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IWF-Mitglieder verzichten auf Bekenntnis gegen Protektionismus



Die Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben bei ihrer Frühjahrestagung in Washington Abstand von ihrem Bekenntnis gegen Protektionismus genommen. Vor kurzem hatte der IWF noch vor Protektionismus gewarnt.

Der IWF-Lenkungsausschuss (IMFC) teilte am Samstag in Washington lediglich mit, dass die Staaten von einer Abwertung bei den Wechselkursen zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen absehen wollten. Die Mitglieder wollten zusammenarbeiten, um mit geeigneten Massnahmen die exzessiven globalen Ungleichgewichte zu reduzieren.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte indes zuvor das deutsche Bekenntnis zu einer offenen Weltwirtschaft, zu einer Fortsetzung der internationalen wirtschafts- und finanzpolitischen Zusammenarbeit und zur wichtigen Rolle multilateraler Institutionen erneuert. Zudem müsse mehr dafür getan werden, die Früchte von Globalisierung und freiem Handel gerechter in der Welt zu verteilen, sagte er in Washington.

Gegen Handelsüberschüsse

US-Finanzminister Steven Mnuchin seinerseits forderte den IWF auf, die Wechselkurse der Mitgliedsländer besser zu überwachen. Ausserdem müsse die Organisation verstärkt ein Auge auf globale Ungleichgewichte wie hohe Handelsüberschüsse haben.

Grosse Ungleichgewichte schadeten dem «freien und fairen Handel», sagte er am Samstag vor dem IWF-Lenkungsausschuss. Mnuchin bat zudem die Länder mit hohen Überschüssen und gesunden öffentlichen Finanzen, mehr zu investieren, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und die Ungleichgewichte zu verringern.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits angedroht, aus diesem Grund Massnahmen zur Einfuhrbeschränkung zu ergreifen. Der Republikaner kritisierte Länder wie China, Deutschland und Japan für ihre hohen Handelsüberschüsse und niedrigen Wechselkurse. (sda/reu)

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