Interview
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Switzerland's midfielder Granit Xhaka, left, sitting next to Switzerland's head coach Vladimir Petkovic speaks to the media during a press conference, ahead the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Switzerland and Republic of Ireland, at the Stade de Geneve, in Geneva, Switzerland, Monday, October 14, 2019. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Xhaka sagt über Petkovic: «Ich habe noch nie mit einem Trainer ein derart gutes Verhältnis gehabt.» Bild: KEYSTONE

Interview

Xhaka nach Irland-Sieg: «Es gibt keinen besseren Trainer für uns als Petkovic»

Der Schweizer Führungsspieler Granit Xhaka spricht im Interview nach dem 2:0-Sieg gegen Irland über die Zukunft des Schweizer Nationalteams. Er fordert den Fussball-Verband auf, den Vertrag mit Petkovic so schnell wie möglich zu verlängern.

Christian Brägger / ch media



Können Sie Ihre Gefühle nach dem 2:0 in Worte fassen?
Granit Xhaka: Wir zeigten eine sehr gute Leistung, das Resultat stimmt. So kann es weitergehen. Wir konnten leider das Spiel gegen die Iren nicht sofort entscheiden, blieben aber dennoch der geforderten Linie unseres Trainers treu: hoch stehen, pressen, und dann fällt verdient noch das 2:0. Wir mussten ja sehr viel Kritik einstecken in den vergangenen Wochen und Monaten. Weil unsere Ergebnisse trotz sehr guten Auftritten nicht immer gepasst haben.

Jetzt fährt die Schweiz zu 99,9 Prozent an die EM, oder?
Ich hoffe es. Die Mannschaft hat sicher die richtige Mentalität und wird Georgien nicht unterschätzen, das spielstark ist. Das haben wir ja schon erlebt in Tiflis. Ich bin sicher, dass uns eine gute Leistung gelingt. Und wir dann im Finalspiel gegen Gibraltar reüssieren.

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Die Highlights der Partie. Video: YouTube/DAZN Länderspiele

Welche positiven Dinge nehmen sie aus diesem Zusammenzug und den zwei Spielen mit?
Sicher die Leistung. Wir haben auch gegen Dänemark vieles gut gemacht, negativ war eigentlich nur das Resultat. Die Dänen besassen ja praktisch keine Tormöglichkeiten. Gegen die Iren war es dasselbe, bis auf einen Kopfball vielleicht. Für die Moral war der Sieg nun sehr wichtig.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Ricardo Rodriguez den Penalty verschossen hatte?
Wir mussten eigentlich lachen auf dem Platz, nachdem er verschossen hatte. Weil er ja ein so sicherer Penaltyschütze ist. Aber ich hatte ein gutes Gefühl für das Spiel. Die Iren waren ja zudem noch einen Mann weniger. Das kam uns entgegen, wir erhielten Räume und machten den Sack zu. Bei uns waren die späten Gegentore jedenfalls kein Thema.

Yann Sommer hat gesagt, es sei aber ein Thema gewesen.
Vielleicht war es bei ihm eines, weil er Torhüter ist. (lacht)

Der Frust war aber schon riesig nach dem eigentlich guten Dänen-Spiel?
Wir waren extrem frustriert. Und es war ja nicht das erste Mal, dass wir in den letzten zehn Minuten ein Gegentor kassierten, das haben wir in der Kabine auch direkt angesprochen. Ein paar Spieler wurden zu recht laut. Wir sind alt genug, um darüber zu reden. Es musste sich niemand persönlich angegriffen fühlen. Deswegen war die Reaktion gegen die Iren überragend.

Sind Sie auch laut geworden?
Gewiss. Aber was ich gesagt habe, bleibt intern. Das Reden hat uns in jedem Fall gutgetan.

Switzerland's midfielder Granit Xhaka, links, mit Switzerland's defender Nico Elvedi, waehrend dem Fussballspiel zur European Qualifiers UEFA EURO 2020 zwischen der Schweiz und Irland am Dienstag, den 15. Oktober 2019 im Stade de Geneve in Genf. (KEYSTONE/Christian Merz)

Granit Xhaka ist der Taktgeber der Nati – auch gegen Irland ist er der grosse Spielgestalter. Bild: KEYSTONE

Könnte diese schwierigere EM-Qualifikation dem Team für die Zukunft auch helfen und ein Vorteil sein?
Ja. Wir hatten in den vergangenen Monaten und Jahren sehr viele positive Dinge im Team. Vielleicht war es jetzt negativ, dass wir nicht immer voll konzentriert waren. Das wird uns für die Zukunft helfen. Wir sind auf einem guten Weg. Es gibt ja keine kleinen Mannschaften mehr, das mussten wir zwei- dreimal erfahren. Aber wir sind sehr gut eingestellt vom Trainer. Er gibt uns so viele Dinge mit auf den Weg, aus denen wir lernen können. Nur so kommen wir weiter. Als Spieler, und als Team.

