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epa08533707 Protesters in action during clashes with police outside the Serbian Parliament building in Belgrade, Serbia, 07 July 2020 (issued 08 July 2020). Hundreds gathered to protest after President Aleksandar Vucic announced that a weekend curfew would be enforced amid a surge in coronavirus cases.  EPA/KOCA SULEJMANOVIC

Bild: keystone

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Strassenschlachten, Polizeigewalt und mittendrin ein Virus – was ist in Serbien los?

In Serbiens Hauptstadt Belgrad kam es am Dienstag zu Demonstrationen gegen eine geplante Ausgangssperre am Wochenende. Protestiert haben Leute jeglicher politischer Couleur. Es geht um Lügen, Verzweiflung und natürlich Corona – doch die Situation bleibt unübersichtlich.



Anarchie in Belgrad: Am Dienstagabend kam es in Serbiens Hauptstadt zu wüsten Szenen. Nachdem Präsident Aleksandar Vucic eine erneute Ausgangssperre fürs Wochenende angekündigt hatte, brachen alle Dämme. Mehrere tausend Menschen protestierten auf den Strassen und forderten Vucics Absetzung. Auch in anderen Städten kam es zu kleineren Protesten, zum Beispiel in Novi Sad oder in Kragujevac.

Eine Gruppe von rund 100 Demonstranten wollte in Belgrad gar ins Parlamentsgebäude eindringen. Sie kamen zwar rein, wurden kurze Zeit später aber mit Tränengas wieder verjagt.

Die Proteste in Bildern:

Laut dem Polizeivorsteher Vladimir Rebic wurden 23 Leute verhaftet. Zudem sollen 43 Polizeibeamte, 17 Demonstranten und drei Polizeipferde verletzt worden sein. Um die Proteste aufzulösen und die militanten Rebellierer aus dem Parlamentsgebäude zu scheuchen, setzte die Polizei Tränengas ein. Und wie Demonstranten, Medien und NGOs am Mittwoch monierten, auch übermässige Gewalt.

Wer waren die Demonstranten und was wollen sie?

Diese Fragen sind nicht eindeutig zu beantworten. Die Masse setzte sich aus Gruppen aller möglichen politischen Ausrichtungen zusammen. Eine Teilnehmerin sagte gegenüber watson:

«Einige waren sauer, weil ihre Liebsten gestorben sind, einige wegen des Kosovo, einige wegen der Überschwemmungen, einige, weil sie Hunger haben, einige wegen der Arroganz der Regierung und der Brutalität der Polizei, einige wegen des Gesundheitssystems und so weiter ... Es waren auf jeden Fall viele verschiedene Menschen dort, von der extremen Rechten bis zur radikalen Linken. Was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie sehr wütend und zornig sind.»

Teilnehmerin der Demonstration

Wütend und zornig sind sie vor allem auf Präsident Aleksandar Vucic und seine Handhabung der Coronakrise. Vor den Parlamentswahlen am 21. Juni wurden alle Präventivmassnahmen ausser Kraft gesetzt. So habe Vucic sichergestellt, dass die Wahlen stattfinden können. Wahlveranstaltungen, Konzerte und Fussball- und Tennisturniere mit zum Teil tausenden Besuchern konnten so ebenfalls ausgetragen werden. Nun, nach den Wahlen, sind die Spitäler laut Vucics Aussagen rappelvoll, «die Situation in Belgrad ist kritisch», sagte er.

Sauer aufstossen dürfte vielen auch ein Bericht des «Balkan Investigative Reporting Network», kurz BIRN, von Ende Juni. Dieser hat aufgedeckt, dass die offiziellen Corona-Zahlen der Regierung vor den Wahlen systematisch zu tief ausgewiesen wurden. So seien bis zum 1. Juni 632 Leute an Covid-19 gestorben, die Regierung sprach jedoch lediglich von 244 Opfern. Auch die maximale Anzahl täglicher Neuinfektionen habe nicht bei 97 gelegen, sondern bei knapp 300. Vucic dementierte diese Vorwürfe und sprach von «nicht authentischen Daten». Besucht man die offizielle Corona-Website der serbischen Regierung, so werden immer noch erst 341 Tote ausgewiesen.

Wurden die Proteste inszeniert?

