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Demenz: Mehr als 40 Prozent der Fälle vermeidbar

Bisher kannten Mediziner neun Risikofaktoren, die eine Demenz begünstigen und vor allem durch einen gesunden Lebensstil beeinflussbar sind. Nun sind drei dazugekommen. Würde man alle zwölf minimieren, liesse sich das Risiko für eine Demenz um 40 Prozent verringern, berichten britische Forscher.
09.02.2021, 15:53
Andrea Goesch / t-online
Bild: shutterstock
Ein Artikel von
t-online

Demenz ist unheilbar, aber beeinflussbar

Weltweit leiden 50 Millionen Menschen an Demenz, davon allein in Deutschland 1.6 Millionen. Bis ins Jahr 2050 werden es Schätzungen zufolge bis 2.8 Millionen sein. Grund dafür ist die zunehmende Lebenserwartung der Menschen. Auch wenn die Erkrankung bislang nicht heilbar ist, sind Entstehung und Verlauf jedoch beeinflussbar.

Laut dem «Report of the Lancet Commission 2020 », der auf der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) vorgestellt wurde, könnten 40 Prozent aller Demenzfälle verhindert oder zumindest deutlich hinausgezögert werden, wenn alle Risikofaktoren minimiert würden.

Zwölf vermeidbare Risikofaktoren für Demenz

Bereits 2017 hatten Forscher neun Faktoren identifiziert, die das Risiko einer Demenzerkrankung erhöhen:

  • Schwerhörigkeit
  • niedriger Bildungsstand
  • Rauchen 
  • Mangel an sozialen Kontakten
  • Depressionen und psychischer Stress
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes mellitus

In der im Juli veröffentlichten Studie haben Experten um Professor Gill Livingstone vom University College London nun weitere drei Risikofaktoren für Demenz  hinzugefügt: 

  • Kopfverletzungen (Schädel-Hirn-Trauma)
  • Luftverschmutzung
  • übermässiger Alkoholkonsum

Für Prävention ist es nie zu spät

Die Autoren betonen, dass es im Leben nie zu spät sei, mit einer Demenz-Prävention zu beginnen. Bedeutsam für den Alltag ist der neu identifizierte Risikofaktor Schädel-Hirn-Trauma, das durch Kopfverletzungen im Strassenverkehr und beim Sport verursacht werden kann.

«Das zeigt, dass Fahrradhelme oder Helme bei bestimmten Risikosportarten einen Schutz vor späteren Demenzerkrankungen darstellen», sagt Professor Peter Berlit, Generalsekretär der  Deutschen Gesellschaft für Neurologie  (DGN). Der schädigende Einfluss von Alkohol und Luftverschmutzung seien ebenfalls wichtige Risikofaktoren, die sich durch den persönlichen Lebensstil beziehungsweise Umweltschutzmassnahmen erheblich reduzieren lassen.

Darüber hinaus gilt: Bleiben Sie im mittleren und späteren Lebensalter geistig, körperlich und sozial aktiv. Regelmässige Bewegung in der Lebensmitte und im Alter schützen vor Demenz und verringern das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck , Diabetes und  Herz-Kreislauf-Erkrankungen . Bei Schwerhörigkeit sollte frühzeitig ein Hörgerät benutzt werden, um Kommunikationsprobleme und zunehmende soziale Isolation zu vermeiden. Liegt eine Depression vor, sollte diese ebenfalls schnell therapiert werden. 

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