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Zuerichs Trainer Uli Forte, rechts, spricht mit dem Praesidenten Ancillo Canepa im Challenge League Fussballspiel zwischen dem FC Zuerich und dem FC Wil im Letzigrund, am Samstag, 20. Mai 2017 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ein Bild aus besseren Zeiten: FCZ-Präsident Ancillo Canepa mit Uli Forte. Bild: KEYSTONE

Canepas Angst vor den Fehlern der Vergangenheit wurde Forte zum Verhängnis

Der FC Zürich hat sich eher überraschend von Trainer Uli Forte getrennt. Das Team, immerhin auf Platz 3 der Super League klassiert, habe in den letzten Monaten stagniert, argumentiert der Verein. Doch die Ursachen für die Massnahme aus heiterem Himmel stecken tiefer.



Auf den ersten Blick war der 43-jährige Uli Forte im Soll. Man wolle sicher in der Super League bleiben, sich für den Europacup qualifizieren und dabei auch vermehrt eigene Nachwuchsspieler integrieren, war zum Saisonbeginn die Zielsetzung beim Aufsteiger. Nach 22 von 36 Runden liegt der FCZ auf Platz 3, hat elf Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz, und junge Zürcher gehören ebenfalls zum Team. Letztes Beispiel: Fabian Rohner, 19, der beim Auswärtssieg in St.Gallen sogar ein Tor erzielte.

Und sowieso: Forte hatte zum Ende der Saison 2015/16 den Abstieg des FCZ zwar nicht mehr verhindern können, führte den Stadtklub aber zum Cupsieg, danach durch eine respektable Europa-League-Kampagne und zum souveränen Wiederaufstieg. Er hat lange Zeit alle Aufträge erfüllt.

Doch das alles hat jetzt nicht mehr genügt, um ihn im Amt zu halten. Auch nicht die Tatsache, dass der FC Zürich den Vertrag mit ihm erst vor sieben Monaten um ein Jahr bis 2019 verlängert hatte. «Aus sportlicher Sicht sind wir zum Schluss gekommen, dass die Entwicklung in den letzten Monaten stagniert hat», so das Urteil von Präsident Ancillo Canepa. Oder anders gesagt: Der 3. Platz strahlt mehr Glanz aus als die Mannschaft auf dem Platz. Der FCZ hat in dieser Saison spielerisch häufiger enttäuscht als brilliert.

Doch nicht nur die weichen Faktoren sprachen zuletzt gegen Forte. Die Bilanz der letzten elf Spiele ist negativ: drei Siege stehen fünf Niederlagen gegenüber. Die Tendenz zeigte im Herbst je länger, desto mehr nach unten. Sogar Forte hatte vor der Rückrunde gewarnt: «Auf das Glück können wir uns nicht mehr verlassen.» Besser wurde es nicht. Die Zürcher blamierten sich im ersten Heimspiel gegen Thun (2:4), spielten am letzten Sonntag gegen Luzern wieder schlecht und kamen da eher glückhaft zu einem Punktgewinn. Dazwischen siegten sie immerhin auswärts gegen St.Gallen.

So reagierte Forte:

Der FCZ hat aber trotz allem einen heiklen Moment gewählt für den Trainerwechsel. Am Sonntag kommt es zum Derby gegen die Grasshoppers in der Meisterschaft, drei Tage später zum Cup-Halbfinal – wieder gegen den Stadtrivalen. Der 38-jährige Ludovic Magnin, der im letzten Frühjahr mit der U18 des FCZ Schweizer Meister wurde und in dieser Saison mit der U21 in der Promotion League einen Mittelfeldplatz belegt, kann als neuer Trainer bereits in den ersten sieben Tagen und in den ersten zwei Spielen viel verlieren.

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Canepa und die Fehler von früher

Aber dieses Risiko wollen sie eingehen beim FCZ, weil sie von den Qualitäten des Westschweizers überzeugt sind. Canepa nennt Magnin einen «engagierten, innovativen und zielgerichteten Trainer». Magnin soll im FC Zürich kein Interimstrainer sein. Der Klub weist im Communiqué darauf hin, dass Magnin einen Vertrag bis Juni 2020 besitzt.