Stört es Sie, dass Vladimir Petkovic unter Beschuss geraten ist?
Ich habe mit ihm noch darüber gesprochen. Petkovic hat es richtig formuliert: Er steht seit fünfeinhalb Jahren in der Kritik. Wir Spieler können nur sehr sehr positiv über ihn sprechen, er ist ein super Trainer. Er hat uns weiterentwickelt, individuell und als Mannschaft. Er ist bei uns sehr beliebt. Wir wollen eine positive Zukunft mit ihm.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Petkovic?
Sehr gut. Ich hatte noch nie mit einem Trainer – im Klub oder Nationalteam - privat wie fussballerisch ein derart gutes Verhältnis. Mit Abstand ist das so. Er hat mir so viele Dinge im mentalen und taktischen Bereich mit auf den Weg gegeben.

Wieso ist das Verhältnis so gut?
Das ist eine gute Frage. Ich hatte in meiner Karriere ja schon viele Trainer. Aber die Bindung zu Petkovic ist speziell. Er ist fast wie eine Vaterfigur. Für ihn ist es nicht einfach, weil er uns so selten sieht. Aber was er leistet, müssten die Leute öfters schätzen.

Bewerten wir, die Medien, Petkovic falsch?
Ich weiss nicht einmal, wieso Sie überhaupt negativ über ihn reden. Die Ergebnisse stimmen, wir sind besser geworden. Wo sehen Sie denn negative Dinge? Das müssten Sie mir vielleicht einmal sagen.

Beispielsweise in der Shaqiri-Diskussion, als bekannt wurde, dass das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer nicht gut sei.
Das kommt aber von beiden Seiten. Es ist nicht nur der Trainer, auch der Spieler. «Shaq» weiss genau, was er richtig und falsch gemacht hat. Oder er sollte es zumindest wissen. Der Trainer weiss es ebenfalls. Es gibt immer Diskussionen in einer Mannschaft, so muss es ja auch sein. Wie gesagt: Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass Petkovic beliebt ist und in der Mannschaft gut ankommt.

Switzerland's Denis Zakaria, left, Granit Xhaka, Center and Xherdan Shaqiri, right, celebrates after the sixt goal for Switzerland during the UEFA Nations League group stage match between Switzerland and Iceland in the Kybunpark stadium in St. Gallen, Switzerland, on Saturday, September 8, 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Xhaka und Shaqiri sind für die Nati unverzichtbar. Bild: KEYSTONE

Würde es helfen, wenn der Verband bald entscheidet, ob es nach der EM weitergeht oder endet? Damit Ruhe herrschen würde diesbezüglich.
Wer sollte dann kommen? Haben Sie einen besseren Trainer? Das ist doch die Frage. Ich kenne momentan jedenfalls keinen besseren Coach für uns als Petkovic. Wir sehen ja, wie weit er uns gebracht hat. Natürlich ist es nicht immer einfach für ihn, aber wir stehen ja schlussendlich auf dem Rasen. Die Trainerdiskussion gibt es bei uns in der Mannschaft jedenfalls nicht. Und bevor der Verband einen negativen Entscheid fällt, müsste doch ein besserer da sein. Also, wenn Sie schon etwas in diese Richtung schreiben: Kennen Sie einen besseren Trainer?

Der Name Lucien Favre ist schon gefallen.
Ich glaube nicht, dass ... ich kenne Favre sehr gut, wir haben ein super Verhältnis, auch heute noch. Er braucht jeden Tag die Spieler neben sich, im Training. Ich wäre überrascht, wenn Favre das machen würde.

Was würde Petkovic als Klubtrainer mit dem täglichen Training aus diesem Schweizer Team machen?
Wir wären in vielen Dingen noch besser. Petkovic ist taktisch überragend. Ich habe noch keinen Tag mit ihm in der Nationalmannschaft erlebt, an dem wir keinen Fortschritt erzielt hätten. Er hat immer Lust, ist immer da, will an jedem kleinsten Detail feilen.

