DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Italiens Küstenwache bringt Flüchtlinge nach Lampedusa: Womöglich mehr als 200 Tote.
Italiens Küstenwache bringt Flüchtlinge nach Lampedusa: Womöglich mehr als 200 Tote.Bild: EPA/ANSA / ITALIAN COASTGUARD
Tragödie vor Lampedusa

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer: Nur 9 Überlebende – die anderen 203 hat das Meer verschluckt

Bei dem jüngsten Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sind wohl mehr Menschen als bislang vermutet gestorben. Laut UNO waren auf zwei Schlauchboten Hunderte Flüchtlinge unterwegs – nur neun überlebten. 
11.02.2015, 10:5411.02.2015, 11:02
Ein Artikel von
Spiegel Online
No Components found for watson.rectangle.

Vor Lampedusa sind möglicherweise mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Das erklärte eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingswerks UNHCR. Sie bezog sich auf die Zahl der Überlebenden, die die italienische Küstenwache retten konnte.

Insgesamt seien drei Schlauchboote mit Flüchtlingen unterwegs gewesen. Auf einem waren zu Beginn der Woche 29 Menschen erfroren. Auf zwei weiteren Booten seien insgesamt mehr als 210 Menschen gewesen. «Von diesen überlebten nur neun», teilte Sprecherin Carlotta Sami mit. «Es sind neun, und sie wurden nach vier Tagen auf dem Meer gerettet. Die anderen 203 hat das Meer verschluckt.» Es sei eine «schreckliche und enorme Tragödie».

Laut Küstenwache sind die Bedingungen auf See mit bis zu acht Meter hohen Wellen und Temperaturen nur knapp über null Grad momentan extrem.

Jetzt auf

Bei den Flüchtlingen soll es sich zum Teil um Libyer handeln. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums kamen allein im Januar mehr als 3500 Flüchtlinge nach Italien. Selbst Winterstürme halten die verzweifelten Menschen nicht von den gefährlichen Überfahrten meist von Libyen aus ab.

Tausende sind auf diesem Weg ums Leben gekommen – ertrunken, verdurstet oder an Erschöpfung gestorben. Zwischen dem 1. Januar und 17. Dezember 2014 erreichten insgesamt 167'462 Flüchtlinge Italien über das Meer. Das sind im Schnitt 477 pro Tag.

Italien rief die Rettungsmission «Mare Nostrum» ins Leben, die Tausende Flüchtlinge auf dem Mittelmeer in Sicherheit brachte. Diese wurde vergangenes Jahr von der EU-Grenzschutzmission «Triton» abgelöst. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk kritisierte das Programm erneut als unzureichend.

(gam/dpa/AFP)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Der Cavaliere winkt ab! Berlusconi verzichtet auf Kandidatur als Staatspräsident

Silvio Berlusconi hat seinen letzten grossen Politik-Traum aufgegeben. Der frühere Ministerpräsident und skandalumtoste Unternehmer zog sich am Samstagabend offiziell aus dem Rennen um das Amt des italienischen Staatspräsidenten zurück. Auf einem virtuellen Spitzentreffen der Mitte-Rechts-Parteien liess der 85-Jährige mitteilen, dass er nicht mehr zur Verfügung stehe.

Zur Story