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Materialabbruch oberhalb von Bondo - Details zu Vermissten

25.08.17, 17:28


Im Bergsturzgebiet im Bergell ist weiteres Material vom Piz Cengalo abgebrochen. Der Abbruch ereignete sich um ungefähr 16.30 Uhr. Das Material wurde wie schon beim ersten Felssturz bis ans Dorf Bondo geschoben, wie die Bündner Polizei auf Anfrage mitteilte.

Der Abbruch war erwartet worden. Am Mittwoch waren vier Millionen Kubikmeter vom Grenzberg zu Italien in die Tiefe gestürzt. Eine Million Kubikmeter befindet sich noch am Berg, ist aber in Bewegung.

Verletzt wurde offenbar niemand. Einige Einwohner des Dorfes, die am Mittag in ihre Häuser zurückkehren konnten, mussten jedoch erneut evakuiert werden.

Der Abbruch war erwartet worden. Am Mittwoch waren vier Millionen Kubikmeter vom Grenzberg Piz Cengalo in die Tiefe gestürzt. Eine Million Kubikmeter befindet sich noch am Berg, ist aber in Bewegung.

Vier Deutsche vermisst

Weiter wird nach mindestens acht Vermissten gesucht. Zu ihnen veröffentlichte die Kantonspolizei weitere Details: Demnach wird nach vier Deutschen aus dem Bundesland Baden-Württemberg in Deutschland, zwei Personen aus der Steiermark in Österreich und nach zwei Berggängern aus dem Kanton Solothurn gesucht.

Weitere Personenangaben machte die Polizei auf Anfrage nicht. Nicht bekannt ist somit auch, ob es sich um Frauen oder Männer handelt. Für sechs der acht Personen liegt eine Vermisstmeldung vor. Von zwei Personen wird angenommen, dass sie sich zum Zeitpunkt des grossen Bergsturzes im Gebiet oberhalb von Bondo befanden.

Gewaltige Dimension

Die vier Millionen Kubikmeter Gesteinsmaterial, die am Mittwoch zu Tal donnerten sind selbst für die Schweiz, dem Land der Bergstürze, keine alltägliche Dimension. Der Bergsturz ist einer der gewaltigsten in der Schweiz in den vergangenen über 100 Jahren. Mit einer Ausnahme handelt es sich sogar um den grössten Materialabgang seit dem Grossereignis in Elm im Kanton Glarus im Jahr 1881.

Der Bergsturz hat viele Gebäude zerstört, wie Luftaufnahmen zeigen. Felssturz und Murgang beschädigten auch Felder und Weidegebiet, Strassen und Wege. Wie hoch die Schäden wirklich sind, wird erst klar, wenn Schadenexperten das Gebiet betreten dürfen.

Noch könne man die Höhe der Schäden nicht abschätzen, sagte der Direktor der kantonalen Gebäudeversicherung Graubünden, Markus Feltscher, gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Es sei offen, wann die Schadenexperten der Versicherungen im Katastrophengebiet ihre Arbeit aufnehmen können. Nach Angaben der Bündner Polizei konnten am Freitag nur einige Bewohner aus dem evakuierten Bondo in ihre Häuser zurückkehren. Ins eigentliche Murgebiet hatten nur Rettungskräfte Zutritt. (sda)

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