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Erster von Trump befohlener Militäreinsatz: «So gut wie alles ging schief»

31.01.2017, 11:4901.02.2017, 04:21

Die erste geheime US-Militäraktion, die auf Geheiss des neuen Präsidenten Donald Trump stattfand, hat mit einem Blutbad geendet: Bei dem Kommando-Einsatz im Jemen kamen neben einem US-Soldaten Dutzende von Menschen ums Leben, darunter ein 8-jähriges Mädchen mit US-Staatsbürgerschaft und zahllose Zivilisten. 

Im Kugelhagel gestorben: Nawar «Nora» al-Awlaki. 
Im Kugelhagel gestorben: Nawar «Nora» al-Awlaki. Bild: NBC News/nawar al-awlaki
Der erste gefallene US-Soldat der Ära Trump: Elite-Kämpfer William «Ryan» Owens.
Der erste gefallene US-Soldat der Ära Trump: Elite-Kämpfer William «Ryan» Owens.Bild: wavy-tv

«So gut wie alles ging schief», sagte einer der Offiziere, der am Sonntag bei dem Einsatz dabei war. Durchgeführt wurde die Kommandoaktion – die erste, die nicht mehr von Obama, sondern von Trump angeordnet wurde – vom streng geheimen Joint Special Operation Command. Ziel war ein Stützpunkt der Terrororganisation «al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel» (AQAP) in der Ortschaft Jakla in der zentraljemenitischen Provinz Baida.

Möglicherweise bis zu 59 Toten

Drei al-Kaida-Anführer wurden gemäss Angaben des Pentagons getötet; insgesamt seien 14 Terroristen umgekommen. Sie waren allerdings nicht die einzigen Opfer des Angriffs. Auch zwei amerikanische Staatsbürger kamen ums Leben: der Elite-Soldat William «Ryan» Owens aus Illinois – der erste in Trumps Präsidentschaft gefallene US-Soldat – und das achtjährige Mädchen Nawar «Nora» al-Awlaki, Tochter des vor fünf Jahren getöteten al-Kaida-Chefs Anwar al-Awlaki. 

Der Grossvater des Mädchens, Nasser al-Awlaki, ein ehemaliger jemenitischer Agrarminister, sagte dem US-Sender NBC News, es habe 59 Tote gegeben. Darunter waren auch Frauen und Kinder.

Das SEAL-Kommando operierte laut NBS News von Dschibuti aus. Der Angriff der Spezialeinheit richtete sich gegen Häuser, eine Schule, eine Moschee und eine medizinische Einrichtung, die von AQAP-Kämpfern genutzt wurden. Schon bei der Landung im Zielgebiet gab es Schwierigkeiten: Ein Hubschrauber sei so hart gelandet, dass mehrere Soldaten verletzt wurden. Das Fluggerät wurde von der Besatzung aufgegeben und zerstört. 

2011 getötet: Anwar al-Awlaki.
2011 getötet: Anwar al-Awlaki.Bild: thecommentator.com

Der Vater des getöteten Mädchens kam am 30. September 2011 bei einem Drohnen-Angriff im Jemen ums Leben. Anwar al-Awlaki war in den USA geboren worden, als sein Vater dort studierte, kehrte aber später in den Jemen zurück. Nach amerikanischen Angaben hatte er innerhalb der al Kaida eine Führungsposition inne – er sei ein potenzieller Nachfolger von Osama bin Laden gewesen, der ein halbes Jahr zuvor getötet worden war. 

(dhr)

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Machtkampf im Jemen

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114 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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chilli37
31.01.2017 17:52registriert Mai 2015
Bin auch kein Trumpfan, aber ich bin überzeugt, dass sich hier ganz viele zu Wort und zu einem Thema melden von dem sie (wie ich übrigens auch ) wenig bis keine Ahnung haben: administrative Abläufe im US Militär.
Der einzige Sachverhalt der mich interessiert:
Hat die Tatsache, dass der Befehlt von DT kam in irgendeiner Weise etwas mit der hohen Zahl an zivilen Opfern zu tun? Wurde die Entscheidung für den Einsatz evtl. überhastet gefällt? Oder gar entgegen der Meinung stationierter Profis vor Ort? usw.
Alles andere ist billige Stimmungsmache...
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31.01.2017 14:06registriert März 2014
Trump-Freunde, immer mit der Ruhe! Niemand sagt, der Chef höchstpersönlich habe den Heli hart gelandet. Als Oberbefehlshaber hat er aber die Verantwortung. Genauso wie man Obamas zivile Drohnenopfer Obama ankreidet und nicht der Person, die am Bildschirm die Drohne flog. That's how it goes.
Was man aber festhalten darf: wenn ein Offizier berichtet, alles sei schief gegangen, und wenn auf 14 tote Terroristen fast das 3-fache an toten Zivilisten kommt, dann setze ich ein sehr grosses Fragezeichen hinter die Planung dieser Aktion.
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Pana
31.01.2017 15:36registriert Juni 2015
Das mag ein bisschen Offtopic sein, aber könnte mir jemand erklären, wieso der Terroranschlag von Quebec hier praktisch nicht dokumentiert wird? Ich musste den ersten Artikel via Suchfunktion finden, und der zweite ist weit unten in der Seite verschwunden. Ein Trump Fan richtet in einer Mosche ein Blutbad an. Wäre es islamischer Terror, hätten wir tagelang einen Live-Ticker, Hintergrundberichte etc. Aber diese Tat erhält sogar weniger Beachtung als 0815 Trump Artikel. Oder sehe ich das falsch?
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