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Granit Xhaka und Murat Yakin nach der Partie gegen den Kosovo.
Granit Xhaka und Murat Yakin nach der Partie gegen den Kosovo.Bild: keystone
Kommentar

Warum es ein super Zeichen ist, dass sich Xhaka bei seiner Auswechslung so aufgeregt hat

30.03.2022, 11:2331.03.2022, 06:01

Ob er nun will oder nicht, Granit Xhaka steht nach dem 1:1 gegen den Kosovo mal wieder im Fokus. Nicht wegen seines 100. Länderspiels – eine Marke, die vor ihm erst 5 andere Schweizer erreicht haben – sondern wegen seines angeblich falschen Verhaltens. Der Nati-Captain wurde nach 60 Minuten ausgewechselt, was ihm offensichtlich überhaupt nicht passte. Auch Minuten später auf der Ersatzbank war Xhaka noch sichtlich angefressen und kickte in eine Wasserflasche.

Im Interview nach der Partie sind die ersten Fragen von SRF-Journalist Jeff Baltermia, was Xhaka mit Yakin diskutiert habe und was ihn bei der Auswechslung denn am meisten «gewurmt» habe. Xhaka erklärte dazu: «Das ist mein Charakter, ich stehe lieber auf dem Platz, als ich auf der Bank sitze.»

Das ist genau der Charakterzug, der Xhaka so weit gebracht hat. Ein ehrgeiziger Fussballer, wie er es ist, ist immer unzufrieden, wenn er ausgewechselt wird. Xhaka regte sich so auf, weil er mit seiner Leistung nicht zufrieden war. Weil er mit der Leistung der Mannschaft nicht zufrieden war. Weil er das Spiel unbedingt gewinnen wollte. Weil er jedes Spiel unbedingt gewinnen will.

Xhaka im Zweikampf mit Milot Rashica und dessen Trikot.
Xhaka im Zweikampf mit Milot Rashica und dessen Trikot.Bild: keystone

Zudem war Xhaka anständig genug, bei der Auswechslung noch mit Trainer Murat Yakin abzuklatschen, wie sich das gehört. Wenn ein Spieler mit seiner eigenen Leistung unzufrieden ist, ist das in erster Linie ein gutes Zeichen. Der Frust zeigt, dass der Spieler brennt, dass er bereit ist, sei das Testspiel noch so unbedeutend. Dann fliegt halt auch mal eine Trinkflasche durch die Gegend. Soll sie.

Man stelle sich mal vor, was los gewesen wäre, wenn Xhaka nach seiner schwachen Leistung gegen den Kosovo lächelnd vom Feld gegangen wäre. Er hätte sich Vorwürfe gefallen lassen müssen, dass ihm das Spiel egal gewesen sei. Es sei ja schliesslich nur ein Freundschaftsspiel gegen seine Freunde aus dem Kosovo gewesen.

Es ist wie so oft bei Xhaka – ob Doppeladler, blondierte Haare oder Auswechslungsfrust – man hat das Gefühl, Xhaka kann es niemandem recht machen. Oder wie er es selbst im Interview nach der Partie ausdrückte: «Das Thema wird wieder mal etwas grösser gemacht, als es ist. Es ist jetzt leider wieder mal Thema Nummer 1.»

Dabei hätte es Xhaka nach der Partie gegen den Kosovo sowas von verdient, andere Schlagzeilen zu erhalten – schliesslich hat der Mann soeben sein 100. Länderspiel für die Schweiz absolviert und unserer Nationalmannschaft so viele schöne Momente beschert. Da darf ab und zu auch mal eine Trinkflasche durch die Gegend fliegen.

Granit Xhaka wird vor seinem 100. Länderspiel geehrt.
Granit Xhaka wird vor seinem 100. Länderspiel geehrt.Bild: keystone
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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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TWilli
30.03.2022 12:10registriert März 2017
Super Kommentar. Schon traurig, dass Xhaka wegen ein paar Fehler, welche er wegen seinem Erfolgshunger auf dem Platz gemacht hat, nun immer für Nichtigkeiten kritisiert wird.
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T.Mäder
30.03.2022 15:23registriert Juni 2020
Ich habe lieber ein Spieler mit Emotionen als einer dem es egal wäre.
Das ist herzblut. Solang der Anstand bewahrt bleibt.&dies war der Fall. Er hat mit Muri abgeklatscht wie es sich gehöhrt. Die Wasserflasche wirds ihm verzeihen.
Für mich alles ok
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Hinterm Mond lässt sichs gut munkeln
30.03.2022 13:04registriert November 2020
Xhaka=Legende
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