Psychologie
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08708709 Citizens wear protective face masks in Podgorica, Montenegro, 30 September 2020. Schools officially started the new school year, in accordance with health protocols due to the coronavirus pandemic, following measures such as limiting the number of students, social distancing and wearing face masks. The Institute of Public Health of Montenegro has 135 new Covid-19 cases recorded in Montenegro in the last 24 hours.  EPA/BORIS PEJOVIC

Das Maskentragen hat viel damit zu tun, was andere über einen selbst denken. Bild: keystone

Darum halten sich Menschen an Corona-Regeln



Maskentragen, Abstandhalten und Händewaschen: Wer sieht, dass sich andere an die Corona-Regeln halten, tut es auch selbst. Solidarität spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, wie eine repräsentative Online-Umfrage von Zürcher Forschenden zeigt.

>>> Alle News zum Coronavirus im Liveticker.

Die Forschenden der Eawag, des Eawag Spin-offs Ranas und der ETH Zürich untersuchten, welches die grössten psychologischen Ansatzpunkte sind, damit sich Menschen aus freien Stücken an die Corona-Verhaltensempfehlungen halten. Gerade jetzt sei dies wichtig zu verstehen, da sich im Laufe des Sommers eine gewisse Corona-Müdigkeit eingeschlichen habe, sagte der Umweltwissenschaftler Max Friedrich von Ranas im Gespräch mit Keystone-SDA.

Er startete gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen im April und Mai 2020 eine Umfrage unter tausend Personen in der Deutschschweiz. Demnach befolgten mehr als die Hälfte der Teilnehmer die Verhaltensempfehlungen konsequent. Zwölf Prozent hingegen räumten ein, sich «nur manchmal» oder «selten» daran zu halten.

Was denken andere über mich?

Die Psychologie spielte eine wichtige Rolle: So nahmen sich die «braven» Menschen zu Herzen, was andere von ihnen denken würden, wenn sie sich nicht regelkonform verhalten würden. Ebenfalls liessen sie sich vom Tun anderer beeinflussen.

Dieselben Menschen fühlten sich auch gegenüber Risikogruppen und dem Gesundheitspersonal moralisch verpflichtet. Ebenso spielte Eigennutz eine Rolle: Die Leute waren überzeugt, sich selbst zu schützen. Und je mehr sie ihren Fähigkeiten vertrauten, sich an die Regeln halten zu können, desto besser hielten sie sich daran.

Neue Ideen für Kampagnen

«Interessant ist, dass diese psychologischen Gründe offenbar stärker sind als andere Faktoren», sagte Friedrich gemäss einer Mitteilung des Wasserforschungsinstituts Eawag. So befolgten Menschen, die rauchten oder an Krebs litten, die Regeln nicht häufiger als andere. Älteren Menschen hingegen hielten sich etwas besser daran als Junge.

«Psychologische Motive, die besonders stark mit einem schützenden Verhalten zusammenhängen, sollten aus unserer Sicht in Kampagnen direkt angesprochen werden», liess sich die Verhaltensforscherin Silvie Palacios in der Mitteilung zitieren.

Demnach sollte eine Kampagne etwa vermitteln, dass andere Menschen enttäuscht sind, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Oder umgekehrt: Die Mitmenschen finden es klasse, wenn man den Empfehlungen folgt. Hebe man diese Gefühle hervor, würden sich die Menschen – laut den Studienergebnissen – eher an die Regeln halten, so Friedrich. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

22 interessante «Gerichte» aus den Lockdown-Küchen dieser Welt

Diese Hunde erschnüffeln den Coronavirus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Konsortin Sha'ira
01.10.2020 09:52registriert July 2020
Mit Schuldgefühlen arbeiten? Das ist nicht deren Ernst, oder? Positive Bestärkung, ja. Aber doch nicht mit dem schlechten Gewissen arbeiten.
5413
Melden
Zum Kommentar
7

Bhakdi und Reiss sind bei Corona-Skeptikern Helden – ihre Kernaussagen im Faktencheck

Die deutschen Wissenschafter Sucharit Bhakdi und Karina Reiss haben umstrittene Aussagen gemacht. Der Faktencheck.

Ein Interview in den CH-Media-Zeitungen mit Sucharit Bhakdi von der Universität Mainz und Karina Reiss von der Universität Kiel vom vergangenen Samstag hat Wellen geworfen. Das deutsche Forscherehepaar stellt im Interview ihre Sicht der Coronamassnahmen dar, welche die beiden in ihrem Buch «Corona Fehlalarm?» schon veröffentlicht haben.

Reiss' Universität Kiel hat sich mit einem offiziellen Statement vom Buch distanziert, weil es tendenziöse Aussagen enthalte, welche die wissenschaftliche …

Artikel lesen
Link zum Artikel