Heute Mittwoch geisterten Gerüchte in den sozialen Medien umher, wonach die Proteste inszeniert waren. Demnach könnte Vucic die Proteste dazu nutzen, um den Ausnahmezustand wieder einzuführen. Tatsächlich waren viele junge Personen aus der Hooliganszene unterwegs, wie eine Teilnehmerin berichtete. Auch Mitglieder der rechtsradikalen «Dveri»-Partei, wie der ehemalige Parlamentarier Srdjan Nogo, waren mit von der Partie. Sie sangen nationalistische Gesänge gegen den Kosovo, Nogo war sogar unter den Demonstranten, die das Parlament stürmten.

Da jedoch auch viele andere Gruppierungen anwesend waren, ist die These, wonach die Proteste inszeniert waren, eher unwahrscheinlich.

Erneute Proteste am Mittwoch

Ungeachtet des Rückziehers von Präsident Aleksandar Vucic sind in Belgrad und anderen Städten des Balkanlandes am Mittwochabend erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Schutzmassnahmen auf die Strassen gegangen.

Die Polizei setzte nach Medienberichten wieder Tränengas und Knüppel gegen die Demonstranten ein. Auch berittene Polizei kam zum Einsatz. Die Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten. In Belgrad riegelten starke Polizeieinheiten das Zentrum am Abend ab. Gegen Mitternacht flauten die Proteste ab, die Menschenmassen lösten sich nach Medienberichten allmählich auf. (sda)

Die Polizeigewalt

Der serbische TV-Sender N1 filmte die Polizei am Dienstag, wie sie drei Männer, die auf einer Parkbank sassen, brutal zusammenschlugen.

Die Menschenrechtskommissarin des Europarates Dunja Mijatovic forderte daraufhin eine Untersuchung gegen die beteiligten Polizisten. Auch das «Belgrade Center for Human Rights» reichte Beschwerde beim Ombudsmann der Polizei ein.

Polizeivorsteher Rebic zeichnete indes ein anderes Bild. Laut seinen Aussagen habe die Polizei äusserst zurückhaltend gehandelt und erst dann Tränengas eingesetzt, als die Demonstranten erneut versuchten, ins Parlament einzudringen. Auch Innenminister Nebojsa Stefanovic blies ins selbe Horn: «Einige Hooligans dachten, Köpfe von Polizeibeamten einzuschlagen sei wünschenswert und normal.»

Wie geht es weiter?

Am Mittwochnachmittag krebste Aleksandar Vucic zurück. Es werde am Wochenende keine Ausgangssperre verhängt, so der serbische Präsident. «Es wird sicherlich neue Massnahmen für Belgrad geben, aber keine Polizeistunde», sagte er. Die Einzelheiten werde der Krisenstab der Regierung am Donnerstag bekanntgeben.

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93
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93Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ujay 09.07.2020 17:15
    Highlight Highlight Es geht einzig und alleine um Herdendummheit!
  • freeLCT 09.07.2020 13:48
    Highlight Highlight Wen sich radikale Linke und radikale Rechte zusammentun um gegen den Staat zu Rebellieren geht mein Herz auf.
  • smota 09.07.2020 12:58
  • Izak 09.07.2020 11:48
    Highlight Highlight Tönt nach Chreis 4 an einem durchschnittlichen Wochenende.
    • Lichtblau550 09.07.2020 18:08
      Highlight Highlight Hoffentlich lassen sich unsere Zürcher Krawallmacher nicht von obenstehendem Bild inspirieren. Gürtel mit der Schnalle nach vorn als Waffe habe ich an Demos bisher nicht gesehen. Das könnte massiv in‘s Auge gehen ...
  • Quacksalber 09.07.2020 08:26
    Highlight Highlight Eine Mischung aus Wahlmanipulation und schlechter Regierungsführung. Kein Wunder sind die Leute dort wütend.
  • Alice36 09.07.2020 06:49
    Highlight Highlight Was in Serbien los ist? Dasselbe wie immer nur Corona bringt's an's Licht wie an vielen anderen Orten auch.
  • koks 09.07.2020 00:00
    Highlight Highlight Wie einfach es sich aus dem bequemen Schweizer Lehnstuhl über die Welt richten lässt:
    Demonstrationen in den USA: moralisch Top.
    Demonstrationen in Serben: moralisch Flop.
    Anders als Schwarz-Weiss können wir in der Schweiz nicht wirklich.
    • lilie 09.07.2020 06:35
      Highlight Highlight @koks: Ich verstehe deinen Kommentar nicht ganz? Die meisten Kommentatoren stellen sich doch auch auf die Seite der serbischen Bevölkerung und kritisieren die Regierung. Vucic wurde sogar mit Trump und Bolsonaro verglichen.

