Interview
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Interview

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

Thomas Haagensen spricht im Interview über die Klimadebatte, den Einsatz von Elektroflugzeugen und weshalb der Flughafen Zürich keine Priorität hat.

Benjamin Weinmann / CH Media



HANDOUT - Eine Maschine der Airline EasyJet in der Luft, am 13. April 2015. Der britische Billigflieger Easyjet will seinen Hoehenflug am Flughafen Basel-Muelhausen fortsetzen: Fuer das laufende Jahr strebt die Airline am EuroAirport ein Wachstum um fuenf Prozent auf rund 4,8 Millionen Fluggaeste an, wie EasyJet am Mittwoch, 15 Februar 2017 bekannt gab. (HANDOUT EASYJET) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Bild: EASYJET

Easyjet hatte schon einfachere Zeiten. Einst galt die Fluggesellschaft mit ihren günstigen Ticketpreisen als Symbol für erschwingliche Ferien und paneuropäische Romanzen. Doch in Zeiten der Klimadebatte und Greta Thunberg stehen die Billigairlines am Pranger. An der Jahresmedienkonferenz in Genf am Dienstag nahm Europa-Chef Thomas Haagensen (47) im Interview Stellung.

Thomas Haagensen, Commercial Director Nordeuropa, spricht bei einem Medienfruehstueck im Unternehmen Mitte in Basel am MIttwoch, 15. Februar 2017. easyJet ist die zweitgroesste Fluggesellschaft in der Schweiz mit einem Marktanteil von 24 Prozent. easyJet hat bisher insgesamt ueber 100 Millionen Passagiere ab und in die Schweiz befoerdert. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

Thomas Haagensen ist Europachef der britischen Billigairline Easyjet. Die Schweizer Tochter ist hierzulande die zweitgrösste Fluggesellschaft hinter der Swiss. In Basel und Genf ist Easyjet sogar die klare Nummer 1.

Herr Haagensen, der Inhaber von Helvetic Airways, Milliardär Martin Ebner, nannte die Klimadebatte kürzlich eine Hysterie. Hat er Recht?
Thomas Haagensen::
2,8 Prozent der weltweiten CO2-Emmissionen stammen von den Fluggesellschaften. Das ist eine Realität, die wir nicht verleugnen können und wir müssen die Verantwortung dafür mittragen. Das verlangen auch unsere Kunden. Deshalb kompensieren wir per sofort den CO2-Ausstoss all unserer Flüge mit Hilfe der Organisationen First Climate und Eco Act. Mit diesem Geld fördern wir ausgewählte Klimaschutzprojekte, zum Beispiel in eine Solaranlage in Indien oder bessere Kochherde in Uganda und Eritrea.

Wollen Sie sagen, Ihre Passagiere können nun mit einem guten Gewissen fliegen?
Unsere Passagiere wissen, dass Easyjet daran arbeitet, die CO2-Emmissionen zu senken, mit dem langfristigen Ziel, null Emissionen zu verursachen. Heute ist das leider technisch noch nicht möglich. Deshalb kompensieren wir den Ausstoss.

Was lassen Sie sich das kosten, total und in der Schweiz?
Pro Jahr dürften es insgesamt rund 32 Millionen Franken sein, was einem Fünftel unseres Profits entspricht. Es ist ein bedeutendes Bekenntnis im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Für die einzelnen Länder geben wir keine genauen Zahlen bekannt.

«Wer also ein möglichst gutes Gewissen haben möchte beim Fliegen, sollte bei Easyjet buchen.»

Fakt ist, dass Sie die Fliegerei weiter anheizen, wenn Sie wie aktuell auf Ihrer Homepage mit Wintertrips ab 29 Franken werben. Solche Dumpingpreise helfen nicht.
Und Fakt ist aber auch, dass wir alle Emissionen nun kompensieren …

… nicht aber in der Vergangenheit.
Dann schauen Sie sich bitte mal die Flotten unserer Konkurrenten an. Unsere Flugzeuge sind im Schnitt sechseinhalb Jahre alt und damit deutlich effizienter als die Mehrheit der anderen Airlines. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit der US-Firma Wright Electric an Elektroflugzeugen. Wer also ein möglichst gutes Gewissen haben möchte beim Fliegen, sollte bei Easyjet buchen.

