Flüchtlinge: Schulz und Tsipras machen sich ein Bild des Flüchtlingsansturms

05.11.15, 11:24

Der Präsident des Europaparlamentes, Martin Schulz, und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras haben ein Bild von der dramatischen Lage der Flüchtlinge auf der Insel Lesbos gemacht. Unmittelbar nach ihrer Ankunft traf ein Boot voller Flüchtlinge ein.

Schulz und Tsipras hätten an einem Strand vor dem Inselhauptort Mytilini die Ankunft des aus der Türkei kommenden Bootes genau beobachten können, berichteten Augenzeugen. Schulz und Tsipras besuchten anschliessend das Registrierzentrum der Insel.

Dort hatten sich Dutzende Demonstranten versammelt, die die Öffnung der Landesgrenze zwischen Griechenland und der Türkei am Fluss Evros (türkisch: Meriç) forderten, damit die Flüchtlinge nicht in den Meeresengen zwischen der Türkei und den griechischen Inseln ums Leben kommen.

Aus Protest gegen das Flüchtlingsdrama in der Ägäis mit Hunderten Toten hatten Demonstranten das Rathaus von Mytilini besetzt. «Die Ägäis ist voll mit Leichen von Flüchtlingen», hiess es auf einem vom Balkon des Rathauses gehängten Transparent, wie Augenzeugen sagten. Die griechische Presse zeigte Bilder von der Besetzung.

Die Stimmung auf der Insel ist seit Anfang der Woche zusätzlich wegen eines Streiks der Seeleute äusserst angespannt. Weil keine Fähren fahren, sitzen geschätzt 15'000 Flüchtlinge im Hafen fest. Es kommt nach Augenzeugenberichten immer wieder zu Protesten. Die Migranten skandieren «Athen, Athen!» und wollen sofort zum Festland gebracht werden.

Bei einem neuen Bootsunglück vor der griechischen Insel Kos etranken in der Nacht zum Donnerstag zwei Flüchtlingskinder. Ihr aus der Türkei kommendes Boot sei etwa 250 Meter vor der Nordküste gekentert, teilten die Behörden mit. Die Leiche eines Kinds sei geborgen worden. Der Leichnam eines sechsjährigen Jungen werde vermisst. Den Angaben zufolge überlebten 14 Menschen das Unglück. (sda/dpa/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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