      Wo also siehst du das Urteil eines "moralischen Flops" gegenüber den Demonstrierenden? Dieser liegt wohl eher bei der Regierung.
  • Blues 08.07.2020 23:56
    Highlight Highlight Alle die in Serbien Ferien gemacht haben, müssen laut BAG in die Quarantäne.
    10 vor 10 (am 08.07.) wollte wissen wie das kontrolliert wird.
    Der Superwitz des Monats: BAG hat keine Ahnung! Präsi der Kantons Gesundheits Direktoren CH, L. Engelberger CVP BS hat keine Ahnung!!
    Also es gibt weder Infos an Rückreisende noch wird das kontrolliert.
    HALLO AUFWACHEN.
    • lilie 09.07.2020 06:38
      Highlight Highlight @Blues: Das wurde schon bei der Verkündung der Quarantänepflicht erklärt, dass die Leute selbstverantwortlich in Quarantäne gehen müssen. An der Grenze erhalten sie aber eine Information dazu, welche sie auffordert, sich bei ihrem Kanton zu melden.

      Tja, unwahrscheinlich, dass das funktioniert. Wenn es wieder Fälle aus dem Ausland gibt, wird man das verschärfen müssen...
    • Anam.Cara 09.07.2020 07:05
      Highlight Highlight Taiwan verpasst Rückkehrern für 14 Tage eine Fussfessel. So wird die Quarantäne kontrollierbar.
      Alles andere basiert auf einer quasi-freiwilligen Quarantäne. Man appelliert an den gesunden Menschenvwrstand der Leute. Und droht mit Bussen, falls jemand beim Quarantänebrechen erwischt wird (was eher unwahrscheinlich sein dürfte.
      Ich bin noch nicht ganz sicher, welche Variante ich besser finden soll.
    • PlayaGua 09.07.2020 08:53
      Highlight Highlight @anam.cara

      Taiwan hat aber keine Landgrenzen. Deshalb ist die Kontrolle schon deswegen viel einfacher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Paedu87 08.07.2020 23:50
    Highlight Highlight Da wurde das Regierungsgebäude gestürmt und die beklagen sich über übermässige Gewalt?
  • MartinZH 08.07.2020 23:08
    Highlight Highlight Einen wichtigen Aspekt habe ich in diesem Beitrag vermisst: Südost- und Ost-Europa ist eine völlig andere Welt als hier in Mittel- und West-Europa.

    Jahrzehnte lang wurden die Leute im Osten vom Staat und via gleichgeschalteten Medien indoktriniert. Alle haben gewusst, dass man dem, was die Medien berichten, nicht glauben kann (darf).

    Die Länder sind zwar seit 30 Jahren frei, aber diese Erfahrung mit dem Staat und Medien ist noch immer virulent. Die Länder sind Hochburgen von VT sowie abstrusen Ideen und Ideologien. Qualitäts-Medien, die der Aufklärung dienen könnten, sind leider Mangelware.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 08.07.2020 23:20
      Highlight Highlight @Martin

      Sie verwechseln da etwas Martin. Jugoslawien hat sich von den Nazis alleine befreit. Jugoslawien war ein sogenannter "blockfreier" Staat, nicht wie Ungarn, Polen, usw.

      Jugoslawen waren frei und konnten ins Ausland reisen, haben Kultur aus dem Westen und Osten empfangen, hatten ökonomische Beziehungen rund um den Globus, usw.

      Viele Linke aus CH, BDR, F, usw. haben in den 60er, 70er Jahren Jugoslawien besucht und Organisation und Wirtschaftswachstum bestaunt.

      Ich möchte Ihnen nichts unterstellen, aber vielleicht sind Sie selber einer Propaganda zum Opfer gefallen?
    • MartinZH 08.07.2020 23:28
      Highlight Highlight @Blitzer: Ich kann euch ein Land in Südost-Europa nennen, in welchem nach einer seriösen Befragung in den letzten Tagen herausgekommen ist, dass "rund ein Drittel daran glaubt, dass das Corona-Virus nicht natürlich ist, und dass es in einem Geheimdienst-Labor entwickelt wurde".

