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Gutachten der Initianten

Einheitskasse vernichtet mindestens 2250 Arbeitsplätze

17.08.2014, 02:1617.08.2014, 09:57

Nehmen die Stimmberechtigten am 28. September die Volksinitiative «für eine öffentliche Krankenkasse» an, bedeutet das für mehrere Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den bestehenden 67 Kassen den Jobverlust. Das zeigen die Recherchen der «Schweiz am Sonntag». Ein Gutachten der Initianten räumt ein, dass der Systemwechsel mindestens 2250 Stellen kostet. Betroffen sind Mitarbeiter in Vertrieb und Marketing sowie im Management. 

Umfrage: Einheitskasse hat wenig Chancen
Eineinhalb Monate vor der Abstimmung zeigt eine geheime, repräsentative Umfrage im Auftrag des gegnerischen Komitees Alliance Santé, dass es die Initiative bei den Stimmberechtigten schwer haben wird. Anfang Juli zeigte eine geheime Umfrage, die das GFS-Forschungsinstitut des Politologen Claude Longchamp im Auftrag des Gegnerkomitees Alliance Santé in regelmässigen Abständen durchführt, erstmals einen Ja-Anteil von unter 50 Prozent. Das zeigen die Recherchen der «Schweiz am Sonntag». Der Nein-Anteil steigt kontinuierlich. Normalerweise werden Initiativen abgelehnt, die zwei Monate vor einer Abstimmung nicht mehr als 60 Prozent Zustimmung haben.
 

Dank den Grössenvorteilen, welche eine einzige Kasse ausspielen könnte, seien weitergehende Personaleinsparungen denkbar. Anderseits gebe es möglicherweise einen positiven Beschäftigungseffekt in anderen Branchen, falls die Versicherten die eingesparten Prämien im Inland ausgeben. Ein Gutachten im Auftrag des gegnerischen Komitees geht sogar davon aus, dass alle rund 2800 Vollzeitstellen bei den Kassenagenturen wegfallen. Das Initiativkomitee und die Gewerkschaften VPOD und Unia, welche die Einheitskasse unterstützen, halten den Stellenabbau für vertretbar. 

Mitinitiantin und SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr sagt, es gehe um Stellen, «die für die Gesundheit unnötig sind». Da der Umbau zur Einheitskasse zehn Jahre daure, komme es aber mit grosser Sicherheit nicht zu Entlassungen. Wegfallen würden Stellen «im lästigen Telefonmarketing und der Werbung», sagt VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz. (rey)

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