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Postfinance will effizienter werden und baut Stellen ab



ARCHIVBILD ZUM GEPLANTEN STELLENABBAU BEI POSTFINANCE, AM DIENSTAG, 17. OKTOBER 2020 - Das Logo der Schweizerischen Post und der PostFinance, aufgenommen am 7. November 2018 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: keystone

Die Postfinance will angesichts schrumpfender Gewinne effizienter werden und baut Arbeitsplätze ab. Bis Ende 2021 werden bei der Post-Tochter rund 130 Vollzeitstellen wegfallen. Parallel dazu sollen allerdings auch rund 80 neue Stellen vor allem in neuen digitalen Geschäftsfeldern entstehen. Zudem gibt sich das Unternehmen eine neue Struktur.

Mit ihren Massnahmen will die Postfinance den seit mehreren Jahren negativen Trend beim Unternehmensergebnis stoppen und ein Abrutschen in die Verlustzone vermeiden, wie einer Mitteilung des Unternehmens vom Dienstag zu entnehmen ist. Neben den Effizienzverbesserungen sieht der Finanzdienstleister auch Investitionen in neue Geschäftsfelder vor.

In der neuen Strategieperiode wird Postfinance das Geschäft in vier eigenständige Geschäftseinheiten aufteilen, die «grösstenteils eigenständig» und unabhängig voneinander agieren sollen. Die neuen «Business Units» umfassen den Bereich «Payment Solutions» mit dem Zahlungsverkehr, das «Retail Banking», den Bereich «Digital First Banking» mit einer neuen Digitalbank und das «Platform Business» mit der Plattform Valuu.

Konsultationsverfahren

Der vorgesehene Abbau von rund 130 Arbeitsplätzen wird vor allem den «Retail Banking»-Bereich treffen, wie ein Postfinance-Sprecher gegenüber der AWP sagte. Stellen dürften etwa in der Kundenberatung, dem Marketing aber auch in Bereichen wie IT, Operations oder Personalwesen wegfallen.

Bei weiteren 260 Postfinance-Stellen kommt es ausserdem zu «arbeitsrechtlichen Anpassungen» - was für die Betroffenen in erster Linie neue Funktionen oder etwa in gewissen Fällen auch einen neuen Arbeitsort bedeuten kann.

Der geplante Stellenabbau mache ein Konsultationsverfahren nötig, so Postfinance. Dabei sollen die betroffenen Mitarbeitenden Vorschläge unterbreiten können, wie allfällige Kündigungen vermieden oder deren Zahl beschränkt werden können und wie deren Folgen gemildert werden können. Die Geschäftsleitung werde die eingehenden Vorschläge laufend prüfen und Ende November abschliessend entscheiden, «ob und in welchem Ausmass» die Massnahmen umgesetzt werden.

Wo möglich solle ein Stellenabbau zudem über die natürliche Fluktuation, auslaufende befristete Arbeitsverhältnisse und (Früh-)Pensionierungen erfolgen, versichert die Postfinance. Wo es zu Kündigungen kommen würde, käme ein «gut ausgebauter, mit den Sozialpartnern erarbeiteter Sozialplan» zur Anwendung.

Neue digitale Stellen

Die etwa 80 neuen Stellen sollen vor allem im neuen Digitalgeschäft und dem Plattformgeschäft entstehen, wo es laut den Angaben «zusätzliches Personal mit vielfältigen Kompetenzen» brauchen wird.

Wie bereits in verschiedenen Medien zu lesen war, plant Postfinance im kommenden Jahr die Lancierung einer neue Digitalbank unter eigener Marke. Zuletzt hatte etwa auch die Credit Suisse ein solches Angebot lanciert.

Im Plattform-Geschäft will Postfinance derweil ihre heutige Hypothekenvermittlungs-Plattform Valuu weiterentwickeln. So soll Valuu künftig zu einer unabhängigen «Vergleichs- und Abschlussplattform» auch in den Bereichen Versicherungen und Vorsorge werden.

Syndicom fordert flankierende Massnahmen

Die Gewerkschaft Syndicom nennt den geplanten Abbau von Postfinance eine «fragwürdige Strategie auf Kosten des Personals». Die aufgegleiste Strategie der Post-Tochter bleibe «weiterhin diffus», hiess es in einer Stellungnahme. In der Belegschaft herrsche zudem bereits seit längerer Zeit Unmut ob der ständigen Reformen, nicht zuletzt auch wegen der «Flut an externen Beratern, welche ihrerseits Unsummen verschlängen».

Die Gewerkschaft fordert vom Postfinance-Management flankierende Massnahmen für das Vorhaben, welche die Anliegen der Angestellten ernst nähmen und sie in den Umbau einbezögen.

(aeg/sda/awp)

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