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Noch ist das iPhone 13 Pro nicht «in freier Wildbahn» zu beobachten, sondern nur auf Hochglanz-PR-Bildern des Herstellers.
Noch ist das iPhone 13 Pro nicht «in freier Wildbahn» zu beobachten, sondern nur auf Hochglanz-PR-Bildern des Herstellers.
Bild: Apple
Analyse

Was Apple über das iPhone 13 und die neue Watch nicht verraten wollte

Am Dienstag hat Apple neue Hardware präsentiert. Doch viele spannende Informationen kamen erst nach der PR-Show ans Licht. Hier fassen wir die aus User-Sicht wichtigsten «Entdeckungen» zusammen.
15.09.2021, 16:5717.09.2021, 06:09

Alle neuen iPhones sind (zum Glück) dicker und schwerer

Was die Dicke angeht, messen alle iPhone-13-Modelle 7,65 Millimeter, gegenüber 7,4 mm bei der iPhone-12-Serie.

Und die Gewichtszunahme ist beachtlich:

  • iPhone 13 Mini (141 Gramm)
    vs. iPhone 12 mini (135 g)
  • iPhone 13 (174 g)
    vs. iPhone 12 (164 g)
  • iPhone 13 Pro (204 g)
    vs. iPhone 12 Pro (189 g)
  • iPhone 13 Pro Max (240 g)
    vs. iPhone 12 Pro Max (228 g)
Deswegen von Figur- und Gewichtsproblemen zu sprechen, wäre allerdings mehr als vermessen ...

Die Steigerungen sind wahrscheinlich der Erhöhung der Batteriekapazitäten geschuldet, aber gleichzeitig kann Apple so technische Upgrades realisieren. Zum Beispiel bieten das iPhone 13 Pro und das iPhone 13 Pro Max Unterstützung für eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz (Hz) in Verbindung mit 5G-Konnektivität: Dies wäre beim iPhone 12 Pro Max mit kleinerem Akku nicht sinnvoll gewesen.

Matthias Kremp von Spiegel Online konstatiert:

Der Chip der Series 6 ist immer noch schnell genug für all das, was Apple mit der Series 7 anbieten will. Die neuen Funktionen für Radfahrer etwa sind ein Teil von watchOS 8, das auch noch auf der alten Series 3 läuft. Beim alten Chip zu bleiben, dürfte für Apple ausserdem den netten Nebeneffekt haben, dass der Chip selbst durch mehr angefragte Stückzahlen billiger wird.
quelle: spiegel.de

In den neuen iPhones gibts zwei A15-Chips

Im iPhone 13 und im iPhone 13 Mini steckt Apples neue Chip-Eigenentwicklung A15. Und in den teureren Pro-Modellen auch, aber: Zwar tragen die Chips die gleiche Bezeichnung, sie haben aber unterschiedlich viele Grafikprozessoren. Der A15 im iPhone 13 Pro und 13 Pro Max ist stärker. Ob und wie sich dies im Alltag bemerkbar macht, wird sich zeigen.

«In den günstigeren iPhones und dem iPad Mini steckt demnach der A15 mit vier Grafikkernen und nur in den iPhones 13 Pro und 13 Pro Max die Variante mit fünf davon. Bleibt abzuwarten, ob der Unterschied tatsächlich spürbar ist oder den Nutzern der teureren Modelle bloss ein gutes Gefühl gibt.»
quelle: spiegel.de

Darum dauert kabelloses Aufladen (im Vergleich mit China-Handys) lang

Das iPhone 13 hat die gleichen Ladegeschwindigkeiten wie das iPhone 12, wenn «kabellos» – durch Induktion – aufgeladen wird. Da die neuen Modelle grössere Akkukapazitäten haben, dauert es in der Praxis länger, ein iPhone 100 Prozent zu laden. Dies könnte für einige Käuferinnen und Käufer frustrierend sein, die nach einer bequemen Lösung suchen.

Wie bei den letztjährigen iPhones hält es Apple für angebracht, alle iPhone-13-Modelle auf 7,5 Watt (W) kabellose Ladeleistung zu beschränken. Dies, wenn man ein Qi-fähiges Ladegerät verwendet. Bei einem MagSafe-Ladegerät von Apple oder einem vom Unternehmen zertifizierten MagSafe-Ladezubehör eines Drittanbieters ist die Ladeleistung gemäss den technischen Daten auf 15 W beschränkt.