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Das dürfte die Swiss anders sehen. Deren Chef forderte kürzlich, Flugtickets sollten mindestens 100 Franken kosten. Eine gute Idee?
Jeder hat seine eigenen Interessen in dieser Debatte. Für uns definiert die Nachfrage den Preis. Der Preis des Tickets ist aber nicht das Wichtigste. Wir haben das Fliegen demokratisiert. Dank uns kann jeder in Europa in die Ferien fliegen. Früher konnte sich das nicht jeder leisten. Ich glaube nicht, dass es die Lösung ist, dass nur noch wohlhabende Passagiere fliegen sollen. Die Lösung ist, dass wir in moderne, effiziente Technologien investieren und die Emissionen kompensieren. Und das tun wir. Ich hoffe, dass andere Airlines auch in diese Richtung gehen.

Ihre Ankündigung, alle CO2-Ausstosse zu kompensieren, geschieht allerdings aus der Not heraus. Gerade Billigairlines wie Easyjet stehen am Pranger.
Ich möchte etwas betonen: Wir investieren seit vielen Jahren Milliarden von Franken in moderne Flugzeuge, zuletzt in die Airbus-Neo-Flugzeuge. Als wir vor zwei Jahren mit der US-Firma Wright Electric eine Kooperation eingegangen sind für die Entwicklung von Easyjet-Elektroflugzeugen, wurden wir in der Branche belächelt. Und nun sind wir eine neue Partnerschaft mit dem Flugzeughersteller Airbus eingegangen, ebenfalls mit dem Ziel, den Luftverkehr auf Hybrid- oder Elektroantrieb umzustellen. Unser Engagement existiert nicht erst seit kurzem.

«Zuerst werden solche Elektroflüge in erster Linie auf Kurzstrecken bis zu rund 500 Kilometer möglich sein, von Genf nach Paris zum Beispiel.»

Das ändert nichts daran, dass die Politik – auch in der Schweiz – auf Flugsteuern pocht. Macht Sie das nervös?
Man kann immer mehr Steuern erheben, das CO2 bleibt aber in der Atmosphäre. Solche Flugsteuern machen deshalb keinen Sinn. Auch, weil die Steuern ja pro Passagier und Strecke anfallen. Für die Airline spielt es somit keine Rolle, ob das Flugzeug alt oder neu ist. Damit wird kein Anreiz gesetzt, CO2-Emmissionen zu senken und in moderne Flugzeuge zu investieren. Zudem wird in vielen Ländern das erhobene Geld nicht in die Forschung für klimaeffiziente Technologien investiert, sondern für andere Themen verwendet.

Bis Elektroflugzeuge mit 200 Passagieren abheben, dürfte es gemäss den Plänen von Easyjet und Airbus erst 2035 soweit sein …
… das ist immerhin schon in 15 Jahren! Wir setzen sehr auf diese Technologie, denn zuerst werden solche Elektroflüge in erster Linie auf Kurzstrecken bis zu rund 500 Kilometer möglich sein, von Genf nach Paris zum Beispiel. Es wird verschiedene Phasen geben, zuerst werden Hybrid-Modelle abheben. Auf der Langstrecke wird es noch länger dauern.

In der jetzigen Klimadebatte nutzen viele Zugunternehmen wie TGV die Gunst der Stunde und bauen aus. Die Swiss kooperiert zudem neuerdings mit den SBB. Spüren Sie die stärker werdende Konkurrenz auf der Schiene?
Klar, wenn die Konkurrenz ausbaut, egal ob in der Luft oder auf der Schiene, hat das einen Einfluss auf unser Netz. Und dann passen wir unsere Kapazitäten entsprechend an.

Sind auch Kooperationen von Easyjet mit Bahngesellschaften möglich?
Ein konkretes Projekt läuft derzeit nicht, aber wir machen uns natürlich solche Überlegungen.

Auf Gruppenebene stiegen die Passagierzahlen von Easyjet um 8,6 Prozent auf 96 Millionen. Spüren Sie keinen Greta-Effekt?
Das lässt sich schwer sagen. Das erste Halbjahr war für uns eher schwierig, dafür war das Sommergeschäft exzellent. Noch nie flogen so viele Kunden mit uns.

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In Zürich haben Ihre Passagierzahlen vergangenes Jahr bei rund einer Million stagniert. Weshalb?
Unser Fokus liegt ganz klar auf Basel und Genf, wo wir 14 Millionen Passagiere zählen. In Zürich rechne ich eher mit etwas tieferen Passagierzahlen im kommenden Jahr.

