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Schwarzer vor laufender Kamera getötet – erneute Ausschreitungen in Philadelphia



People gather in protest in response to the police shooting of Walter Wallace Jr., Monday, Oct. 26, 2020, in Philadelphia. Police officers fatally shot the 27-year-old Black man during a confrontation Monday afternoon in West Philadelphia that quickly raised tensions in the neighborhood. (Jessica Griffin/The Philadelphia Inquirer via AP)

Heftige Ausschreitungen in Philadelphia. Bild: keystone

Polizisten in der Stadt Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania haben einen 27-jährigen Schwarzen erschossen. Der Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe dieses trotz mehrfacher Aufforderungen nicht fallen lassen, erklärte ein Polizeisprecher.

Der Verdächtige, Walter Wallace Jr., habe sich auf die Polizisten zubewegt, woraufhin zwei Beamte mehrfach auf ihn gefeuert hätten, sagte der Sprecher einem örtlichen Fernsehsender.

Nach Angaben von Familienmitgliedern kämpfte Wallace mit tiefgreifenden psychischen Problemen, über die die Polizei Bescheid wusste.

Bürgermeister Jim Kenney erklärte mit Blick auf den Vorfall, der von Passanten mit Smartphones gefilmt wurde: «Ich habe das Video dieses tragischen Vorfalls gesehen. Es wirft schwierige Fragen auf, die beantwortet werden müssen.» Polizeichefin Danielle Outlaw versprach eine gründliche Untersuchung des Falls, um «die vielen unbeantworteten Fragen» zu klären. Die Polizei war wegen eines Berichts über einen Vorfall häuslicher Gewalt, der sich auf das spätere Opfer bezog, zu dem Ort im Westen Philadelphias gekommen.

People stand near the scene of a police shooting in Philadelphia, Monday, Oct. 26, 2020, after police officers fatally shot a man during a confrontation. Police officers fatally shot Walter Wallace Jr., a 27-year-old Black man, during a confrontation Monday afternoon in West Philadelphia. (Tom Gralish/The Philadelphia Inquirer via AP)

Der Tatort. Bild: keystone

In Pennsylvania ist es in der zweiten Nacht in Folge zu Ausschreitungen in der Grossstadt Philadelphia gekommen. «Eine grosse Gruppe mit etwa 1000 Menschen plündert Unternehmen in der Gegend von Castor und Aramingo», teilte die örtliche Polizei am Dienstagabend (Ortszeit) mit. TV-Bilder des Senders Fox zeigten einige maskierte Menschen, die offenbar in einem Geschäft ein- und ausgingen. Nach dem Vorfall vom Montagnachmittag war es bereits in der Nacht zum Dienstag zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden Medienberichten zufolge mehrere Polizisten verletzt, es gab auch Festnahmen.

In den USA war es seit Ende Mai landesweit zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Der Auslöser der Proteste war die brutale Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis gewesen.

Präsidentschaftskandidat Joe Biden hatte den Angehörigen des Toten Mitgefühl ausgesprochen, aber auch die Ausschreitungen verurteilt: «Gleichzeitig entschuldigt Wut über die sehr realen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft keine Gewalt». Angriffe auf Polizisten und die Zerstörung kleiner Unternehmen brächten keine Gerechtigkeit. (aeg/sda/dpa)

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