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Zehn Jahre Gefängnis für Kidnapperin von Baby in Südafrika



Die Kidnapperin eines 19 Jahre lang entführten Mädchens aus Südafrika muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Die 52-Jährige hatte vor 19 Jahren eine Neugeborene entführt und bis zum Auffliegen der Tat als ihre eigene Tochter aufgezogen.

Am Montag verfügte das Gericht in Kapstadt eine Haftstrafe von 14 Jahren, vier davon wurden zur Bewährung ausgesetzt, hiess es aus Gerichtskreisen.

Richter John Hlope sagte dem Nachrichtenportal News 24 zufolge, die Frau habe schwere Verbrechen begangen, doch ihre persönlichen Umstände - ihr Alter, chronische Krankheiten und bisherige Unbescholtenheit - hätten das Strafmass beeinflusst.

Die Täterin war bereits im März der Entführung und des Betrugs schuldig gesprochen worden. Sie hatte stets bestritten, die heute 19-jährige Zephany Nurse im April 1997 entführt zu haben. Die Frau behauptete, eine andere Frau habe ihr das Kind auf einem Bahnhof übergeben.

Der Fall hatte internationales Aufsehen erregt. Nurse hatte sich in der Schule zufällig mit ihrer biologischen Schwester angefreundet.

Aufgrund der grossen Ähnlichkeit der Teenager veranlasste Nurses biologischer Vater 2015 einen DNA-Test, der Zephanys Identität als seine leibliche Tochter bestätigte. Südafrikanischen Medien zufolge lebt Nurse mittlerweile wieder bei dem Ehemann der Verurteilten, dem Mann, den sie 17 Jahre lang für ihren Vater gehalten hatte.

Tat aus Verzweiflung

Zephanys leibliche Eltern Celeste und Morne Nurse hatten nach dem Verschwinden ihrer Tochter noch drei weitere Kinder bekommen. Sie gaben die Hoffnung nie auf, Zephany eines Tages wiederzufinden, und feierten jedes Jahr ihren Geburtstag.

Wie sich später herausstellte, wuchs das Mädchen nur wenige Kilometer von seinen leiblichen Eltern entfernt auf. Es verlebte anscheinend eine glückliche Kindheit und war nie über seine wahre Identität aufgeklärt worden - ebensowenig wie sein angeblicher Vater.

Die 52-jährige Angeklagte sagte vor Gericht aus, sie habe Ende 1996 nach mehreren Fehlgeburten aus Verzweiflung eine Frau kontaktiert und dafür bezahlt, ein Baby für sie zu finden. Dieses habe sie dann fünf Monate später in Empfang genommen.

Im Kreuzverhör verstrickte sich Zephanys Ziehmutter allerdings in Widersprüche. Das Gericht wies ihre Darstellung zurück und sprach sie im März der Kindesentführung schuldig.

Trotz der Enthüllungen über ihre Herkunft baute Zephany keine Beziehung zu ihren leiblichen Eltern auf. Während des Prozesses, der in Südafrika auf grosses Medieninteresse stiess, beschimpften sich beide Familien ausserhalb des Gerichtsgebäudes gegenseitig.

Zephanys leiblicher Vater begrüsste das nun ergangene Urteil, mit dem für ihn eine schwierige Zeit zu Ende geht. «Das hat mich müde gemacht, es hat mich vollkommen krank gemacht», sagte er der Nachrichtenagentur AFP vor dem Gerichtsgebäude.

«Ich konnte nächtelang nicht schlafen. Ich konnte nicht richtig essen.» Nun wolle er Zephany besser kennen lernen, fügte Nurse hinzu. (sda/dpa/afp)

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