Moešnchengladbach, 09.05.2015, Fussball 1. Bundesliga, Borussia Mšoenchengladbach - Bayer Leverkusen. 
Trainer Lucien Favre und Granit Xhaka (MG) - Photo: Norbert Schmidt / pixathlon (EQ Images) SWITZERLAND ONLY

Xhaka kennt Favre aus gemeinsamen Gladbach-Zeiten. Bild: pixathlon

Würden die Spieler ihm einen neuen Vertrag geben?
Ja, sofort. Vom Gefühl her gilt das für alle.

Auch für Xherdan Shaqiri?
Ich bin davon überzeugt, dass «Shaq» ein gutes Verhältnis hat zu ihm. Das war vielleicht ein kurzes Missverständnis. Ich bin sicher, dass Xherdan im November zurückkommt, wenn er gesund ist. Er kann uns immer helfen, hat viele Qualitäten. Das ist Fakt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Glenn Quagmire 17.10.2019 14:14
    Highlight Highlight Herr Xhaka wird dies sicherlich besser beurteilen können als die Herren Böni, Bingesser oder Wuillemin. Bloss weil V.P. keine Internas ausplaudert (woher konnte der Blick wissen, dass Vogel in den Flieger steigen will um dem Köbi eins zu tätschen...?) muss es nicht heissen, dass er kein guter Trainer ist. Wie jeder Mensch hat er Stärken und Schwächen, aber der Erfolg gibt im Recht und scheinbar vergisst man gerne, was für ein geknorze die Qualis unter Hitzfeld jeweils waren (Luxembourg daheim und andere..)
  • wasps 17.10.2019 12:59
    Highlight Highlight Den Blick Heinis ist es egal, wer Nati Trainer ist. Solange sie ihm die Aufstellung diktieren können, ist alles i.O. Der Othmar, die schlaue Socke, liess sich die Einmischung durch den Boulvard vergolden. Entsprechend wohlwollend wurde sein Steinzeitfussball im Blick kommentiert.
  • Helios 16.10.2019 22:12
    Highlight Highlight Lucien Favre als Nationaltrainer vorzuschlagen zeugt nicht gerade von viel Fussballsachverstand und möglicherweise liegt hier genau das Problem.

    Viele Sportjournalisten verstehen offenbar nicht nur wenig von Fussball, sondern sind dann auch noch lausig informiert und schlecht vernetzt!

    Würde der gute Herr beispielsweise die Podcast Serie "Dritte Halbzeit" im Tagi mitverfolgen, hätte er sich den peinlichen Vorschlag Favre wohl gesparrt.

