Australien
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Australien steht Kopf! Der Premier, sein Stellvertreter, dessen Geliebte und ihr Baby

Australiens Vizepremier inszenierte sich stets als Familienmensch vom Lande. Dann schwängerte er seine Geliebte. Die Privatsache entwickelt sich zur Regierungskrise: Barnaby Joyce klammert sich an die Macht.

Anna-Lena Roth, Sydney



epa06531506 (FILE) - Australian Prime Minister Malcolm Turnbull (L) and Deputy Prime Minister Barnaby Joyce (R) during Question Time in the House of Representatives at Parliament House in Canberra, Australia, 15 February 2018 (issued 16 February 2018). Barnaby Joyce on the 16 February took aim at Prime Minster Malcolm Turnbull's new rules prohibiting sex between ministers and their staff, after it was revealed that the Deputy Prime Minister had an affair with a former staff member.  EPA/MICK TSIKAS  AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Barnaby Joyce, links, mit Premier Turnbull. Bild: EPA/AAP

Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Skandal hat einen Namen: #barnababy. Seit zehn Tagen in Folge widmet ihm die australische Zeitung «Daily Telegraph» ihre Titelseite. Los ging es mit dem Foto einer offensichtlich schwangeren Frau. An diesem Freitag lautet die Schlagzeile: «Premierminister verbietet Sex

Auslöser ist Barnaby Joyce, der australische Vize-Premierminister. Joyce führt die konservative National Party an. Er sieht sich als Vertreter ländlicher Wähler, er selbst wuchs auf einer Farm auf, noch heute trägt er bei öffentlichen Auftritten oft einen der landestypischen Akubra-Hüte mit breiter Krempe zum Anzug, auf dem Foto seines offiziellen Twitteraccounts lehnt er lächelnd an einem Weidezaun.

Joyce ist 50 Jahre alt, gross und kräftig. Er heiratete 1993 und hat vier Töchter. Familienwerte sind ihm wichtig, das hat er im Laufe seiner Karriere immer wieder betont. Als die Australier jüngst über die Ehe für alle diskutierten, lehnte Joyce das Vorhaben ab: Es würde Familien zerstören.

epa06370401 Barnaby Joyce poses for photographs after winning the New England by-election in Armidale, Neww South Wales, Australia, 03 December 2017 (issued 06 December 2017). Joyce regained his former seat of New England.  EPA/TRACEY NEARMY  AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Barnaby Joyce Bild: EPA/AAP

Dann allerdings wurde bekannt, dass Joyce eine Geliebte hat. Vikki Campion ist seine ehemalige Medienberaterin. Und sie erwartet ein Kind von Joyce. Nachdem vergangene Woche ein Foto der hochschwangeren Campion auf der Zeitungstitelseite erschien, bat der Vizepremier öffentlich um Entschuldigung: bei seiner Ehefrau, bei den Töchtern und der Partei. Er bestritt aber, gegen Verhaltensregeln verstossen zu haben.

Sie fühle sich «betrogen und verletzt», sagte Joyces Ehefrau vor Journalisten. Sie und der Vizepremierminister trennten sich bereits Ende vergangenen Jahres. Da war von einer Geliebten allerdings noch keine Rede.

An diesem Donnerstag äusserte sich Premierminister Malcolm Turnbull zu der Affäre, und zwar ungewohnt deutlich.

Während einer Sitzung des Parlaments kam er auf seinen Stellvertreter zu sprechen. Der habe seiner Frau und seinen Kindern «schrecklich wehgetan». Politiker sollten Vorbilder sein, sagte Turnbull. Deshalb habe er den Verhaltenskodex der Regierung dahin gehend geändert, «dass Minister, ganz gleich, ob sie verheiratet oder Single sind, keine sexuelle Beziehung mit Mitarbeitern eingehen dürfen». Das «Sex-Verbot» sorgte für Titelseite Nummer zehn.

In der kommenden Woche - wenn Turnbull selbst in den USA ist - wird Joyce ihn nicht als Regierungschef vertreten. Das wäre normalerweise üblich. Stattdessen kündigte Turnbull an, Joyce werde vom Montag bis Sonntag kommender Woche eine Auszeit nehmen, um nachzudenken, um seine Familie um Vergebung zu bitten «und um ein neues Heim für seine Partnerin und ihr Baby» zu schaffen.

Den lauter werdenden Rücktrittsforderungen schloss sich Turnbull zwar nicht ausdrücklich an. Es fehlte allerdings nicht viel.

Am Freitag nun polterte Joyce zurück: Er werde keinesfalls zurücktreten, sagte er vor Journalisten. Die Äusserungen Turnbulls über ihn seien in vielen Fällen «unangebracht» und «unnötig» gewesen. Sie hätten weiteren Schaden verursacht. «Es handelt sich um eine persönliche Angelegenheit, die in die Öffentlichkeit gezerrt wurde», sagte Joyce. Und niemand, egal in welchem Job, sollte wegen persönlicher Angelegenheiten zurücktreten.

Doch die Affäre reicht längst auch ins Politische. In australischen Medien werden seit Tagen unter anderem die folgenden Vorgänge diskutiert:

«Diese Regierung steckt in einer Krise», sagt der Chef der grössten Oppositionspartei Labor, Bill Shorten. «Der Premierminister und der Vize-Premierminister bekriegen sich.» Turnbull müsse Joyce entlassen.

Das könnte Turnbull theoretisch tun. Das anschliessende Chaos wäre allerdings programmiert. Diesen Schritt wird sich der Premier gut überlegen. Denn die Koalition aus seiner Partei und der von Joyce hat im Parlament bloss die Mehrheit von einer Stimme. Die hatte Joyce übrigens im vergangenen Jahr schon einmal gefährdet: als er mitteilte, dass er rechtswidrig auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft besitzt.

Was ist noch erlaubt, was bereits sexuelle Belästigung?

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • dä dingsbums 18.02.2018 00:29
    Highlight Highlight Wieso gibt es so viele konservative Politiker, die sich für die traditionelle Familie stark machen, dann aber doch ganz gerne (etwas salopp gesagt) rumvögeln?

    Nicht dass die Linken Politiker weniger fremdgehen würden, aber die verzichten wenigstens auf die ganze Heuchelei.
    • Baba 18.02.2018 15:19
      Highlight Highlight Gute Frage...

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