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Droht ein perfekter Sturm für die Grossbank?
Droht ein perfekter Sturm für die Grossbank?
Bild: KEYSTONE
«Eine Milliarde hier, eine Milliarde dort»

Die Zeit der Parkbussen ist für die UBS vorbei – jetzt wird's richtig teuer

Die Schweizer Grossbank hat fast vier Milliarden Franken auf die hohe Kante gelegt, um weiter Bussen zu begleichen. Die Investoren werden nervös.
28.10.2014, 11:4128.10.2014, 15:23

«Eine Milliarde hier, eine Milliarde dort – und bald sprechen wir wirklich über Geld», lautet ein amerikanisches Bonmot, wenn es um Geldverschwendung geht. Für die UBS ist dies kein Witz, sondern bittere Realität. Die Bussen, die gegen die Schweizer Grossbank ausgesprochen werden, erfolgen im Wochentakt und liegen im Milliardenbereich.

  • Vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass die UBS in Frankreich wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung 1,1 Milliarden Franken Kaution hinterlegen muss. Ein Einspruch gegen diese Verfügung wurde vom Gericht abgelehnt.
  • Jetzt wird spekuliert, dass der UBS wegen Manipulation im Devisenhandel eine Busse von über vier Milliarden Franken drohen könnte.

Die UBS-Kapitalrendite leidet

Langsam beginnt dies sanfte weh zu tun. Die Zeiten, in denen man Bussen wegen Verfehlungen wie Parkbussen behandeln konnte, sind vorbei. Die UBS hat nun reagiert und in ihrem jüngsten Quartalsbericht 1,8 Milliarden Franken zurückgestellt. Der Gewinn ist deshalb auf 787 Millionen Franken geschmolzen. Insgesamt betragen die Rückstellungen nun 3,47 Milliarden Franken.

Diese Rückstellungen schmälern die Kapitalrendite der UBS. Das Mass aller Dinge im Bankgeschäft, der Return on Equity (ROE), beträgt damit bloss noch 6,1 Prozent. Für ein normales Unternehmen mag dies akzeptabel sein, für eine Bank nicht. So lange ist es noch nicht her, da hat Joe Ackermann postuliert, eine Grossbank brauche einen ROE von mindestens 25 Prozent. Bis zur Finanzkrise bewegte sich die UBS in diesem Bereich. Der Klassenprimus unter den Banken, Goldman Sachs, konnte sich gar mit einem ROE zwischen 30 und 40 Prozent brüsten.

«Wir können den schwarzen Abgrund im Bereich Investmentbanken nicht mehr länger ignorieren.»
Tim Dawson, Analyst

Die Bussen zeigen denn auch Wirkung bei den Investoren. So erklärt der Analyst Tim Dawson im «Wall Street Journal»: «Klammert man den Bereich des Investmentbankings aus, dann ist das Resultat gut. Doch wir können den schwarzen Abgrund in diesem Bereich nicht mehr länger ignorieren.» Dawson empfiehlt deshalb einen Ausstieg aus den UBS-Aktien. «Das Leben ist zu kurz», erklärt er. 

Muss die Aktionäre bei der Stange halten: UBS-CEO Sergio Ermotti.
Muss die Aktionäre bei der Stange halten: UBS-CEO Sergio Ermotti.
Bild: EPA/KEYSTONE

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Die UBS versucht einen Exodus der Aktionäre mit einem Strategiewechsel zu verhindern. Das riskante und bussenanfällige Investmentbanking wird zurückgefahren, die Vermögensverwaltung gestärkt. In dieser Hinsicht können CEO Sergio Ermotti und sein Team Erfolge ausweisen. Der Gewinn in diesem Geschäftsbereich ist um 27 Prozent auf 707 Millionen Franken angestiegen. Gleichzeitig sind der Bank fast zehn Milliarden Franken Neugelder zugeflossen.  

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