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«Hundertjähriger Dornröschenschlaf»: Briefe für in 100 Jahren

Wie sah das Pandemiejahr 2020 aus? Was müssen Menschen in 100 Jahren wissen? Was könnte sie interessieren?



Die südwestdeutsche Stadt Freiburg hat zum 1000. Stadtgeburtstag im Jahr 2120 ein besonderes Projekt gestartet: Bürgerinnen und Bürger können Briefe schreiben, die erst in hundert Jahren geöffnet werden sollen.

Ein Briefkasten, in den Freiburger Bürger Briefe an die Stadt Freiburg des Jahres 2120 einwerfen können, steht vor dem Rathaus der Stadt. Die Bürger sind aufgerufen, einen Brief zu schreiben, der erst in 100 Jahren zugestellt wird. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Ein Briefkasten, in den Freiburger Bürger Briefe an die Stadt Freiburg des Jahres 2120 einwerfen können, steht vor dem Rathaus der Stadt. Die Bürger sind aufgerufen, einen Brief zu schreiben, der erst in 100 Jahren zugestellt wird. Bild: sda

«Die Briefaktion bietet die einmalige Chance, eine Botschaft in die Zukunft zu schicken», sagte Oberbürgermeister Martin Horn zum Auftakt am Donnerstag.

Bis zum 15. Juli 2021 können die Briefe in den Jubiläumsbriefkasten vor dem Alten Rathaus geworfen werden oder in einen weiteren Umschlag an die Projektgruppe Stadtjubiläum geschickt werden. Auf dem Umschlag des eigentlichen Briefs soll stehen, wer diesen in 100 Jahren lesen soll.

«So entsteht eine kollektive Hinterlassenschaft für die Nachwelt, (...) die in keinem Geschichtsbuch, keiner Zeitung, keinem Roman zu finden sein werden.»

Stadtarchiv Freiburg

Das könnten die eigenen Nachkommen sein, die künftigen Eigentümer des Hauses, in dem man gerade wohnt, die Bundeskanzlerin oder der Trainer eines Fussball-Clubs, schlug die Stadt vor. Auf der Rückseite des Briefumschlags sollen der Name des Absenders samt Adresse und weiteren freiwilligen Informationen zur Person stehen.

«Danach fallen die Gedanken der Menschen in einen hundertjährigen Dornröschenschlaf», hiess es. Die Briefe werden im Stadtarchiv gelagert und im Jahr 2120 an die angegebenen Empfänger ausgehändigt. «So entsteht eine kollektive Hinterlassenschaft für die Nachwelt, Texte und Gedanken dieser ganz anderen zwanziger Jahre, die in keinem Geschichtsbuch, keiner Zeitung, keinem Roman zu finden sein werden.» (sda/dpa)

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