      Hier kann man sich über einen solchen Befund nur wundern.

      Aber dies ist leider die Realität. Die Leute glauben einfach jeden Mist, das ein alter Mann mit Bart in den sozialen Netzen erzählt.

      Man kann darüber lachen, aber es ist eine ernste Situation für das fragile Konstrukt der Demokratie! Nicht zu unterschätzen..!
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 09.07.2020 00:17
      Highlight Highlight Chabis. Jugoslawien wurde sozialistisch regiert, aber von Gleichschaltung zu sprechen ist falsch. Die Leute durften ungehindert Reisen und konsumieren und die Arbeiter hatten gar mehr Autonomie als die Angestellten im Westen.
      Dies im Rahmen von 600 Zeichen ausführlich zu erklären, sprengt den Rahmen. Aber du kannst dich schlaulesen oder dir Dokus reinziehen.
      Das Problem war eher ebenfalls serbischer Herkunft und die Tatsache, dass es ein Vielvölkerstaat war, in dem einige weniger Rechte hatten als andere.
      Slowenien und Kroatien demonstrieren heute gut, wie mitteleuropäisch sie eigentlich sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 08.07.2020 23:03
    Highlight Highlight Serbien hat an vielen Fronten zu kämpfen: hohe Arbeitslosigkeit, Korruption, wirtschaftlicher Anschluss.

    Serbien hält sich selber immer wieder durch Nationalismus, Grossserbien-Phantasien oder sinnlosen Provokationen mit den Nachbarsländern Kosovo, Kroatien oder Bosnien vom Lösen der eigentlichen Probleme ab.

    Sie sehen sich immer als Opfer (Osmanen, Österreich-Ungarn, Nato usw.), was die ökonomische und soziale Stagnation begünstigt.

    Unklar ist, wo Serbien seine Zukunft sieht: in der EU, in Russland, China oder der Isolation?

    Belgrad ist übrigens eine Reise wert, wenn Corona vorbei ist.
  • Gurgelhals 08.07.2020 22:47
    Highlight Highlight Was hat eigentlich genau zu dieser "Orbanisierung" der politischen Verhältnisse in Serbien geführt? Vucic hat ja in den letzten +/- 5 Jahren die ganze politische Landschaft quasi aufgerollt und aus einer 25-30%-Partei eine mit deutlichem absoluten Mehr gemacht. Und zugleich sind die anderen Parteien scheinbar völlig in der Bedeutungslosigkeit versunken. Was sind da die Hintergründe? Würde mich noch interessieren...
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 09.07.2020 00:31
      Highlight Highlight https://de.wikipedia.org/wiki/Aleksandar_Vu%C4%8Di%C4%87

      Geschichtlich ist Vucic wohl schon länger auf dieser politischen Schiene als Orban und in Serbien gibt es zuhauf fundamentalistisch nationale Serben. Die Serbische Fortschrittspartei ist gerade mal 12 Jahre alt. Mal sehen, wie weit die AfD in fünf Jahren ist. Dann ist sie auch 12 Jahre alt...
    • Hoci 09.07.2020 17:45
      Highlight Highlight Hat wohl auch mit den Lügen der Kriegspropaganda bzw. Dem Krieg zu tun. Man glaubt an sich und die Richtigkeit des (nationalistischen) Kriegs. Muss man ja, sonst hötte man sich an unschuldigen Vergriffen und wäre Kriegsverbrecher.
      Zudem sind vermutlich viele von damals zb Vucic immer noch an der Macht. Ähnlich Nazideutschland.
      Kriegsschäden enden eben nicht mit dem Krieg. Sie manifestieren sich über mehrere Generationen.
      So wie die Türken chronisch und absurd von Grossturkei reden (man schaue sich die absurde verbrpderung im Internet mit "Turk"staaaten an + ihre "Freude"darüber) s sehr lange.
  • Unnötig 08.07.2020 22:39
    Highlight Highlight Was für eine Leserschaft hier bei Watson.
    Ich erinnere mich noch sehr gut an die Hools hier in Zürich, Basel, Bern etc. Die hatten doch Rosen und eine Schachtel Merci dabei, stimmts?!
    • Grubinski 09.07.2020 15:18
      Highlight Highlight Nicht Merci sondern Ferrero Küsschen.
  • Zutterbopf 08.07.2020 22:36
    Highlight Highlight Die Menschen in Serbien sind am Rande der Verzweiflung - mehrere Kommentare hier thematisieren aber nur die Quarantänepflicht von Serbienreisenden. Warum? Der Artikel dreht sich nicht um die Quarantäneregelungen der Schweiz...