Navigieren mit dem iPhone 13, mit 5G-Verbindung – und der Akku hat noch annähernd 100 Prozent? Kein Wunder, handelt es sich doch auch hier um ein PR-Bild. Die echte Ausdauer wird sich erst in Praxistests zeigen.
Navigieren mit dem iPhone 13, mit 5G-Verbindung – und der Akku hat noch annähernd 100 Prozent? Kein Wunder, handelt es sich doch auch hier um ein PR-Bild. Die echte Ausdauer wird sich erst in Praxistests zeigen.
Bild: Apple

Apple hat sich noch nicht geäussert, warum die kabellosen Ladegeschwindigkeiten mit der neuen iPhone-Generation nicht nach oben angepasst werden. Doch es gibt bereits eine plausible Erklärung dafür: Im Gegensatz zu chinesischen Smartphone-Herstellern halten Apple und Samsung den Gesamtstromverbrauch von iPhones und Galaxy-Handys begrenzt, um die Akku-Lebenszeit zu verlängern.

«Das Pumpen von mehr Watt als nötig kann den Akku von Smartphones schneller entladen, was die Kunden dazu zwingt, entweder nach einem zuverlässigen Verfahren zum Austausch des Akkus zu suchen oder auf ein neues Modell umzusteigen. Beim kabellosen Laden gibt es eine Spule, die einen grossen Teil des iPhone 13 umgibt, und eine übermässige Leistungsaufnahme könnte sich auf die Hauptkomponenten ausbreiten, wodurch auch deren Lebensdauer sowie der Akku verkürzt werden.»
quelle: wccftech.com

So wie es aussieht, hat Apple wahrscheinlich eine sinnvolle Entscheidung getroffen, auch wenn einige Käuferinnen und Käufer deswegen enttäuscht sein dürften.

Die «Notch» ist kleiner, aber ...

Apple verkleinert mit dem iPhone 13 die Aussparung am oberen Rand des Touch-Screens, «Notch» genannt. An der Präsentation wurde gesagt, sie sei 20 Prozent kleiner. Dies, weil die Ingenieure das für Face-ID benötigte TrueDepth-Kamerasystem schrumpfen konnten. Der direkte Vergleich mit dem Vorjahres-iPhone zeigt eine deutlich kleinere schwarze Fläche. Die 2021er-Notch ist schmaler, aber minim dicker.

screenshot: twitter

Eingeführt wurde die Notch 2017 mit dem iPhone X, dem ersten Apple-Gerät mit automatischer Gesichtserkennung.

Was Apple bei der neuen Watch verschwiegen hat

Das Display der Apple Watch Series 7 (rechts) ist laut Apple fast 20 Prozent grösser als das der letztjährigen Series 6 (Mitte) und mehr als 50 Prozent grösser als das der Series 3 (links).
Das Display der Apple Watch Series 7 (rechts) ist laut Apple fast 20 Prozent grösser als das der letztjährigen Series 6 (Mitte) und mehr als 50 Prozent grösser als das der Series 3 (links).
Bild: Apple

Aufmerksamen Beobachtern fiel auf, dass während der Präsentation kein Wort zur Performance der neuen Apple Watch verloren wurde. Normalerweise betont Apple, dass neue Geräte schneller oder energieeffizienter sind, aber über die Serie 7 wurde «auf der Bühne» nichts gesagt. Und wenn man auf die Apple-Website geht, wird der Chip, der die neue Watch antreibt, überhaupt nicht erwähnt. Auch in der offiziellen Medienmitteilung steht kein Wort. Grund?

In der neuen Apple Watch steckt der gleiche Chip wie im letztjährigen Modell.

Es brauchte den unabhängigen Software-Entwickler Steve Troughton-Smith, um das Geheimnis zu lüften. Er nahm die neueste Xcode-Version unter die Lupe – das ist die Software, die Apple den Entwicklern zur Verfügung stellt, um Apps für Apple-Geräte erstellen zu können. Aus dem Programmcode geht hervor, dass die Apple Watch Series 7 vom genau gleichen Hauptprozessor (CPU) angetrieben wird wie die Apple Watch Series 6, die 2020 herauskam.

Es ist natürlich nicht das erste Mal, dass Apple eine seiner Chip-Eigenentwicklungen in einem anderen Produkt wiederverwendet. Wie der Entwickler Guilherme Rambo feststellte, verwendet Apple für die neue Watch jedoch nicht einmal eine leicht überarbeitete Chip-Version der Series 6.

Damit sind wir bei den Spekulationen angelangt: Die Tatsache, dass die Serie 7 genau den gleichen Chip wie ihr Vorgänger hat, könnte Theorien bestätigen, wonach Apple die diesjährige Watch in letzter Minute neu überdacht hat.

