DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Reto Berra hatte in seinem ersten Spiel an dieser WM wenig zu tun.
Reto Berra hatte in seinem ersten Spiel an dieser WM wenig zu tun.
Bild: keystone

Die Hockey-Nati siegt auch gegen Dänemark – «Die Reife und der Mut zeichnet uns aus»

Die Schweiz hält an der Eishockey-WM in Riga den eingeschlagenen Kurs. Das Team von Patrick Fischer gewinnt das zweite Turnierspiel gegen Dänemark mit 1:0.
23.05.2021, 22:37

Beim 5:2 gegen Tschechien am Samstagabend spielten die Schweizer grandios. Sie zeigten eine Gala. 24 Stunden später spielten die Schweizer wiederum sehr gut. Die Intensität war erneut hoch. Aber die Spielfreude konnten die Schweizer gegen die Dänen, die alles in die Waagschale warfen, um den Gegner aus dem Rhythmus zu werfen, nicht mehr so gut ausleben wie gegen Tschechien.

Am Ende entschied die individuelle Klasse von Einzelspielern zugunsten der Schweiz. Nico Hischier, der Captain der New Jersey Devils, bereitete mit einem Traumpass in der 14. Minute das 1:0 von Timo Meier vor. Meier, der Goalgetter der San Jose Sharks, öffnete sich mit einer Körpertäuschung eine Schussbahn und schlenzte den Puck millimetergenau ins Lattenkreuz. Herrlich!

Die Stimmen zum Spiel:

Tristan Scherwey

«Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir hatten das ganze Spiel im Griff, aber sie haben hinten betoniert. Es war schwierig, dort hereinzukommen und schlussendlich gab es den Minimalsieg, doch der Sieg zählt und das nehmen wir mit.
Wir haben auch im zweiten und im letzten Drittel weitergezogen und waren weiter aufsässig. Das ist genau das, was unseren Charakter auszeichnet: die Reife, der Mut. So kann es weitergehen.»

Nico Hischier

«Wir haben viel Druck gemacht und hinten nicht viel zugelassen. Es war nicht einfach, aber wir sind fokussiert geblieben und haben von Anfang bis Ende solid hinten gespielt. Das ist wichtig, wenn man Spiele und auch das Turnier gewinnen will. Die Leistung gibt uns Selbstvertrauen für den weiteren Turnierverlauf.»
Nico Hischier bereitete den Treffer durch Timo Meier vor.
Nico Hischier bereitete den Treffer durch Timo Meier vor.
Bild: keystone

Trainer Patrick Fischer

«Wir wussten, dass unser Mindset heute sehr wichtig ist und das wir bereit sind. Wir durften uns nicht frustrieren lassen und mussten ruhig bleiben. Die Entwicklung macht mich am meisten stolz. Wir haben 60 Minuten lang in beide Richtungen hart gearbeitet und 16 zu 0 richtige Chancen herausgespielt. Wir hatten etwas Pech im Abschluss, doch es hat gereicht. Es war eine sehr reife Leistung.»
Patrick Fischer (l.) zeigte sich zufrieden mit der Leistung seines Teams.
Patrick Fischer (l.) zeigte sich zufrieden mit der Leistung seines Teams.
Bild: keystone

Aber dann? Dann begann das grosse Warten. Das Warten auf das nächste Schweizer Tor, das die Gemüter zweifellos beruhigt hätte. Oder das Warten auf den dänischen Sturmlauf, um die Partie aus ihrer Sicht doch noch in eine andere Bahn zu lenken. Aber lange geschah nicht mehr viel.

Die Schweizer kamen zu Torchancen - aber nicht annähernd zu so vielen wie gegen Tschechien. Die stärkste Phase gelang den Schweizern zu Beginn des Schlussabschnitts, als die Dänen schwindlig gespielt wurden. Die Schweizer suchten die Entscheidung. Sie intensivierten nochmals die Offensive. Zweimal lag in der 46. und der 48. Minute der Puck auf der dänischen Torlinie. Aber ein zweites Goal blieb den Schweizern versagt – primär, weil Torhüter Sebastian Dahm einfach alles hielt, was nach der 14. Minute auf sein Gehäuse zuflog.

Nach dem Sieg gegen Tschechien, war es bereits der zweite Erfolg an der WM.
Nach dem Sieg gegen Tschechien, war es bereits der zweite Erfolg an der WM.
Bild: keystone

Dass das 2:0 nicht fiel, spielte am Ende keine Rolle. Denn die Dänen konnten sich überhaupt nicht in Szene setzen. Sie warteten 60 Minuten lang vergebens auf ihre Chance, auf die Schweizer Konzentrationslücke oder auf den defensiven Aussetzer.