    Dort wurde dieses Thema nämlich erst gerade aufgegriffen und Kay Voser hat schön dargelegt, warum ein Lucien Favre nie Nationaltrainer sein wird.
  • rodolofo 16.10.2019 22:09
    Highlight Highlight Na?
    Auf mich hört Ihr ja nicht!
    Aber hört Ihr wenigstens auf das, was Xhaka sagt?
    Er sagt auch, dass Petkovic der RICHTIGE Trainer ist!
    Nochmals: Er ist der RICHTIGE Trainer, zur RICHTIGEN Zeit am RICHTIGEN Ort!
    Richtig.
  • Barracuda 16.10.2019 17:47
    Highlight Highlight Ein paar wenigen Spielern müsste man wohl mal etwas ins Gewissen reden, allen voran Shaqiri. Aber die Kritik am Trainer ist übertrieben und komplett schwachsinnig. Petkovic ist meines Wissens der erfolgreichste Nati-Trainer, noch vor Hitzfeld.
    • hiob 16.10.2019 21:15
      Highlight Highlight ok, wieso ins gewissen reden? was soll man denen sagen? dass sie sich an der nati vor 15 jahren ein beispiel nehmen sollen oder was? stumpfsinnig. schweizer haben einfach kein gesundes mass. hat man ein blatt, will man den ast, hat man den ast, will man den baum. mimimi. jedes mal. aber vergesst nicht, wer die wichtigen tore geschossen hat in den letzten paar jahren. schweizer sind nur frustriert, weil noch nie ein grosser coup geglückt ist. es gab noch nie ein besseres nati team als jetzt!
    • Barracuda 17.10.2019 00:00
      Highlight Highlight Heisst, du bist der Meinung, dass das Verhalten von Shaqiri förderlich und erstrebenswert ist?! Ich rede ja nicht von den Resultaten, sondern vom Verhalten von einem Shaqiri. Das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun!
    • hiob 17.10.2019 14:23
      Highlight Highlight wie verhält sich den shaqiri? er ist zur zeit verletzt und kann nicht spielen. und wenn er der meinung ist, dass er der mannschaft nicht helfen kann, weil er vlt gerade eine schwere zeit hat, dann heisst das noch lange nicht, dass ihm die nati egal ist oder er ihnen in den rücken fällt. was weisst du schon? kennst du shaqiri persönlich? oder weisst du das von den medien, die das ja scheinbar besser einschätzen können?
    Weitere Antworten anzeigen
  • manolo 16.10.2019 17:17
    Highlight Highlight diese Aussage von Xhaka überrascht nicht, denn er kann noch so einen Stiefel zusammenspielen und hat seinen Platz auf sicher ! Das gleiche gilt für Severovic!
    • hiob 16.10.2019 21:08
      Highlight Highlight da hat ja einer gar keine ahnung.
  • Ivo Zen 16.10.2019 15:59
    Highlight Highlight nichts hinzuzufügen. danke Granit.
  • Hofer Ernst 16.10.2019 15:31
    Highlight Highlight Gratulation an die Nati Trainer Vladimir Petkovic, Elite und Mauro Lustrinelli, U21 für die gestrigen Schweizer Siege. Weiter so - Hopp Schwiiz !
  • Yanis Mollat 16.10.2019 14:55
    Highlight Highlight Die schweiz hat in den letzten 2 Spielen 2mal die Torumrandung getroffen und hatten wirklich pech Darum bin ich froh dass es gestern geklappft hat.
    Petkovic finde ich wirklich einen tollen Trainer der das beste mit der Mannschaft rausholt. Auch wenn wir nicht wie z.B Frankreich immer ins Halbfinale oder Finale kommen, können wir trotdem froh sein dass wir danei sind. Klar würde ich es toll finden wenn wir mal weiter als in die Achtelfinals kommen, aber mitmachen ost doch das beste.
  • Lowend 16.10.2019 14:34
    Highlight Highlight Diese ganze Trainerdiskussion und viel von der Kritik an dieser wirklich guten Mannschaft hängt doch nur damit zusammen, dass Petkovic und viele Spieler ausländische Wurzeln haben und nur weil einige Nationalisten gerne eine Nati aus reinrassigen Schweizern hätten, die brav die Nationalhymne singen, sollte sich der Verband nicht auf diese Diskussionen einlassen, sondern vielmehr allen Beteiligten den Rücken stärken.
    • pontifex_maximus 16.10.2019 16:08
      Highlight Highlight Mehr Töpfe brauchen wir! Dann erledigt sich auch die Diskussion.
    • Allion88 16.10.2019 19:56
      Highlight Highlight Gibt sicher auch solche, aber denke das problem ist weitreichender. Auch ein federer, hat in den gleichen kommentarspalten gleich viele "kritiker". Er kann 2 GS in einem jahr gewinnen, kaum verliert er mal früh, wird ihm der rücktritt nahegelegt.
      Schweizer meinen immer, sie könnten es besser, müssen ohne wissen mitreden oder mögen anderen den erfolg nicht gönnen. Nicht nur beim sport so.
    • rodolofo 17.10.2019 14:27
      Highlight Highlight Nein. Wir brauchen ein attraktives Spiel!
  • Ferd Blu 16.10.2019 14:23
    Highlight Highlight Gut gemacht von Xhaka, er hat recht was Petkovic angeht, wer soll den Job besser machen als er? Er der denn besten Punkteschnitt aller Nati Trainer vorweisen kann? Klar lief nicht immer alles rund, aber fast immer erreichte Petkovic das Maximum mit dem Spielermaterial. Sonst scheiterten wir mal öfter kläglich auch wenn wir besser waren. Jetzt sind wir konstant auf unserem Level wo wir hingehören.
  • MoreBanana 16.10.2019 14:22
    Highlight Highlight Endlich mal Rückendeckung für Petkovic...
    Wurde auch mal Zeit!
  • Manuel Schild 16.10.2019 14:00
    Highlight Highlight Xhaka hat wohl gemerkt das die Hetze Petkovic zugesetzt hat und stärkt ihm dementsprechend stark den Rücken. Aber Herr Brägger, wo im Interview fordert Xhaka eine rasche Vertragsverlängerung?
    • *sharky* 16.10.2019 14:29
      Highlight Highlight Absolut richtig bemerkt!
      Das sind die Lunten, welche ständig von den Journis diverser Redaktionen und den allseits bekannten Kommentatoren erfunden, gelegt und angezündet werden.
      Und die hier ist sicher eine der harmloseren Art... trotzdem absolut unnötig.

      Xhaka spricht hier bestimmt und autark, eines (Co-)Käptens absolut würdig.

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