«Lange Wartezeiten sind leider ein Problem an vielen Flughäfen in Europa.»

Nach dem Grounding von Air Berlin, der Nummer 2 in Zürich, wäre doch der Moment da gewesen, um zu expandieren. Weshalb haben Sie diese Chance nicht genutzt?
Unsere Strategie ist stets, entweder die Nummer 1 oder eine starke Nummer 2 zu sein. Diese Chance sahen wir in Zürich nicht, auch nicht nach dem Aus von Air Berlin. Für uns machte es mehr Sinn, in Berlin unsere Position zu stärken.

Am Euroairport in Basel, wo Sie Ihre Zahlen um 13,7 Prozent auf 5,8 Millionen Passagiere gesteigert haben, ärgern sich viele Kunden über die langen Wartezeiten bei der Grenzkontrolle, da Frankreich das Schengen-Abkommen dort nicht anwendet.
Lange Wartezeiten sind leider ein Problem an vielen Flughäfen in Europa. Das ist nicht ideal, aber ich bin sicher, dass Basel an Massnahmen arbeitet, auch wenn der Spielraum begrenzt ist.

Ihre Passagierzahlen sind im vergangenen Jahr in der Schweiz nur noch um 5,6 Prozent gewachsen, gegenüber 7,4 Prozent im Jahr zuvor. Womit rechnen Sie für das kommende Jahr?
Vielleicht resultiert ein kleines Wachstum, aber ich rechne eher mit einer stabilen Entwicklung und einer Konsolidierung in der Schweiz. Insgesamt ist Easyjet in den letzten zwei Jahren um rund 20 Prozent gewachsen, auch weil wir Ausbauchancen wie in Berlin genutzt haben. Nun gehen wir davon aus, dass das Wachstum am unteren Ende unserer Prognose von 3 bis 8 Prozent liegen wird, über das gesamte Netzwerk hinweg betrachtet. Wir glauben, dass dies das richtige Mass an Wachstum ist.

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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Cpt. Jeppesen 22.11.2019 07:00
    Highlight Highlight Weltweit gesehen beträgt der Anteil an CO2 Emmisionen bei der Fliegerei rund 3% und der Anteil von Autos rund 18%. Hmmm, wo kann man wohl am einfachsten was einsparen?
    Ich habe kein Problem damit, wenn der Individualverkehr eingeschränkt werden würde, zumal der grösste Teil des Individualverkehrs sogenannter Freizeitverkehr ist und dieser Teil auch am stärksten ansteigt.
    Aber dann müssten Herr und Frau Schweizer wieder aufs Velo oder (Gott behüte) zu Fuss gehen. Ist halt weniger prestigeträchtig als ein neuer (geleaster) Protzkarren. Und nein, Elektromobilität wird dieses Problem nicht lösen.
  • Test of the test 21.11.2019 00:27
    Highlight Highlight Ein einzelner Economy Flug von ZRH nach SFO hin und zurück verursacht ca. 3 t CO2.
    Damit kann mal ca. 25000 km Auto fahren. Mit ca. 13000 km Fahrkilometern pro Auto in der Schweiz entspricht das ca. 2 Jahren Auto Fahren. 1 Business Flug (6 t CO2) entspricht 4 Jahren und 1 First Flug (9 t) 6 Jahren Auto Fahren. Einmal San Francisco!!!

