Blaulicht
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Vater mit 55 Messerstichen abgeschlachtet: Bestätigt Obergericht Urteil gegen Tochter?



Im Prozess um die 26-Jährige, die im Dezember 2015 in Hemmental SH ihren Vater erstochen haben soll, hat der Ankläger am Dienstag vor dem Obergericht Schaffhausen auf eine Verurteilung wegen Mordes gepocht. Der Verteidiger warnte vor einem «fatalen Fehlurteil» - seine Mandantin sei freizusprechen.

Das Obergericht wird sein Urteil am späten Mittwochnachmittag eröffnen. Es muss sich, wie schon das Kantonsgericht als erste Instanz, auf Indizien stützen. Augenzeugen der Tat gibt es nicht, ein Teilgeständnis zog die Beschuldigte Schweizerin nach einem halben Jahr zurück.

Die Indizien müssten nicht einzeln überzeugen, sagte der Staatsanwalt. Wichtig sei, dass sie in ihrer Gesamtheit zusammen passten wie Mosaiksteine und ein klares Bild ergäben. Dies sei vorliegend der Fall.

Bluttat nach den Flitterwochen

An jenem späten Dezemberabend 2015 waren die Beschuldigte und ihr Ehemann nach den Flitterwochen unerwartet zu ihren Eltern in die Wohnung im Schaffhauser Ortsteil Hemmental gekommen. Während die Mutter im Bad und die Tochter auf der Toilette war, gingen die beiden Männer mit Messern aufeinander los. Und auch unter den beiden Frauen kam es vor der Tür zum Wohn-Esszimmer, wo der Kampf stattfand, zu einem Handgemenge.

Polizisten ermitteln nach einerm Toetungsdelikt in Hemmental, am Montag, 14. Dezember 2015. In einer Wohnung in Hemmental im Kanton Schaffhausen hat die Polizei am spaeten Sonntagabend zwei Maenner tot aufgefunden. Die Polizei geht von einem Toetungsdelikt aus. Bei den Toten handelt es sich um einen 26- und einen 56-jaehrigen Schweizer, wie die Schaffhauser Polizei am Montagmorgen mitteilte. Die Toten sind laut Mitteilung kurz nach 23 Uhr in der Wohnung aufgefunden worden. (KEYSTONE/Dominic Baur)

Der 56-Jährige wurde im Schaffhauser Ortsteil Hemmental getötet. Bild: KEYSTONE

Als ihr Mann um Hilfe rief, griff laut Anklage die junge Frau ein und versetzte ihrem Vater von hinten bis zu 49 Stiche in Rücken, Hals und Nacken, die den Tod des Mannes bewirkten. Insgesamt stellten die Gerichtsmediziner 55 Messerstiche an der Leiche fest. Der 56-jährige verblutete. Aber auch der Schwiegersohn erlag seinen Verletzungen.

Die Mutter war inzwischen ins Treppenhaus gelaufen und hatte um Hilfe geschrien. Ein Nachbar - Götti der Beschuldigten - hatte aufgrund des Lärms bereits die Polizei gerufen.

«Männer töteten sich gegenseitig»

Wie schon vor Kantonsgericht wies die Beschuldigte jede Schuld am Tod ihres Vaters von sich. Es sei ihr Ehemann gewesen, der ihm die tödlichen Verletzungen zugefügt habe.

Dies sagte auch ihr Verteidiger. Er rügte zudem die Arbeit sämtlicher an den Ermittlungen beteiligter Stellen sowie die Anklageschrift. Sie enthalte «gravierende Fragezeichen und Widersprüche».

Er forderte einen Freispruch seiner Mandantin vom Mordvorwurf. Für andere, geringfügige Delikte sei die Beschuldigte mit bedingtem Freiheitsentzug von sechs Monaten und einer 500-Franken-Busse zu bestrafen. Da sie bereits seit mehr als 920 Tagen in Untersuchungs- und Sicherheitshaft sitze, sei sie umgehend zu entlassen und für die überzähligen Hafttage zu entschädigen.

Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils gefordert

Der Staatsanwalt forderte eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Dieses hatte die junge Frau im Juni 2017 zu einer Freiheitsstrafe von 16.5 Jahren verurteilt - anderthalb Jahre mehr als der Ankläger gefordert hatte. Auch die erstinstanzlich ausgesprochene bedingte Geldstrafe von 60 Tagen zu 30 Franken sowie die Busse von 500 Franken seien zu bestätigen.

Die Mutter der Beschuldigten trat vor dem Obergericht als Auskunftsperson auf. Vor der ersten Instanz war sie noch Privatklägerin gewesen, die ihre Tochter beschuldigt hatte. Inzwischen hat sie aber ihre Klage zurückgezogen. Sie brachte hauptsächlich Entlastendes zu Gunsten der Beschuldigten vor.

Diese sei nie und nimmer im Stande, eine derartige Gewalttat zu verüben, sagte sie. Schon gar nicht hätte sie die Hand gegen ihren innig geliebten Vater erheben können. Es sei ihre Aufgabe «mein unschuldiges Kind» zu retten.

Die Beschuldigte erschien ganz in weiss gekleidet, die tailenlangen schwarzen Haare wie ein Vorhang über Schultern und Rücken fliessend. Der Verhandlung folgte sie gefasst, wischte nur hin und wieder schniefend eine Träne weg.

