Eishockey
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25.02.2014; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - Rapperswil-Jona Lakers : Trainer Guy Boucher (Bern) (Christian Pfander/freshfocus)

Guy Boucher hält grosse Stücke auf Marc Reichert. Bild: freshfocus

Reichert für Dostoinov

Der SC Bern hat den dümmsten Spielertausch unserer Eishockeygeschichte eingefädelt

Zurzeit wird der wahrscheinlich dümmste Spielertausch unserer Hockeygeschichte eingefädelt: Der SCB ist daran Alexei Dostoinov (24) gegen Marc Reichert (34) einzutauschen. 



Update: Deal definitiv – Reichert neu in Bern, Dostoinov in Ambri

Das Tauschgeschäft ist perfekt: Ambris Stürmer Marc Reichert wechselt zum SC Bern und Berns Alexei Dostoinov nach Ambri.

Ambris Sportchef und Trainer Serge Pelletier und SCB-Sportchef Sven Leuenberger haben sich geeinigt, das Geschäft ist in trockenen Tüchern: Der SCB übernimmt den noch ein Jahr laufenden Vertrag von Marc Reichert und umgekehrt Ambri den ebenfalls noch ein Jahr laufenden Kontrakt von Alexei Dostoinov.

Es wäre der erste Transfer, der auf Wunsch von SCB-General Guy Boucher gemacht wird. Es wäre ein Spielertausch, den wir mit ein bisschen Boshaftigkeit als «Drei-Affen-Transfer» bezeichnen können. Der Ausdruck kommt aus der japanischen Kultur und steht für den vorbildlichen Umgang mit Schlechtem. Symbolisiert durch die drei Affen, die nichts sehen, nichts hören und nicht sagen. 

Wie kommt es zu diesem wahrlich abenteuerlichen Tausch? Guy Boucher, im Wesen ein moderner, kommunikativer NHL-Coach, im taktischen und spielerischen Denken im Eishockey vor dem Zweiten Weltkrieg verhaftet, will einen Spieler mit Wucht und Postur. Da schnalzt er natürlich beim Anblick von Reichert mit der Zunge: 190 Zentimeter gross, 96 Kilo schwer. 

18.03.2014; Ambri; Eishockey NLA Playoff - HC Ambri-Piotta - HC Fribourg-Gotteron; Marc Reichert (M, Ambri) nach dem Spiel (Michela Locatelli/freshfocus)

Marc Reichert: Boucher passt sein Spielertyp. Bild: Michela Locatelli

Dostoinov zu kreativ für den SCB

Nicht umsonst ist Reichert einst als «Burgdorf-Lindros» verehrt worden. Und produktiv ist er ja auch noch: 21 Punkte in 47 Qualifikationsspielen, zwei Punkte in vier Playoffpartien. Auch vom Alter her passt er bestens zum SCB. Er ist er ja erst 34. Zudem ist er ja bei den SCB Junioren gross geworden. Er passt gut in die opportunistische SCB-Kultur. Man wolle, so wird begründet, Reichert auch wegen seiner Qualitäten in der Garderobe. Sozusagen ein «Garderobe-Transfer». Warum dann nicht Todd Elik? Der ist in der Garderobe noch besser. 

Alexei Dostoinov, einer der talentiertesten jungen Stürmer, passt mit seinem Hang zur Kreativität nicht so recht ins taktische Konzept von Guy Boucher. Er hat zwar in der NLB bei Lausanne in der Aufstiegssaison einen Punkt pro Spiel gebucht. Aber beim SCB waren es letzte Saison in 44 Spielen nur 15 Punkte. Und er hat die Unart, mit Risiko vorwärts zu spielen, etwas zu versuchen, unkonventionell zu sein. Dabei verliert er halt mal ab und zu an der blauen Linie die Scheibe. Da heisst es bei Guy Boucher bald einmal: So nicht! Marsch, marsch, im System spielen. 

31.01.2014; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - HC Ambri-Piotta; 
Alexei Dostoinov (R, Bern) gegen Patrick Sidler (Ambri) und Torhueter Nolan Schaefer (Ambri)
(Urs Lindt/freshfocus)

Alexei Dostoinov konnte sich in Bern nicht durchsetzen. Bild: freshfocus

Ambris Pelletier würde Dostoinov mit Handkuss nehmen

Gewährsleute melden, Ambris Sportchef und Trainer Serge Pelletier wolle eine Flasche Wein öffnen, wenn der Deal in trockenen Tüchern sei. Er würde einen potenziellen Nationalmannschaftsstürmer mit internationaler Postur (186 cm/90 kg) bekommen. Beim SCB hat Alexei Dostoinov gar nie eine richtige Chance bekommen. Serge Pelletier wird ihn, so der Deal klappt, in den beiden ersten Sturmreihen einbauen. 

Mit ein bisschen Boshaftigkeit darf der angestrebte Tausch Alexei Dostoinov gegen Marc Reichert als der wahrscheinlich dümmste Spielertausch unserer Hockeygeschichte bezeichnet werden: Jugend gegen Alter, Kreativität gegen taktischen Gehorsam, Unberechenbarkeit gegen Langeweile. Ein Drei-Affen-Transfer halt. 

Ambris Trainer Serge Pelletier und sein Assistent Diego Scandella, rechts, am Samstag, 23. November 2013, beim NLA  Eishockey Meisterschaftsspiel zwischen dem HC Ambri-Piotta und HC Lausanne in der Valascia Halle von Ambri. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Serge Pelletier würde sich angeblich eine Flasche Wein genehmigen, würde der Transfer klappen. Bild: KEYSTONE

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