    Die Bevölkerung in Serbien leidet seit Jahrzehnten unter korrupten Regierungen mit einem schockierend repressiven (!!!) Polizeiapparat! Vucic hat mit seiner SNS in den letzten Jahren den Staat an sich gerissen, "state capture" par excellence - das scheint ihm nun (zu Recht) um die Ohren zu fliegen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht übermässig eskaliert!
    • Hoci 09.07.2020 17:47
      Highlight Highlight Eskalation muss nicht schlecht sein. Ich hoffe sie führt zur Absetzung der aktuellen Regierung ohne zu viel Unruhe und Verletze.
      Besser wie das passive Trauerspiel in den Usa (vor black life matters).
  • Meinung 08.07.2020 22:34
    Highlight Highlight WARUM STOPT NIEMAND DIESE KRANKEN MACHTHABER?

    Vucic
    Trump
    Bolsonaro
    usw
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 09.07.2020 03:31
      Highlight Highlight Weil sie offenbar genügend Rückhalt irgendwelcher Lumpen haben und gut organisiert sind, sei es mit der Unterwelt, der Wirtschaft oder Nationalisten - nur um einige Beispiele zu nennen.

      Aber in erster Linie muss das Volk mitspielen. Solche Machthaber können nur von innen heraus beseitigt werden. Wenn jemand von aussen eingreift, gibt's nur noch mehr Chaos und darüber hinaus wird das Land nur destabilisiert. Danach passiert mehr oder weniger dasselbe oder das Land versinkt im Sumpf. Ich denke, da gibt's genügend Beispiele dafür.
  • Neruda 08.07.2020 22:22
    Highlight Highlight Das dumme, rassistische Geschwätz hier in den Kommentaren ist echt zum Kotzen! Keine Ahnung haben von der Situation und was für ein Verbrecherregime da regiert, aber ja klar, die Serben sind alles Tiere. Bravo, schön der Propaganda erliegen! Könnt stolz auf euch sein! Die Serben haben einen sehr guten Grund zum revoltieren, nicht Nationalismus, nein. Vucic hat die Demokratie beerdigt und die liebe EU schaut nur zu, weil er sich EU-Freundlich gibt! Wir Schweizer sollten besser mal vom hohen Ross runter kommen!
    • Dieter123 08.07.2020 22:52
      Highlight Highlight Jep und zu or hatten sie Milosevic, gelernt - nix.
    • Filzstift 08.07.2020 22:55
      Highlight Highlight Die „Serben haben einen sehr guten Grund zum revoltieren“. Ja. Indem sie seine Partei wählten. Insofern: Eine Minderheit der Serben.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 08.07.2020 23:07
      Highlight Highlight Wäre Serbien Hong Kong, Sie hätten 10'000 Herzchen und 10 Blitzer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • smota 08.07.2020 21:26
    Highlight Highlight Es geht nicht um Corona, es geht um die jahrelange Schikane, Erniedrigung, Leugnung und Diktatur des Präsidenten die ihren Höhepunkt erreicht hat.
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 08.07.2020 21:09
    Highlight Highlight Und dann wird man hier als Denunziant beschimpft wenn man dazu steht, dass man die Serbien reisenden melden wird wenn sie sich nicht in Quarantäne begeben.
    • Pfefferkopf 09.07.2020 17:56
      Highlight Highlight @nadasagenwirjetzteinfachmal, also fast immer bin ich derselben Meinung wie Du. Hier eine Striftzeichen-Blume für Dich: ---<-@
    • Hoci 09.07.2020 17:56
      Highlight Highlight Vergiss es, von diesen Depoen musst du dich nicht verunsichern lassen. Ich zeige sue such an, wir leben hier in einer Demokratie und Rechtsstaat und JEDER, absolut JEDER muss dich an beschlossene Regeln halten. Die die es nicht einsehen sind krasse Egoisten und nicht intelligent genug es von selber zu checken.
  • CalibriLight 08.07.2020 20:31
    Highlight Highlight Es gab bei uns ja auch Demos, an denen Menschen aller Art und politischer Richtung dabei waren, einfach nicht in gewalttätigem Ausmass. Oder erinnern wir uns an Stuttgart.
    Wer immer auf was auch immer wütend ist, hat in solchen Situationen die Möglichkeit, seinen Frust rauszulassen.
    Wieviele in Serbien wegen befürchteten Ausgangssperren randalieren, wieviele wirklich gegen die Falschinformationen der Regierung sind, ist offenbar nicht auszumachen.
    Auch hier spült die Corona-Krise vieles an die Oberfläche.


