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Wo bin ich geblieben, wo?
Wo bin ich geblieben, wo?kafi freitag
FragFrauFreitag

Zuerst kommen immer die Bedürfnisse der Kinder, oder?

Liebe Kafi, wie siehst du es mit der Rolle der Eltern von unzufriedenen Kinder in der Öffentlichkeit? Meine Meinung ist, erst kommt das Bedürfnis der Kinder und dann erst das der Mutter bzw. des Partners. Es macht mich immer wieder traurig zu sehen, wenn dies offensichtlich nicht der Fall ist. Muss ich mich mehr abgrenzen oder was hast du für einen Rat? Vielen Dank und liebe Grüsse. Nora, 32
15.07.2017, 09:5415.07.2017, 15:01

Liebe Nora

Bei vielen Fragen rate ich zu mehr Abgrenzung. Hier würde ich einen anderen Ansatz wählen. Stellen Sie Kinder auf die Welt!

Mindestens zwei, besser aber drei oder vier. Und dann erziehen Sie diese nach Ihrem Vorsatz und Ihrer Ideologie. Und dann schauen wir weiter. Ok?

Kann gut sein, dass es Ihnen gelingt, die Bedürfnisse Ihrer Kinder dann immer noch über Ihre eigenen stellen. Aber wenn Sie sich schon gegenüber anderen Eltern abgrenzen wollen, wo bleibt dieses Bedürfnis dann Ihren eigenen Kindern gegenüber? Denken Sie wirklich, dass sich dieses dann in Luft auflöst und Sie die totale Symbiose mit der Kinderschar leben wollen und können? Das ist natürlich Ihnen überlassen. Und auch ich würde davon profitieren, weil Sie früher oder später weinend bei mir in der Praxis (oder sonst wo) sitzen und sich und mich (oder sonst wen) fragen werden, wo Ihr eigenes Leben eigentlich abgeblieben ist.

Und vermutlich werden auch noch ein paar andere Stellen ihre grosse Freude an Ihnen und Ihren Kindern haben! Denken Sie Ihren Ansatz doch mal ein Stück weiter. Tut man einem Kind wirklich einen Gefallen, wenn man ihm immer alle Steine aus dem Weg räumt und die Welt nach seinem Kopf zurechtbiegt? Welche Werte werden mit so einem Erziehungsansatz verfolgt? Und wohin werden diese führen? Ein Kind bleibt nicht immer ein Kind. Es wird irgendwann erwachsen. Und muss spätestens dann einen gesunden Umgang mit der eigenen Frustration gelernt haben. Oder möchten Sie einer jungen Frau Ihren Sohn ins Bett legen, der immer alles bekommen hat, was er wollte? Oder wollen Sie eine erwachsene Tochter, die mit dem Gefühl aufgewachsen ist, eine Prinzessin zu sein und dann an der Realität zerbricht?

Die kurzfristig gesehen einfachsten Lösungen sind selten die besten auf längere Zeit. 

Es ist immer simpel, sich über andere den Kopf zu zerbrechen und zu wissen, wie es besser wäre. In Ihrem Alter würde ich aber stattdessen einfach mal fürschi machen und an eigenen Objekten experimentieren und Erfahrungen sammeln...



Mit herzlichem Gruss, Ihre Kafi

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Kafi Freitag (41!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Zürich.

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Vio Valla
15.07.2017 18:43registriert Januar 2017
Au ja, umbedingt die eigenen Bedürfnisse immer zurückstellen, damit man dann dem pupertierendem Junior etliche Male den Satz "Ich habe mich all die Jahre für dich aufgeopfert und wie dankst du mir das?!", im die Ohren hauen kann. Hilft sicher bei einer gesunden Mutter- Kindbeziehung, nicht.
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DanielaK
15.07.2017 14:48registriert November 2016
Kommt auch immer darauf an was man unter 'Bedürfnis' versteht. Wenn die Dame das saure Gesicht meint wenn das Kind kein Eis kriegt ( wieso auch immer), dann braucht sie dringend eine Realitätsspritze. Wenn sie aber die Kinder meint, die ihre Eltern nur mit dem Handy vorm Kopf und von weitem kennen weil sie schon wieder in den Ausgang wollen, dann bin ich auch der Meinung das die Kinder wichtiger sind. Dem Schreibstil nach, befürchte ich allerdings auch, das hier die Realitätsspritze nötig ist.
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Fly Boy Tschoko
15.07.2017 11:01registriert Mai 2014
Nicht nur Kinder haben Bedürfnisse. Schlussendlich müssen akinder auch lernen, dass es nicht nur um sie geht.
Das ist aber natürlich kein Grund die Bedürfnisse der Kinder zu vernachlässigen.
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Zuerst kommen immer die Bedürfnisse der Kinder, oder?
Liebe Kafi, wie siehst du es mit der Rolle der Eltern von unzufriedenen Kinder in der Öffentlichkeit? Meine Meinung ist, erst kommt das Bedürfnis der Kinder und dann erst das der Mutter bzw. des Partners. Es macht mich immer wieder traurig zu sehen, wenn dies offensichtlich nicht der Fall ist. Muss ich mich mehr abgrenzen oder was hast du für einen Rat? Vielen Dank und liebe Grüsse. Nora, 32

Liebe Nora

Bei vielen Fragen rate ich zu mehr Abgrenzung. Hier würde ich einen anderen Ansatz wählen. Stellen Sie Kinder auf die Welt!

Mindestens zwei, besser aber drei oder vier. Und dann erziehen Sie diese nach Ihrem Vorsatz und Ihrer Ideologie. Und dann schauen wir weiter. Ok?

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