    Was mich stört, ist dass Kerosin nicht mal besteuert ist (also quasi subventioniert). Ich würde zumindest dies fordern. Ausserdem massive zusätzliche CO2 Kompensationen für Business und First. Die zusätzliche Umweltbelastung rechtfertigt etwas mehr Komfort nicht.
  • Küsel64 20.11.2019 20:04
    Highlight Highlight Es braucht eine drastische Verteuerung der Flugreisen. Kompensation über Zertifikate ist nur eine billige Alibiübung. Wenn schon dann mit Climeworks, welche das CO2 physisch aus der Luft holen und in Stein einlagern. In jedem Fall: Flüge auf Kontinentaleuropa müssen teuerer sein als Bahnreisen.
  • Hans12 20.11.2019 18:13
    Highlight Highlight Ich bin grad von Denpassar nach Kuala Lumpur geflogen. 3.5h, im Stundentakt für 60 USD, der Slogan auf dem Flieger "now everyone can fly". Unter uns zunächst brennende Wälder, dann Palmöl Plantagen. Ich will ja wirklich nicht sagen, dass es hoffnungslos ist, aber Zeit für Pseudomassnahmen die nur der Beruhigung unseres Gewissens dienen, haben wir sicher nicht. Der Müll in den Weltmeeren stammt zu 90% aus 10 Flüssen, die Weltbevölkerung wächst weiter rasant, die Günen Lungen werden abgeholzt und Arten sterben. Diese Problemen müssen wir angehen, nicht (nur) der CO2 Ausstoss in der Schweiz.
  • Cotten91 20.11.2019 14:04
    Highlight Highlight Aber die unsäglichen Kreuzfahrtmonsterschiffe fahren weiter mit Schweröl auf unseren Weltmeeren herum, dazu sagt dann wieder keiner was aber für das böse Fliegen ist es dann ein paar Fränkli auf dem Ticket wert. Abzocke und Pflästerli-Umweltschutz ist das!
    • Bruno Wüthrich 20.11.2019 16:29
      Highlight Highlight @ Cotten91: Die Kreuzfahrtschiffe sind eine andere Baustelle. Aber sie sind ... ebenfalls eine Baustelle.
      Der Druck auf die Kreuzfahrt-Reedereien steigt ebenfalls. Diese Branche wird ebenfalls nicht ungeschoren davon kommen.
      Aber die eine Baustelle nicht zu bewirtschaften, nur weil eine andere Baustelle noch nicht genügend bewirtschaftet wird, ist keine Lösung.
      Dass wir auf dieser Welt nicht so weiter wursteln dürfen wie bisher, sollte inzwischen bei allen angekommen sein.
      Jetzt geht es darum, dass Taten nicht immer nur von den Anderen gefordert werden, sondern jede/r selbst handeln muss.
    • MarGo 21.11.2019 10:52
      Highlight Highlight na ja, wenn DE jetzt gerade wieder den Bau zweier gigantischer Kreizfahrtschiffe subventioniert, kann man schon von anderen fordern... Natürlich, diese dann nicht zu nutzen liegt in der Verantwortung jedes einzelnen... Was aber nicht heisst, dass wir nicht fordern sollten... wir müssen fordern...
  • Gubbe 20.11.2019 13:24
    Highlight Highlight Für mich hört sich das wie ein Witz an, aber es scheint Realität.
    Easyjets Klimaabgaben gehen zum Beispiel in eine Solaranlage in Indien oder bessere Kochherde in Uganda und Eritrea.
    Genau das ist der Heilsbringer der CO2 Emissionen? Das Auswechseln von Kochherden. Ha, wenn ich das nur gewusst hätte...
  • HappyPants 20.11.2019 13:13
    Highlight Highlight Die Bemühungen von Easyjet sind ja nicht soo schlecht? Wie wäre es damit Airlines dazu zu verpflichten ihren ganzen CO2-Ausstoss oder zumindest einen grossen Teil zu kompensieren?

    Die Preise steigen dann sowieso also hat es auch einen gewissen Lenkungseffekt, oder nicht?
    • cheeky Badger 20.11.2019 17:43
      Highlight Highlight Das ist ja genau was Easyjet jetzt macht. Zu 100%.
      Im Tagi-Artikel wird das etwas besser beschrieben.

      Damit erreichen sie netto-null, wie oft gefordert. Wenn das bei easyjet geht, sehe ich keinen Grund, wieso andere nicht nachziehen (müssen).
  • SumSimona 20.11.2019 13:06
    Highlight Highlight Massnahmen sind dringend notwendig, eine Flugsteuer begünstigt, wie alle Steuern, wieder einmal die Reichen. Von mir aus könnte man den Preis für Erstklasssitze verdreifachen, um damit eine Flugsteuer zu bezahlen. Wer 1. Klasse fliegt, hat ja das Geld.
    • Bruno Wüthrich 20.11.2019 13:27
      Highlight Highlight Sie haben das Wesen einer Lenkungssteuer nicht ganz begriffen. Nicht Mehreinnahmen sind das Ziel. Es geht darum, die breite Masse dazu zu bringen, weniger zu fliegen. Nach dem Motto: Wir hängen am Wochenende lieber in einem Club in der Heimat ab, als dass wir dafür sinnfrei in ein anderes Land fliegen.
    • Donald 20.11.2019 14:58
      Highlight Highlight Bei EasyJetz fliegen alle Holzklasse. Da kannst du lange eine Steuer für 1. Klasse fordern.
    • SumSimona 20.11.2019 15:31
      Highlight Highlight Ja, natürlich braucht es auch eine allgemeine Verteuerung, damit weniger geflogen wird. Nur sollte mMn das Fliegen für Reiche ebenso unattraktiv gemacht werden, wie für den Normalbürger. Mit der Verteuerung der 1. Klasse (und evtl. Businessclass) würde ich den CO2-Ausgleich finanzieren. Ansonsten lässt sich nur die untere Mittelschicht lenken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 20.11.2019 11:26
    Highlight Highlight Wenn man herausfinden will, ob eine Massnahme etwas bringt, reicht es nicht, diejenigen zu fragen, die am meisten davon profitieren, wenn die Massnahme nicht kommt.