Dänemark schoss nur 4 Mal (!) auf das Schweizer Gehäuse, vor dem am Sonntag Reto Berra und nicht Leonardo Genoni stand. Vier Schüsse aufs Tor! Noch nie liess eine Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft so wenig zu. Die bisherige Bestmarke lag bei neun zugelassenen Torschüssen – am 3. April 2011 in Ambri ebenfalls gegen Dänemark. Bizarr: Damals siegten die Dänen trotz der wenigen Torschüsse mit 3:2 nach Penaltyschiessen.

Die Highlights des Spiels.

Die einzige Chance, auch ein Tor zu erzielen, bot sich den Dänen im ersten Abschnitt. Plötzlich lag der Puck sogar hinter Berra im Netz. Aber der dänische Weitschuss, von einem Schweizer Stock unhaltbar abgefälscht, verdiente kein Tor, weil ein dänischer Stürmer im Torraum Reto Berra behinderte.

Zum vierten Mal hintereinander nach 2017, 2018 und 2019 startet die Schweiz mit zwei Siegen in eine Weltmeisterschaft. Die Basis für eine erfolgreiche Kampagne ist gelegt. 2019 in der Slowakei gewannen die Schweizer nach einem 9:0 gegen Italien und einem 3:1 gegen Lettland sogar die ersten vier Spiele. Für die Schweizer geht es am Dienstag gegen Schweden weiter. Den Schweden steht nach Niederlagen gegen Dänemark (3:4) und Belarus (0:1) das Wasser schon zum Hals.

Timo Meier ist mit drei Treffern einer der besten Torschützen der WM in Riga.
Timo Meier ist mit drei Treffern einer der besten Torschützen der WM in Riga.
Bild: keystone

Dänemark - Schweiz 0:1 (0:1, 0:0, 0:0)
Riga, Olympic Sports Centre. SR Sir/Stano (CZE/SVK), Ondracek/Synek (CZE/SVK).
Tor: 14. Meier (Hischier, Müller) 0:1.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Dänemark, 2-mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Dänemark: Dahm; Lassen, Lauridsen; Larsen, Jesper Jensen Aabo; Kristensen, Lauridsen; Krogsgaard; Nicklas Jensen, Jakobsen, Bödker; Hardt, Jesper Jensen, Andersen; Meyer, True, Bau; Olesen, Madsen, Poulsen; From.
Schweiz: Berra; Müller, Siegenthaler; Untersander, Moser; Diaz, Geisser; Heldner, Alatalo; Scherwey, Bertschy, Praplan; Meier, Hischier, Andrighetto; Simion, Corvi, Hofmann; Vermin, Kuraschew, Ambühl.
Bemerkungen: Schweiz ohne Nyffeler (Ersatzgoalie), Genoni, Loeffel, Herzog (alle überzählig), Frick, Mottet und Rod (alle noch nicht gemeldet).
Schüsse: Dänemark 4 (2-1-1); Schweiz 30 (10-9-11).
Powerplay-Ausbeute: Dänemark 0/2; Schweiz 0/1.

(nih/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese 19 Talente gilt es an der Eishockey-WM zu beachten

1 / 21
Diese 19 Talente gilt es an der Eishockey-WM zu beachten
quelle: keystone / marcel bieri
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Du bist ein echter Eishockey-Fan? So kriegst du das Stadion-Feeling zuhause hin.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Patrick Fischer – ein Bandengeneral ohne Fortune, aber der richtige Nationalcoach

Hätte Patrick Fischer mit besserem Coaching den WM-Viertelfinal gegen Deutschland gewinnen können? Wahrscheinlich schon. Trotzdem ist er der richtige Nationaltrainer. Seine Absetzung würde uns um Jahre zurückwerfen.

Wenn Kaiser Napoléon ein fähiger Truppenführer zur Beförderung zum General vorgeschlagen wurde, soll er jeweils nur eine Frage gestellt haben: «Hat der Mann Glück?» Der grosse Korse wusste: Noch so viel militärischer Sachverstand hilft nicht, wenn im alles entscheidenden Moment das Glück fehlt.

Patrick Fischer wäre unter Napoléon nicht General geworden. Weil er im entscheidenden Augenblick kein Glück hat. Niederlagen gegen Deutschland in der Verlängerung im olympischen Achtelfinal von 2018 …

Artikel lesen
Link zum Artikel