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Nach Gift-Anschlag: Ex-Spion Skripal verlässt Spital



epa06584601 A photo dated 09 August 2006 shows Sergei Skripal talking from a defendants cage to his lawyer during a hearing at the Moscow District Military Court in Moscow, Russia (issued 06 March 2018). Sergei Skripal, a former Russian intelligence officer, who had been sentenced to 13 years in prison on charges of spying for the the United Kingdom and later in 2010 was exchanged in a spy swap, and a woman were found unconscious on a bench in Salisbury shopping mall in the UK.  EPA/YURY SENATOROV RUSSIA OUT / BEST QUALITY AVAILABLE

Skripal im Jahr 2006. Bild: EPA/KOMMERSANT

Der vergiftete ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal ist aus dem Spital in Salisbury entlassen worden. Das teilte die Klinik am Freitag mit. «Das ist ein wichtiger Meilenstein in seiner Genesung, die nun ausserhalb des Hospitals stattfinden wird», sagte eine Mitarbeiterin des Salisbury District Hospitals der Mitteilung zufolge.

Detaillierte Angaben über den Gesundheitszustand und mögliche Folgeschäden für Sergej Skripal machte das Krankenhaus nicht. Auch über den künftigen Aufenthaltsort des 66-Jährigen wurde zunächst nichts bekannt.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in der südenglischen Kleinstadt bewusstlos auf einer Parkbank entdeckt worden. Sie wurden Untersuchungen zufolge mit einer geringen Menge des Nervengifts Nowitschok in flüssiger Form vergiftet.

Spuren davon wurden an Orten entdeckt, die sie besucht hatten. Die höchste Konzentration stellten Experten an einer Türklinke am Wohnhaus des Ex-Spions fest.

Julia Skripal wurde schon am 10. April aus dem Spital entlassen und befindet sich nach Angaben der britischen Behörden an einem sicheren Ort. Den Kontakt zu einer Cousine in Russland und zur russischen Botschaft in London lehnte sie ab, wie aus einer von Scotland Yard verbreiteten Mitteilung hervorging. Die diplomatische Vertretung zweifelt die Echtheit des Schreibens an.

Nowitschok war einst in der Sowjetunion produziert worden. Der Stoff war aber auch im Westen bekannt. London bezichtigt Moskau, hinter der Tat zu stecken. Der Kreml weist das zurück.

Schwere diplomatische Krise

Das Attentat löste eine schwere diplomatische Krise aus. Zahlreiche Diplomaten wurden auf beiden Seiten ausgewiesen. Grossbritannien lässt nun mehr als ein Dutzend Todesfälle von Kreml-Kritikern und Ex-Spionen im Land erneut untersuchen.

Mit der Aufklärung des Mordversuchs an den Skripals beschäftigte sich auch die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag. Sie liess Blutproben der Opfer und das verwendete Gift in unabhängigen Labors analysieren und bestätigte in einem Report die Ergebnisse britischer Experten. Die OPCW äusserte sich aber nicht dazu, woher das Gift kam und wer für den Anschlag verantwortlich ist.

Nowitschok ist ein extrem gefährliches Nervengift. Toxikologen halten chronische Folgen und erst später auftretende Schäden für möglich.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Bei einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Grossbritannien. (sda/dpa)

Russland ist «höchstwahrscheinlich» verantwortlich

Video: srf

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