Doch es geht beim Trainerwechsel von Forte zu Magnin nicht nur um Risiken und Nebenwirkungen. Offensichtlich will Canepa aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. An Fortes Vorgängern, Urs Meier und Sami Hyypiä, hatte der Zürcher Chef zu lange festgehalten und erst eingegriffen, als es zu spät war. Dass er Meier damals zum Ende der Saison 2014/15 nicht entlassen hatte, weil der FC Zürich Dritter geworden war, bereute Canepa später. Vielleicht auch deshalb war es nun kein Grund, trotz Platz 3 an Forte festzuhalten.

Der FC Zuerich Trainer Sami Hyypiae, links, und Praesident Ancillo Canepa, rechts, vor dem 1/16 Final Fussball Cup Spiel zwischen dem FC Wohlen und dem FC Zuerich, am Samstag, 19. September 2015, im Stadion Niedermatten in Wohlen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Keine Frage: An Sami Hyypiä hatte Canepa zu lange festgehalten. Bild: KEYSTONE

Die Angst vor Parallelen zum Frühjahr 2015 ist beim FCZ offenkundig. Vor drei Jahren siechte sich der FCZ freudlos durch das Frühjahr und verlor in dieser Verfassung im eigenen Stadion den Cup-Halbfinal. Diesmal will sich die Vereinsführung später nicht vorwerfen, nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben. (pre/sda)

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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 21.02.2018 10:48
    Highlight Highlight Haha. Ein Aufsteiger auf Platz 3 meint er sei für etwas besseres berufen. Zürich live.
  • El diablo 21.02.2018 07:51
    Highlight Highlight Der 3. Platz ist für den Überraschungskandidat der Saison reserviert. FC Lugano ;)
  • Dubliner 21.02.2018 07:18
    Highlight Highlight Wer sich nicht gross mit dem FCZ beschäftigt, kann diesen Entscheid nicht verstehen. Wer, wie ich, bei Heim- und Auswärtsspielen im Stadion ist, allerdings sehr wohl.

    Bereits die Nati-B-Rückrunde war mangelhaft (weniger Punkte als Schaffhausen), Anfang Saison gab‘s eine Phase mit Kampfsiegen, nun profitieren wir schlicht und einfach davon, dass sich alle Teams hinter Basel gegenseitig Punkte wegnehmen und keine Konstanz da ist.

    Eine Entwickling blieb unter Forte aus. Dass die Reissleine vor den zwei wichtigen Derbys gezogen wurde, ist überraschend und erfreulich zugleich.
  • bcZcity 21.02.2018 00:52
    Highlight Highlight Magnin ist top, der wird noch überraschen! Am Ende sind es aber die Spieler die 101% geben müssen!
  • Jol Bear 20.02.2018 23:27
    Highlight Highlight Auf jeden Fall herrscht in der FCZ-Führung ziemliche Nervosität. Verständlich, in der Super League ist der Stärkeunterschied zwischen Rang 3 und 10 minim, damals bei Hyypiä hatte man zu lange gewartet und die Leistung in den letzten Wochen waren nichts besonderes. Forte zu entlassen scheint dennoch überhastet. Immerhin ist der FCZ Aufsteiger und hat im Moment von den 8 Abstiegskandidaten die beste Ausgangslage. Nur wenn mit Magnin die EL-Qualifikation geschafft wird, wird man sagen können, dass der Entscheid nicht falsch war. Ob er richtig war, wird aber eine offene Frage bleiben.
    • Antiklaus 21.02.2018 10:16
      Highlight Highlight Klar, dass man nervös ist, wenn der Abstieg droht. Sion ist nicht so weit entfernt in der Tabelle.
  • P1erre991 20.02.2018 22:46
    Highlight Highlight Herr Canepa "haben sie noch alle Tassen im Schrank"! Mir ist ihr FCZ eigentlich furzegal, aber einen erfolgreichen und Retter ihres Clubs aus der Bedeutungslosigkeit der zweiten Spielklasse entlässt man einfach nicht so. Das ist stillos! Hoffentlich hat er ein langer Vertrag es soll sie richtig viel Geld kosten! Hopp YB!
  • urs eberhardt 20.02.2018 21:36
    Highlight Highlight Der FCB Burgener hätte vermutlich vor "Constantin" gewarnt. Er ist ja nicht lebensmüde. Aber unterdessen wurde ein neues Branding eingeführt: "CC" heisst jetzt "Constantin Canepa". Ein neuer, erfolgsorientierter Konzern mit Synergien beim firing. Nachhaltig halt.
  • Toerpe Zwerg 20.02.2018 21:02
    Highlight Highlight Ein guter und mutiger Schritt im richtigen Zeitpunkt.
  • mikel 20.02.2018 20:48
    Highlight Highlight Yeah, ich freue mich auf Ludovic! Trotzdem: Krass was beim FCZ läuft!
  • Capoditutticapi 20.02.2018 20:18
    Highlight Highlight Undank ist der Welten Lohn
  • Bene86 20.02.2018 19:49
    Highlight Highlight Rasiert einfach 2 mal die Niederhasli-Jumpers, dann kann ich auch mit Magnin leben.
  • Bene86 20.02.2018 19:45
    Highlight Highlight Oh mann... und dafür holt man den Magnin..
  • AJACIED 20.02.2018 19:09
    Highlight Highlight Magnin wird Interims 😂😂😂😂 guet Nacht am sächsi
  • Sir_Saku 20.02.2018 18:56
    Highlight Highlight Der arme Uli... Schon wieder keine Schäfchen mehr...
  • NWO Schwanzus Longus 20.02.2018 18:50
    Highlight Highlight solche Beiträge wie von Silent, Ponebone etc kommen davon das man nur Ergebnise sieht aber keine Spiele. Auch die ganzen Herzlis für solche Beiträge wiederspiegeln das man wahrscheinlich keine Ahnung von der Thematik hat. Die letzten Hin und erste Rückrunden Spiele waren total schrecklich, man hat nie über 90min überzeugt undes wurden so haatsträubende Fehler gemacht. Die Mannschaft wurde auch nicht erreicht. Der Zeitpunkt der Entlassung ist aber Riskant so kurz vor dem Derby gegen GC Niederhassli setzt man Magnin stark unter Druck. Ich hoffe Magnin startet gut!