PS: Trotz grösserem Display bietet die Apple Watch Series 7 gemäss Hersteller eine Akkulaufzeit von 18 Stunden.

Weitere kaum bekannte Fakten zu den neuen Apple-Produkten

  • Das iPhone 13 ist das erste iPhone mit Unterstützung für «Dual eSIM». User, die viel reisen, können also die physischen SIM-Karten ganz aufgeben, sofern ihre Mobilfunkanbieter dies unterstützen, schreibt imore.com. Und Spiegel Online ruft in Erinnerung: «Schon oft wurde spekuliert, Apple könnte nach dem Kopfhöreranschluss eines Tages auch die SIM-Schublade weglassen. So wäre zum einen der mechanische Aufbau der Geräte vereinfacht, zum anderen liesse sich ein solches Smartphone besser gegen Staub und Wasser schützen.»
  • Apple kassiert neu viel weniger für iPhone-Reparaturen, bei denen die Rückseite aus Glas ersetzt werden muss. Allerdings gilt dies nur für Userinnen und User mit Apple-Versicherung («AppleCare+»), wie der US-Techblog Macrumors entdeckte. Auch für das Ersetzen der Frontscheibe verlangt Apple gemäss Support-Seite nur noch 29 Franken.
  • Alle iPhone-13-Modelle haben einen 5G-Chip, aber die ultraschnellen 5G-Verbindungen bleiben US-Geräten vorbehalten. Die darin verbauten Hochfrequenzbänder, die als mmWave bezeichnet werden, verfügen über Wellenlängen, die in Millimetern statt in Zentimetern oder grösser gemessen werden, und bieten umfangreiche Datenübertragungs-Kapazitäten mit Bandbreiten von mehr als 3 GHz. Das war auch schon bei den letztjährigen iPhones so.
  • Das iPhone 13 Pro unterstützt in der günstigsten Ausstattungsvariante (mit 128 GB internem Speicher) nicht das neue 4K-Videoformat «ProRes» von Apple.

Wie ist der Vergleich mit der Android-Konkurrenz?

Wie schneiden das iPhone 13 und 13 Mini gegen ihre direkten Android-Konkurrenten ab, namentlich dem Galaxy S21 von Samstung, dem OnePlus 9 und dem Google Pixel 5A?*

The Verge stellt die technischen Spezifikationen der erwähnten Smartphones in einer Tabelle gegenüber.

* Die ultraschnellen 5G-Verbindungen (mmWave) gibt's – wie oben erwähnt – nur bei US-iPhones. Und Googles Pixel 6 und Pixel 6 Pro fehlen im Vergleich, weil der Hersteller bislang nicht die vollständigen technischen Spezifikationen kommuniziert habe, schreibt The Verge.
* Die ultraschnellen 5G-Verbindungen (mmWave) gibt's – wie oben erwähnt – nur bei US-iPhones. Und Googles Pixel 6 und Pixel 6 Pro fehlen im Vergleich, weil der Hersteller bislang nicht die vollständigen technischen Spezifikationen kommuniziert habe, schreibt The Verge.
screenshot: theverge.com

Damit zu den Flaggschiffen ...

... und einer ultralangen Tabelle, in denen die technischen Spezifikationen des iPhone 13 Pro und 13 Pro Max (US-Version) den drei Samsung-Smartphones Galaxy S21 Plus, S21 Ultra und Z Flip 3 sowie dem OnePlus 9 Pro gegenübergestellt sind.

screenshot: theverge.com

Wann gibt's die neue Software?

Die nächsten grossen Software-Updates für Apple-Geräte sollen am Montag, 20. September, (als Download) verfügbar sein. Dies gilt für iOS 15 (iPhone), iPadOS 15 (iPad), watchOS 8 (Apple Watch) und tvOS 15 (Apple TV).

Zu der ebenfalls an der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni vorgestellten neuen Mac-Software macOS Monterey heisst es offiziell, diese werde «noch in diesem Jahr» veröffentlicht. Die Beta-Testphase wird also bis auf Weiteres fortgesetzt.

Laut Gerüchteküche dürfte Apple diesen Herbst neue Macbook-Pro-Modelle mit hauseigenem Chip lancieren. Dabei soll es sich um die M1-Weiterentwicklung M1X handeln. Denkbar sei ein Event im Oktober, schreibt The Verge. Dann könnte auch die dritte AirPods-Generation lanciert werden.

Apple-Show verpasst?

Wer den knapp 80-minütigen «Special Event» am Dienstagabend nicht gesehen hat, kann dies hier nachholen:

Quellen

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