    Normalerweise beeinflusst der Preis die Nachfrage. Dies dürfte auch bei der Fliegerei so sein.

    Die Billgfliegerei fördert den Massentourismus. Dessen schädliche Auswirkungen beschränken sich aber nicht nur auf die Fleigerei.
    • Triumvir 20.11.2019 14:57
      Highlight Highlight 100 Prozent Zustimmung. Es kann einfach nicht sein, dass Menschen für 1 Tag nach London, Paris etc. zum shoppen fliegen. Oder noch schlimmer in Barcelona wohnen und nach London mit dem Flugzeug zur Arbeit pendeln (da habe ich eine Reportage dazu gesehen!). Das hat nichts mit Demokratisierung der Fliegerei zu tun, sondern ist einfach nur Dekadent und hirnverbrannt...
  • Maedhros Niemer 20.11.2019 11:17
    Highlight Highlight Ich zweifle an den Absichten dieses Herren.
    -Steuern auf Flüge sollen nicht funktionieren, weil das CO2 in der Atmosphäre bleibt
    -Freiwillige Klimaabgaben an irgendeine Firma, die in irgendwelche Projekte investiert, sollen hingegen funktionieren?

    Weniger fliegen würde wohl am besten funktionieren!
  • Namenloses Elend 20.11.2019 11:14
    Highlight Highlight 2,8% der Co2 Emissionen stammen von Flugzeugen. Davon sind sagen wir mal 1/5 von Flugzeugen aus Europa. Das System mit dem Angstmachen und dem Flugscham funktioniert prächtig um den Leuten noch etwas Geld aus dem Beutel zu ziehen. Bezahlen sie 50.- mehr für ihr Ticket, damit retten wir die Welt. Toll. 👍
    • vescovo 20.11.2019 12:49
      Highlight Highlight WWF spricht von 5%, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.
      Fakt ist aber, dass dieser Bruchteil von nur 5% der Weltbevölkerung verursacht wird.
      In der Schweiz macht der Flugverkehr 18% der CO2 Emissionen aus. Das ist etwas beunruhigender, als was du dir ausgerechnet hast, was?😉
    • lipolup 20.11.2019 14:04
      Highlight Highlight Ich hoffe es ist klar, wie wenige teile der Menschheit die möglichkeut hat zu fliegen. In der Schweiz machen flüge um die 18%-20% des CO2 ausstosses aus. (quelle: https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/eine-alleinige-fokussierung-auf-das-fliegen-reicht-nicht-aus)

      Daher liegt in diesem bereich ein sehr hohes potential für einsparungen.