  • Digichr 08.07.2020 20:26
    Highlight Highlight Und Leute machen Ferien dort. Das wird lustig.....
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 08.07.2020 21:11
      Highlight Highlight Nein das wird nicht lustig, denn es wird wieder Tote geben deswegen, auch in der Schweiz.
    • CalibriLight 08.07.2020 22:05
      Highlight Highlight Viele Menschen möchten einfach nur ihre Familien besuchen. Und wenn sie sich nachher in Quarantäne begeben, ist das auch ok.
      Ich befürchte bloss, dass das einige nicht machen werden.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 09.07.2020 08:12
      Highlight Highlight Und wenn nur 1 nicht in Quarantäne geht, sollte Serbien von Reisen ausgeschlossen werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DrPop 08.07.2020 20:17
    Highlight Highlight Ich möchte nicht wissen, was hier los wäre wenn die Regierung machen würde, was sie in Serbien macht. Die Menschen wehren sich und werden von der Polizei verprügelt und trotzdem scheint hier eine „zu Recht“ Mentalität in den Kommentaren zu herrschen.
    • redeye70 08.07.2020 20:38
      Highlight Highlight Ich denke da kommt auch noch viel mehr hoch als «nur» die Coronakrise. Die Korruption in Serbien ist legendär und die Politiker sind völlig korrumpiert. Serbien kommt einfach nicht aus dem Sumpf heraus. Das entlädt sich jetzt auf der Strasse.
    • Viktor mit K 08.07.2020 22:13
      Highlight Highlight Zuerst mal, mich als gebürtigen Schweizer stört das Serbien Bashing langsam.. ich war vor zwei Jahren in Belgrad und die Menschen sind sehr Gastfreundlich und zuvorkommend! Ich finde die Kommentare z.t. Ziemlich diskriminierend..
      Das Schlimme an Serbien ist aber tatsächlich die politische Situation, dies gleicht einem 3. Weltland, leider!
    • Enzasa 08.07.2020 22:35
      Highlight Highlight Ist in Kroatien und Bosnien genauso
  • The Snitcher 08.07.2020 19:59
    Highlight Highlight tja... 2020 halt..
    Benutzer Bild
  • Meierli 08.07.2020 19:51
    Highlight Highlight Naja, Serbien gehört nicht auf die Quarantäneliste. Sondern auf die Sperrliste. Und damit eigentlich alle direkten Nachbarn. Sommerferien in Kroatien kann man vergessen.
    • Lellellel 08.07.2020 22:37
      Highlight Highlight Meierli, waren Sie denn bereits in Serbien? Ich bin kein Serbe und nicht aus der Region. Dennoch war ich in Belgrad und ich muss sagen, dass es bestimmt noch Nachwirkungen vom Jugoslawienkrieg gibt. Aber die Menschen in Belgrad waren extrem nett und zuvorkommend. In meinen Augen ist ihre Aussage reiner Rassismus! Ich hatte nicht einmal ein schlechtes Gefühl - weder im Ausgang, auf dem Weg nach Hause oder am Fussballspiel von Roter Stern. Ja ich weiss die können auch wild sein, aber diese Aussage welche Sie treffen, ist in meinen Augen reine Pauschalisierung.
    • THEOne 09.07.2020 07:38
      Highlight Highlight was leider sehr schade ist, weil kroatien wunderschön ist zum ferien machen. kostet fast nix und die leutz da, sind sehr viel höfflicher als manch einer hier.
      vergleich die menschen da nicht mit unserem bmw klientel hier.

      das problem ist halt u.a. ihre hochkorrupte führungsriege und das kriegstrauma.
    • Erwin 09.07.2020 08:46
      Highlight Highlight Man sollte dieses Jahr wenn möglich nicht ins Ausland reisen, habe alles storrniert
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 08.07.2020 19:43
    Highlight Highlight Wie ist das eigentlich, wenn die eigene Bevölkerung es nicht gut findet, was die serbische Regierung gemacht - ist das dann auch fremdenfeindlich? 🤔
    • N. Y. P. 08.07.2020 19:49
      Highlight Highlight Wir gegen den Rest.