In ihrem Schlusswort sagte sie, das alles sei «sehr sehr heavy für mich». Ihr Vater habe ihr kein Haar gekrümmt, und «ich habe meinem Vater kein Haar gekrümmt», beteuerte sie. (sda)

Aktuelle Polizeibilder:

Das könnte dich auch interessieren:

Mehr als 70 Tote nach Zyklon «Idai» 

Link zum Artikel

Boeing 737 Max 8: Diese europäischen Airlines setzen ebenfalls auf die Unglücksmaschine

Link zum Artikel

«Er hatte keine Zeit für mich» – Streit zwischen Federer und Djokovic eskaliert

Link zum Artikel

Mein Abstieg in die Finsternis – Wie ich zur Katzenfrau wurde

Link zum Artikel

So ticken die Putinversteher

Link zum Artikel

Es lebe die Superheldin! Steckt euch euren «Feminismusscheiss» sonstwohin

Link zum Artikel

5 Elektroauto-Gerüchte im Check: Ein paar sind richtig, ein paar aber kreuzfalsch

Link zum Artikel

Hat das Parlament gerade unser Internet gerettet? – Es soll kein Zwei-Klassen-Netz geben

Link zum Artikel

Kevin Schläpfer – Oltens verpasste «Jahrhundert-Chance» und Langenthals «Anti-Anliker»

Link zum Artikel

«Vielleicht sind die Regeln einfach falsch» – VAR-Penalty sorgt für hitzige Diskussionen

Link zum Artikel

«Doping ist wie beim Hütchenspiel. Du weisst, dass es Betrug ist. Aber du spielst mit»

Link zum Artikel

Man liebt den Verrat, aber selten die Verräterin – nein, Galladé verdient Lob

Link zum Artikel

Der EHC Kloten, die Hockey-Titanic – so viel Talent, so miserabel trainiert und gecoacht

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz! Heute mit einer Premiere!

Link zum Artikel

«Rape Day»: Gaming-Plattform bringt Vergewaltigungsgame raus – und löst Shitstorm aus

Link zum Artikel

Schär ist der beste Verteidiger in England – nach dem Supertor dreht sogar Shearer durch

Link zum Artikel

Warum die FDP (vielleicht) gerade unsere Beziehung zu Europa gerettet hat

Link zum Artikel

Erleuchtung für 190 Franken: Ist diese 17-Jährige die neue Uriella?

Link zum Artikel

10 Schauspieler, die ihre grössten Rollen nicht mehr leiden können

Link zum Artikel

Papst Franziskus – der Reformer, der keiner ist

Link zum Artikel

Stellt das Popcorn bereit: Trumps Anwalt Michael Cohen will auspacken

Link zum Artikel

Samsung hat das Galaxy Fold enthüllt, das unsere Smartphones für immer verändern könnte

Link zum Artikel

Im Juni wurde «The Beach» geschlossen – jetzt zeigt sich, wie gut dieser Entscheid war

Link zum Artikel

Warum der Schweizer Klubfussball auf dem absteigenden Ast ist

Link zum Artikel

5 Promi-Seitensprünge und ihre Ausgänge (und was diese Dame damit zu tun hat)

Link zum Artikel

9 Grafiken rund um das Elektroauto in der Schweiz

Link zum Artikel

Zwangsschulfrei wegen Masern: Schon 12 Fälle an Steiner-Schule – warum das kein Zufall ist

Link zum Artikel

Ihr spinnt! Wieso trinkt ihr im Restaurant kein Leitungswasser?

Link zum Artikel

Diese Schweizerin trug 365 Tage lang dasselbe Kleid

Link zum Artikel

Hinter den Kulissen von «Game of Thrones» haben sich alle lieb. Hier 15 Beweis-Bilder!

Link zum Artikel

Und jetzt: Die fiesen Sex-Fails der watson-User! 🙈

Link zum Artikel

Hier kommt ein Feel-Good-Dump für alle, die ein bisschen Aufmunterung gebrauchen können

Link zum Artikel

27 Sprüche, die zeigen, dass wir unbedingt auch Jahrbücher in den Schulen brauchen

Link zum Artikel

«Breaking Bad» kommt zurück – dazu die 10 besten Zitate von Jesse Pinkman

Link zum Artikel

Die Post lässt sich ein bisschen hacken – und macht sich zum Gespött der Hacker

Link zum Artikel

Sorry, aber wir müssen wieder über Trump und Faschismus reden

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Pyro-Skandal in Sion – 3 Gründe, weshalb es zur Eskalation kam

Die GC-Vereinsführung hat den Rückhalt bei den Fans verloren. Die Ereignisse in den vergangenen Tagen haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Fans reagierten, in dem sie das Spiel der eigenen Mannschaft in Sion zum Abbruch brachten.

GC-Präsident Stephan Anliker war gestern ausser sich vor Wut. «Auf Koks und betrunken», sei die eigene Fan-Kurve gewesen, «wie wilde Tiere hinter den Gittern».

Der Grund für Anlikers Frust: Der GC-Anhang hatte kurz zuvor mit Fackelwürfen in Sion einen Spielabbruch provoziert. Der GC-Präsident versuchte zusammen mit CEO Manuel Huber und Trainer Tomislav Stipic die Fans noch zu beruhigen, doch das bewirkte eher das Gegenteil.

Der GC-Anhang ist enttäuscht von der Vereinsführung. Als diese vor die …

Artikel lesen
Link zum Artikel