      Ja es gibt auch andere Bereiche. Jedoch ist das Fliegen der Bereich wo es noch keine eingriffe gibt. Wirklich keine. Wo in anderen Bereichen wiede beim beheizen von Wohnhäusern schon fördergelder für bessere Heizsysteme zur verfügung stehen.
  • Aurum 20.11.2019 11:11
    Highlight Highlight Ach, die erste Aussage und schon bewusst eine Zahl runter spielen.
    Ja, die weltweiten "CO2"-Emissionen des Flugverkehrs betragen 2.8%.
    Nur ist dies "nur" der CO2 ausstoss alleine ohne miteinbezug von anderen Gasen (CO2 ist nicht das einzige Treibhausgas) und ohne berücksichtigung der emission in grosser Höhe.
    Stichwort(e) "radiative forcing index"(RFI) oder "emissions weighting factor". Mit RFI (veraltetes Modell) multipliziert man mit 2, mit RFI (aktuelles Modell, bezieht den Abbau der Treibhausgase mit ein) mit 4.3. Und schon sind wir mit der "Schädlichkeit" ein stück höher, als mit 2.8%.
  • Thom Mulder 20.11.2019 11:10
    Highlight Highlight Steuern hin oder her, in erster Linie müssen die Subventionen fallen. Absurd, dass man den Flugverkehr auch noch unterstützt. https://www.infosperber.ch/Umwelt/Billig-fliegen-Subventionen-in-Milliardenhohe-Airbus-Boeing
    • 19_Invictus_21 20.11.2019 15:42
      Highlight Highlight Wäre es nicht sinnvoller die Subventionen bindet an die Entwicklung von z.B. einem Wasserstoff angetriebenen Flugzeug zu machen?
      Denn das sowohl Europa als auch die USA bei ihre Subventionen einstellen ist Utopie. Und wenn es nur einer macht, gewinnt halt der andere Hersteller.
      Ausserdem ist das Bedürfnis zu Mobilität da, das ändert sich nicht wenn die Entwicklung von moderneren Flugzeugen ausgebremst wird.
  • Snowy 20.11.2019 11:05
    Highlight Highlight Natürlich werden Lenkungsabgaben ihren Zweck erfüllen.

    Wenn nicht Lenkungsabgeben - was denn sonst?

    Nichts hat eine bessere Erfolgsgeschichten als klug eingesetzte und breit abgestützte Lenkungsabgaben.

    Dass der Chef von EasyJet da dagegen ist, sollte eher Ansporn sein es erst recht zu tun.
    • 7immi 20.11.2019 11:30
      Highlight Highlight @snowy
      Lenkungsabgaben funktionieren, wenn Alternativen bestehen, dann kann auch gelenkt werden. Das gibts hier nicht wirklich, oder nur beschränkt. Paris z.B..
    • ghawdex 20.11.2019 11:39
      Highlight Highlight Habe noch nirgends was gelesen das die Lenkungsabgabe auf Benzin eine grosse Erfolgsgeschichte ist und der Auto-Verkehr massiv abgenommen hat.
    • Snowy 20.11.2019 11:44
      Highlight Highlight Stimmt nicht.

      Im Gegenteil: Lenkungsabgeben funktionieren vor allem in geschlossenen Systemen.

      Parade-Bsp einer funktionierenden Lenkungsabgabe: Abfallsackgebühr
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dr no 20.11.2019 11:01
    Highlight Highlight "Wir haben das Fliegen demokratisiert. Dank uns kann jeder in Europa in die Ferien fliegen. Früher konnte sich das nicht jeder leisten. Ich glaube nicht, dass es die Lösung ist, dass nur noch wohlhabende Passagiere fliegen sollen. " Aha, es gibt also ein Menschenrecht auf Flugreisen ??? Mit wohlhabend hat das gar nichts zu tun. Aber wenn man für weniger als 100 CHF einfach mal schnell ein Weekend nach Mallorca etc. zum Partymachen fliegen kann, dann nützen die Leute das auch. Das Geschäftsmodell der Billigfluglinien ist einfach schwachsinnig, wenn man den Gewinn nur mit der Masse macht.
  • danilo87 20.11.2019 10:56
    Highlight Highlight Interessantes Interview und auch interessante Aussage von Herr Haagensen zu der geplanten Ticketsteuer. Da muss man ihm beipflichten.

    Und auch die Situation bzgl. Schengen und Basel war mir bisher nicht bekannt.
  • Evan 20.11.2019 10:46
    Highlight Highlight Habe nicht alles gelesen, aber das was ich gelesen habe ist Blödsinn. Fliegen wird nie "null Emissionen" verursachen. Reine Schönrederei um gegen dringend nötige Massnahmen Stimmung zu machen.

Greta Thunberg zur «Person of the Year» gekürt

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Zur Begründung erklärte das US-Nachrichtenmagazin am Mittwoch, der 16-Jährigen sei es gelungen, «Sorgen über den Planeten in eine weltweite Bewegung zu verwandeln, die einen globalen Wandel verlangt».

Edward Felsenthal, CEO und Chefredaktor des «Time»-Magazins, schrieb zu der Entscheidung auf Twitter:

Thunberg …

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