    Hopp FCZ!
    • Sir Konterbier 20.02.2018 20:06
      Highlight Highlight Ich werde diese krampfhafte Versteifung auf ein Trainingscamp ausserhalb der Stadt nie verstehen...

      Als Fan des älteren und erfolgreicheren Clubs der Stadt Zürich und somit als die Person die ihr zu provozieren beabsichtigt, muss ich das wohl aber auch nicht🤷‍♂️

      Bis bald im Hardturm!

    • ponebone 20.02.2018 20:32
      Highlight Highlight Da hast du definitiv recht, ich bin FCZ Sympathisant und nicht Fan, entsprechend bin ich relativ weit weg von der Mannschaft und ganz klar, ich war diese Saison noch nie im Letzi, geschweige denn auswärts. Ich bezog mein Kommentar auch mehr darauf, dass diese Entscheidung wieder vom Verwaltungsrat getroffen wurde und nicht von der sportlichen Leitung. Hatte man da nicht mal den Bickel installiert? Aber wenn man sich die Kommentare durchliest, scheint es so, dass alle, welche nah dran sind, den Schritt begrüssen. Von dem her ist vielleicht die richtige Entscheidung.
    • ponebone 20.02.2018 20:42
      Highlight Highlight Aber trotzdem bleibt meiner Meinung ein schaler Nachgeschmack. Ich meine, gross verändert hat sich der Kader seit dem Aufstieg ja nicht und trotzdem ist man mit diesem auf Platz 3. Müsste man da Ueli nicht ein wenig mehr Kredit geben? Persönlich glaub ich halt einfach, dass Kontinuität für die Entwicklung einer Mannschaft das Wichtigste ist. Und jetzt wird ganz am Anfang der ersten Krise wieder alles durcheinander gewirbelt.
      Aber ihr habt natürlich schon recht, in der Abstiegssaison kam der Trainerwechsel zu spät.
    Weitere Antworten anzeigen
  • branchli1898 20.02.2018 18:04
    Highlight Highlight Ähnlicher Effekt wie bei YB dazumal. Nach 1.5 Saison verpufft der Effekt von Sprüchen etc. Forte ist nun einmal ein Motivationstrainer, kurzfristig grandios, aber langfristig verbraucht er sich.

    Also CC, du weisst wie du Sitten retten kannst :-)
    • satyros 20.02.2018 19:12
      Highlight Highlight War glaub ich schon bei St. Gallen so. Ist mit denen aufgestiegen und gut in die NLA gestartet. Irgendwann war die Luft dann draussen. Bei GC war er dann nur eine Saison im Amt, feierte dabei aber grosse Erfolge.

