch mehr melken? Auch Alte haben eine Fahrprüfung gemacht. Wenn ich heute sehe, wie Junge in den Kreisel fahren mit ausholendem Radius, wie F1 Fahrer, wird mir schlecht. Schon komisch, alle wollen älter werden, aber nie alt sein. Dieses ausspielen ist Kacke.
      0 2 Melden
    • reaper54 13.06.2017 15:30
      Highlight @Bonzino wo werden denn die Alten gemolken?
      Autoversicherung ist massiv Teurer für junge. Vergünstigungen haben Rentner ca gleich viele wie Jugendliche. Krankenkasse sind sie die Hauptverursacher der Kosten und wer finanzierts quer? Ah die Jungen...
      1 0 Melden
  • who cares? 13.06.2017 11:32
    Highlight Wahrscheinlich ist die Unfallrate ab 70 nicht erhöht, weil mit dem heutigen System die nicht mehr Fahrtauglichen bereits im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen wurden.
    46 5 Melden
  • fifiquatro 13.06.2017 10:54
    Highlight C`mon mit 75...Ist ja wohl jedem klar dass dies zu spät ist....Ich habe ja verständniss für jemanden der ein ganzes Leben lang Auto gefahren ist, aber man muss ganz klar sehen dass man nicht alleine ist.
    Die Gefahr dass etwas passiert ist einfach zu gross.
    Es soll ja keine Schikane sein sondern eine Kontrolle ob man überhaupt noch in der Lage ist sich dem heutigen Strassenverkehr zu bewegen....
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  • reaper54 13.06.2017 10:53
    Highlight Oh Gott mit Abstand eine der schlimmsten Nachrichten aus Bern. Bin täglich mit dem Auto unterwegs und ich sehe täglich stark überforderte Rentner im Strassenverkehr. Höchst Fahrlässig, die Vorsorgeuntersuchung abzuschaffen. Würde eine junge Person an der Fahrprüfung so fahren wie die Rentner, gäbs ganz sicher keinen Ausweis aufgrund "nicht beherrschen des Fahrzeuges".
    90 5 Melden
    • word up 13.06.2017 12:15
      Highlight bin auch deiner meinung! es kann nicht sein, dass durch die routie ein scheingefühl sicheren fahrens aufkommt, resp., dass renter in ihrem verhalten wortwörtlich festgefahren bleiben. es soll nicht schikanierend sein, lieber zu viel vorsorge, als zu wenig!
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