      Das ist die Mentalität, die in Serbien vorherrscht. Also klar fremdenfeindliche Einstellung gegenüber allen anderen.

      Deine Frage: Nein
    • ninolino 08.07.2020 19:54
      Highlight Highlight Hattest du einen Clown zum Znacht?
    • lilie 08.07.2020 20:05
      Highlight Highlight @N.Y.P./ninolino: Mein Punkt scheint nicht ganz rüberzukommen.

      In letzter Zeit höre ich immer, wenn Serben oder Serbien kritisiert werden, das sei nur wieder einmal ein fremdenfeindlicher Angriff, weil sie Serben seien. Die Kritik wird natürlich nicht ernst genommen.

      Was aber, wenn die Serben ihre eigene Regierung kritisieren? Wem gibt diese dann die Schuld? Denn eben: Fremdenfeindlichkeit ist ja dann keine Ausrede mehr...
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. 08.07.2020 19:27
    Highlight Highlight Nun gut, was die dort unten machen..

    Wer hier ist, hält sich aber an die Empfehlungen des BAG.

    Danke.
    • lilie 08.07.2020 19:48
      Highlight Highlight @N.Y.P.: Bitte. 🙂

      Ich bin sehr froh, dass unsere Regierung es so gut gemeistert hat. Echte Unruhen gab es bei uns nicht, ein paar Aluhüte, die nach Aufhebung des Lockdowns gegen den Lockdown demonstrierten, und ein kleiner Zwischenfall gegen die Polizei an einer BLM-Demo mit mehreren tausend Teilnehmern.

      Wenn man sieht, was teilweise in anderen Ländern los ist, kann man wohl sagen, so verkehrt kann es nicht gewesen sein, wie es unser BR anpackte.

      Jetzt einfach nicht nachlassen, konzentriert bleiben und achtsam. Dann kommt es hoffentlich auch weiterhin gut. 💪
    • Neruda 08.07.2020 22:06
      Highlight Highlight Du hast doch Null Ahnung, warum es jetzt in Serbien knallt. Vucic und seine Kumpanen haben den Staat gekapert. Die Wahlen waren nicht fair. Die Medien grossmehrheitkich im Besitz von Vucic-Getreuen. Kein Wunder eskaliert es da und die Leute gehen auf die Strasse. Die Serbienvorurteile sind fehl am Platz.
    • N. Y. P. 08.07.2020 22:57
      Highlight Highlight @Neruda

      Da hast du recht, mit deinem ersten Satz.

      Was du aber schreibst, bestätigt die Vorurteile..

  • Goldjunge Krater 08.07.2020 19:13
    Highlight Highlight Evtl ein kulturelles Problem
    • Pfefferkopf 08.07.2020 19:34
      Highlight Highlight Witzig, dass du das sagst. Mit deinem Gedankengut würdest du nämlich perfekt nach Serbien passen. In den christlichen Balkan Ländern ist Nationalismus, Schwulen- und Frauenfeindlichkeit, Hass gegen den Islam und gegen die EU sehr weit verbreitet. Es ist süss zu sehen, wie all diese Ländern, in welchen diese "überlegenen" Menschen die Mehrheit darstellen, am scheitern sind. Sie würden doch perfekt in die Südstaaten, Brasilien oder nach Serbien, Kroatien passen. Dort müssen Sie nur alternativ gebildet sein, um akzeptiert zu werden (ein Kreuz um den Hals braucht es evt. auch noch)...
    • Schlaf 08.07.2020 21:21
      Highlight Highlight @GK; Evtl. eher, Gewalt erzeugt Gegengewalt.

      Hat man Dir das nicht erklärt?
    • katerli 08.07.2020 21:35
      Highlight Highlight @olle hexe süss wie herablassend sie auf andere Länder schauen. Ca. 29% der schweizer Wähler, wählen genau die Partei die all Ihre aufgezählten Punkte inbrünstig vertritt.
    Weitere Antworten anzeigen

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