      Ich hoffe allerdings, CC findet noch irgend einen abgehalfterten grossen Namen, der ihn keinen Schritt weiterbringt. Hyypiä wär glaub zu haben.
    • BALCONY 20.02.2018 19:49
      Highlight Highlight Wenn du als Trainer die 1 1/2 Saisons überlebts, kann man das gleich setzen wie ein Rockstar, der sein 27. Lebensjahr überlebt hat😂
  • Bill Dung 20.02.2018 17:59
    Highlight Highlight Überraschend.. aber wer die letzten Spiele gesehen hat war wirklich grauenhaft. Riskanter Zeitpunkt so kurz vor den derbys. Aber hoffe magnin kann neue Impulse setzten. Und welsche Trainer haben dem Fcz bis jetzt immer glück gebracht
  • ponebone 20.02.2018 17:37
    Highlight Highlight Ich hatte wirklich den Eindruck, sie hätten was gelernt...
    • NWO Schwanzus Longus 20.02.2018 18:34
      Highlight Highlight Wer die Spiele gesehen hat weiss ganz klar das man tatsächlich stagniert hat. Zwar derzeit Platz 3 aber 2 Niederlagen reichen um bis zum Ende durchgereicht zu werden. Man hat kaum ein Spiel über 90min gut gespielt. Im Angriff ist man zu harmlos. Das man Magnin grad einen langen Vertrag hinschmeisst finde ich aber mutig aber nicht durchdacht. Trotzdem viel Glück und mach den FCZ heiss.

      Hopp FCZ und danke Uli.
    • LeserNrX 20.02.2018 18:37
      Highlight Highlight Ja, haben sie auch. 4 der letzten 5 Pflichtspiele waren desaströs. Hätte man wieder bis drei Runden vor Saisonende mit dem Trainerwechsel warten sollen, wie in der Abstiegssaison? Jeder der die Leistungen des FCZ in den letzten paar Monaten mitverfolgt hat, wusste dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Forte entlassen wird. Ob Magnin wirklich ein geeigneter Ersatz ist, ist natürlich alles andere als sicher. Mal sehen..
    • Toerpe Zwerg 20.02.2018 22:21
      Highlight Highlight Haben sie auch. Der Dritte Rang ist trügerisch, ein Absturz auf Rang 7 innert 4 Runden nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich mit den Leistungen der letzten 6 Spiele.
  • Alterssturheit 20.02.2018 17:17
    Highlight Highlight Solche Überraschungen überraschen eigentlich gar nicht mehr, wir müssen es ja nicht verstehen....
    Wenigstens hat man sich einen überaus erfahrenen und bisher äusserst erfolgreichen Trainer geholt -:))
    • gecko25 20.02.2018 17:39
      Highlight Highlight falls du in den letzten wochen auch mal im Letzigrund gewesen wärest, würdest du den Entscheid sehr wohl verstehen.
    • Silent_Revolution 20.02.2018 17:54
      Highlight Highlight gecko25

      Ein mittelmässiges Superleagueteam steht nach dem direkten Wiederaufstieg und einer sehr guten Hinrunde auf Platz 3 der Superleague.

      Und nach einer Niederlage und einem Unentschieden zu Beginn der Rückrunde wird der Coach direkt gefeuert. Momol verstehen wir bestimmt alle.

      Viel Glück Magnin beim Gewinn der Champions League, denn Niederlagen werden hier nicht geduldet!
    • Luku luku 20.02.2018 17:58
      Highlight Highlight Niemand will ins Letzigrund. Aber als Aufsteiger auf Platz 3 kann man doch nich von einer stagnierenden Entwicklung sprechen.
    Weitere Antworten anzeigen

Darum bleibt der FC Basel der grösste Schweizer Klub

Als Nicht-Basler kann man den FC Basel nur beneiden. Nach dem 1:7 gegen YB liegt der Verdacht zwar nahe, der Satz könnte mit Zynismus oder Sarkasmus gewürzt sein. Ist er aber nicht. Denn selbst ein 1:7, selbst eine Saison ohne Europacup und Meistertitel zwingt diesen Klub nicht in die Knie.

Gewiss, der Marktwert einzelner Spieler wird zusammensacken wie ein abgekühltes Soufflé. Die Transfererlöse werden einbrechen. Wahrscheinlich wird im Verlauf der Saison weiteres Personal ausgetauscht. …

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